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Erinnert: Elvis‘ Filmpartnerin Dolores Hart

Vor genau 50 Jahren tauschte Dolores Hart – Elvis Presleys bezaubernde Filmpartnerin aus Loving You (1957) und King Creole (1958) – ihre vielversprechende Schaupielkarriere gegen ein Leben als Nonne in einem Benediktinerinnenorden ein.

Die Verführung der Unschuld: Dolores Hart mit Filmpartner Elvis Presley in 'King Creole' (1958)

Die Verführung der Unschuld: Dolores Hart mit Filmpartner Elvis Presley in ‚King Creole‘ (1958)

Warum „Gott der größere Elvis“ ist und was das alles mit einem 2012 für den Oscar nominierten Dokumentarfilm über Dolores Hart zu tun hat…

Private Momente: Dolores Hart und Elvis Presley in einer Drehpause zum Film 'King Creole' (1958)

Private Momente: Dolores Hart und Elvis Presley in einer Drehpause 1958

… gibt’s hier zu lesen und vor allem anzuschauenGod Is The Bigger Elvis.

50 Jahre Fun in Acapulco mit Elvis Presley: Spotlight Filmcrew

Seit 50 Jahren hat Elvis mächtig Spaß in Acapulco – und das obwohl er nie einen Fuß in das  mexikanische Urlaubsparadies gesetzt hat. Hollywood macht es möglich mit einer Hal Wallis-Produktion für Paramount Pictures aus dem Jahr 1963, die den ungeheuer einfallsreichen Titel Fun in Acapulco trägt und Elvis Presley in einer seiner Paraderollen zeigt: die des charmanten, singenden Sonnyboys und Womanizers.

Filmplakat 'Fun in Acapulco' 1963 - Foto: Helmut Radermacher: Das große Elvis Presley Filmbuch

Filmplakat ‚Fun in Acapulco‘ 1963 – Foto aus Helmut Radermachers Elvis Presley Filmbuch

Man ahnt es schon, der Film ist eine typische Elvis-Musikkomödie aus den frühen 1960ern (→ Elvis im Kino: Interview mit Musikwissenschaftler Björn Eckerl), so wie sie nach dem Megaerfolg von Blue Hawaii 1961 (dt. Blaues Hawai) – ebenfalls eine Hal Wallis-Produktion – für den King zum Standard wurden. Es ist also leicht, den Film wie die Redaktion des Filmmagazins Cinema schnell als „Elvis-Enchiladas mit schlapper Musiksoße“ abzutun. Und dennoch: Der Unterhaltungfilm, der mittlerweile ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, ist verblüffend gut gealtert. Woran liegt’s?

Nun, zuerst einmal wartet Fun In Acapulco mit noch heute gültigen Zutaten für einen erfolgreichen Unterhaltungsfilm auf: tolle Bilder von Sommer, Sonne, Meer, schöne Hotel- + Poollandschaften, Urlaubsfeeling mit gutaussehenden, leichtbekleideten Darstellern, Partystimmung und viel (hier: südamerikanisch inspirierter) Musik. Und dann ist da natürlich noch der Hauptdarsteller…

[youtube]http://youtu.be/-ToSUa-2WH0[/youtube]

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Elvis Presley: Summer of ’61

Praktisch noch druckfrisch ist die neueste Buchveröffentlichung des Elvis-Sammlerlabels Follow That Dream (FTD): Elvis Presley – Summer of ’61.

Elvis Presley: Summer of '61, FTD Books 2013

Elvis Presley: Summer of ’61, FTD Books 2013

Der rund 390 Seiten starke Bildband im Format 24,5 x 24,5 cm, zusammengestellt von David English und dem bekannten norwegischen Foto-Sammler Pål Granlund (→ Elvis Presley – King Creole Frame by Frame), dokumentiert die Ereignisse rund um die Außenaufnahmen zu Elvis Presleys 9. Kinofilm Follow That Dream (dt. Ein Sommer in Florida). Der wurde im schwülwarmen Juli/August 1961 in Florida gedreht – und zwar vor allem in der Region um Inverness, Ocala, Inglis und Yankeetown – und kam 1962 in die Kinos.

Elvis Presley – Summer of ’61 folgt vom Konzept her in mancherlei Hinsicht dem bahnbrechenden → A Boy From Tupelo-Boxset, das FTD-Sammlerchef Ernst Jørgensen erst 2012 herausgebracht hat. So ist der Hauptteil des neuen FTD-Bildbands ebenfalls chronologisch nach Kalenderdaten angeordnet, denen die zahlreichen, meist schwarz-weißen Fotos (sehr gute Qualität auf hochwertigem Papier) zusammen mit Zeitungsartikeln aus der Region, Interviews mit der Film-Crew, Stories von Anwohnern, Securitymitgliedern und Fans, die bei den Dreharbeiten hautnah mit dabei waren, zugeordnet sind. 200 der Fotos in Summer of ’61 sollen bislang unveröffentlicht sein.

