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Jailhouse Rock – der Film

Direkt im Anschluss an die erfolgreiche Aufnahmesession des Soundtracks von Jailhouse Rock, die Elvis Presley unterstützt vom Komponistenduo Jerry Leiber und Mike Stoller bei Radio Recorders in Los Angeles unter Dach und Fach gebracht hatte, begannen im Mai 1957 die eigentlichen Dreharbeiten für den MGM-Filmklassiker mit Elvis in der Hauptrolle.

Elvis Presley in seinem 3. Kinofilm Jailhouse Rock – Pressefoto 1957

Die Dreharbeiten starteten dabei nicht nur für den Memphis Flash, denn auch die Musiker Scotty Moore, Bill Black, D.J. Fontana, Komponist Mike Stoller und einige seiner Freunde  sind in kleinen Rollen in verschiedenen Szenen des Films zu sehen.

Jailhouse Rock – die Crew

Das Drehbuch zu Jailhouse Rock beruht auf einer Erzählung des Schauspielers und Drehbuchautors Nedrick „Ned“ Young, der unter dem Pseudonym Nathan E. Douglas 1959 einen Oscar für sein Drehbuch The Defiant Ones (Flucht in Ketten) gewann. Als Produzent des Schwarzweiß-Films fungierte der mehrfach Oscar-nominierte Sandro S. Berman, der zuvor schon Blackboard Jungle (1955) mit dem bekannten Titelsong Rock Around The Clock von Bill Haley produziert hatte, assistiert von Kathryn Hereford (u.a. Die Brüder Karamasov).

Und auch der Regisseur von Jailhouse Rock war eine bekannte Größe in Hollywood. Allerdings hatte sich Richard Thorpe die Sporen eher in Low-Budget-Komödien und Westernfilmen verdient. Im Studiosystem Hollywoods war Thorpe – Spitzname: Mr. One Take – ein beliebter Regisseur der MGM, einfach weil er besonders „budgetsensibel“ und effizient Regie führte. Als ansprucksvoller oder gar besonders kreativer Regisseur galt er nicht. Allerdings profitierte Jailhouse Rock durchaus von Thorpes Vorliebe, in besonders langen Einstellungen zu filmen, was Kameramann Robert J. Bronner stimmungsvoll umzusetzen wusste.

Klassisch: „That ain’t tactics, honey. That’s just the beast in me!“ Elvis Presley mit Judy Tyler

Elvis selbst spielte in seinem 3. Film nicht nur die Hauptrolle, in Jailhouse Rock trägt der von ihm dargestellte Charakter (Vince Everett) erstmals überzeugend die Handlung  – und ist dabei im Gegensatz zu den meisten Protagonisten der 31 Elvis-Spielfilme ( → Elvis im Kino: Interview mit Filmwissenschaftler Björn Eckerl) kein gradlinig sympathischer Kerl,  was erheblich zum Reiz des Films beiträgt. Weiterlesen

Elvis in Vegas: Meet and Greet the King!

Elvis Presley hat zwischen 1969 und 1976 über 600 ausverkaufte Konzerte allein in Las Vegas gegeben (→ Der Schamane in Las Vegas). Weilte er in Vegas, bewohnte er eine luxuriöse Suite im 30. Stock des International (später Hilton) Hotel, in die er nach seinen Auftritten gerne eine bunte Mischung von Stars, Musikern und Fans einlud – meet and greet the King by invitation only!

Bei diesen Empfängen wurde aber nicht einfach nur so rumgesessenen und gehobener Smalltalk betrieben, nein, es wurde auch viel gemeinsam gesungen und manchmal gab es noch eine komplette Elvis-Show der besonderen Art obendrauf, die manchen hartgesottenen Kollegen an seine Grenzen führte ;-).

So trafen an einem Abend in der berühmten Suite Sängerin und Schauspielerin Liza Minelli (Cabaret), Rockmusiker Alice Cooper, Sänger Chubby Checker (The Twist) und Pornodarstellerin Linda Lovelace (Deep Throat) zu einem Meet and Greet the King zusammen – eine reichlich illustre Gesellschaft, die einen unvergesslichen Abend erlebte. Hier ist Alice Coopers Version der Ereignisse:

Alice Cooper: He was an amazing character, very funny guy!

Wow! Ob Alice Cooper bei diesem Schwank aus seiner Jugend nicht doch ein wenig dick aufgetragen hat? Das könnte man annehmen, wenn da nicht die Erinnerungen von Liza Minelli wären… Weiterlesen

Der Schamane in Las Vegas – Heinrich Detering über Elvis Presley

Der Schamane in Las Vegas: Elvis als Serienheld (1969 – 1977) ist der Titel einer spannenden Studie von Professor Heinrich Detering, die im August 2012 im transcript Verlag erschienen ist.

