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ELVIS LIVE 1969

Der Hochsommer 1969 war ohne Zweifel ereignisreich. Am 21. Juli betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond, vom 15. bis 17. August fand mit dem Musikfestival Woodstock in Bethel/New York die Hippie-Party schlechthin statt, und am 31. Juli 1969 kehrte Elvis Presley nach mehr als acht Jahren Live-Abstinenz endlich auf die Bühne zurück – in Las Vegas. Kaum zu glauben: Ein halbes Jahrhundert ist das jetzt schon her.

Da wäre man natürlich gerne dabei gewesen. Schade. Aber es gibt ein Trostpflaster für alle Zuspätgeborenen – nämlich das neue schön gemachte Boxset zum 50. Jubiläum von Elvis‘ Rückkehr auf die Konzertbühne: Elvis Live 1969 von RCA Legacy unter dem Dach von Sony.

Neues Boxset Elvis Live 1969 von RCA Legacy Recordings/Sony 2019

Enthalten sind im Boxset auf 11 CDs genau 11 komplette Konzerte des King, die er im Zeitraum vom 21. bis 26. August 1969 im International Hotel in Las Vegas gab – hörbar voll motiviert und enthusiastisch. Darunter die Midnight Show vom 22. August, die bislang als offiziell unveröffentlicht gilt – zumindest als vollständiges Konzert.

Und jetzt heißt es anschnallen für die Zeitreise, denn hier folgt die erwähnte offiziell unveröffentlichte Show vom 22. August 1969 mit einem endzeitmäßig gut gelaunten Elvis, der zwischen den Songs viele Witzchen reißt und in einem längeren Monolog humorvoll Einblick in seine Lebensgeschichte bis zu jenem 22. August 1969 gibt.

Wer sich das nicht anhört, ist selber schuld ;-).

International Hotel Las Vegas – 22. August 1969 – Mitternachtsshow

Blue Suede Shoes

I Got A Woman

All Shook Up

Love Me Tender

Jailhouse Rock/Don’t Be Cruel

Heartbreak Hotel

Hound Dog

Memories

My Babe

Mystery Train/Tiger Man

Monolog – Elvis spricht zum Publikum

Baby What You Want Me To Do

Funny How Time Slips Away

Runaway

Are You Lonesome Tonight

Yesterday/Hey Jude

Vorstellung der Band

In The Ghetto

Suspicious Minds

What’d I Say

Can’t Help Falling In Love

Alle Audios vom Boxset Elvis Live 1969.

Stop, look and… LISTEN!

Jetzt ist er rum – Elvis‘ vierzigster Todestag am 16. August 2017. Was bleibt? Neben dem Spaß der immer noch beachtlich großen internationalen Fangemeinde, die den King – und vor allem sich selbst – auf Veranstaltungen wie der Elvis Week in Memphis und dem European Elvis Festival in Bad Nauheim feiert, eine Flut an Presseveröffentlichungen.

Im Web, im Print, im Radio, im TV und auf sämtlichen Social-Media-Plattformen: Elvis war rund um seinen Todestag (mal wieder) in vieler Munde! Das könnte einen wahrlich freuen, wäre da nicht der kleine, von Jahr zu Jahr, von Jubiläum zu Jubiläum deutlicher werdende Schönheitsfehler: Die wenigsten Stimmen haben wirklich etwas zu sagen.

Die „Elvis lebt“- und die „Elvis has left the building“-Fraktion rauschte im August ungehemmt durch Blätterwald und Netz. Das Dauerrauschen – üppig bebildert mit farbigen und historisch anmutenden Schwarz-Weiß-Fotos – übertönt, was längst offensichtlich geworden ist: die große allgemeine Sprachlosigkeit, wenn es um Elvis Presley geht. Besonders, wenn es um Elvis den Musiker geht.

Presley, Elvis A.: Verhaftet von der großen allgemeinen Sprachlosigkeit

Erstaunlich – schließlich hat doch ursprünglich mal alles mit der Musik angefangen. Bevor es die vielen Fotos, lautstarken Tralalas, das unentwegte Dauerrauschen gab, war da vor allem eine Stimme – verletztlich und selbstsicher zugleich, schmeichelnd und lebendig – mit hohem Wiedererkennungswert. Und auch den Gitarristen gab es, den Pianisten, den Manchmal-Schlagzeuger und -Bassisten, den spontanen Akkordeonspieler. Wo sind die nur alle hin? Wer kann dazu etwas sagen – zum 40. Todestag oder an irgendeinem anderen Tag?