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Lansky Bros. on Beale Street – Clothier to the King

You gotta dress for success, das wusste Elvis Presley schon im zarten Alter von 17! Also suchte der künftige King sich noch bevor die Musikkarriere richtig am Start war und namhafte Designer Schlange standen, um ihm die Garderobe auf die begehrten Hüften zu schneidern, einen Herrenausstatter mit möglichst coolen „cat clothes“.

Fündig wurde Elvis bei Bernard Lansky von Lansky Bros. auf der kultigen Beale Street in Memphis (→ Kleider machen Leute – Elvis Presley und Bernard Lansky). Aus der ersten Begegnung im Jahr 1952 wurde eine langjährige Kundenbeziehung, die Bernard Lanskys Geschäft weltberühmt machte, denn der King trug die kultigen Klamotten bei seinen Auftritten, auf der Kinoleinwand und privat.

Werbung mit Elvis im Ballonhemd von Lansky

Werbung mit Elvis im Ballonhemd von Lansky

Seit dem Tod von Bernard Lansky im November 2012 führt die jüngere Generation das Geschäft in Memphis erfolgreich fort, wie in diesem aktuellen Video mit Hal Lansky zu sehen ist.

[youtube]http://youtu.be/bQ26MI3Ppc4[/youtube]

Mehr zu Elvis dem Dandy Rocker → Kleider machen Leute

Elvis und The Jordanaires – meine Top 20 vom Dream Team

An einem schönen Sonntagnachmittag des Jahres 1955 bekamen Gordon Stoker (→ In Memoriam Gordon Stoker), Hugh Jarrett, Neal Matthews und Hoyt Hawkins von den Jordanaires nach einem Auftritt in Memphis backstage Besuch von einem  auffällig gekleideten Mann um die 20.  Der sehr freundliche Unbekannte stellte sich als Elvis Presley vor und überraschte das Quartett mit der Aussage: „Wenn ich je einen Vertrag mit einem großen Plattenlabel bekomme, dann möchte ich, dass ihr meine Backgroundgruppe werdet“.

Elvis Presley mit den ‚Jordanaires‘  1957

Die Jordanaires, damals selbst schon eine Größe im Musikgeschäft, wünschten dem höflichen Jungen alles Gute, aber rechneten nicht wirklich damit, je wieder von ihm zu hören.  Doch Elvis Presley löste sein Versprechen ein. Sofort nach seinem Wechsel von SUN zu RCA Records Ende 1955 wurden die  Jordanaires für fast anderthalb Jahrzehnte eine feste Größe bei seinen Plattenaufnahmen, Live-Auftritten und Filmaufnahmen. Dabei ist die Anzahl von Klassikern, die das Dream Team hervorbrachte, geradezu atemberaubend. Hier sind – mehr oder weniger chronologisch – meine ganz persönlichen Top 20 des King mit den Jordanaires. Viel Spaß damit ;-).

Love Me (1956): Complete Masters Boxset

Love Me

Santa Claus Is Back In Town (1957): Complete Masters Boxset

Santa Claus Is Back In Town

King Creole (1958): Complete Masters Boxset

King Creole

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Elvis und The Jordanaires: Gordon Stoker in Memoriam

Am 27. März 2013 ist ein weiterer der langjährigen Weggefährten Elvis Presleys im Alter von 88 Jahren in Brentwood/Tennessee verstorben: Gordon Stoker. Als Tenor des Gesangsquartetts The Jordanaires hat Gordon Stoker ab 1956 den Sound vieler großer Elvis-Hits wesentlich geprägt – im Aufnahmestudio ebenso wie live auf der Bühne und auf der großen Kinoleinwand.

Gordon und ‚The Jordanaires‘ in der Besetzung zwischen 1954 und 1958 – im Uhrzeigersinn: Gordon Stoker,  Hugh Jarrett, Neal Matthews und Hoyt Hawkins; Foto: jordanaires.net

Gordon Stoker kam am 3. August 1924 in Gleason/Tennessee zur Welt. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf – schon im Alter von 8 Jahren sang und spielte er Orgel in der Kirche. Schon früh verdiente er sich die ersten Sporen als Pianist in The Clement Trio, war mit 15 Jahren einer der jüngsten Performer auf der Bühne der Grand Ole Opry und wurde von John Daniel für das damals in der Country-Szene sehr populäre John Daniel Quartet entdeckt. 1943 kam der Ruf von Uncle Sam an die Front – Stoker diente in der Air Force und war in Australien stationiert.

