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Spotlight 4. Dezember 1956: Elvis trifft Carl Perkins, Jerry Lee Lewis und Johnny Cash

Am 4. Dezember 1956 hat Elvis Presley einen seiner berühmten spontanen Einfälle. Mit seiner neuesten Flamme Marilyn Evans aus Las Vegas und Musikerfreund Cliff Gleaves im Schlepptau ist er in einem seiner Straßenkreuzer unterwegs durch Memphis, als er sich spontan entschließt, bei seiner alten Wirkungsstätte – Sam Phillips SUN-Studio, 706 Union Avenue – vorbeizuschauen.

Genau hier im SUN-Studio hat er fast auf den Tag genau zweieinhalb Jahre zuvor seine erste kommerzielle Single That’s All Right (Mama)/Blue Moon Of Kentucky aufgenommen und damit praktisch aus dem Stand heraus seine Megakarriere gestartet. Inzwischen ein  Superstar mit lukrativem Plattenvertrag beim bekannten New Yorker Label RCA und einer beeindruckenden Folge an Nummer-1-Hits sowie gleich 2 Nummer-1-Alben in den amerikanischen Charts innerhalb weniger Monate, kehrt der King of Rock ’n‘ Roll an diesem milden Dezembernachmittag 1956 dorthin zurück, wo alles anfing für ihn.

  • The Kings of Rock 'n' Roll haben richtig Spaß (v.l.n.r.): Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Elvis (am Klavier) und Johnny Cash am 4. Dezember 1956 im Sun Studio in Memphis

Als Elvis gut gelaunt zusammen mit Marilyn Evans und Cliff Gleaves bei Sam Phillips reinschneit, ist einer seiner erfolgreichen Nachfolger bei SUN – Carl Perkins – gerade mit einer eigenen Aufnahmesession zugange. Perkins nimmt an diesem Tag einen seiner bekanntesten Songs – Matchbox – auf und wird dabei unterstützt von seinen Brüdern Clayton und Jay, Schlagzeuger W.S. Holland und einem noch wenig bekannten Mann am Klavier: Jerry Lee Lewis. Lewis arbeitet für Studioinhaber Phillips als Session-Pianist.

Nach ein bisschen Smalltalk mit Entdecker Phillips und Anhören der Perkins-Aufnahme, die ihm gut gefällt, gesellt sich Elvis zu den anderen Musikern im Aufnahmeraum, setzt sich ans Klavier und startet damit eine Jam-Session unter seiner Führung, an der alles spontan, nichts vorbereitet und erst recht nichts geprobt ist. Mit anderen Worten die Session ist vor allem eins: very Elvis, d.h. Spaß unter Kumpels, die einen sehr ähnlichen musikalischen Hintergrund haben.

Elvis übernimmt bei den meisten Songs den Leadgesang, ist an der Gitarre zu hören und gibt bald den Platz am Klavier frei für Jerry Lee Lewis, der ordentlich in die Tasten haut und auch gesanglich ganz vorne mit dabei ist. Zurückhaltender als Lewis gibt sich Carl Perkins, der Gitarre und Gesang beisteuert. Auf den erhaltenen Aufnahmen dieser Jam-Session praktisch gar nicht zu hören ist der 4. berühmte SUN-Künstler, der an diesem Tag ebenfalls bei Sam Phillips vorbeischaut: Johnny Cash.

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RE: Good Times mit Elvis im Stax Studio 1973

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass Elvis Presley in den 1970ern schlicht nicht mehr viel zu lachen hatte. Meistens depressiv und einsam soll er nach der Scheidung von seiner Ehefrau Priscilla im Oktober 1973  bis zu seinem frühen Tod 1977 gewesen sein. Dass es ganz so schlimm wohl nicht gewesen ist, davon kann sich mittlerweile jeder selbst ein Bild machen, etwa beim Reinhören in Studioaufnahmen vom Dezember 1973.

Wer Spaß an Elvis‘ Lachversion von Are You Lonesome Tonight hat, der kommt hier auf seine Kosten: Good Times mit Elvis.

It’s Halloween, Baby!

An Halloween verkleiden sich nicht nur Imitatoren als Elvis. Nein, an Halloween langt auch schon mal der Karl-Heinz von nebenan tief in die Faschings-Klamottenkiste und zum Elvis-Kostüm. Dabei besonders beliebt: Motiv 70er Jahre Elvis – Jumpsuit mit oder ohne Cape, dazu schwarze Perücke mit unübersehbaren Koteletten und natürlich die legendäre Sonnenbrille. Nicht immer wirklich geschmackvoll, aber immer unverkennbar!

Elvis-Kostüm für Halloween – Foto: horror-shop.com

Ob Elvis sich selbst an Halloween verkleiden würde? Gut möglich. Am 31. Oktober 1957 tat er es auf jeden Fall für eine Celebrity-Party des bekannten Herrenschneiders Sy Devore in Los Angeles.

