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Elvis Presley gut getarnt in der Oberpfalz

Elvis Presley gut getarnt in der Oberpfalz ist der geheimnisvolle Titel einer Ausstellung, die im Sommer 2012 im Oberpfälzer Volkskundemuseum in Burglengenfeld bei Regensburg zu sehen war. Ich habe die Ausstellung damals besucht und viel Neues über die Amerikaner in der Region Grafenwöhr sowie Elvis Presleys Zeit auf Manöver erfahren.

Oberpfalz, Burglengenfeld, Volkskundemuseum? Was hat das alles mit Elvis Presley, dem King of Rock ’n‘ Roll, zu tun? Eine ganze Menge, denn Elvis Presley war vom 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960 als regulärer Soldat der U.S. Army, genauer der 3rd Armored Division, im besetzten Nachkriegsdeutschland stationiert. Eigentlich in Friedberg nördlich von Frankfurt gelandet, nahm Panzerspäher Elvis Presley mit seiner Truppe an mehrwöchigen Manövern auf dem damals wichtigsten Truppenübungsplatz der Amerikaner in Grafenwöhr, nahe der tschechischen Grenze, teil. Grafenwöhr ist nur etwa 1 Autostunde von Burglengenfeld entfernt.

Spähtruppführer Elvis Presley auf Manöver mit der 3rd Armored Division in Grafenwöhr

Als Elvis Presley in der 3rd Armored Division in Deutschland diente, war der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion in vollem Gange. Aufwendige Manöver der Amerikaner unter möglichst kriegsähnlichen Bedingungen auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr, Wildflecken und Hohenfels, teilweise mit Unterstützung anderer NATO-Verbände, sollten fit machen für den Ernstfall: dem befürchteten Vormarsch der Truppen des Warschauer Paktes in westdeutsches Gebiet.

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Kleider machen Leute – Elvis Presley und Bernard Lansky

Was hat Elvis Presley mit dem Schneidergesellen Wenzel Strapinski aus Gottfried Kellers berühmter Novelle Kleider machen Leute gemeinsam? Klarer Fall, beide Herren wussten, dass man für seinen Erfolg nicht nur viel Talent, eine ordentliche Portion Glück, sondern vor allem auch die richtigen Klamotten braucht. Mit anderen Worten: you have to dress for success, baby!

Doch da hört es auch schon auf mit den Parallelen. Denn anders als Schneidergeselle Strapinski hat der King nicht selbst zu Nadel und Faden gegriffen bzw. sich hinter die Nähmaschine geklemmt – und das obwohl Nähmaschinenhersteller Singer später Hauptsponsor des berühmten 68er Comeback-Special werden sollte. Nein, Elvis suchte sich einfach den coolsten Herrenausstatter in ganz Memphis aus: Lansky Brothers auf der berühmten Beale Street.

Elvis Presley „inkognito“ in Trenchcoat und Sonnenbrille mit seinem Herrenausstatter Bernard Lansky im Geschäft der Lansky Brothers, Beale Street, Memphis (Foto: Lansky Collection)

 

Lansky Brothers, Elvis und die Beale Street

Die Geschichte von Lanskys mit der Adresse Beale Street 126 in der Innenstadt von Memphis begann 1946, als Samuel Lansky seinen beiden Söhnen Bernard und Guy für 300 Dollar ein Bekleidungsgeschäft kaufte. Der Laden war zunächst auf Armeebekleidung spezialisiert bevor Bernard Lansky den richtigen Riecher für eine echte Marktlücke in Memphis hatte, nämlich High Fashion-Mode.

Lansky Brothers in der Beale Street 126, Memphis/Tennessee

Zunächst hielt jeder das neue Konzept der geschäftstüchtigen Brüder für verrückt, schließlich war die Beale Street vor allem eine Amüsiermeile, auf der sich überwiegend farbige Musiker, Blues-Bands und deren Publikum tummelten. Es gab Theater, Clubs, Bars, Leihhäuser – und dazwischen sollte ein Laden mit ausgefallener, hochwertiger  Herrenmode bestehen?

Doch das Konzept von Bernard Lansky ging auf. Schnell zählten vor allem die Musiker des Viertels zu Lankys Stammkundschaft. Und nicht nur die wurden auf den Laden mit den coolen „cat clothes“ aufmerksam. Bald drückte sich auch ein musikbegeisterter siebzehnjähriger Schüler der Humes High School die Nase platt an den einladend dekorierten Schaufenstern der Lansky-Brüder. Er sollte Lanskys weltberühmt machen.