Gordon Stoker und ‚The Jordanaires‘

1945 kehrte Gordon Stoker in die USA zurück, wo er zunächst an der Oaklahoma Baptist University Psychologie, Musik und Gesang studierte. Aber die Heimat ließ ihn nicht los, 1948 siedelte er nach Nashville über, wo er zunächst sein Studium fortsetzte, jedoch letztendlich nicht abschloss. Stattdessen zog es ihn wieder zum Daniel Quartet – bis sich 1949 eine neue Chance über das Gesangsquartett The Jordanaires eröffnete.

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White N.I.G.G.E.R.S und Black A.N.G.E.L.S

Quentin Tarantinos oscarprämierter Kinofilm Django Unchained hat bei Erscheinen 2012 wegen der häufigen Verwendung des Ausdrucks Nigger für heftige Emotionen in den USA gesorgt (→ Grenzgänger: Elvis Presley und Quentin Tarantino). Kein Wunder, steht das „N-Wort“ doch wie kein anderes für die Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung, für Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft.

Vor allem seit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement, etwa 1955 – 1968) hat sich Nigger  zu einem Wort mit großer Symbolkraft entwickelt, die Bezeichnung einer Person als Nigger gilt als eines der schlimmsten Schimpfwörter überhaupt… und richtet(e) sich längst nicht nur gegen Afroamerikaner. Landsleute heller Hautfarbe wurden ebenso, wenn sie die einst klar gezogenen Grenzen von schwarz und weiß in einer von Rassentrennung geprägten amerikanischen Gesellschaft nicht einhielten, als Nigger bzw. white Nigger beschimpft.

Das galt auch für Elvis Presley, der ab 1954 aus Sam Phillips SUN-Studio heraus die Musikszene ordentlich aufmischte mit seinem Rockabilly-Stil, einem Mix aus „weißer“ Country-Musik und „schwarzem“ Rhythm & Blues, einem musikalischen Mix mit Hüftschwung, den es in den Augen und Ohren vieler nicht hätte geben dürfen. So mancher Bürger der Vereinigten Staaten sah durch Elvis Presley gar die nationale Sicherheit gefährdet und rief das FBI an, das daraufhin eine schöne dicke Akte über den Memphis Flash anlegte. Kaum zu glauben, aber wahr.

Ein Foto, das es eigentlich nicht geben durfte: Elvis Presley mit Fans heller und dunkler Hautfarbe am 1. Juli 1956; Foto: Alfred Wertheimer

Unerbittlich war teilweise auch die Kritik, die Mr. Presley schon früh aus Musikerkreisen entgegenschlug.  Country-Musiker Ira Louvin von den Louvin Brothers, der Mitte der 1950er mit Elvis auf Tournee war, sagte es seinem jungen Kollegen  einmal unverblümt ins Gesicht: „Well, you damn white nigger„. So mancher, der in der etablierten Country-Szene das Sagen hatte, hätte Elvis Presley gerne gleich ganz aus den Country-Musikcharts verbannt, weil er „nigger music“ sang und damit in seinen Augen das Genre degradierte (→ vgl. Michael T. Bertrand: Race, Rock And Elvis).

Auch auf der „anderen Seite“ hatte so mancher mehr als nur Bauchgrimmen angesichts des Erfolgs des Memphis Flash, der laut Joel Whitburns Chartstatistik in Hot R&B Songs 1942 – 2010 mit 24 Songs in den Top 10, davon 6 Mal Nummer 1,  bis heute der weiße Musiker mit den meisten Hits in den Rhythm & Blues-Charts ist.  Schnell stand der Vorwurf im Raum, Elvis Presley sei auch nur ein weiterer rassistischer Weißer, der sich am kulturellen Erbe der Afroamerikaner bereichere. Da half es zunächst auch wenig, dass afroamerikanische Kollegen wie B.B. King und Jackie Wilson dem Mann aus Memphis beisprangen – Jackie Wilson mit der ziemlich provokanten Aussage:

„A lot of people have accused Elvis of stealing the black man’s music, when in fact, almost every black solo entertainer copied from Elvis –  Eine Menge Leute haben Elvis beschuldigt, die Musik der Schwarzen zu stehlen, wo es doch so ist, dass fast jeder schwarze Soloentertainer Elvis kopiert.“
– Jackie Wilson

Im April 1957 veröffentlichte das Sensationsblatt SEPIA eine Umfrage unter Afroamerikanern mit dem Titel What negroes think about Elvis. Durch diese Veröffentlichung wurde das äußerst langlebige Gerücht geboren, Elvis Presley hätte bei einer Gelegenheit folgende rassistische Bemerkung vom Stapel gelassen: „The only thing negroes can do for me is shine my shoes and buy my records / Das einzige, was Neger für mich tun können, ist meine Schuhe zu putzen und meine Platten zu kaufen“.