Sy Devore, der bekannt dafür war, die männlichen Hollywoodgrößen seiner Zeit – darunter Frank Sinatra, Nat King Cole, Bob Hope, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Spencer Tracy und sogar Präsident John F. Kennedy – in stylische Klamotten zu hüllen, hatte seine berühmte Klientel ins Restaurant Lucy’s New Orleans in L.A. geladen.

Mit dabei war der neue Superstar am Entertainment-Himmel: Elvis Presley. Der hatte sich inzwischen auch in Hollywood mit drei Kinofilmen einen Namen gemacht – Jailhouse Rock war kürzlich abgedreht und sollte ein paar Tage nach Halloween am 7. November 1957 in die amerikanischen Kinos kommen. Sy Devore kreiierte in den Folgejahren noch so manches kultige Kleidungsstück, das Elvis in seinen Hollywoodfilmen trug. Darunter u.a. diese kragenlose Jacke mit aufgesetzten Taschen, die Elvis in der bekannten Filmszene C’mon, Everybody mit Ann-Margret aus dem Film Viva Las Vegas (1964) trug.

Bleibt die Frage, mit was der King sich an Halloween 1957 verkleidetete? Gruselmaske, Kürbiskopp, Ganzkörperskelettanzug oder eine frühe Version seiner 70er-Jahre-Jumpsuits? Oder ging er etwa als „Faschingsmuffel“ ganz langweilig einfach nur als er selbst? Weder noch.

Wie auf den Fotos vom 31. Oktober 1957 zu sehen ist, trug er eine stylische goldfarbene Augenmaske, die ein bisschen an „Karneval in Venedig“ erinnert und dazu ganz schlicht einen roten Wollpullover mit V-Ausschnitt, mit dem er auch privat in dieser Zeit immer wieder zu sehen war. Umgeben von einer ganzen Reihe attraktiver Damen hatte er offensichtlich Spaß und – sehr selten – wird dabei fotografiert, wie er ein Bierchen zischt.

  • Elvis mit Schauspielerin Allison Hayes (links) und Gastgeber Sy Devore am 31. Oktober 1957 in Restaurant Lucy's New Orleans in Los Angeles.

Happy Halloween!

Elvis Presley: My Side of the Story

Wenn Elvis Presley die Gelegenheit gehabt hätte, seine Autobiografie zu schreiben, wie wäre die wohl ausgefallen? Wäre er detailliert auf die vielen Fragen eingegangen, die seine Hardcore-Fans seit Jahrzehnten um den Schlaf bringen, etwa wie viele Takes von Hound Dog er 1956 tatsächlich brauchte für den legendären Master?

Und hätte er endlich – auch das ein Wunschtraum vieler Fans – mal ordentlich mit seinem dominanten Manger Colonel Tom Parker alias Andreas van Kuijk abgerechnet oder Ex-Gattin Priscilla vom Platz gestellt? Inwieweit hätte er tiefe Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt gegeben… in den guten und in den weniger guten Zeiten? Und was genau waren für ihn die guten und die weniger guten Jahre? Wäre er auf gesundheitliche Probleme und Medikamentenabhängigkeit eingegangen?

Hmmm… so schön es wäre, mehr darüber von Elvis selbst zu erfahren, es spricht doch einiges dafür, dass der Memphis Flash sich auch bei seiner Autobiografie selbst treu geblieben wäre und eben nicht das Innerste nach außen gekehrt, sondern seinem Publikum vor allem den Entertainer gezeigt hätte. So ähnlich sah es auch die bekannte Dokumentarfilmerin Annett Wolf, die den King 1977 bei den Dreharbeiten zum CBS-TV-Special Elvis in Concert kennenlernte, und eben keine Gelegenheit zu einem ihrer berühmten Tiefen-Interviews bekam.

Elvis‘ Darstellung, wie das „Landei aus Tupelo/Mississippi“ auszog, um die Welt zu erobern, wäre wahrscheinlich gespickt mit reichlich Humor und ordentlich viel Selbstironie. Bloß das Publikum nicht langweilen mit zu viel Nabelschau, so die Devise. Soll nicht heißen, dass er dabei im Verlauf seiner Erzählung nicht so ganz nebenbei den ein oder anderen Mythos gekilled hätte.

Einen guten Eindruck, wie Elvis Presley seine Sicht der Dinge in eine Autobiografie packen würde, geben neben dem Konzept des ’68 Comeback-Special, an dem er maßgeblich beteiligt war, die Ansprachen an sein Live-Publikum, die er praktisch bei jedem Konzert seines ersten Engagements in Las Vegas im Sommer 1969 hielt – zu der Zeit also, als er nach Jahren in Hollywood auf die Bühne zurückkehrte. Bei späteren Engagements gab es diese sogenannten „Monologues“ nicht mehr.

Ein kreativer YouTube-Nutzer hat eine dieser kurzen, dabei sehr witzigen und an so mancher Stelle auch hintergründigen Monologe von Elvis Presley in ein cooles Video gepackt, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte. Hier kommt Elvis mit „My Side of the Story“ – also seiner Version seiner Biografie bis zum Sommer 1969. Genau hinhören lohnt sich!