Integriert ist Deterings Studie über den King in Professor Frank Kelleters geisteswissenschaftlichem Band Populäre Serialität: Narration – Evolution – Distinktion vollständige Angaben zum Buch siehe Ende des Beitrags.

Heinrich Detering, Jahrgang 1959, ist Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und hat seit 2005 einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Georg-August-Universität in Göttingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Themen Kunst – Religion – Kunstreligion vom 18. Jahrhundert bis zur Popkultur sowie die deutsch-skandinavischen Literaturbeziehungen vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. 2007 hat er zudem eine vielbeachtete Publikation über Bob Dylan im Reclam Verlag herausgebracht. The Memphis Flash hat Professor Detering zu seinem Projekt über Elvis Presley interviewt.

The Memphis Flash: Professor Detering, warum ausgerechnet Elvis Presley? Wie kommt der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung dazu, eine Studie über den King of Rock ‘n‘ Roll zu verfassen?

Heinrich Detering: Dieser Aufsatz über Elvis in Vegas ist hoffentlich der Anfang einer längeren Arbeit über Elvis als Künstler, über die Entwicklung von Elvis’ Kunst. Die kritische Diskussion um Elvis ist immer noch sehr auf Biographisches konzentriert, auf seine privaten Beziehungen, seinen kommerziellen Werdegang, seine Krankheiten, seinen Körper. Aber worin diese Kunst eigentlich besteht, die ja erst der Grund dafür ist, dass wir uns schließlich auch für seine Beziehungen und seinen Körper interessieren, darüber gibt es erstaunlich wenig zu lesen. Wie lässt sich diese Stimme beschreiben, was macht er mit seinen Song-Vorlagen, wie inszeniert er die Songs und sich selber, welche Beziehungen lässt er entstehen zwischen den Songs, seinen Arrangements, seiner Stimme, seiner Kostümierung, seiner körperlichen Präsenz, und in welchem Verhältnis steht dies alles zu der Kultur seiner Zeit?

The Memphis Flash: Gibt es neben diesem wissenschaftlichen Interesse an dem Künstler Elvis Presley auch eine persönliche Ebene, eine eher private Vorgeschichte?

Heinrich Detering: Meine private Geschichte mit Elvis ist lang. Als ich ungefähr elf oder zwölf war, schenkte mir eine Tante ihre Sammlung von Rock ’n’-Roll-Singles, lauter Originalpressungen von Fats Domino, Eddie Cochran, Duane Eddy, den Kalin Twins, Chuck Berry. Elvis war am umfangreichsten vertreten. Es war das Beste, was die Tante für meine Erziehung getan hat. Jailhouse Rock, Don’t, Heartbreak Hotel habe ich Tag für Tag gehört; es hat mir auch eine Ahnung davon gegeben, welche unterschiedlichen Seiten (und Stimmen) es bei Elvis zu entdecken gibt. Als ich dann mit fünfzehn zum ersten Mal Dylan begegnete, verblassten die Rock ’n’ Roll-Helden. Es ist mir so gegangen, wie ich es von Freunden später auch gehört habe, dass die Elvis-Welt mir im Vergleich damit kommerziell und banal erschien. Es hat dann lange gedauert, bis ich, so um 1990, Elvis allmählich wiederentdeckte, und das verdanke ich ganz wesentlich auch Dylan selbst. Seitdem höre ich nicht auf, über Elvis zu staunen. Weiterlesen

Elvis Presleys Sweetheart: Barbara Hearn

Gäbe es nicht die berühmten Fotos Alfred Wertheimers (→ Elvis durch die Linse des Fotografen Alfred Wertheimer) vom Juli 1956, dann wäre Barbara Hearn wahrscheinlich nicht viel mehr als eine ferne Erinnerung, eine attraktive Fußnote in der Biographie Elvis Presleys. Und das wäre richtig schade.

Die Fotos Alfred Wertheimers jedoch, die dieser in dem zweifellos wichtigsten Jahr in der Karriere Elvis Presleys von ihm selbst, seiner Familie und seinen Freunden in New York und Memphis machte, rückt auch Freundin Barbara Hearn in den Fokus.

