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Elvis Is Back!

Endlich! Er ist wieder da! Fast zwei Jahre sind vergangen seit er hier in Nashville in RCAs Studio B zuletzt vor dem Mikro stand und Hits wie A Big Hunk Of Love aufnahm. Es kommt ihm vor, als sei das in einem anderen Leben gewesen.

Viel ist seit Juni 1958 passiert. Mutter Gladys starb völlig überraschend im Alter von nur 46 Jahren, kurz bevor Uncle Sam ihn ins ferne Deutschland verschiffte, wo er anderhalb Jahre lang im hessischen Friedberg seinen Dienst am Vaterland leistete. Als (fast) stinknormaler G.I. in einer Panzerdivision. Der King of Rock ’n‘ Roll im Exil.

März 1960: Elvis Presley bei einem Pressetermin in Graceland kurz nach seiner Rückkehr aus Deutschland und unmittelbar vor der Aufnahmesession für das Comeback-Album Elvis Is Back!

21 Monate spielte er keine einzige neue Studioaufnahme ein, nahm er keinen einzigen neuen Hit auf, gab er kein einziges Konzert vor zahlendem Publikum. Nulla, nada, niente! Eine Ewigkeit, vor allem im schnelllebigen Musikgeschäft. Ob er jetzt einfach dort anknüpfen kann, wo er aufgehört hat? Wird er sich neu erfinden – kann er so erfolgreich sein wie zuvor?

Keine Selbstverständlichkeit. Viel hat sich getan in der Musikszene seit er seine Blue Suede Shoes gegen die Uniform eintauschte: Der Sound der 50er, den er wie kaum ein anderer prägte, ist 1960 längst einem weicheren, poppigeren Sound gewichen. Viele seiner ehemaligen Chart-Mitstreiter aus der Rock-’n’-Roll-Ära konnten ihre Erfolgsserie nicht aufrechterhalten. Statt Little Richard und Chuck Berry sind jetzt etwa Bobby Darin und Frankie Avalon angesagt.

21 Monate bis zun nächsten Mal: Elvis vor dem Mikro im Juni 1958.

Entsprechend ist die Spannung im Studio zum Greifen – er kann sie deutlich spüren, als er jetzt vor dem Mikro steht. Alle, die in seiner Karriere etwas zu sagen haben (oder haben wollen), sind da. Steve Sholes, zuständig für Artist & Repertoire bei Plattenfirma RCA, ist in Begleitung von RCA-Kollege Bill Bullock gekommen… und wirkt sichtlich nervös. Schließlich ist heute „E-Day“, wie er den großen Tag in Anlehnung an den „D-Day“ der Operation Overlord, also die Invasion der Alliierten in der Normandie 1944, nennt.

Äußerlich völlig gelassen, dabei geschäftig und immer eine Spur zu laut gibt sich Manager Colonel Tom Parker, der mit seinem Assistenten Tom Diskin angereist ist. Selbstsicher kaut der (falsche) Colonel auf seiner dicken Zigarre und versichert Sholes und Bullock, der Junge habe nie besser geklungen – ganz sicher. Aber kann „der Goldjunge“ auch tatsächlich „liefern“?

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Elvis und The Jordanaires – meine Top 20 vom Dream Team

An einem schönen Sonntagnachmittag des Jahres 1955 bekamen Gordon Stoker (→ In Memoriam Gordon Stoker), Hugh Jarrett, Neal Matthews und Hoyt Hawkins von den Jordanaires nach einem Auftritt in Memphis backstage Besuch von einem  auffällig gekleideten Mann um die 20.  Der sehr freundliche Unbekannte stellte sich als Elvis Presley vor und überraschte das Quartett mit der Aussage: „Wenn ich je einen Vertrag mit einem großen Plattenlabel bekomme, dann möchte ich, dass ihr meine Backgroundgruppe werdet“.

Elvis Presley mit den ‚Jordanaires‘  1957

Die Jordanaires, damals selbst schon eine Größe im Musikgeschäft, wünschten dem höflichen Jungen alles Gute, aber rechneten nicht wirklich damit, je wieder von ihm zu hören.  Doch Elvis Presley löste sein Versprechen ein. Sofort nach seinem Wechsel von SUN zu RCA Records Ende 1955 wurden die  Jordanaires für fast anderthalb Jahrzehnte eine feste Größe bei seinen Plattenaufnahmen, Live-Auftritten und Filmaufnahmen. Dabei ist die Anzahl von Klassikern, die das Dream Team hervorbrachte, geradezu atemberaubend. Hier sind – mehr oder weniger chronologisch – meine ganz persönlichen Top 20 des King mit den Jordanaires. Viel Spaß damit ;-).

Love Me (1956): Complete Masters Boxset

Love Me

Santa Claus Is Back In Town (1957): Complete Masters Boxset

Santa Claus Is Back In Town

King Creole (1958): Complete Masters Boxset

King Creole

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