Elvis Presleys Blue Moon

Ziemlich genau 15 Jahre bevor der amerikanische Astronaut Neil Armstrong im Sommer 1969 als erster Mensch den Mond betrat, setzte Elvis Presley unserem Lieblingsplaneten ein musikalisches Denkmal mit dem Song Blue Moon. Geniale Voraussicht des King, oder?

Elvis Presley und der Blue Moon.

Ein halbes Jahrhundert nach der ersten Mondlandung und 65 Jahre nach Elvis‘ Aufnahme in Sam Phillips legendärem Sun-Studio in Memphis wird das jedenfalls ganz gerne so gesehen, zumal Blue Moon vom Sommer 1954 eine sehr ungewöhnliche Aufnahme für den „Rockabilly-Elvis“ aus den guten alten Sun-Tagen ist. Zumindest scheint das so – auf den ersten Blick.

Zu ungewöhnlich jedenfalls für Studioinhaber Sam Phillips, der nach der ersten erfolgreichen Single That’s All Right/Blue Moon Of Kentucky lieber etwas in dieselbe Richtung folgen lassen wollte.

Blue Moon wurde jedenfalls nie bei Sun veröffentlicht, sondern erschien erst nach Elvis Presleys Wechsel zum Plattenlabel RCA im März 1956 auf der ersten LP des King mit dem schlichten Titel Elvis Presley. Und ein halbes Jahr später dann gemeinsam mit Just Because – ebenfalls bei Sun aufgenommen – auf Single.

Elvis Presley Blue Moon – Boxset A Boy From Tupelo, 2012

Ein Chartstürmer wurde Blue Moon bei Label RCA nicht – dennoch gilt der Song heute zurecht als Elvis-Klassiker. Doch wo kommt der eigentlich her?

Blue Moon startet als Prayer

Blue Moon ist eigentlich ein klassischer Pop-Song – 1933 komponiert von Richard Rodgers und Lorenz Hart für den Hollywoodstreifen Hollywood Party mit Clark Gable und Myrna Loy. Darin wurde er – damals noch unter dem Titel Prayer und mit einem völlig anderen Text als dem heute bekannten – allerdings dann doch nicht verwendet.

Von den Komponisten mit einem neuen Text versehen, war Blue Moon ein Jahr später in einem anderen Hollywoodfilm, und zwar Manhattan Melodrama, zu hören. Allerdings hieß die Komposition jetzt It’s Just That Kind of Play und sie hat ebenfalls wenig mit dem Elvis-Song gemein.

Blue Moon unter dem Titel It’s Just That Kind of Play von Shirley Ross aus dem Film Manhattan Melodrama (1934):

Ein Hit wurde der Song in dieser Manhattan Melodrama-Version auch nicht – ein neuer, „kommerziellerer“ Songtext sollte es richten. Also machten sich die Komponisten, durchaus widerwillig, noch einmal ans Werk – und das war das Ergebnis:

Blue moon
You saw me standing alone
without a dream in my heart
without a love on my own.

Blue moon
You knew just what I was there for
you heard me saying a prayer for
somebody I really could care for

And then there suddenly appeared before me
the only one my arms will ever hold
I heard somebody whisper, „Please adore me“
and when I looked
the moon had turned to gold.

Blue moon
now I’m lo longer alone
without a dream in my heart
without a love on my own

Der neue Liedtext hat gleich mehrere Bedeutungsebenen: „blue moon“ verweist auf den Glauben an ein sehr seltenes Phänomen, bei dem der Vollmond zweimal kurz hintereinander (in einem Kalendermonat) zu sehen sein soll. Daraus leitet sich die englische Redewendung „once in a blue moon“ ab, mit der Ereignisse beschrieben werden, die höchst selten bis nie eintreten. Außerdem steckt natürlich das Adjektiv „blue“ im Songtitel, das übersetzt sowohl „blau“ als auch „traurig“ heißen kann.

So wie der Song von Rodgers und Hart aufgebaut ist, findet der zu Beginn einsame und daher traurige Sänger (oder die traurige Sängerin) schließlich doch die wenig wahrscheinliche große Liebe. Ein klassisches Liebeslied mit Happy End.

Mit diesem neuen Text schaffte es Billy Eckstines Jazz-Version 1947 in die Charts, allerdings auch ohne ein ganz großer Hit zu werden …

… und hier die Version der großen Billy Holiday aus dem Jahr 1952.

Sehr populär und ein Nummer-Eins-Hit wurde Blue Moon erst viel später in der völlig anders klingenden Doo Wop-Version von The Marcels Anfang der 1960er, die wohl (fast) jeder schon mal gehört hat. Von Elvis‘ Version ebenfalls weit entfernt, allerings mit Rodgers und Harts ursprünglichen Blue Moon-Text…

Elvis Presleys Crossover

Woher Elvis den Song, von dem es inzwischen Hunderte Cover-Versionen gibt, kannte und wer oder was ihn dazu inspirierte, Blue Moon aufzunehmen, ist bis heute unbekannt. Er selbst hat sich zur Songauswahl – wie in den meisten anderen Fällen – nicht geäußert, und auch Studioinhaber Sam Phillips konnte dazu leider keine genauen Angaben machen.

