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Elvis Unplugged

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Mach‘ den Test: Frag‘ irgendjemand x-Beliebigen aus deinem Umfeld, was ihm oder ihr spontan zu Elvis Presleys 68 Comeback Special einfällt. In neun von zehn Fällen kommt als Antwort: “Das ist doch das mit dem schwarzen Lederanzug auf der kleinen Bühne, die an einen Boxring erinnert, oder?” Stimmt! Genau das ist es – und es steht für eine ganz besondere Sequenz im legendären TV-Special, mit dem Elvis Presley nach langen Jahren in Hollywood 1968 seine Rückkehr auf die Konzertbühne einläutete: Elvis Unplugged!

Auch wenn das TV-Special aus dem Jahr 1968 gleich eine ganze Reihe eindrucksvoller Szenen hat, die Ohrenschmaus und Augenfutter satt bieten – angefangen von der ganz in Rot und Schwarz gehaltenen Eröffnungszene „If you’re looking vor trouble“ mit einem singenden Elvis in Großaufnahme vor einem Gerüst an Miniatur-Elvissen (Filmklassiker Jailhouse Rock lässt grüßen)…

… bis zum hochemotionalen Finale von If I Can Dream, dem gesungenen Traum von einer friedlicheren Welt nach der Ermordung Martin Luther Kings und Bobby Kennedys 1968…

… ist es vor allem Elvis Unplugged, das sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Kein Wunder, denn das ist der wohl zeitloseste Part des Fernsehspecials, bei dem man fast vergessen kann, dass die Sondersendung längst mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat.

Re: Elvis und nichts als Elvis

Elvis Unplugged ist der Teil, in dem das Team um Co-Produzent Bob Finkel, Regisseur Steve Binder und Musikproduzent Bones Howe endgültig wahr machte, was sie Elvis Presley im Frühjahr 1968 versprochen hatten: Eine Fernsehshow, bei der der komplette Fokus auf seiner Person und vor allem auf seiner Musik liegen würde. Angelegt war das Special als musikalische Semidokumentation, die die gesamte Palette des Musikers Elvis Presley zeigen sollte. Die Arbeitsaufteilung des Teams war dabei klar: Elvis sollte sich ganz auf seine Musik konzentrieren, das Team um Finkel, Binder und Howe würde die Musik sozusagen bebildern.

Nur unter dieser Voraussetzung, das Fernsehspecial ganz auf ihn zuzuschneidern und ihm kein Fremdkonzept überzustülpen, war Elvis Presley 1968 für die Idee einer Fernsehshow, die den Arbeitstitel JUST ELVIS bekam, zu gewinnen gewesen. Schließlich hatte er mit dem Medium Fernsehen schon am Anfang seiner Karriere, als er 1956 in den Varietésendungen von Fernsehgrößen wie Ed Sullivan oder Steve Allen auftrat, wo er in altmodischen Sketchen mitspielen musste, keine guten Erfahrungen gemacht, wie er Steve Binder verriet. Das hatte ihm Fernsehen ordentlich verleidet – und seine nachfolgenden Erfahrungen mit Hollywood-Filmproduktionen waren auch nicht so, dass er in einem Medium der „laufenden Bilder“ Großes für sich erwartet hätte.

Als TV-Drehbuchautor Chris Bearde ihn 1968 fragte, was er sich denn für seine Fernsehshow wünschte, machte Elvis Presley seinem über Jahre angehäuften Frust Luft: “Well, I tell you one thing I don’t wanna do. I don’t wanne be a singing, cock-sucking mechanic anymore”. Deutliche Worte.

Improvisation ist King

Elvis Presley möglichst authentisch zu präsentieren, war also von Anfang an das erklärte Ziel des ’68 Comeback Specials, das nach dem schönen Arbeitstitel Just Elvis mit dem unspektakulären Namen Singer presents ELVIS (Nähmaschinenhersteller Singer war der Hauptsponsor der Sendung) am 3. Dezember 1968 bei NBC erstmals auf Sendung ging.

Während die anderen Show-Segmente – wie etwa der Guitar Man-Opener und ein Gospelpart – schnell ihren Weg ins Drehbuch fanden, wurde die Idee zu Elvis Unplugged erst während der Proben für das TV-Special geboren. Geburtshelfer war Elvis selbst. Der beschloss nämlich, im Juni 1968 für die Dauer des Drehs kurzerhand in den Umkleidebereich des NBC-Studios in Burbank/Kalifornien einzuziehen – samt eigenem Bett und Piano -, um so den täglichen Weg von Beverly Hills, wo er mit Ehefrau Priscilla und der erst wenige Monate alten Tochter Lisa Marie lebte, zum Studio und retour zu sparen. Das Hin- und Her sei doch schlicht Zeit- und Energieverschwendung, meinte der King zu Regisseur Binder.

