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14. European Elvis Festival 2015 oder TCB in Graceland East

Taking Care of Business  heißt es für Elvis Presley vom 14. bis 16. August 2015. Denn an diesem verlängerten Wochenende hat er eine der wichtigsten Verabredungen im Jahr, und zwar die mit seiner immer noch stattlichen europäischen Fangemeinde in der schönen deutschen Wetterau. Also genau dort, wo er vom 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960 als G.I. der 3. US-Panzerdivision stationiert war. Dienst tat der King damals in den Friedberger Ray Barracks, als Wohnort wählte er Bad Nauheim (→ Wandeln auf Elvis‘ Pfaden in Bad Nauheim). So wurde die beschauliche Kurstadt schon in den 1950ern zu → Kings Town – zu Elvis Presleys Graceland East.

  • European Elvis Festival in Bad Nauheim: Selbst das Rathaus hisst die Elvis-Flagge

Das wiederholt sich seit 2002 jedes Jahr Mitte August, wenn Bad Nauheim das European Elvis Festival feiert. Dann werden in Bad Nauheim die Elvis-Fahnen gehisst und ein buntes Festivalprogramm bietet Fans und solchen, die vom King noch erobert werden wollen – ein paar Widerspenstige soll’s ja geben 😉 -, viel Unterhaltung und noch mehr Spaß mit Auftritten von Elvis‘ ehemaligen Bandmitgliedern, Elvis-Kino-Sessions, Cadillac-Corsos und Führungen zu Elvis‘ Lieblingsplätzen in Bad Nauheim.

Längst hat das Festival Kultstatus erreicht und zieht Fans aus ganz Europa und sogar Australien und den USA an. Veranstaltet wird das European Elvis Festival übrigens von der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH in Zusammenarbeit mit der Elvis Presley Gesellschaft e.V., die ihren Sitz in Bonn hat. Mehr zum Konzept des Festivals in meinem  → Interview mit den Machern aus 2014.

Das diesjährige Festivalprogramm (siehe unten) gleicht dem des Festivaljahres 2013. Das liegt vor allem an dem Highlight, nämlich Konzert, Talkrunde und Autogrammstunde mit Mitgliedern von Elvis Presleys berühmter → TCB-Band. Das ist die Band, mit der der King von 1969 bis 1977 praktisch all seine Live-Konzerte bestritt und mit der er in den Dokumentarfilmen Elvis That’s The Way It Is (1970), Elvis On Tour (1972) sowie dem berühmten Satelliten-Special Aloha From Hawaii (1973) zu sehen ist. Diese rüstigen und dabei sehr witzigen Herren sollte man sich nicht entgehen lassen. Mit dabei in diesem Jahr außerdem mit Terry Blackwood ein Originalmitglied der Gospel-Gesangsgruppe The Imperials, die Elvis nicht nur auf dem Weg zu seinem ersten → Grammy begleitet hat.

Nicht mit von der Partie ist diesmal allerdings TCB-Schlagzeuger Ron Tutt, denn der ist wegen einer Tournee mit Neil Diamond leider verhindert. Kein Witz: Die noch aktiven Mitglieder der TCB-Band haben Elvis‘ Motto Taking Care of Business in a Flash längst verinnerlicht und sind selbst im Alter von über 70 noch ganz vorne mit dabei.

Als Ersatz für Ron Tutt ist Sam Thompson am Start. Er arbeitete in den 1970ern als Bodyguard Elvis Presleys und ist außerdem Bruder von Linda Thompson, Lebensgefährtin des King zwischen 1972 und 1976. Hier darf man sich auf viele Anekdoten aus der königlichen Privatschatulle gefasst machen. Sam ist eloquent, sehr umgänglich und hat einen interessanten Werdegang.

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Elvis Presleys TCB-Band: James Burton und Glen D. Hardin

Elvis Presley war eine sehr interessante Persönlichkeit, vielseitig interessiert, was die meisten Leute im Musikgeschäft entschieden nicht sind„, sagt einer, der es wissen muss: Pianist Glen D. Hardin aus Elvis‘ berühmter TCB-Band. Sein langjähriger Bandkollege, Lead-Gitarrist James Burton, ergänzt: „Ich war gerne mit ihm zusammen, er war witzig, hatte gerne Spaß, konnte aber auch ernst und tiefsinnig sein – er war einfach großartig in der Zusammenarbeit… einer der größten Künstler unter den vielen, mit denen ich gearbeitet habe. Ein klasse Typ„.

Die TCB-Band v.l.u.n.r.: Bassist Jerry Scheff, Schlagzeuger Ronnie Tutt, Lead-Gitarrist James Burton, Rhythmus-Gitarrist John Wilkinson und Pianist Glen D. Hardin

Die TCB-Band in den 1970ern v.l.u.n.r.: Bassist Jerry Scheff, Schlagzeuger Ronnie Tutt, Lead-Gitarrist James Burton, Rhythmus-Gitarrist John Wilkinson und Pianist Glen D. Hardin

Ganz entspannt plaudernd, sehr humorvoll und trotzdem wohlüberlegt in allem, was sie über ihren einstigen Frontmann und Namensgeber zu sagen haben, präsentierten sich die heute noch aktiven Mitglieder der TCB-Band – genauer gesagt James Burton, Glen D. Hardin und Ron(nie) Tutt – Mitte August in einer Talkrunde des European Elvis Festivals 2013 in Bad Nauheim.