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Elvis Presley – unbekannte Live-Aufnahme entdeckt!

Es gibt immer wieder Neuigkeiten in Sachen Elvis Presley, mit denen keiner wirklich rechnet. Im Sommer 2012 tauchte plötzlich eine bis dahin nicht bekannte Live-Version von I Forgot To Remember To Forget auf YouTube auf, bei der Elvis während eines Auftritts beim legendären Louisiana Hayride 1955 zu hören ist. Die Live-Aufnahme stammt wahrscheinlich vom 1. Oktober 1955.

Entdeckt hatte sie ein Sammler, der nach eigener Aussage gar nicht direkt an Elvis interessiert ist, sondern ein Aufnahmeband mit der Aufschrift „Gabriel Heater“ (Name eines bekannten Radiosprechers) erworben hatte.

Gespeichert ist auf dem Band dann allerdings eine kleine Sensation – ein Ausschnitt aus einer Louisiana Hayride-Sendung, in der zunächst eine typische Country-Gruppe der Zeit, Buzz Busby and the Bayou Boys, mit einem Song zu hören ist, bevor Sprecher Horace Logan Elvis Presley mit Scotty Moore und Bill Black ankündigt mit den Worten: „This is the new look in Western music“. Recht sollte er behalten, der Horace ;-).

Programm des Louisiana Hayride

Die Live-Aufnahme ist erstaunlich gut erhalten. Weiterlesen

Das kann doch nicht euer Ernst sein!

Manchmal hat Werner ja schon recht (→ Elvis Presley oder Werner und die 5 besten Alben des King), Elvis-Fans sind doch ein komischer Haufen. Jetzt kriegen sie endlich einmal die Chance, ihre Wunschsongs auf einer Fan-CD  – Titel I’m An Elvis Fan – zu verewigen und  zum 35. Todestag des King ein möglichst spannendes Set zu veröffentlichen, aber nutzen sie das auch? Nö! Und das, obwohl sonst andauernd über die wenig einfallsreichen Greatest-Hits-Ausgaben der Plattenlabel gemeckert wird.

I’m An Elvis Fan: Mosaikartiges Cover mit Fan-Konterfeis

Großes Brimborium mit Facebook-Aktion und Angebot, das eigene Konterfei im Mosaik auf dem CD-Cover zu verewigen, gab es als Auftakt zur Wahl der besten Elvis-Songs durch seine Fans. 250.000 Elvis-Fans aus 20 Ländern sollen ihr Votum abgegeben haben, aber rausgekommen ist schlicht eine weitere Greatest Hits-Zusammenstellung mit 21 Songs, wie Sony sie auch ohne Fangemeinde mit links hinbekommen hätte – 30 Number 1 Hits revisited. Leute, das kann doch nicht euer Ernst sein… Weiterlesen

Jailhouse Rock – der Film

Direkt im Anschluss an die erfolgreiche Aufnahmesession des Soundtracks von Jailhouse Rock, die Elvis Presley unterstützt vom Komponistenduo Jerry Leiber und Mike Stoller bei Radio Recorders in Los Angeles unter Dach und Fach gebracht hatte, begannen im Mai 1957 die eigentlichen Dreharbeiten für den MGM-Filmklassiker mit Elvis in der Hauptrolle.

Elvis Presley in seinem 3. Kinofilm Jailhouse Rock – Pressefoto 1957

Die Dreharbeiten starteten dabei nicht nur für den Memphis Flash, denn auch die Musiker Scotty Moore, Bill Black, D.J. Fontana, Komponist Mike Stoller und einige seiner Freunde  sind in kleinen Rollen in verschiedenen Szenen des Films zu sehen.

Jailhouse Rock – die Crew

Das Drehbuch zu Jailhouse Rock beruht auf einer Erzählung des Schauspielers und Drehbuchautors Nedrick „Ned“ Young, der unter dem Pseudonym Nathan E. Douglas 1959 einen Oscar für sein Drehbuch The Defiant Ones (Flucht in Ketten) gewann. Als Produzent des Schwarzweiß-Films fungierte der mehrfach Oscar-nominierte Sandro S. Berman, der zuvor schon Blackboard Jungle (1955) mit dem bekannten Titelsong Rock Around The Clock von Bill Haley produziert hatte, assistiert von Kathryn Hereford (u.a. Die Brüder Karamasov).