Verstehen sich prächtig: Regisseur Steve Binder mit Elvis Presley beim Dreh zum ’68 Comeback Special 1968.

Das hatte den schönen Nebeneffekt, dass Binder und sein Team den privaten Elvis Presley in der nächsten Zeit sehr viel besser kennenlernten. Besonders eine Angewohnheit faszinierte die TV-Macher: Am Ende eines jeden Drehtags zog der King sich mit seiner Entourage – der Memphis Mafia – in seinen Umkleidebereich „zum Abhängen“ zurück. Und dabei wurde nicht nur geraucht und reichlich Anekdoten erzählt, sondern über Stunden hinweg ordentlich gejammt, vor allem von Elvis selbst.

Das Ganze war so authentisch, relaxed, humorvoll und hitverdächtig cool, dass Regisseur Binder diese Jams unbedingt in das geplante Fernsehspecial integrieren wollte. Er war sich sicher, dass das Publikum diesen „echten Elvis“ genauso lieben würde wie er. Die Idee zu Elvis Unplugged war geboren – sie gilt heute als Vorläufer des mehr als 20 Jahre später im Musiksender MTV so erfolgreichen Konzepts MTV Unplugged. Und das obwohl Elvis Unplugged nicht hundertprozentig „unplugged“ ist, da die E-Gitarre von Scotty Moore im Spiel ist, die Elvis nach kurzer Zeit gegen seine Akustikgitarre eintauscht.

Szene aus Elvis Unplugged, so wie sie später mit Publikum tatsächlich aufgenommen wurde.

Aber Elvis‘ Manager Colonel Tom Parker legte sofort ein Veto ein: „Nur über meine Leiche“ hieß es, als Binder erstmals den Vorschlag einer improvisierten Jam-Session im Fernsehspecial machte. Aber Binders Hartnäckigkeit sollte sich auszahlen, wohl auch, weil Elvis selbst sich damit anfreunden konnte und sofort vorschlug, seine alten Weggefährten aus den Anfangsjahren – Gitarrist Scotty Moore und Schlagzeuger D. J. Fontana – extra dafür einzufliegen. Die waren sonst im Fernsehspecial gar nicht vorgesehen, denn dafür waren unter anderem die Musiker der legendären Wrecking Crew zum Einsatz gekommen.

Elvis Presleygibt alles für sein TV-Special ELVIS 1968.

Gesagt – getan. Ab jetzt war das Jammen in der Umkleide nicht nur reiner Spaß, sondern diente dazu, diesen Part der Show zu planen. Im nachfolgenden Video/Audio ist einer der informellen Mitschnitte aus der Umkleide zu hören (aufgenommen von Elvis‘ langjährigem Weggefährten Joe Esposito Ende Juni 1968), in dem Elvis nicht nur mit reichlich guter Laune Songs spielt, die später auch im TV-Special stattfanden, sondern auch zu hören ist, wie er mit den Anwesenden über die geplante offizielle Unplugged-Sequenz spricht (etwa ab Minute 7).

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Elvis‘ Christmas Album 1957

1957 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Elvis Presley – beruflich und privat. Der gerade mal 22-Jährige spielte 1957 die Hauptrolle in 2 Hollywoodfilmen, Loving You und Klassiker Jailhouse Rock, deren Soundtracks zielsicher auf Platz 1 der Billboard-Charts landeten, war auf Auslandstournee in Kanada, kaufte für sich und seine Eltern den geliebten Wohnsitz Graceland, lernte Freundin Anita Wood kennen… und schloss das Jahr mit einem weiteren Klassiker und Charttopper ab: Elvis‘ Christmas Album!

Weihnachtlicher Charttopper: Elvis' Christmas Album 1957

Weihnachtlicher Charttopper: Elvis‘ Christmas Album 1957

Aufgenommen hat Elvis die Songs seines  1. Weihnachtsalbum (→ siehe auch Elvis Sings The Wonderful World Of Christmas) im Januar und September 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, also in demselben Aufnahmestudio, in dem auch die Soundtracks für Loving You und Jailhouse Rock entstanden.

Mit von der Partie waren mit Gitarrist Scotty Moore, Bassist Bill Black und Schlagzeuger D.J. Fontana Elvis‘ musikalische Weggefährten aus den Anfangsjahren, unterstützt am Piano von Dudley Brooks, gesanglich von den Jordanaires um Gordon Stoker und im September erstmals auch der Sopranistin Millie Kirkham.