Barbara Hearn mit Elvis Presley im Wohnzimmer der Presleys, Audubon Drive, Memphis 1956

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Elvis Presleys Jailhouse Rock – die Aufnahmesession

Bis zum Frühjahr 1957 hatte Elvis Presley schon eine ganze Reihe von Songs des Komponistenteams Jerry Leiber und Mike Stoller erfolgreich vertont, darunter den Megahit Hound Dog. Demnach war es auch keine allzu große Überraschung, dass es gleich mehrere Songs, die das Duo direkt für den Soundtrack des MGM-Films Jailhouse Rock (→ Jailhouse Rock – ein Klassiker wird 55) bei Elvis Presleys Musikverlag eingereicht hatte, in die Endauswahl schafften.

Völlig neu war allerdings, dass dies für Jerry Leiber und Mike Stoller mit der Einladung verbunden war, bei der Aufnahmesession selbst mit von der Partie zu sein.

Elvis Presley (Mitte) mit den Komponisten Jerry Leiber (links)  und Mike Stoller (rechts)

Die Aufnahmesession zu Jailhouse Rock fand am 30. April und den ersten Maitagen 1957 bei Radio Recorders in Los Angeles statt. Elvis Presley traf am 27. April 1957 per Zug zusammen mit Freddy Bienstock vom Musikverlag Hill & Range, Cousin Gene Smith, den Freunden George Klein und Arthur Hooton in Los Angeles ein, wo er sich mit seinem Gefolge im vornehmen Beverly Wilshire Hotel einquartierte.

Zuvor hatte sich der Memphis Flash fast den ganzen April über – nach einer Konzerttournee, die ihn u.a. nach Kanada führte – in seiner Wahlheimatstadt aufgehalten, um mit seinen Eltern den bevorstehenden Umzug in das erst kürzlich erworbene neue Zuhause Graceland vorzubereiten. Im Zug ging er dann mit Musikverleger Freddy Bienstock – ein Cousin der Hill & Range-Begründer Jean und Julian Aberbach – noch einmal das für den Soundtrack von Jailhouse Rock ausgewählte Songmaterial durch – Songs, die auch die Zustimmung der für den Film verantwortlichen MGM-Studiobosse gefunden hatten.

Bühne frei für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Jerry Leiber und Mike Stoller hingegen fanden sich am 30. April 1957 direkt bei Radio Recorders in Los Angeles ein, wo sie auf Elvis‘ bewährte Bandkollegen Scotty Moore (Gitarre), Bill Black (Bass) sowie D.J. Fontana (Schlagzeug), die Backgroundformation The Jordanaires, Dudley Brooks (Piano), Toningenieur Thorne Nogar und MGM-Produzent Jeff Alexander trafen.

Ihrem ersten Treffen mit Elvis Presley sahen die beiden Jungkomponisten kurioserweise nicht mit allzu großen Erwartungen entgegen. Aus einem – wie sie später selbst zugaben – nicht wirklich nachvollziehbaren Grund, gingen sie davon aus, es handele sich bei dem „Landei“ aus Memphis einfach um einen schnöseligen, musikalisch wahrscheinlich wenig begabten, dafür aber verwöhnten Jungstar – kurz: ein musikalisches Leichtgewicht. Wie man sich täuschen kann… Weiterlesen

Andys Elvis für 37 Millionen unterm Hammer!

Andy Warhols Double Elvis bei Sothebys - 9. Mai 2012

Andy Warhols Siebdruck Double Elvis (Ferus Type,1963) wechselte gestern im Auktionshaus Sothebys für sage und schreibe 37 Millionen USD (Endpreis, umgerechnet über 28 Millionen Euro) den Besitzer.

Kunstkenner hatten im Vorfeld mit einem Verkaufswert zwischen 30 und 50 Millionen USD gerechnet. Mit diesem silberfarbenen Siebdruck kam die erste Double Elvis-Variante Warhols seit 1995 unter den Hammer. Das Bild soll aus der Privatsammlung eines US-Amerikaners stammen, der es in Elvis Presleys Todesjahr 1977 gekauft hatte. Mehr zu Andy Warhols Elvis-Siebdrucken → Elvis und Andy Warhol – Kings of Popular Art.

Na, da hat doch einer ein richtiges Schnäppchen gemacht, oder ;-)? Der neue Besitzer (oder die neue Besitzerin) hat übrigens per Telefon geboten und ist nicht namentlich bekannt. Aber bevor ich mich jetzt verplaudere, sollte ich besser ganz schnell die Wohnzimmerwand freiräumen… bevor die Möbelpacker von Sothebys vor der Türe stehen. Wenn ich nur wüsste, wohin ich mit dem Sofa soll…

Jailhouse Rock: Ein Filmklassiker feiert Geburtstag

Elvis Presleys dritter Kinofilm Jailhouse Rock (Rhythmus hinter Gittern, 1957) gilt heute als Klassiker der amerikanischen Film- und Musikgeschichte. Jailhouse Rock wurde 2004 in das Nationale Filmregister der USA für kulturell, historisch und ästhetisch besonders relevante Filme aufgenommen und 2008 in einer Umfrage des Empire Magazins als einer der 500 besten Filme aller Zeiten ausgezeichnet.