Elvis, der Rolling Stone und die große allgemeine Sprachlosigkeit

Vielleicht kann es das Musikmagazin Rolling Stone, dachte ich mir Anfang August. Da müsste ein Elvis doch sozusagen zu Hause sein. Die haben den bestimmt mit der Muttermilch aufgesogen…

Und in der Tat warb der deutsche Rolling Stone in seiner Augustausgabe mit einem überrascht-amüsiert dreinblickenden Elvis auf dem Cover und einem 30-seitigen (!) Special inkl. Elvis‘ SUN Single Good Rockin‘ Tonight/Blue Moon (1954) zum Reinhören sowie einer CD mit Coverversionen bekannter Elvis-Titel. Uff! Na, das muss doch was sein, dachte ich mir und kaufte die Ausgabe.

Allein der Ankündigungstext auf dem Cover hätte mich misstrauisch machen können: „40 Jahre nach seinem Tod: Elvis lebt“. Ist denen nichts Besseres eingefallen als dieser reichlich abgegriffene Spruch? Selbst Elvis scheint sprachlos – das Coverfoto zeigt ihn 1969, wie er beide Hände vor den Mund hält. Ob er schon wusste, was ihm da wieder blüht?

Im Editorial der Ausgabe erläutert Sebastian Zabel dann, dass sich die Redaktion diesmal mit der geballten Kraft von gleich mehreren Autoren dem späten Elvis widmen wolle – auf 30 Seiten. Den jungen Elvis hätte man ja schon durch mit dem Special zum 80. Geburtstag 2015. Oha. Bleibt allerdings die Frage, wieso der „alte“ Elvis mit einem Bildmotiv des 34-jährigen und einer Single des 19-jährigen Elvis auf dem Cover glänzt?

Jetzt sei mal nicht so erbsenzählerisch, rufe ich mich selbst zur Ordnung und widme mich dem Innenteil des Specials in freudiger Erwartung, dass der Rolling Stone sich wie versprochen dem späten Elvis (wo immer der beginnen möge – wo er aufhört, ist klar) musikalisch widmet. Aber da kommt nix. Rein gar nichts. Jetzt bin ich so sprachlos wie Elvis auf dem Cover.

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Elvis Prince From Another Planet – WOOOWWW!

Wooowww! Prince From Another Planet – das ist aber mal ein Deluxe-Boxset, bei dem sich die Sony-Mannen in Sachen Elvis Presley ordentlich ins Zeug gelegt haben. Wer hier gedacht hat, am Set mit der Neuveröffentlichung von Elvis‘ legendären Madison Square Garden-Konzerten in New York vom 10. Juni 1972 (→ Prince From Another Planet – Audio- und Video-Samples) ist vielleicht was faul, weil der Erscheinungstermin gefühlte eine Million Mal verschoben wurde, lag gründlich falsch. Das Warten auf die verspätete Jubiläumsausgabe zum 40. Jahrestag der Konzerte hat sich schlicht gelohnt.

Deluxe-Set ‚Prince From Another Planet: Cover des Schubers, Sony‘ 2012

Prince From Another Planet: die Aufmachung

Schon optisch ist das Boxset ein Hingucker (bis auf den FSK-Aufkleber vielleicht ;-)), das seinen Titel übrigens einer euphorischen Konzertbesprechung von 1972 in der ansonsten in Bezug auf Elvis nicht gerade als lobhudelnd bekannten New York Times entlehnt.

Elvis in Aktion – Madison Square Garden, 10. Juni 1972; Foto: Booklet des Boxsets ‚Prince From Another Planet‘, 2012

In einem Schuber im Format 20,5 x 20,5 cm befindet sich ein 50 Seiten starkes, auf hochwertigem Papier vierfarbig gedrucktes Booklet mit vielen Informationen (englischsprachig) und Fotos rund um Elvis Presleys Madison Square Garden-Konzerte plus das Herzstück des Sets: die aufklappbare Halterung für die enthaltenen 2 CDs und 1 DVD. Weiterlesen