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Elvis‘ Pianist Glen D. Hardin

Glen D. Hardin, Elvis‘ langjähriger Pianist aus der TCB-Band, ist wieder mit von der Partie, wenn es vom 18. bis 20. August 2017 beim 16. European Elvis Festival in Bad Nauheim heißt: It’s Elvis Time!

Pianist Glen D. Hardin umringt von Fans in Bad Nauheim 2013

Kein Zweifel, der Texaner hat Feuer gefangen für die idyllische Kurstadt in der Wetterau, in der sein berühmter Boss während seiner Stationierung als GI in der Ray Barracks-Kaserne im benachbarten Friedberg für anderthalb Jahre wohnte.

Seit 2002 wird hier im Herzen der Wetterau von der Elvis Presley Gesellschaft jährlich das European Elvis Festival veranstaltet, das sich zu einem Anziehungspunkt für Fans des King aus aller Welt entwickelt hat. Und Glen Hardin ist als Festival-Gast ein gern gesehener Wiederholungstäter.

In diesem Jahr wird der Pianist mit der TCB-Band und Dennis Jale eine neue Show auf die Festival-Bühne bringen, und zwar am 18. August die Living-Room-Sessions, bei der es Elvis‘ Band (nahezu) unplugged zu erleben gibt. Klingt spannend – ist aber weit weitem nicht das einzige musikalische Highlight des diesjährigen Festivals → das komplette Programm.

Am Festivalsamstag (19. August) wird der sympathische Glen in einer Talkshow aus seiner Zeit mit Elvis erzählen. Aber wer ist dieser Glen eigentlich genau?

On piano: Glen D. Hardin

Glen D. Hardin (* 18.4.1939 in Texas) ist der Clown unter den TCBlern. Selten ist er um einen Gag oder eine lustige Geschichte verlegen, er hat auf eine sehr sympathische Weise ein sonniges Gemüt.

Den Rummel um ihn scheint er nicht allzu ernst zu nehmen. Gerne lässt er seinem langjährigen Weggefährten und Vorzeige-TCBler James Burton den Vortritt… schließlich ist er selbst ja „nur“ der Pianist!

Auf den ersten Blick wirkt Glen unscheinbar, man kann sich nicht gleich vorstellen, dass er laut Bandkollegen ein ziemlicher Womanizer gewesen sein soll. Erst wenn man direkt mit ihm spricht, lassen der langgedehnte Tonfall und der Charme des Texaners erahnen, dass das sehr wohl mehr als nur ein Gerücht sein könnte.

Glen D. stammt aus Texas und begann im Alter von acht Jahren mit dem Klavierspiel, zunächst jedoch ohne die Absicht, daraus je einen Beruf zu machen. Das änderte sich, als er nach seinem Dienst in der Navy 1959 begann, im bekannten Palomino Club in Hollywood – „Country Music’s most important West Coast club“ – zu spielen. Hier traf sich die Country-Szene und Glen war mittendrin.

Glen D. Hardin mit Elvis bei den Proben zum Dokumentarfilm 'Elvis That's The Way It Is' (1970)

Glen D. Hardin mit Elvis bei den Proben zum Dokumentarfilm ‚Elvis That’s The Way It Is‚ (1970)

Seine Karriere bekam richtig Auftrieb, als er 1962 Mitglied der Crickets wurde, die zuvor Buddy Hollys Band gewesen waren. In dieser Zeit begann Glen für die Crickets und andere Musiker Songs zu komponieren. 1965 hatten Gary Lewis and The Playboys mit Glens Song Count Me In einen Nr. 1-Hit.

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TCB: Taking Care of Business in a Flash

3 Buchstaben mit einem Blitz: Elvis Presleys Motto Taking Care of Business (in a Flash) war in den 1970en als Logo auf Gegenständen seines beruflichen und persönlichen Lebens geradezu allgegenwärtig. Das von ihm selbst entworfene Logo fand sich auf dem Briefpapier ebenso wie auf dem Heck des eigenen Flugzeugs, an den Wänden des TV-Raums in Graceland, verarbeitet zu Schmuckstücken als Geschenk für gute Freunde und Mitarbeiter, auf Karate-Equipment aller Art, bis hin zu privaten Gegenständen wie den eigenen Brillengestellen und sündhaft teuren Ringen.

Ein kleines Vermögen wert: Elvis Presleys Ring mit TCB-Logo aus dem Jahr 1975, entworfen von Juwelier Lowel Hayes in Memphis im Auftrag des King. Der Diamant im Zentrum hat rund 11 Karat; Foto: July Mundy, EPE 2003

Symbolträchtig und ein kleines Vermögen wert: Elvis Presleys Ring mit TCB-Logo aus dem Jahr 1975, entworfen von Juwelier Lowel Hayes in Memphis im Auftrag des King. Der Diamant im Zentrum hat rund 11 Karat; Foto: July Mundy, EPE 2003

TCB: Bedeutungsebenen

Aber was bedeutet das eigentlich: Taking Care of Business in a Flash? Zunächst einmal ist Taking Care of Business eine heute ziemlich weit verbreitete Formulierung, die am ehesten zu verstehen ist als „tun, was getan werden muss“. Damit wird kurz und knapp der inneren Haltung Ausdruck verliehen, sich für Aufgaben verantwortlich zu fühlen, sie jederzeit sorgfältig, kompetent – und in Elvis’ Sinne auch noch blitzschnell – zu erledigen.

Auf gut Deutsch: nicht lange reden, zackig selbst die Ärmel hochkrempeln, ordentlich anpacken. Die Abkürzung T.C.O.B. für Taking Care of Business wird in Wirtschaftskreisen der USA auch verwendet, um die leitende Funktion eines Managers zu unterstreichen, damit kommen auch Führungsqualitäten als Bedeutung mit ins Spiel.

Aber es spielt noch eine weitere, indirektere Bedeutungsebene eine Rolle, die erst sichtbar wird, wenn man sich anschaut, wo der Ausdruck TCB Ende der 1960er – also etwa zu dem Zeitpunkt, als Elvis ihn als Lebensmotto adaptierte – besonders in Erscheinung trat: in der Musik afroamerikanischer Künstler nämlich. In Aretha Franklins Riesenhit Respect (1967), eine Coverversion von Otis Reddings gleichnamigen Song aus dem Jahr 1965, findet er sich in den Liedzeilen: R-E-S-P-E-C-T – Find out what it means to me – R-E-S-P-E-C-T – Take care … TCB. Interessanterweise ist diese TCB-Passage in Otis Reddings Original nicht enthalten.

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