Der 19-jährige Elvis Presley im Nachclub Eagle’s Nest in Memphis, wo er im Sommer 1954 auftrat, etwa zu der Zeit als er Blue Moon aufnahm – Foto: Boxset The Boy From Tupelo, 2012

Man ging lange davon aus, dass Blue Moon am 19. August 1954 – also bei der zweiten professionellen Aufnahmesession von Elvis mit Scotty Moore und Bill Black im Sun Studio – eingespielt wurde. Aber selbst das gilt heute nicht mehr als sicher, da Sam Phillips ein auffälliger Fehler bei der Beschriftung der Bandaufnahme unterlief.

Seltsam ist, dass er – obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits eine erfolgreiche Single mit dem 19-jährigen Teenager Elvis Presley am Markt hatte und ganz auf ihn als Talent setzte – seinen Vor- und Nachnamen falsch vermerkte als: A. Pressley.

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ELVIS LIVE 1969

Der Hochsommer 1969 war ohne Zweifel ereignisreich. Am 21. Juli betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond, vom 15. bis 17. August fand mit dem Musikfestival Woodstock in Bethel/New York die Hippie-Party schlechthin statt, und am 31. Juli 1969 kehrte Elvis Presley nach mehr als acht Jahren Live-Abstinenz endlich auf die Bühne zurück – in Las Vegas. Kaum zu glauben: Ein halbes Jahrhundert ist das jetzt schon her.

Da wäre man natürlich gerne dabei gewesen. Schade. Aber es gibt ein Trostpflaster für alle Zuspätgeborenen – nämlich das neue schön gemachte Boxset zum 50. Jubiläum von Elvis‘ Rückkehr auf die Konzertbühne: Elvis Live 1969 von RCA Legacy unter dem Dach von Sony.

Neues Boxset Elvis Live 1969 von RCA Legacy Recordings/Sony 2019

Enthalten sind im Boxset auf 11 CDs genau 11 komplette Konzerte des King, die er im Zeitraum vom 21. bis 26. August 1969 im International Hotel in Las Vegas gab – hörbar voll motiviert und enthusiastisch. Darunter die Midnight Show vom 22. August, die bislang als offiziell unveröffentlicht gilt – zumindest als vollständiges Konzert.

Und jetzt heißt es anschnallen für die Zeitreise, denn hier folgt die erwähnte offiziell unveröffentlichte Show vom 22. August 1969 mit einem endzeitmäßig gut gelaunten Elvis, der zwischen den Songs viele Witzchen reißt und in einem längeren Monolog humorvoll Einblick in seine Lebensgeschichte bis zu jenem 22. August 1969 gibt.

Wer sich das nicht anhört, ist selber schuld ;-).

International Hotel Las Vegas – 22. August 1969 – Mitternachtsshow

Blue Suede Shoes

I Got A Woman

All Shook Up

Love Me Tender

Jailhouse Rock/Don’t Be Cruel

Heartbreak Hotel

Hound Dog

Memories

My Babe

Mystery Train/Tiger Man

Monolog – Elvis spricht zum Publikum

Baby What You Want Me To Do

Funny How Time Slips Away

Runaway

Are You Lonesome Tonight

Yesterday/Hey Jude

Vorstellung der Band

In The Ghetto

Suspicious Minds

What’d I Say

Can’t Help Falling In Love

Alle Audios vom Boxset Elvis Live 1969.

If I Can Dream: Elvis, Martin Luther King und Bobby Kennedy

Ausgeruht, fit und voll motiviert meldet sich Elvis Presley am 3. Juni 1968 aus dem Hawai-Urlaub zurück im Büro von Regisseur Steve Binder und Musikproduzent Bones Howe auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles.

Der King ist startbereit für die Proben zum geplanten Fernseh-Special JUST ELVIS, heute besser bekannt als ’68 Comeback Special. Und die finden zunächst in den Räumen von Binder und Howe statt.

Elvis Presley 1968 – Foto: ’68 Comeback Special 50th Anniversary Edition, 2018

Wie Binder und Howe Elvis im Mai versprochen haben, soll das Special – wie der Arbeitstitel JUST ELVIS schon nahelegt – ganz auf ihn zugeschnitten sein. Entsprechend haben die Drehbuchautoren Chris Bearde und Alan Blye den Urlaub des Memphis Flash vor allem dazu genutzt,  an Vision und Konzept der Fernsehshow zu arbeiten, die als eine Art Semidokumentation der bisherigen Karriere Elvis Presleys geplant ist.