Und auch der Regisseur von Jailhouse Rock war eine bekannte Größe in Hollywood. Allerdings hatte sich Richard Thorpe die Sporen eher in Low-Budget-Komödien und Westernfilmen verdient. Im Studiosystem Hollywoods war Thorpe – Spitzname: Mr. One Take – ein beliebter Regisseur der MGM, einfach weil er besonders „budgetsensibel“ und effizient Regie führte. Als ansprucksvoller oder gar besonders kreativer Regisseur galt er nicht. Allerdings profitierte Jailhouse Rock durchaus von Thorpes Vorliebe, in besonders langen Einstellungen zu filmen, was Kameramann Robert J. Bronner stimmungsvoll umzusetzen wusste.

Klassisch: „That ain’t tactics, honey. That’s just the beast in me!“ Elvis Presley mit Judy Tyler

Elvis selbst spielte in seinem 3. Film nicht nur die Hauptrolle, in Jailhouse Rock trägt der von ihm dargestellte Charakter (Vince Everett) erstmals überzeugend die Handlung  – und ist dabei im Gegensatz zu den meisten Protagonisten der 31 Elvis-Spielfilme ( → Elvis im Kino: Interview mit Filmwissenschaftler Björn Eckerl) kein gradlinig sympathischer Kerl,  was erheblich zum Reiz des Films beiträgt. Weiterlesen

Elvis in Vegas: Meet and Greet the King!

Elvis Presley hat zwischen 1969 und 1976 über 600 ausverkaufte Konzerte allein in Las Vegas gegeben (→ Der Schamane in Las Vegas). Weilte er in Vegas, bewohnte er eine luxuriöse Suite im 30. Stock des International (später Hilton) Hotel, in die er nach seinen Auftritten gerne eine bunte Mischung von Stars, Musikern und Fans einlud – meet and greet the King by invitation only!

Bei diesen Empfängen wurde aber nicht einfach nur so rumgesessenen und gehobener Smalltalk betrieben, nein, es wurde auch viel gemeinsam gesungen und manchmal gab es noch eine komplette Elvis-Show der besonderen Art obendrauf, die manchen hartgesottenen Kollegen an seine Grenzen führte ;-).

So trafen an einem Abend in der berühmten Suite Sängerin und Schauspielerin Liza Minelli (Cabaret), Rockmusiker Alice Cooper, Sänger Chubby Checker (The Twist) und Pornodarstellerin Linda Lovelace (Deep Throat) zu einem Meet and Greet the King zusammen – eine reichlich illustre Gesellschaft, die einen unvergesslichen Abend erlebte. Hier ist Alice Coopers Version der Ereignisse:

Alice Cooper: He was an amazing character, very funny guy!

Wow! Ob Alice Cooper bei diesem Schwank aus seiner Jugend nicht doch ein wenig dick aufgetragen hat? Das könnte man annehmen, wenn da nicht die Erinnerungen von Liza Minelli wären… Weiterlesen

Der Schamane in Las Vegas – Heinrich Detering über Elvis Presley

Der Schamane in Las Vegas: Elvis als Serienheld (1969 – 1977) ist der Titel einer spannenden Studie von Professor Heinrich Detering, die im August 2012 im transcript Verlag erschienen ist.

Integriert ist Deterings Studie über den King in Professor Frank Kelleters geisteswissenschaftlichem Band Populäre Serialität: Narration – Evolution – Distinktion vollständige Angaben zum Buch siehe Ende des Beitrags.

Heinrich Detering, Jahrgang 1959, ist Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und hat seit 2005 einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Georg-August-Universität in Göttingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Themen Kunst – Religion – Kunstreligion vom 18. Jahrhundert bis zur Popkultur sowie die deutsch-skandinavischen Literaturbeziehungen vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. 2007 hat er zudem eine vielbeachtete Publikation über Bob Dylan im Reclam Verlag herausgebracht. The Memphis Flash hat Professor Detering zu seinem Projekt über Elvis Presley interviewt.

The Memphis Flash: Professor Detering, warum ausgerechnet Elvis Presley? Wie kommt der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung dazu, eine Studie über den King of Rock ‘n‘ Roll zu verfassen?

Heinrich Detering: Dieser Aufsatz über Elvis in Vegas ist hoffentlich der Anfang einer längeren Arbeit über Elvis als Künstler, über die Entwicklung von Elvis’ Kunst. Die kritische Diskussion um Elvis ist immer noch sehr auf Biographisches konzentriert, auf seine privaten Beziehungen, seinen kommerziellen Werdegang, seine Krankheiten, seinen Körper. Aber worin diese Kunst eigentlich besteht, die ja erst der Grund dafür ist, dass wir uns schließlich auch für seine Beziehungen und seinen Körper interessieren, darüber gibt es erstaunlich wenig zu lesen. Wie lässt sich diese Stimme beschreiben, was macht er mit seinen Song-Vorlagen, wie inszeniert er die Songs und sich selber, welche Beziehungen lässt er entstehen zwischen den Songs, seinen Arrangements, seiner Stimme, seiner Kostümierung, seiner körperlichen Präsenz, und in welchem Verhältnis steht dies alles zu der Kultur seiner Zeit?

