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Der britische Journalist Paul Simpson ist Autor der lesenswerten englischsprachigen Buchveröffentlichung »Elvis Films FAQ: All That’s Left To Know About the King of Rock ‘n’ Roll in Hollywood« (2013), die sich ausführlich mit Elvis Presleys Hollywoodfilmen beschäftigt. Im folgenden Interview mit »The Memphis Flash« gibt Paul Simpson spannende Einblicke in die Filmkarriere des King.

Kennt sich mit Elvis Presleys Filmen aus: Journalist, Buchautor und Elvis-Fan Paul Simpson – Foto: Paul Simpson

Elvis Films FAQ, was so viel heißt wie »häufig gestellte Fragen zu Elvis‘ Filmen«, ist bereits Paul Simpsons zweite Veröffentlichung über den King of Rock ‘n’ Roll – die erste erschien 2005 unter dem Titel The Rough Guide to Elvis.

Darüber hinaus veröffentlichte Simpson (*1961), der unter anderem als Redakteur für das Fußballmagazin Champions Matchday – The official magazine of the UEFA Champions League arbeitet, eine ganze Reihe weiterer Bücher zu Themen der Popkultur. Dazu gehören The Rough Guide to James Bond (2002), The Rough Guide to Cult Fiction (2005) und 397 Ways To Pick A DVD (2009).

INTERVIEW

The Memphis Flash: Paul, als professioneller Autor und langjähriger Elvis-Fan, warum hast Du so viel Arbeit in ein Buch – immerhin über 400 Seiten – gesteckt, das sich ausschließlich mit Elvis Presleys 31 Hollywoodfilmen beschäftigt? Die Filme waren zu ihrer Zeit zwar an der Kinokasse ziemlich erfolgreich, aber heute stehen sie bei vielen Fans, Kritikern und Biografen des King, darunter auch Peter Guralnick, nicht gerade hoch im Kurs. Nicht wenige halten Elvis Presleys Schauspielambitionen für einen Tiefpunkt seiner Karriere. Macht ein Buch wie Elvis Films FAQ da überhaupt Sinn?

Paul Simpson: Es macht schon allein deshalb Sinn, weil die Filme Elvis selbst wichtig waren. Und für einen Fan wie mich, der versucht, sein Leben und seine Karriere als Ganzes zu verstehen, ist es daher auch sinnvoll, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Außerdem haben sie eine ganze Reihe großartiger Musik und unvergessliche Szenen hervorgebracht, die mit ein Grund sind, weshalb Elvis Presley heute eine solche globale Ikone ist. Einige der Filme sind ganz sicher genauere Einzelbetrachtungen wert, wie etwa die beiden Höhepunkte King Creole (1958) und Flaming Star (1960). Die Rahmenbedingungen, unter denen die Filme entstanden, werfen zudem ein Licht darauf, wie die gesamte Karriere Elvis Presleys gemanagt wurde.

Flaming Star 1960: Elvis Presley with Barbara Eden and Steve Forrest

Flaming Star 1960: Elvis Presley als Halbindianer Pacer mit Co-Stars Barbara Eden und Steve Forrest

Bis heute sind die Filme ein Aspekt in der Karriere Elvis Presleys, der unterrepräsentiert ist. Peter Guralnick scheint es in seiner beinahe definitiven Elvis-Biografie kaum abwarten zu können, über einige der Musicals aus den 1960ern möglichst schnell hinweg z ugehen. Ich kann das durchaus verstehen. Aber wenn Elvis nicht der nächste James Dean oder Tony Curtis hätte sein wollen, hätten wir am Ende vielleicht nie etwas von ihm gehört.

The Memphis Flash: Von diesem Traum sprach Elvis ja auch selbst in seiner Dankesrede anlässlich der Vergabe des Jaycee Award 1971: „When I was a child, ladies and gentlemen, I was a dreamer. […] I saw movies, and I was the hero in the movie...“

Paul Simpson: Genau. Das Bild, das ich jetzt, nachdem mein Buch erschienen ist, immer noch im Kopf habe, ist das des jungen Elvis in Tupelo, der zusammen mit seinem Vater ins Kino eilt (etwas, was die Assembly-of-God-Kirchengemeinde der Presleys in den 1930ern und 1940ern sicher nicht guthieß), wo er sich für die Filme der damaligen Zeit begeistert, wo er Bing Crosby hört, wie er Blue Hawaii in dem Film Wakiki Wedding singt, und wo er selbst davon träumt, mit seiner Familie einmal ein anderes Leben zu führen. War es nicht gerade diese Form des Eskapismus, dieser Traum, der die Hoffnung in ihm wachhielt, der bitteren Armut seiner Jugend entkommen zu können?