Was das Team Elvis Anfang Juni als Story vorstellt, ist ein erster Entwurf, den es jetzt noch mit Leben zu füllen gilt. Genau deswegen ist Elvis Presley von jetzt an täglich vor Ort – also auch am Mittwoch, den 5. Juni 1968.

An diesem Tag kommt es in Los Angeles zu einem tragischen Ereignis, das nicht nur amerikanische Geschichte schreibt, sondern auch das Drehbuch des ’68 Comeback Special maßgeblich beeinflusst.

Senator Robert F. Kennedy (1925-1968), der für die demokratische Partei als Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 1969 im Gespräch ist und der durchaus gute Chancen auf das Amt hat, fällt nach einer Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung im Ambassador Hotel einem Attentat zum Opfer. Der Attentäter Sirhan Sirhan (*1944) – ein junger Palästinenser, der mit seinen Eltern in den 1950ern in die USA einwanderte – kann noch am Tatort verhaftet werden.

Bobby Kennedy, der jüngere Bruder des 1963 in Dallas/Texas ebenfalls von einem Attentäter getöteten Präsidenten John F. Kennedy, stirbt in den frühen Morgenstunden des 6. Juni an den Folgen seiner Schussverletzung.

Wofür Robert „Bobby“ Kennedy politisch steht, das geht unter anderem aus seiner letzten Rede wenige Minuten vor dem Attentat am 5. Juni 1968 hervor, die im nachfolgenden Video zu hören ist.

Kennedy verspricht in seiner letzten Rede erneut, dass er sich als Präsidentschaftskandidat dafür einsetzen werde, etwas gegen die soziale Ungerechtigkeit in der amerikanischen Gesellschaft, die gravierenden Unterschiede in den Lebensbedingungen von Armen und Reichen, Weißen und Afroamerikanern zu tun und sich für ein Ende des Vietnamkrieges einzusetzen. Alles Brennpunktthemen der damaligen Zeit (und leider teilweise auch der heutigen).

Dabei schwört er seine Zuhörer auf die Qualitäten Amerikas als ein Land ein, dessen Volk mitfühlend und stark in der Gemeinschaft und daher auch in der Lage sei, bestehende Konflikte friedlich zu lösen.

Die Nachricht vom Attentat auf Robert Kennedy erreicht das Team um Regisseur Steve Binder, als alle inklusive Elvis in den Räumen der Produktionsfirma von Binder und Howe anwesend sind, um zu proben und weiter an dem Drehbuch für JUST ELVIS zu arbeiten.

Als die Nachricht vom Attentat die Runde macht, versammeln sich alle vor dem Fernseher und verfolgen schockiert die Berichterstattung. Steve Binder beschreibt die Situation so:

„Then, while we were in rehearsals and we were still at my offices on Sunset Boulevard, Bobby Kennedy was assasinated live on television. One of the TVs was on in one of the other rooms, and we heard this commotion. All of us ran into the other room to see what was happening, and Bobby Kennedy had just been shot by Sirhan Sirhan. […] We just forgot about the show and spent the rest of the night talking about what was happening to our country.“

Steve Binder, zitiert nach ’68 Comeback Special 50th Anniversary Edition, 2018

Drehbuchautor Chris Bearde bestätigt die Reaktion der Anwesenden:

„On that little black and white TV were live pictures of the Robert F. Kennedy assasination at the Ambassador Hotel. In that room was Elvis, all of us. And we were just flabbergasted. We were…“

Chris Bearde, zitiert nach ’68 Comeback Special 50th Anniversary Edition, 2018

Womit zu diesem Zeitpunkt keiner rechnet, ist Elvis Presleys zutiefst persönliche Reaktion auf die Ereignisse. Er ist offenbar so aufgewühlt durch das Geschehen, dass er die für ihn typische vorsichtige Zurückhaltung aufgibt, aus sich herausgeht und erstmals von sich erzählt – seine Lebensgeschichte aus seiner Sicht erzählt. Und er tut es, indem er sich dazu auf der Gitarre begleitet und immer wieder die unterschiedlichsten Songs singt – über Stunden, wie Chris Bearde beschreibt:

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Elvis macht den Ampelmann

Seit heute regelt Elvis Presley auch in Bad Nauheim als Fußgänger-Ampelmännchen den Verkehr. In Friedberg darf er das schon seit Ende 2018. Hintergrund: Der King diente als amerikanischer Soldat vom Oktober 1958 bis März 1960 in der ehemaligen Friedberger Kaserne Ray Barracks und wohnte in dieser Zeit im benachbarten Bad Nauheim.

Bad Nauheimer und Friedberger Stadtväter (und -mütter) haben Spaß bei der Einweihung der neuen Elvis-Ampeln in Bad Nauheim. Foto: Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH

Zum Dienst bei der Truppe fuhr Elvis mit dem Auto – also jeden Tag mindestens einmal hin und her zwischen Bad Nauheim und Friedberg, wenn er nicht gerade auf Manöver in Grafenwöhr war. Macht also durchaus Sinn, dem King als einem aktiven Verkehrsteilnehmer in der Wetterau Ampeln einzurichten – zwei in Friedberg und seit heute zwei weitere in Bad Nauheim.