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TCB: Taking Care of Business in a Flash

3 Buchstaben mit einem Blitz: Elvis Presleys Motto Taking Care of Business (in a Flash) war in den 1970en als Logo auf Gegenständen seines beruflichen und persönlichen Lebens geradezu allgegenwärtig. Das von ihm selbst entworfene Logo fand sich auf dem Briefpapier ebenso wie auf dem Heck des eigenen Flugzeugs, an den Wänden des TV-Raums in Graceland, verarbeitet zu Schmuckstücken als Geschenk für gute Freunde und Mitarbeiter, auf Karate-Equipment aller Art, bis hin zu privaten Gegenständen wie den eigenen Brillengestellen und sündhaft teuren Ringen.

Ein kleines Vermögen wert: Elvis Presleys Ring mit TCB-Logo aus dem Jahr 1975, entworfen von Juwelier Lowel Hayes in Memphis im Auftrag des King. Der Diamant im Zentrum hat rund 11 Karat; Foto: July Mundy, EPE 2003

Symbolträchtig und ein kleines Vermögen wert: Elvis Presleys Ring mit TCB-Logo aus dem Jahr 1975, entworfen von Juwelier Lowel Hayes in Memphis im Auftrag des King. Der Diamant im Zentrum hat rund 11 Karat; Foto: July Mundy, EPE 2003

TCB: Bedeutungsebenen

Aber was bedeutet das eigentlich: Taking Care of Business in a Flash? Zunächst einmal ist Taking Care of Business eine heute ziemlich weit verbreitete Formulierung, die am ehesten zu verstehen ist als „tun, was getan werden muss“. Damit wird kurz und knapp der inneren Haltung Ausdruck verliehen, sich für Aufgaben verantwortlich zu fühlen, sie jederzeit sorgfältig, kompetent – und in Elvis’ Sinne auch noch blitzschnell – zu erledigen.

Auf gut Deutsch: nicht lange reden, zackig selbst die Ärmel hochkrempeln, ordentlich anpacken. Die Abkürzung T.C.O.B. für Taking Care of Business wird in Wirtschaftskreisen der USA auch verwendet, um die leitende Funktion eines Managers zu unterstreichen, damit kommen auch Führungsqualitäten als Bedeutung mit ins Spiel.

Aber es spielt noch eine weitere, indirektere Bedeutungsebene eine Rolle, die erst sichtbar wird, wenn man sich anschaut, wo der Ausdruck TCB Ende der 1960er – also etwa zu dem Zeitpunkt, als Elvis ihn als Lebensmotto adaptierte – besonders in Erscheinung trat: in der Musik afroamerikanischer Künstler nämlich. In Aretha Franklins Riesenhit Respect (1967), eine Coverversion von Otis Reddings gleichnamigen Song aus dem Jahr 1965, findet er sich in den Liedzeilen: R-E-S-P-E-C-T – Find out what it means to me – R-E-S-P-E-C-T – Take care … TCB. Interessanterweise ist diese TCB-Passage in Otis Reddings Original nicht enthalten.

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European Elvis Festival mit Elvis‘ Originalmusikern!

Bei der Pressekonferenz zum Auftakt des 12. European Elvis Festivals am 15. August 2013 in Bad Nauheim ließ die Festivalleitung keinen Zweifel daran, dass sie ein vielseitiges Top-Programm auf die Beine gestellt hat, das sich hinter der Mutter aller Elvis-Festivals – der Elvis-Week in Memphis – wahrlich nicht zu verstecken braucht.

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Foto v.l.n.r.: Maria Hesterberg, Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft, Joe Esposito, Tourmanager und langjähriger Freund Elvis Presleys, Vollblutmusiker Dennis Jale und Katja Heiderich, Geschäftsführerin Bad Nauheim Stadmarketing & Tourismus GmbH

Johannes Lenz, Kulturdezernent der Stadt Bad Nauheim, und Bürgermeister Armin Häuser betonten bei der Pressekonferenz, dass die Festivalverantwortlichen, zu denen auch Maria Hesterberg, Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft, und Katja Heiderich, Geschäftsführerin Bad Nauheim Stadtmarketing & Tourismus GmbH, gehören, das Programm des kleines, feinen Festivals vor allem um Elvis Presleys popkulturelle Bedeutung herum geplant haben. Klasse statt Masse ist das Credo ihres Programms.

TCB-Band: Highlight des 12. European Elvis Festival 2013

Das bedeutet unter anderem den Verzicht auf die allgegenwärtigen Imitatoren. Stattdessen setzt man neben Programmpunkten wie Elvis-Interpretationen vokal und jazzig auf ein absolutes Highlight des diesjährigen Programms, nämlich auf zwei Konzerte der Originalmusiker Elvis Presleys aus den 1970ern, die aus den Dokumentarfilmen Elvis That’s The Way It Is (1970), Elvis On Tour (1972) und dem Satelliten-TV-Special Aloha From Hawaii (1973) bekannt sind: Gitarrist James Burton, Pianist Glen D. Hardin und Drummer Ronnie Tutt.

Begleitet werden die Herren von Elvis Presleys langjährigem Tourmanager und Freund Joe Esposito, der den King als G.I. – na wo wohl, in Bad Nauheim natürlich – kennenlernte.

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Fotos: Weltklassegitarrist James Burton 1970 mit Elvis Presley und heute

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