Der gleichnamige Titelsong des Films zählt laut Rolling Stone zu den 100 besten Songs, die zentrale Musik- und Tanzszene von Jailhouse Rock gilt Musikhistorikern als Prototyp des modernen Musikvideos.

Wer hätte das gedacht? Der King, von seinen Kritikern, Biografen und Fans meist gleichermaßen geschmäht für seine 31 Spielfilme, hat mindestens einen echten Klassiker im Portfolio. Das verwundert jedoch nur auf den ersten Blick, denn wie kaum ein anderer Film seiner Ära transportierte Jailhouse Rock das rebellische Lebensgefühl der Rock ’n’ Roll-Generation in den 1950ern. In Jailhouse Rock kulminierte das Rock ’n’ Roll-Lebensgefühl erstmals musikalisch und filmisch in einer Person: Elvis Presley, King of Rock ’n’ Roll.

Bis zu diesem Zeitpunkt spielte Musik nämlich auch in den früheren richtungsweisenden Filmen wie Blackboard Jungle (Saat der Gewalt, 1955), der Bill Haleys Rock Around The Clock mit großem Erfolg als Titelsong verwendete, nicht die Hauptrolle – die Musik war hier (noch) nicht personalisiert durch den Hauptdarsteller (Glenn Ford). Dies änderte sich mit Jailhouse Rock 1957, der übrigens wie Blackboard Jungle ebenfalls von Pandro S. Berman für MGM produziert wurde.

Höhepunkt des Schwarzweißfilm-Klassikers mit Elvis Presley in der dramatischen Hauptrolle des musikalisch begabten „bad boy“ Vince Everett, den sein explosives Temperament hinter schwedische Gardinen verfrachtet, ist die berühmte Musik- und Tanzszene, der Jailhouse Rock – so ziemlich jeder dürfte sie irgendwann einmal gesehen haben, spätestens seit YouTube Einzug gehalten hat ;-).

Der Titelsong Jailhouse Rock mit seiner Fülle subtiler Anspielungen, u.a. homoerotischer Natur (man wundert sich sattsam, was da alles so durch die Zensur ging), wurde von dem bekannten Komponistenduo Jerry Leiber und Mike Stoller direkt für den Film verfasst. Überhaupt stammen gleich 4 der 6 im Film von Elvis Presley dargebotenen Songs aus ihrer Feder.

Dabei stand diese fruchtbare Zusammenarbeit, die ihren Höhepunkt Ende April/Anfang Mai 1957 in den Jailhouse Rock-Aufnahmesessions fand, zunächst unter gar keinem guten Stern.  Weiterlesen

Memphis Beat – Elvis-Krimiserie ab Mai 2012 auf TNT

Ab 7. Mai 2012 gibt’s wieder Elvis auf TNT Deutschland mit dem Start der amerikanischen Krimiserie Memphis Beat. Immer montags ab 21 Uhr ermittelt Detective Dwight Hendricks in Elvis Presleys Heimatstadt Memphis/Tennessee.

Hendricks, gespielt von dem vielseitigen Schauspieler Jason Lee (My Name is Earl, Vanilla Sky), ist ein ausgeprägter Individualist, ein Polizist mit einer ebenso innigen Beziehung zur seiner Stadt wie zu seiner Mutter, mit der er seine Liebe zur Musik teilt. Er hegt eine große Leidenschaft für den Blues und einer noch größere für den Memphis Flash. Wenn er nicht gerade als „Hüter von Memphis“ ermittelt, dann kann man ihn todsicher in seiner Lieblingskneipe finden, wo er gerne selbst auftritt und die Songs des King zum Leben erweckt.

Klarer Fall, Hendricks ist als Charakter stark an Elvis Presley angelegt. Ein gefühlvoller Macho mit viel Charme, ein echter Südstaatler aus Überzeugung, der seine Mama verehrt und sich verantwortlich fühlt für Recht und Ordnung in „seiner Stadt“.

Elvis Presley unterhielt zeitlebens enge freundschaftliche Beziehungen zum Memphis Police Department, war Ehrenmitglied, leidenschaftlicher Polizeimarkensammler mit einer ausgeprägten Vorliebe für Schusswaffen. Und dann natürlich die Musik, die im Leben Elvis Presleys die Hauptrolle und in der Serie sicher keine Nebenrolle spielt. So sind alle 10 Folgen der 1. Staffel an Titel berühmter Elvis Songs angelehnt. Weiterlesen

Elvis in der Werbung – Sony legt nach

Nach Samsung und Panasonic hat nun auch Elvis Presleys musikalisches Zuhause Sony den King für eine neue Anzeigenkampagne in 2012 entdeckt.