Zusätzlich hat er in unmittelbarer Nähe zum Gelände der Ray Barracks seit Jahren schon einen eigenen Verkehrskreisel – und in Bad Nauheim seit kurzem eine eigene Bushaltestelle. (Rock-)Adel verpflichtet.

Elvis-Ampelmotiv in Friedberg – Foto: dpa/Frank Rumpenhorst.

In Friedberg zeigt Elvis als rockender Vince Everett aus dem Filmklassiker Jailhouse Rock (1957) die grüne Ampel und bewegungslos vor dem Mikrofon stehend die rote an. Ein legendäres und extrem gut ausgewähltes Motiv mit zeitlicher Nähe zu seinem Deutschlandaufenthalt. 100 Punkte dafür.

In Bad Nauheim regelt Elvis singend mit Gitarre den Fußgängerverkehr – unverkennbar er, aber zeitloser, da nicht einem bestimmten Jahr seiner Karriere zuzuordnen. Clever gemacht. Die Bad Nauheimer und Friedberger Stadtväter haben sich hierbei offensichtlich gut abgestimmt, um für Abwechslung zu sorgen.

Elvis sagt: Los geht’s – Foto: Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH.

 

Und wie das Gruppenfoto oben zeigt, hatten die Vertreter beider Städte heute mächtig Spaß bei der Einweihung der Bad Nauheimer Ampeln – sie kamen gleich im stilechten Outfit. Vergessen scheint die einstige Rivalität zwischen den beiden Städten und ihren Vertretern. Elvis hat eben etwas Verbindendes.

Zuerst wurde die Fußgängerampel an der unteren Parkstraße/ Ecke Zanderstraße durch Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß, Ersten Stadtrat Peter Krank, Sponsorin Edith Siegesmund vom Hotel Spöttel sowie Friedbergs Erster Stadträtin Marion Götz eingeweiht.

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Wenn der Mythos stirbt

Am 25. Juni 2019 war der 10. Todestag von Michael Jackson. Und anders als zu erwarten gewesen wäre, blieb der ganz große Hype, der für Elvis Presley seit langem etablierter (Jubiläums-)Standard ist, aus.

Keine Sondersendungen im TV, keine umfangreichen Print-Specials in den großen Publikumsmedien – kein Dauerrauschen im digitalen Blätterwald, kein mit extra Tamtam gehyptes neues Boxset des King of Pop. Nada, nulla, niente! Stattdessen: still ruht der See.

Was ist da los? Normalerweise lassen sich die Geschäftemacher angeführt von Musiklabel (mit Sony dasselbe wie bei Elvis Presley) und Nachlassverwaltern doch freiwillig keine Gelegenheit entgehen, den Rubel auch außerhalb der Hardcore-Fanszene so richtig rollen zu lassen. Wann, wenn nicht jetzt, lässt sich besser auf der Erinnerungswelle reiten, um das kollektive Gedächtnis (und Portemonnaie) ordentlich zu melken?

Leaving Neverland: Peter Pan ist ausgeflogen

Die Erklärung: Diese Abstinzenz vom Hype ist alles andere als freiwillig. Anfang des Jahres hat es nämlich ein Ereignis gegeben, dass den Jubiläumsklassiker unmöglich macht und es ratsam erscheinen lässt, „den Ball flach zu halten“ – sehr flach.

Das Ereignis ist die Veröffentlichung der vierstündigen Dokumentation Leaving Neverland von Dan Reed, die zuerst auf dem Sundance Film Festival gezeigt wurde, im März dann beim amerikanischen Sender HBO und im April auch im deutschen Fernsehen zu sehen war.

Was hat es damit auf sich? In der Dokumentation erzählen Wade Robson und James Safechuck – im Wechsel mit verschiedenen Familienmitgliedern – von ihrem jahrelangen sexuellen Kindesmissbrauch (ab dem Alter von sieben Jahren) durch Michael Jackson und den daraus resultierenden Folgen für ihr weiteres Leben.

Dabei ist es vor allem die ruhige Erzählweise der Dokumentation, das Nicht-Sensationalistische, der Fokus auf die Opfer und weniger den Täter, was die Dokumentation wie einen Schlag in die Magengrube des Zuschauers wirken lässt.

Besonders schwierig für den Zuschauer sind die Passagen, in denen Safechuck und Robson – sichtlich mitgenommen – die sexuellen Handlungen beschreiben, die Jackson an ihnen vollzog – bevorzugt auf dem Areal seines „Peter-Pan-Kinderspielplatzes“ Neverland. Die beiden Teile der Leaving Neverland-Dokumentation waren bis Juni 2019 auf YouTube verfügbar – jetzt kann man sie via Amazon Prime anschauen.

