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Elvis Presley durch die Linse des Fotografen Alfred Wertheimer

Ein TV-Tipp für Schnellentschlossene: Am Sonntag, 10. März 2013, bringt die ARD in der Sendung ttt – titel thesen temperamente ab 23:05 Uhr eine Reportage über den deutschstämmigen Fotografen Alfed Wertheimer und dessen wundervoll intime Fotos des jungen Elvis Presley aus dem Jahr 1956, als der King noch ein Prinz war. Einschalten lohnt sich, Buchtipps gibt’s obendrein! Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Momentaufnahme: Elvis nimmt ‚Hound Dog / Don’t Be Cruel‘ auf, Studio One, New York, Anfang Juli 1956

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Elvis Presleys Heartbreak Hotel 1956

Heartbreak Hotel – Elvis Presleys erster Monster-Hit aus dem Jahr 1956 – gilt als minimalistisches Meisterwerk. Am ehesten ein Blues, wird die düstere, selbstmordlastige Atmosphäre des Songs in erster Linie vom Gesang Elvis Presleys getragen. Es ist die Intensität seiner Stimme, die zugleich Entschlossenheit, Verletztlichkeit und eine Prise Selbstironie offenbart, die den Song als Elvis-Klassiker definiert.

Heartbreak Hotel: Single-Cover von Elvis Presleys Klassiker aus dem Jahr 1956.


Elvis Presley: Heartbreak Hotel, Studioversion RCA Victor 1956

Heute gilt Heartbreak Hotel als Klassiker. 1956 jedoch waren jedoch bei weitem nicht alle vom Potenzial des Songs und des damals noch sehr jungen, weitgehend unbekannten Interpreten Elvis Presley überzeugt.

Heartbreak Hotel: I walk a lonely street

Heartbreak Hotel wurde von Mae Boren Axton und ihrem Partner, dem Gitarristen Tommy Durden, 1955 speziell für Elvis Presley geschrieben. Mae Axton arbeitete Mitte der 1950er unter anderem als Promoterin und lernte Elvis über dessen damaligen Manager Bob Neal kennen, als sie den Nachwuchsstar 1955 für eine Hank-Snow-Show in Florida buchte.

Elvis Presley mit Mae Boren Axton (rechts im Foto) im Mai 1955 – Foto: Ken Sharp, Writing for the King, 2006

Vom Talent des Memphis Flash überzeugt, den sie außerdem sehr sympathisch fand, versprach sie ihm einen Top-Hit, der ihm zum Durchbruch verhelfen sollte. Elvis sei so jung und aufrichtig gewesen, das habe sie damals sehr berührt, wird Axton noch Jahrzehnte später erzählen.

Die zündende Idee zu Heartbreak Hotel hatten Mae Axton und Tommy Durden von einem Zeitungsartikel über einen Mann, der Selbstmord verübt und einen Abschiedsbrief mit nur einer einzigen verzweifelten Zeile, nämlich I walk a lonely street, hinterlassen hatte. Das traurige Schicksal des Unbekannten inspirierte die beiden so, dass sie Heartbreak Hotel in kaum mehr als 20 Minuten komponierten.

Heartbreak Hotel

Well, since my baby left me
Well, I found a new place to dwell
Well, it’s down at the end of Lonely Street
At Heartbreak Hotel
Where I’ll be–where I get so lonely, baby
Well, I’m so lonely
I get so lonely, I could die
Although it’s always crowded
You still can find some room
For broken-hearted lovers
To cry there in the gloom
And be so, where they’ll be so lonely, baby
Well, they’re so lonely
They’ll be so lonely, they could die
Well, the bellhop’s tears keep flowin‘
And the desk clerk’s dressed in black
Well, they’ve been so long on Lonely Street
Well, they’ll never, they’ll never get back
And they’ll be so, where they’ll be so lonely, baby
Well, they’re so lonely
They’ll be so lonely, they could die
Well now, if your baby leaves you
And you have a sad tale to tell
Just take a walk down Lonely Street
To Heartbreak Hotel
And you will be, you will be, you will be lonely, baby
You’ll be so lonely
You’ll be so lonely, you could die
Well, though it’s always crowded
You still can find some room
For broken-hearted lovers
To cry there in the gloom
And they’ll be so, they’ll be so lonely, baby
They’ll be so lonely
They’ll be so lonely, they could die

Flugs mit der Komposition fertig, baten Axton und Durden den Discjockey Glenn Reeves, eine Demoversion für Elvis anzufertigen. Dabei versuchte Reeves, möglichst genau wie Elvis zu klingen, wie man auf dem erhaltenen Demo hören kann.