Sony Kopfhörer Kampagne Korea 2012

Weitere Informationen zu dieser Werbekampagne im Blogbeitrag Elvis in der Werbung – der King rockt die Musikindustrie!

Elvis in der Werbung – der King rockt die Musikindustrie!

Mit Elvis Presleys Image wird heute sehr gerne in TV-Werbespots und Printanzeigen geworben. Besonders Autohersteller wie BMW und Audi nutzen Elvis’ gelebte Auto Emoción ausgiebig für die eigene Marke. Letzteres manchmal mit ungeahnten Folgen – das hat der Hype um den Wackel-Elvis aus dem Audi-TV-Spot The Fan von 2001 eindrucksvoll bewiesen. Aber hat Elvis eigentlich zu Lebzeiten je Werbung für ein anderes Produkt als ELVIS gemacht?

Mein Freund Werner – immer noch kein Elvis-Fan– ist sich da sicher: wenn überhaupt, dann nur für was Essbares. Hätte mich auch gewundert, wenn Werner mal ein Klischee ausgelassen hätte ;-). Aber diesmal hat er zumindest nicht ganz unrecht.

Und zwar hat Elvis während seines Engagements bei der bekannten Country-Musikshow Louisiana Hayride (→ Elvis Louisiana Hayride 8. Januar 1955, → Elvis unbekannte Hayride-Aufnahme entdeckt) einen Radio-Werbespot für die Bäckerei Southern Maid Donuts und ihr gleichnamiges Produkt gesprochen. Mit Donuts sind diese ultrasüßen Teilchen mit Loch in der Mitte gemeint, die man auch bei uns zu kaufen bekommt. Sind sehr lecker, gehen aber sofort auf die Hüften, gnadenlos!

Dieser kurze Radio-Spot für Southern Maid Donuts, wofür sich übrigens auch andere bekannte Künstler wie Johnny Cash zur Verfügung gestellt haben, galt jedenfalls lange als die einzige Produktwerbung Elvis Presleys. Er wurde während der Radioübertragung der Louisiana Hayride-Show am 6. November 1954 gesendet:

„You can get them piping hot after 4 P.M., you can get them piping hot, Southern Maid Donuts hits the spot, you can get them piping hot after 4 P.M.“

Elvis rockt Victrola

Aber der gute Elvis ist letztendlich doch kein Einzeltäter in Sachen Werbung geblieben (→ siehe Kleider machen Leute – Elvis Presley und Bernard Lansky). 2 Jahre nach seinem Donut-Erstling hat er nämlich ausgiebig Produktwerbung für die Radio Corporation of America (RCA) gemacht, bei deren Plattenlabel RCA Records er seit Ende 1955 unter Vertrag war. Im Billboard Magazin vom 17. November 1956 erschien nämlich diese, an Musikhändler gerichtete Anzeige für einen tragbaren Plattenspieler, den Victrola von RCA. Weiterlesen

God Is The Bigger Elvis

God Is The Bigger Elvis (Gott ist der größere Elvis) ist der Titel einer berührenden Dokumentation über Elvis Presleys Schauspielkollegin Dolores Hart, die vor fast 50 Jahren ihre erfolgreiche Karriere an den Nagel hing, um fortan als Nonne in einem Benediktinerinnenorden zu leben. God Is The Bigger Elvis war 2012 für den Oscar in der Kategorie Kurzdokumentation nominiert.

Dolores Hart als Nellie in King Creole

Dolores Hart (*20.10.1938), eigentlich Dolores Hicks, stammt aus einer Schauspielerfamilie und wuchs teils bei ihren Eltern in Los Angeles, teils bei den Großeltern in Chicago auf. Verwandt ist sie auch mit dem früh verstorbenen Sänger Mario Lanza, einem Gesangsidol Elvis Presleys.

Schon im zarten Alter von 9 Jahren stand Dolores zum ersten Mal für den Film Forever Amber (1947) in einer kleinen Rolle vor der Kamera. Filmproduzent Hal Wallis nahm die hübsche Jungschauspielerin, die zeitweise als die nächste Grace Kelly galt, 1956 unter Vertrag und gab ihr eine weibliche Hauptrolle neben Elvis Presley in dessen 2.  Kinofilm Loving You (Gold aus heißer Kehle, 1957). Weiterlesen