Nun ist der Verdacht, Michael Jackson könnte pädophile Neigungen gehabt haben, nicht gerade neu. Schon Anfang der 1990er wurde er erstmals von Eltern eines minderjährigen Jungen verklagt, konnte sich aber außergerichtlich einigen und heiratete PR-wirksam ausgerechnet Lisa Marie Presley, die Tochter des „anderen King“.

Die Ehe war von kurzer Dauer – und zehn Jahre später kam es wegen neuer Verdachtsmomente dann doch noch zum medienwirksamen Prozess gegen Jackson. Der endete 2005 mit einem Freispruch, auch weil Safechuck und Robson damals, wie sie sagen, nicht in der Lage waren, über den Missbrauch zu sprechen – nicht mit der eigenen Familie und schon gar nicht öffentlich. Dass Missbrauchsopfer die Taten lange verdrängen und den Täter sogar in Schutz nehmen, ist dabei nicht ungewöhnlich.

Der Prozess und das immer bizarrer erscheinende Aussehen und Auftreten Michael Jacksons haben dem Image des Megastars in den 2000er Jahren zwar sehr geschadet, aber all das schien nach dem angekündigten Comeback und plötzlichem Tod im Juni 2009 vergessen. Die Songs des toten Michael Jackson liefen weltweit die Kanäle rauf und runter, jeder B-Promi beeilte sich, sein tiefe Bewunderung zu dokumentieren, und der Wert des King-of-Pop-Nachlasses stieg beträchtlich. Was ist zehn Jahre später anders?

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Wise Men Say…

Die romantische Ballade Can’t Help Falling In Love aus dem Film Blue Hawaii (dt. Blaues Hawai, 1961) ist der weltweit beliebteste Elvis-Song. Von den mehr als 700 Songs, die der King im Laufe seiner Karriere aufgenommen hat, ist es dieses gefühlvolle Liebeslied, das heute (2019) die meisten Hörer begeistert. Ablesbar ist das u.a. an der beachtlichen Anzahl der Streams und Downloads.

Dabei dürften die zeitgenössischen Hörer meist gar nicht wissen, dass Can’t Help Falling in Love ausgerechnet einer der bis heute eher kritisch gesehenen Filmsongs des King ist. Also eines der Lieder, die auf die Handlung der zwar durchaus unterhaltsamen, aber nicht gerade tiefschürfenden Elvis-Musicals der 1960er Jahre zugeschnitten waren.

Wer sich mit der Diskussion um die Elvis-Filmsongs ein bisschen auskennt und zudem weiß, wie Elvis Presley selbst dazu stand, dürfte überrascht sein, dass gerade sie diesen Klassiker hervorgebracht haben.

Wer hingegen unvoreingenommen mit der Distanz von mehr als einem halben Jahrhundert einfach nur zuhört, kommt zu einem anderen Ergebnis. Kein Wunder, denn hinter den Filmsongs steckten oft erfahrene und erfolgreiche Komponisten, während an den Aufnahmen die besten Studiomusiker ihrer Zeit beteiligt waren. So auch bei Can’t Help Falling In Love – aufgenommen am 23. März 1961 bei Radio Recorders in Hollywood.

Wie Can’t Help Falling in Love entsteht

Text und Melodie von Can’t Help Falling In Love ist eine Gemeinschaftsproduktion, und zwar von Luigi Federico Creatore (1921-2015), Hugo E. Peretti (1916-1986) und George David Weiss (1921-2010). Die Italo-Amerikaner Creatore und Peretti waren Cousins, die in den 1950ern zunächst als Songwriter-Duo Hugo & Luigi in New York bekannt wurden, später aber auch als Plattenproduzenten in Erscheinung traten.

Das Songwriter-Duo Luigi Creatore und Hugo Peretti.

Als Songwriter arbeiteten die beiden u.a. für Mercury Records, bevor sie für Elvis‘ New Yorker Plattenlabel RCA Hits für bekannte Sänger/innen wie Perry Como, Sam Cooke und Peggy March komponierten. Wie oft bei Komponisten, die im Duo arbeiten (→ Writing for the King: Sid Tepper und Roy Bennett, → Jerry Leiber und Mike Stoller), gab es eine Arbeitsaufteilung: Luigi war eher für die Texte und Hugo eher für die Melodien zuständig.

Komponist und Arrangeur George David Weiss.

In ihrer Zeit bei RCA arbeiteten sie hin und wieder, so auch bei The Lion Sleeps Tonight – 1961 ein Nummer-Eins-Hit für die Doo-Wop-Formation The Tokens -, mit George David Weiss zusammen, der im Team sowohl Texte als auch Melodien beisteuerte. Weiss, Creatore und Peretti hatten ein Händchen dafür, internationale Melodien als Basis für ihre eigenen Kompositionen zu adaptieren.

Bei The Lion Sleeps Tonight war es das afrikanische Lied Mbube Wimoweh (Der Löwe schläft) und bei Can’t Help Falling in Love lehnten sie sich an das französische Liebeslied Plaisir d’Amour an, dessen Melodie Jean-Paul-Égide Martini (auch Johann Paul Aegidius Schwarzendorf) im späten 18. Jahrhundert komponierte.