The Memphis Flash: Das ist sehr wahrscheinlich. Was ich besonders faszinierend an Elvis Films FAQ finde, sind die vielen unterschiedlichen Perspektiven von Regisseuren, Drehbuchautoren und Co-Stars, die Du zusammengetragen hast. Es gibt da beispielsweise eine Passage, in der Du Drehbuchautor Allan Weiss, der gleich eine ganze Reihe Drehbücher für so erfolgreiche Hal Wallis-Produktionen wie Blue Hawaii (mit Hal Kanter, 1961), Girls, Girls, Girls (1962) und Fun in Acapulco (1963) geschrieben hat, mit den Worten zitierst:

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Sehr klar und puristisch, begleitet allein vom Klang der Ukulele, scheint Stefanie Taubers Stimme durch den spärlich beleuchteten Saal des Programmkinos Harmonie geradezu zu schweben. Es ist der 16. August 2018, Elvis Presleys 41. Todestag. In der Harmonie in Frankfurt-Sachsenhausen steht an diesem Abend – wie in vielen Kinos deutschlandweit – Elvis auf dem Programm.

  • Stefanie Tauber mit Elvis und ihrer Ukulele - Foto: To Kühne

Das ’68 Comeback Special feiert in diesem Jahr 50. Geburtstag mit einer Special-Edition der legendären TV-Show, die nun auch auf der großen Kinoleinwand zu sehen ist. Doch bevor der King in der Harmonie seine überlebensgroße Magie entfaltet, kommt erst einmal Stefanie Tauber alias Preslisa im Vorprogramm des Kinoabends zum Zuge, und zwar mit ihrer ganz individuellen Interpretation von Songs aus Elvis‘ umfangreichen Filmrepertoire.

Wie? Elvis‘ Filmssongs ausgerechnet im Vorprogramm des legendären ’68 Comeback Specials? Was wie ein Widerspruch erscheint – schließlich läutete das ’68 Comeback Special das wohltuende Ende von Elvis‘ Hollywoodkarriere mit Soundtrackalben in Endlosschleife ein -, ist ein gelungener Kunstgriff.

Denn Taubers Interpretation von Liedern wie I Want To Be Free aus dem Film Jailhouse Rock (1957), Wooden Heart aus G.I. Blues (1960), Forget Me Never (aufgenommen für Wild In The Country, 1961) sowie Song Of A Shrimp (Girls, Girls, Girls, 1962), die es an diesem Abend zu hören gibt, werfen ein ganz eigenes Licht darauf, worin bei aller Skurrilität die Faszination der vielfach belächelten und dennoch beliebten Filmsongs liegt.

Preslisas Forget Me Never – Audio vom Album Back in Bornheim

The Memphis Flash hat Stefanie Tauber alias Preslisa vor ihrem Auftritt im Programmkino Harmonie interviewt.

INTERVIEW

The Memphis Flash: Stefanie, warum ausgerechnet Elvis? Wie kam es zu Deiner Faszination für den King, die dazu geführt hat, dass Du ihm als Preslisa ein musikalisches Soloprogramm widmest und mit Back in Bornheim, Aloha From Neukölln, Preslisa Live gleich mehrere Alben mit seinen Songs veröffentlicht hast?

Stefanie Tauber: Das ist erst einmal so eine einfache Frage, wie es scheint, aber ich könnte Dir da stundenlang drauf antworten. Vielleicht fang‘ ich am besten bei meinem Schlüsselerlebnis an. Ich hab‘ Elvis beim Durchwühlen der Plattensammlung meiner Eltern entdeckt.

The Memphis Flash: Das war 1984?

Stefanie Tauber: Ja, ich war damals acht. Besonders hatten es mir die „kleinen Schallplatten“ angetan, von denen ich noch nicht wusste, dass sie Singles heißen. Von denen gab es einen kleinen Stapel, teilweise mit Hülle, teilweise ohne. Und ich bin an diesem einen Gesicht hängengeblieben. Da stand überall Elvis drauf. Und es klingt vielleicht komisch, aber ich weiß noch genau, was ich damals gedacht habe: Wie kann ein Mann nur so schön sein!