Glenn Reeves‘ Demoversion von Heartbreak Hotel – Ken Sharp: Writing for the King, 2006

Elvis Presley war von Heartbreak Hotel offenbar sofort begeistert, denn er nahm den Song schon 1955 – noch bevor es eine Plattenaufnahme gab – in sein Live-Repertoire auf und äußerte, er sei sich sicher, dass dies sein erster großer Hit werden würde. Andere waren davon längst nicht so überzeugt, wie sich schnell herausstellen sollte.

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Elvis Presley: A Moment in Time – 4 Days in ’56 von M. Rose

Elvis Presley: A Moment in Time – 4 Days in ’56 ist eine tolle Neuerscheinung nicht nur für Fans, die Fotobücher lieben. Autor Michael Rose ist ja bereits ein Begriff seit Veröffentlichung seiner wirklich gut recherchierten DVD-Dokumentation Elvis: Return To Tupelo (2008) und hat jetzt mit diesem Bildband nachgelegt, der von Follow That Dream Books vertrieben wird.

A Moment in Time – 4 Days in ’56 konzentriert sich – wie der Titel schon sagt – auf 4 Tage im Mai des ereignisreichen Jahres 1956, in dem sich der gerade mal 21-jährige Elvis Presley vom regionalen Gesangstalent zum absoluten Superstar entwickelte.

Zahlreiche, bislang weithin unbekannte Fotos aus den Archiven der Library of Congress und des Look Magazines sowie ein gelungenes, klassisches Layout machen diesen Band zum Augenschmaus.

Alle Fotos: © Michael Rose Productions 2011

Ein verlängertes Wochenende mit Elvis Presley kann der Leser hier hautnah miterleben, angefangen vom Konzert in Detroit/Michigan am Freitag, den 25. Mai 1956, über die Auftritte in Columbus und Dayton/Ohio am Samstag und Sonntag bis zur kurzen Verschnaufpause, die Elvis in seinem neuen Zuhause im Audubon Drive in Memphis am 28. Mai 1956 einlegte.

Columbus/Ohio 26. Mai 1956_Rose

Columbus/Ohio 26. Mai 1956

Action in Columbus 26. Mai 1956

Mit Gitarrist Scotty Moore 26.Mai 1956

Zu sehen ist Elvis in Action auf der Bühne, hinter der Bühne mit Fans, seinen Musikern und Cousin Gene Smith, auf einer Party mit aktuellem Date und zuhause mit seinen Eltern. So ungezwungen, natürlich und vor allem megacool kennt man Elvis sonst fast nur auf den berühmten Fotos von Alfred Wertheimer (→ Elvis Presleys Sweetheart) aus demselben Jahr.

Backstage mit Cousin Gene Smith – 27. Mai 1956

Mit Date Dolores Miklas (Pipski) auf einer Party am 25. Mai 1956

Anstrengend so ein Leben als Superstar – Elvis und Mama Gladys 28. Mai 1956

Elvis führt seinen 1956 Messerschmitt KR200 vor – Memphis 28. Mai 1956

Gut eingebunden sind die Fotos durch den informativen Begleittext, zeitgenössische Besprechungen der Konzerte aus der Tagespresse und Augenzeugenberichten von Fans, die Gelegenheit hatten, diese Konzerte zu besuchen und den künftigen King im Backstage-Bereich persönlich kennen zu lernen.

Mit Fans vor dem Konzert in Detroit 25. Mai 1956

Elvis hautnah – Dayton 27. Mai 1956

Der King geht auf Tuchfühlung – 25. Mai 1956

Und WOW, was muss das für ein Erlebnis gewesen sein! Die Aufregung springt einem aus manchen Fotos geradezu ins Gesicht.

Fans außer sich in Dayton – 27. Mai 1956

Elvis charmiert Fan Toni Thomas – Dayton 27. Mai 1956

Elvis steht Rede und Antwort in Detroit – 25. Mai 1956

Fazit Elvis Presley: A Moment in Time – 4 Days in ’56:

Klare Kaufempfehlung! Tolle Ergänzung zu → Alfred Wertheimers hochwertigen Bildbänden und natürlich auch zum kürzlich erschienenen, Grammy-nominierten Box-Set „Young Man With The Big Beat“, das ganz dem Wahnsinnsjahr 1956 gewidmet ist.

Nur wenige Fotos aus Michael Roses Buch sind schon aus diesem Box-Set bekannt, so dass sich die Anschaffung in jedem Fall lohnt. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht das letzte Elvis-Projekt von Michael Rose ist, denn Veröffentlichungen in dieser Liga kann die Elvis-Welt gut gebrauchen.

Buchcover Elvis Presley: A Moment In Time

Michael Rose: Elvis Presley: A Moment in Time – 4 Days in ’56
Hardcover 24,5 x 24,5 cm, rund 190 Seiten mit zahlreichen s/w-Fotos
Michael Rose Productions 2011
Vertrieb: FTD Books