Einen Song für den Film Blue Hawaii zu schreiben, war nicht der erst Auftrag, den das Trio 1961 von Elvis‘ Musikverlegern – den Brüdern Aberbach von Hill & Range in New York – erhielt. Sie waren zuvor schon für den Titelsong des Films Wild In The Country (Lied des Rebellen, 1961), der im Jahr zuvor gedreht worden war, erfolgreich im Rennen gewesen.

Somit kannten Creatore, Peretti und Weiss auch das Prozedere schon, an das die Komponisten von Elvis-Filmsongs sich halten mussten. Das bestand im Wesentlichen darin, dass es keinen festen Auftrag mit garantierter Abnahme der Kompositionen gab, sondern mehrere Songwriter (-Teams) im Wettbewerb um die Soundtrack-Kompositionen standen (→ Elvis‘ Fun In Acapulco: Drehbuch und Soundtrack).

Die Teams wurden meist von Freddy Bienstock beim Musikverlag Hill & Range beauftragt. Anschließend wurden die in Form von Demobändern angelieferten Kompositionen von Elvis selbst angehört und für die Aufnahme seines Soundtracks ausgewählt – oder eben nicht. Persönlichen Kontakt zu den Komponisten hatte Elvis Presley in der Regel nicht. Luigi Creatore beschreibt das Verfahren so:

„They didn’t give you an assignment. They said: ‚We want a song for the title of the movie.‘ They gave it to us [Drehbuch], gave it to other songwriting teams, maybe six or eight writers. Then they would pick what they liked. All the writers were writing on spec because it was Presley. The writers that they were approaching were never writing on spec but with Presley you did because he was big enough to take the shot. Nobody was paying you and nobody was assuring you that once you wrote the song it would be in the movie.“

Luigi Creatore, zitiert nach Ken Sharp: Elvis Presley Writing for the King, FTD Books, 2006

Trotz des Risikos, vielleicht für umsonst zu arbeiten, nahmen Creatore, Peretti und Weiss 1961 den Auftrag der Musikverleger an, eine Ballade mit „europäischem Flair“ für eine ganz besondere Filmszene in Blue Hawaii (Blaues Hawai) zu komponieren und ein Demo aufzunehmen.

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Elvis, was bleibt?

Elvis Presley wäre heute 84 Jahre alt. Also genau doppelt so alt, wie er tatsächlich geworden ist. Als er 1977 im Alter von nur 42 Jahren starb, war er bereits die Hälfte seines Lebens ein internationaler Superstar – und in den Augen (und Ohren) vieler Zeitgenossen der weltweit bekannteste, mit zahllosen Hits wahrscheinlich auch beliebteste und erfolgreichste amerikanische Sänger seiner Ära.

Elvis Presley: 166 Millionen YouTuber can’t help falling in love.

Doch was ist von der Musik Elvis Presleys bis heute geblieben – 65 Jahre nachdem er in Memphis seine erste kommerzielle Platte aufnahm? Was fördert das Gedächtnis einer breiten Öffentlichkeit in 2019 zutage, wenn gefragt wird: Nenne den bekanntesten Elvis-Song? Oder nenne zumindest irgendeinen Elvis-Song?

Können Musikhörer in 2019 diese Frage überhaupt beantworten? Schließlich stand die Musikwelt in den letzten 40 Jahren alles andere als still, sondern hat immer wieder neue Megastars hervorgebracht. Jede Generation hat ihre eigenen musikalischen Lieblinge unterschiedlicher Stilrichtungen. Es lebe die Vielfalt.

Außerdem wird Musik heute anders konsumiert als in der Ära Elvis Presleys. Seine Songs kamen übers Radio (später auch Kino) und als Schallplatte via Single, Extended Play und Album an den Hörer. Es folgten Musikkassette und CD. Das Auslaufmodell CD hat der King schon gar nicht mehr erlebt. Heute wird Musik vor allem gestreamed – Streaming-Dienste wie Spotify haben nicht nur bei der jüngeren Generation zunehmend die Nase vorn.

Angebote wie YouTube bringen längst ihre eigenen Stars hervor – so mancher verzichtet gleich ganz auf ein Plattenlabel und vermarktet sich selbst. Wo sollte in dieser Welt Platz sein für die Musik Elvis Presleys, der aufhörte, Musik zu machen, als all das noch nicht einmal ein ferner Gedanke war?

166 Millionen YouTuber can’t help falling in love

Tatsächlich haben die Hörer von heute den King nicht nur längst fest auf Spotify und YouTube etabliert, sondern sorgen in der schönen neuen Musikwelt durch die Anzahl ihrer „Views“ und ihre vielsprachigen Kommentare für Transparenz im Hinblick darauf, was denn nun der weltweit beliebteste Elvis-Song ist, warum sie ihn mögen und warum „Elvis bleibt“.

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