The Memphis Flash: Die Optik hat Dein Interesse also sozusagen getriggert?

Stefanie Tauber: Genau. Dann wollte ich natürlich auch wissen, wer das ist. Mein Vater hat gleich abgewinkt, aber meine Mutter hat es mir bereitwillig erklärt. Zuerst war ich traurig, weil sie mir erzählte, dass Elvis schon gestorben war. Aber ich habe die „kleinen Schallplatten“ trotzdem aufgelegt und damit begann meine eigentliche Faszination, die bis heute anhält: die Begeisterung für diese Stimme. Die Stimme ist das, was das Phänomen Elvis für mich heute in erster Linie ausmacht.

The Memphis Flash: Weißt Du noch, welche Songs Du als erstes gehört hast?

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Helmut Radermacher (* 1943) ist seit über fünf Jahrzehnten einer der bekanntesten deutschen Elvis-Kenner und -Aficionados. Der Düsseldorfer, der heute in Coburg lebt, gründete 1958 den ersten Elvis-Fanclub in Deutschland, war 1978 Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der Elvis Presley Gesellschaft, ist leidenschaftlicher Elvis-Sammler und zeichnete jahrelang als freier Berater von Elvis Presleys Plattenfirma für erfolgreiche LP-Veröffentlichungen in Deutschland verantwortlich.

2017 gab Radermacher zudem Ernst Jørgensens Standardwerk Elvis Presley A Life In Music. The Complete Recording Sessions in einer überarbeiteten und ergänzten Version in deutscher Sprache heraus.

Elvis-Kenner Helmut Radermacher vor einem Teil seiner gigantischen Plattensammlung – Foto: Sammlung Radermacher

Viele deutsche Fans haben Elvis überhaupt erst über die Vermittlung von Helmut Radermacher, d.h. über die von ihm als Berater von RCA Deutschland zusammengestellten Hit-LPs, kennengelernt – ohne es zu wissen. Ich freue mich, dass Helmut heute in seinem 1. Gastbeitrag für The Memphis Flash einen Blick hinter die Kulissen einer seiner erfolgreichsten Ideen gewährt.


Wie „Elvis The King – Die Hits der deutschen Charts“ entstand

von Helmut Radermacher

1991 lief im deutschen Fernsehen, genauer im Vorabendprogramm der ARD, eine 13-teilige amerikanische TV-Serie über den jungen Elvis Presley. In den USA bekannt unter dem Titel Elvis (USA 1990), war die Serie in der ARD vom 28. September bis 21. Dezember 1991 unter dem Titel Elvis – King Of Rock’n’Roll zu sehen. 1995 wurde sie nochmals im WDR gezeigt.

Die Hauptrolle des jungen Elvis übernahm Michael St. Gerard, Mutter Gladys wurde von Millie Perkins verkörpert, die 1961 an der Seite von Elvis im Film Wild In The Country (dt. Lied des Rebellen) eine weibliche Hauptrolle gespielt hatte. Weitere wichtige Personen in der Handlung waren neben Vater Vernon Presley (Billy Green Bush) noch Elvis‘ frühe Bandmitglieder Scotty Moore (Jessie Dabson) und Bill Black (Blake Gibbons) sowie Studioinhaber Sam Phillips (Jordan Williams). Wer die Serie nicht kennt, ahnt es jetzt schon: Es ging in der Hauptsache um Elvis‘ berühmte SUN-Ära, also die frühen Jahre unter dem Dach von Sam Phillips Aufnahmestudio und Plattenlabel.

 

Leider waren die deutschen Angaben zur TV-Serie – wie so oft – ungenau bis falsch, denn es war mal wieder die Rede davon, dass die „Witwe“ von Elvis, Priscilla Beaulieu Presley, die TV-Story mit produziert hatte: Ex-Frau wäre natürlich richtig gewesen. Und natürlich wurde auch wieder die Geschichte aufgetischt, Elvis hätte seine erste, selbst finanzierte Platte My Happiness (1953) als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter Gladys  aufgenommen. Dieses Märchen ist einfach nicht totzukriegen! Dabei existiert eine Quittung darüber, dass Elvis den Song am 18. Juli 1953 aufnahm, fast drei Monate nach dem Geburtstag seiner Mutter am 25. April. Das wäre also ein reichlich verspätetes Geburtstagsgeschenk gewesen.