The Memphis Flash: Gibt es neben diesem wissenschaftlichen Interesse an dem Künstler Elvis Presley auch eine persönliche Ebene, eine eher private Vorgeschichte?

Heinrich Detering: Meine private Geschichte mit Elvis ist lang. Als ich ungefähr elf oder zwölf war, schenkte mir eine Tante ihre Sammlung von Rock ’n’-Roll-Singles, lauter Originalpressungen von Fats Domino, Eddie Cochran, Duane Eddy, den Kalin Twins, Chuck Berry. Elvis war am umfangreichsten vertreten. Es war das Beste, was die Tante für meine Erziehung getan hat. Jailhouse Rock, Don’t, Heartbreak Hotel habe ich Tag für Tag gehört; es hat mir auch eine Ahnung davon gegeben, welche unterschiedlichen Seiten (und Stimmen) es bei Elvis zu entdecken gibt. Als ich dann mit fünfzehn zum ersten Mal Dylan begegnete, verblassten die Rock ’n’ Roll-Helden. Es ist mir so gegangen, wie ich es von Freunden später auch gehört habe, dass die Elvis-Welt mir im Vergleich damit kommerziell und banal erschien. Es hat dann lange gedauert, bis ich, so um 1990, Elvis allmählich wiederentdeckte, und das verdanke ich ganz wesentlich auch Dylan selbst. Seitdem höre ich nicht auf, über Elvis zu staunen. Weiterlesen

Elvis Presleys Sweetheart: Barbara Hearn

Gäbe es nicht die berühmten Fotos Alfred Wertheimers (→ Elvis durch die Linse des Fotografen Alfred Wertheimer) vom Juli 1956, dann wäre Barbara Hearn wahrscheinlich nicht viel mehr als eine ferne Erinnerung, eine attraktive Fußnote in der Biographie Elvis Presleys. Und das wäre richtig schade.

Die Fotos Alfred Wertheimers jedoch, die dieser in dem zweifellos wichtigsten Jahr in der Karriere Elvis Presleys von ihm selbst, seiner Familie und seinen Freunden in New York und Memphis machte, rückt auch Freundin Barbara Hearn in den Fokus.

Barbara Hearn mit Elvis Presley im Wohnzimmer der Presleys, Audubon Drive, Memphis 1956

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Andys Elvis für 37 Millionen unterm Hammer!

Andy Warhols Double Elvis bei Sothebys - 9. Mai 2012

Andy Warhols Siebdruck Double Elvis (Ferus Type,1963) wechselte gestern im Auktionshaus Sothebys für sage und schreibe 37 Millionen USD (Endpreis, umgerechnet über 28 Millionen Euro) den Besitzer.

Kunstkenner hatten im Vorfeld mit einem Verkaufswert zwischen 30 und 50 Millionen USD gerechnet. Mit diesem silberfarbenen Siebdruck kam die erste Double Elvis-Variante Warhols seit 1995 unter den Hammer. Das Bild soll aus der Privatsammlung eines US-Amerikaners stammen, der es in Elvis Presleys Todesjahr 1977 gekauft hatte. Mehr zu Andy Warhols Elvis-Siebdrucken → Elvis und Andy Warhol – Kings of Popular Art.

Na, da hat doch einer ein richtiges Schnäppchen gemacht, oder ;-)? Der neue Besitzer (oder die neue Besitzerin) hat übrigens per Telefon geboten und ist nicht namentlich bekannt. Aber bevor ich mich jetzt verplaudere, sollte ich besser ganz schnell die Wohnzimmerwand freiräumen… bevor die Möbelpacker von Sothebys vor der Türe stehen. Wenn ich nur wüsste, wohin ich mit dem Sofa soll…

Jailhouse Rock: Ein Filmklassiker feiert Geburtstag

Elvis Presleys dritter Kinofilm Jailhouse Rock (Rhythmus hinter Gittern, 1957) gilt heute als Klassiker der amerikanischen Film- und Musikgeschichte. Jailhouse Rock wurde 2004 in das Nationale Filmregister der USA für kulturell, historisch und ästhetisch besonders relevante Filme aufgenommen und 2008 in einer Umfrage des Empire Magazins als einer der 500 besten Filme aller Zeiten ausgezeichnet.