Hier erzählt der Historiker und Autor des sehr lesenswerten Buches Race, Rock And Elvis, Universitätsprofessor Michael T. Bertrand, wie es dazu kam und was denn nun wirklich dran war an dem „Schuhputzer“-Gerücht: Weiterlesen

Happy Birthday Lisa Marie Presley

Des Königs Prinzessin, Lisa Marie Presley ( *1. Februar 1968), hat heute Geburtstag. Mensch, wie die Zeit vergeht. Herzlichen Glückwunsch, Lisa Marie!

Lisa Marie Presley

Lisa Marie Presley zum 50. Geburtstag

 

Aloha: Welcome to my World – Welcome to the Promised Land

„Reine Unterhaltung, keine Botschaften“, betonte Elvis Presley bei der Ankündigung seiner Show der Superlative Aloha From Hawaii (1973), die hochgerechnet mehr als eine Milliarde Menschen auf diesem Planeten gesehen haben sollen (zur Diskussion um Übertragung und Einschaltquote → Elvis Aloha From Hawaii).

Volles Rohr Jungs: Elvis Presley dirigiert seine Band beim Aloha-Konzert, 14. Januar 1973

Klingt irgendwie eine Spur zu harmlos, das mit der reinen Unterhaltung. Steckte am Ende nicht doch mehr dahinter? Ja und nein. Tatsächlich verstand sich Elvis Presley in erster Linie als Unterhaltungskünstler, als jemand, dessen vorrangiges Ziel es war, Menschen durch seine Musik glücklich zu machen, wie er u.a. bei seinem Besuch im Weißen Haus Ende 1970 und seiner Dankesrede zur Verleihung des Jaycee-Awards im Januar 1971 (→ Aloha From Hawaii: die Botschaft) betonte.

Musik, die Menschen berührt und ihnen etwas bedeutet, Musik, die das Herz trifft (und manchmal auch Körperregionen eine Etage tiefer),  hatte für den King of Rock ’n‘ Roll einen Wert an sich und musste sich nicht erst durch bedeutungsschwere, intellektuell verbrämte, „trockene Botschaften“ legitimieren. Bloß keine Reden auf der Bühne schwingen, keine Predigten von der Kanzel, so sein Motto.

Mit seinem direkten Bekenntnis zu Musik als Zerstreuung im Alltag (→ Elvis‘ Zitat des Lieds „Without A Song/Ohne ein Lied“) wollte er sich offensichtlich deutlich von einer Musikergeneration absetzen, die damals – in Zeiten des Vietnamkriegs, der Bürgerrechtsbewegung, der Studentenproteste und der Frauenbewegung – offen politisch motiviert war. Und dies obwohl Elvis Presley privat Politik und Zeitgeschehen genau verfolgte und dort auch gerne Stellung bezog. Doch eine vordergründige Politisierung von Musik lehnte er für sich ab, was er einmal mehr in der Pressekonferenz zu seinen Konzerten im Madison Square Garden im Juni 1972 (→ Box-Set Prince From Another Planet) deutlich machte. Weiterlesen

Elvis – Madison Square Garden – 9. Juni 1972

Elvis Presleys 4 Konzerte im Madison Square Garden im Juni 1972 waren allererste Sahne und sind zu Recht legendär. Vor ein paar Monaten erst hat Sony die Nachmittags- und die Abendshow vom 10. Juni 1972 neu abgemischt von Grammy-Gewinner Michael Brauer  auf CD in dem Deluxe-Boxset Prince From Another Planet (→ Elvis Prince From Another Planet – Wooowww!)  herausgebracht. Mit im Paket: seltene, restaurierte Super- 8-Filmaufnahmen eines Fans, der mit Kamera und Stativ live dabei war.

Soweit zum 10. Juni 1972. Eine tolle Ergänzung zum Boxset Prince From Another Planet ist das folgende Video, bei dem es die vollständige Show der sog. Opening Night vom 9. Juni, d.h. das erste der legendären Konzerte im Madison Square Garden, als Publikumsmitschnitt zu hören gibt. Viel Spaß dabei ;-).

[youtube]http://youtu.be/i8e0B8UQmes[/youtube]