Veröffentlicht wurde Elvis‘ Christmas Album in den USA Mitte Oktober 1957. Es hielt sich volle 4 Wochen auf Platz 1 der Billboard-Charts und wurde mit seiner Deluxe-Ausstattung, die mehrere attraktive Elvis-Fotos mit Motiven aus dem Film Jailhouse Rock präsentierte, ordentlich von der Plattenfirma beworben – auch im TV. Hier ein witziges Video mit einem TV-Werbeclip für das Originalalbum von 1957:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=c0r18rG9BAo[/youtube]

Zum Piepen der Clip, oder? Elvis‘ Christmas Album wurde in den Folgejahren mehrfach neu aufgelegt in so vielen unterschiedlichen Ausführungen, das einem dabei schwindlig werden kann.

2011 zeichnete die Recording Industry Association of America (RIAA) die Camden-Version des Albums von 1970 mit einem Diamond-Award für mehr als 10 Mio. allein in den USA verkaufte Exemplare aus. Damit soll Elvis Christmas Album bis heute das erfolgreichste Weihnachtsalbum aller Zeiten in den USA sein… und das ist nur diese 1 Platte.

Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass fast jeder, der im Musikgeschäft einigermaßen erfolgreich ist, auch irgendwann ein Weihnachtsalbum herausbringt. Man kann es so schön jedes Jahr vor Weihnachten wieder ins Spiel bringen. Entsprechend viele gibt es.

Elvis‘ Christmas Album gilt jedoch auch musikalisch als Klassiker  –  die Redaktion des Musikmagazins Rolling Stone listet es als zweitbestes Weihnachtsalbum aller Zeiten.

Elvis‘ Christmas Album: die Songs

Zum Reinhören hier nun die 12 Songs in der Reihenfolge, in der sie 1957 auf Elvis‘ Christmas Album veröffentlicht wurden.

Bewegt sich der King of Rock ’n‘ Roll bei Songs wie O Little Time Of Bethlehem oder Silent Night klassisch in der Weihnachtstradition, so wartet er bei Santa Bring My Baby Back To Me und Here Comes Santa Claus mit fröhlich rockigen Nummern auf, während Santa Claus Is Back In Town von Leiber & Stoller – bluesig und sehr suggestiv – das Genre in eine neue Dimension bringt. Christmas Blues, wie der Song ursprünglich hieß, ist für mich DER Klassiker auf der Scheibe, auch wenn dieser Titel meist an Blue Christmas geht.

Die 4 Gospels Take My Hand, Precious Lord, There’ll Be Peace In The Valley, It Is No Secret und I Believe  waren – bevor sie auf dem Weihnachtsalbum landeten – im Frühjahr 1957 schon auf der Extended Play (EP) Peace In The Valley erschienen. Heute sind sie fester Bestandteil der Gospel-Kompilationen des Memphis Flash. Jetzt aber die Ohren auf!

Santa Claus Is Back In Town

 

White Christmas


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Elvis‘ Hits mit den Jordanaires zum Reinhören

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An einem schönen Sonntagnachmittag des Jahres 1955 bekamen Gordon Stoker, Hugh Jarrett, Neal Matthews und Hoyt Hawkins von den Jordanaires nach einem Auftritt in Memphis backstage Besuch von einem  auffällig gekleideten Mann um die 20.  Der sehr freundliche Unbekannte stellte sich als Elvis Presley vor und überraschte das Quartett mit der Aussage: “Wenn ich je einen Vertrag mit einem großen Plattenlabel bekomme, dann möchte ich, dass ihr meine Backgroundgruppe werdet”.

Elvis Presley mit den ‚Jordanaires‘  1957

Die Jordanaires, damals selbst schon erfolgreich im Musikgeschäft, wünschten dem höflichen Jungen alles Gute, aber rechneten nicht wirklich damit, je wieder von ihm zu hören.  Doch Elvis Presley löste sein Versprechen ein. Sofort nach seinem Wechsel von SUN zu RCA Records Ende 1955 wurden die  Jordanaires für fast anderthalb Jahrzehnte eine feste Größe bei seinen Plattenaufnahmen, Live-Auftritten und Filmaufnahmen. Dabei ist die Anzahl von Klassikern, die das Dream-Team hervorbrachte, geradezu atemberaubend.

Hier sind – mehr oder weniger chronologisch – meine ganz persönlichen Top 20 des King mit den Jordanaires. Viel Spaß damit.

Top 20 des Dream-Teams

Love Me (1956): Complete Masters Boxset

 

Santa Claus Is Back In Town (1957): Complete Masters Boxset

 

King Creole (1958): Complete Masters Boxset

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