Der gleichnamige Titelsong des Films zählt laut Rolling Stone zu den 100 besten Songs, die zentrale Musik- und Tanzszene von Jailhouse Rock gilt Musikhistorikern als Prototyp des modernen Musikvideos.

Wer hätte das gedacht? Der King, von seinen Kritikern, Biografen und Fans meist gleichermaßen geschmäht für seine 31 Spielfilme, hat mindestens einen echten Klassiker im Portfolio. Das verwundert jedoch nur auf den ersten Blick, denn wie kaum ein anderer Film seiner Ära transportierte Jailhouse Rock das rebellische Lebensgefühl der Rock ’n’ Roll-Generation in den 1950ern. In Jailhouse Rock kulminierte das Rock ’n’ Roll-Lebensgefühl erstmals musikalisch und filmisch in einer Person: Elvis Presley, King of Rock ’n’ Roll.

Bis zu diesem Zeitpunkt spielte Musik nämlich auch in den früheren richtungsweisenden Filmen wie Blackboard Jungle (Saat der Gewalt, 1955), der Bill Haleys Rock Around The Clock mit großem Erfolg als Titelsong verwendete, nicht die Hauptrolle – die Musik war hier (noch) nicht personalisiert durch den Hauptdarsteller (Glenn Ford). Dies änderte sich mit Jailhouse Rock 1957, der übrigens wie Blackboard Jungle ebenfalls von Pandro S. Berman für MGM produziert wurde.

Höhepunkt des Schwarzweißfilm-Klassikers mit Elvis Presley in der dramatischen Hauptrolle des musikalisch begabten „bad boy“ Vince Everett, den sein explosives Temperament hinter schwedische Gardinen verfrachtet, ist die berühmte Musik- und Tanzszene, der Jailhouse Rock – so ziemlich jeder dürfte sie irgendwann einmal gesehen haben, spätestens seit YouTube Einzug gehalten hat ;-).

Der Titelsong Jailhouse Rock mit seiner Fülle subtiler Anspielungen, u.a. homoerotischer Natur (man wundert sich sattsam, was da alles so durch die Zensur ging), wurde von dem bekannten Komponistenduo Jerry Leiber und Mike Stoller direkt für den Film verfasst. Überhaupt stammen gleich 4 der 6 im Film von Elvis Presley dargebotenen Songs aus ihrer Feder.

Dabei stand diese fruchtbare Zusammenarbeit, die ihren Höhepunkt Ende April/Anfang Mai 1957 in den Jailhouse Rock-Aufnahmesessions fand, zunächst unter gar keinem guten Stern.  Weiterlesen

Memphis Beat – Elvis-Krimiserie ab Mai 2012 auf TNT

Ab 7. Mai 2012 gibt’s wieder Elvis auf TNT Deutschland mit dem Start der amerikanischen Krimiserie Memphis Beat. Immer montags ab 21 Uhr ermittelt Detective Dwight Hendricks in Elvis Presleys Heimatstadt Memphis/Tennessee.

Hendricks, gespielt von dem vielseitigen Schauspieler Jason Lee (My Name is Earl, Vanilla Sky), ist ein ausgeprägter Individualist, ein Polizist mit einer ebenso innigen Beziehung zur seiner Stadt wie zu seiner Mutter, mit der er seine Liebe zur Musik teilt. Er hegt eine große Leidenschaft für den Blues und einer noch größere für den Memphis Flash. Wenn er nicht gerade als „Hüter von Memphis“ ermittelt, dann kann man ihn todsicher in seiner Lieblingskneipe finden, wo er gerne selbst auftritt und die Songs des King zum Leben erweckt.

Klarer Fall, Hendricks ist als Charakter stark an Elvis Presley angelegt. Ein gefühlvoller Macho mit viel Charme, ein echter Südstaatler aus Überzeugung, der seine Mama verehrt und sich verantwortlich fühlt für Recht und Ordnung in „seiner Stadt“.

Elvis Presley unterhielt zeitlebens enge freundschaftliche Beziehungen zum Memphis Police Department, war Ehrenmitglied, leidenschaftlicher Polizeimarkensammler mit einer ausgeprägten Vorliebe für Schusswaffen. Und dann natürlich die Musik, die im Leben Elvis Presleys die Hauptrolle und in der Serie sicher keine Nebenrolle spielt. So sind alle 10 Folgen der 1. Staffel an Titel berühmter Elvis Songs angelehnt. Weiterlesen