Sei’s drum. Begleitend zur TV-Serie wollte die deutsche Niederlassung von Elvis‘ Plattenfirma RCA jedenfalls eine Platte herausbringen. Da ich RCA zu diesem Zeitpunkt schon mehrfach bei ähnlichen Projekten erfolgreich beraten hatte, bat mich 1991 die A&R-Abteilung (Artist und Repertoire) nach Hamburg zu kommen, um vor dem Start der Serie im TV ein paar Folgen anzusehen. Die Verantwortlichen bei RCA glaubten nämlich, dass in der Serie auch Elvis im Original zu hören und deswegen eine Kopplung mit einer Platte geradezu optimal wäre. In Hamburg saß seit 1956 die Teldec, ab 1975 RCA, ab 1986 hieß es Ariola, bevor das Ganze wiederum zu BMG (Bertelsmann Music Group) wurde. RCA als Label blieb aber stets bestehen – heute unter dem Dach von SONY.

Ich sah mir die Serie also an und musste die Herren enttäuschen – in der Serie hört man nämlich nicht Elvis im Original, sondern Ronnie Mc Dowell, genau den Mann, den man in den USA schon 1979 als Sänger für den Film ELVIS The Movie mit Kurt Russel in der Hauptrolle verpflichtet hatte, weil Elvis Presley Enterprises die Rechte an Elvis Originalstimme nicht erteilt hatte. Hier ein Ausschnitt aus der TV-Serie ELVIS mit Michael St. Gerard als Elvis auf der Bühne und Ronnie McDowell, der dem King die Stimme zu Baby Let’s Play House leiht – sozusagen eine St. Gerard/Mc Dowell-Koproduktion:

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Hot off the press is the newest book publication by well-known British journalist and author Paul Simpson with the intriguing title Elvis Films FAQ: All That’s Left To Know About the King of Rock ‘n’ Roll in Hollywood.

Simpson (*1961), who works as editor of Champions Matchday, The official magazine of the UEFA Champions League, has already published a number of books on topics closely related to popular culture such as The Rough Guide to James Bond (2002), The Rough Guide to Cult Fiction (2005), and 397 Ways To Pick A DVD (2009).

Elvis Films FAQ: Journalist and book author Paul Simpson – photo: Paul Simpson

Elvis Films FAQ is Simpson’s second book on the King of Rock ‘n’ Roll after the well-received The Rough Guide to Elvis (2005) – The Memphis Flash talked with Paul Simpson about Elvis Presley’s movie career and the new book → Elvis Films FAQ.

zur deutschen Fassung des Interviews mit Paul Simpson

INTERVIEW

The Memphis Flash: Paul, as a professional writer and longtime Elvis fan what made you dedicate a book with 400 pages to Elvis’ movies? Although initially successful at the box office, they today are mostly not well-regarded by fans, critics and Elvis biographers (Peter Guralnick) alike. Some even say the movies are the low point of Elvis Presley’s career. Frankly, is there really a point for such a book – and why?

Paul Simpson: The point is the movies were important to him – and as a fan and someone trying to understand his life and career I felt they were worth exploring. They did produce some great music, memorable scenes and helped him become such a global icon. Many of the movies are worth exploring on their own merits – the twin peaks being King Creole and Flaming Star – and the process which created them sheds a lot of light on how Presley’s career was run.

Flaming Star 1960: Elvis Presley with Barbara Eden and Steve Forrest

Flaming Star 1960: Elvis Presley as Half-Indian Pacer with co-stars Barbara Eden and Steve Forrest

Also, this is one aspect of his working life that is under-explored – Guralnick, in his near definitive biography, can barely wait to gloss over some of the travelogues in the 1960s. I can understand why but if Elvis hadn’t wanted to be the next James Dean or Tony Curtis, we might never have heard of him.

The Memphis Flash: Elvis talked about his big childhood dream in his acceptance speech for the Jaycee award 1971: „When I was a child, ladies and gentlemen, I was a dreamer. […] I saw movies, and I was the hero in the movie...“

Paul Simpson: Right. The image that stays with me now, after the book is published, is Elvis as a child rushing into a cinema in Tupelo with his dad (something the Assembly of God church would not have approved of in the 1930s and 1940s) and marveling at the serials and films, watching Crosby singing Blue Hawaii in Wakiki Wedding and dreaming of a different life for himself and his family. Did that escapism, that permission to dream, keep hope alive in the desperate, dehumanising poverty of his boyhood?

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