Beiträge

Elvis in der Werbung: Geht’s noch?

Elvis Presleys Image wird heute immer noch sehr gerne in der Werbung eingesetzt. Besonders Autohersteller nutzen die gelebte Auto Emoción des King ausgiebig für die eigene Marke. So manches mal mit ungeahnten Folgen – das hat 2001 der Hype um den → Wackel-Elvis aus dem Audi-TV-Spot The Fan eindrucksvoll bewiesen.

VW möchte an diesen Erfolg von Audi offensichtlich anknüpfen und wartet aktuell in Israel mit einer Printkampagne auf, die wohl ebenso witzig sein soll wie der Spot aus 2001, es aber leider nicht ist. Beworben wird mit dem King erneut eine technische Errungenschaft, nämlich die Anfahrhilfe am Berg.

Printkampagne von VW in Israel mit einem Elvis, der sich selbst nicht bremsen kann, also eine Berganfahrhilfe braucht... äh, ja!

Printkampagne von VW in Israel mit einem Elvis, der sich selbst nicht bremsen kann, also eine Berganfahrhilfe braucht… äh, ja!

Angespielt wird auf die optische Veränderung des jungen, dynamischen und schlanken Elvis in seine „kugeligere“ ältere Variante, die nicht mehr so recht den Berg raufkommt, weil sie zu viel Junk Food und Medikamente in sich hinein stopft. Dagegen hilft – so der Spot – die Berganfahrhilfe von VW, die einen auch dann stoppt, wenn man es selbst nicht mehr schafft: Stops you when you don’t stop.

Stops you when you don't stop - aua!

Stops you when you don’t stop – aua!

Geht’s noch? Da hatte das Kreativteam von VW wohl selbst mächtig PPP – Pommes, Popcorn und Pillen – im Kopp, als es auf der Suche nach einer Idee war, die irgendwie die Marken VW und Elvis mit der Berganfahrhilfe in Verbindung bringt.

Überhaupt: Was soll das dem VW-Kunden eigentlich sagen? Wenn ich mir einen VW mit Berganfahrhilfe kaufe, dann bin ich auch so ein in die Jahre gekommenes, maßloses Dickerchen, das sich beim Futtern und sonstwie nicht bremsen kann und deswegen eine eingebaute Anfahrhilfe braucht? Toll, das motiviert mich dann aber so richtig, genau mit dem Gefährt auf die Piste zu gehen. Nee, das gibt die rote Karte, Leute!

Gelungener, weil wirklich witzig ist da schon eher der TV-Spot der niederländischen Biermarke Bavaria, die das neue Bavaria Radler u.a. mit den zwar in die Jahre gekommenen, aber dennoch quicklebendigen Musik-/Leinwandlegenden Elvis Presley, Marilyn Monroe, John Lennon, Kurt Cobain und Bruce Lee bewirbt. Entworfen hat die Kampagne, die die verstorbenen Superstars gemeinsam auf einer fernen Insel in bester Laune Bavaria-Bierchen schlürfend zeigt, die Amsterdamer Agentur Selmore:

Im Unterschied zu der israelischen VW-Kampagne wird hier zwar auch mit dem Älterwerden und Aus-dem-Leim-Gehen – auch bei der einst so schönen Marilyn ist „der Lack“ ordentlich ab – gespielt, aber eben ohne erkennbare Häme.

Mit einem in die Jahre gekommenen Elvis, der völlig vergeblich versucht, sich hinter einer dürren Palme zu verstecken, damit er nicht erkannt wird und das Inselparadies am Ende noch auffliegt, hat man unweigerlich Sympathie. Mit dieser lustigen, trotz Alter junggebliebenen Legendentruppe, die so gar nicht weg will von ihrer Bier-Insel, kann sich der Zuschauer viel eher identifizieren… gut für Bavaria Bier!

Außerdem enthält der Bavaria-Spot gleich mehrere wichtige Zutaten für einen passenden Einsatz der Marke Elvis: Humor, gute Laune, Spaß, Action und Emotion. Geht doch ;-)!

Elvis, die Beatles und Bob Dylan kreieren einen Radiospot

Elvis Presleys Image wird heute immer noch sehr gerne in der Werbung eingesetzt. Besonders Autohersteller wie BMW und Audi nutzen Elvis’ gelebte Auto Emoción ausgiebig für die eigene Marke. Letzteres manchmal mit ungeahnten Folgen – das hat 2001 der Hype um den Wackel-Elvis aus dem Audi-TV-Spot The Fan eindrucksvoll bewiesen.

samsung-elvis-print-ads-560x789 (2)Doch auch die Musikindustrie lässt sich nicht lumpen, wenn es um den King geht – zahlreiche Werbekampagnen bedienen sich bis heute erfolgreich des Images Elvis Presleys. Völlig legitim vor dem Hintergrund, dass der Musikgigant selbst, dem gerne nachgesagt wird, zu Lebzeiten nie für ein anderes Produkt als ELVIS geworben zu haben, 1956 gleich mehrere Radiospots für den Victrola, einen tragbaren Plattenspieler der Radio Corporation of America (RCA), aufnahm (→ der King rockt die Musikindustrie).

Daneben hat der King zu Beginn seiner Karriere auch Werbung für seinen Herrenausstatter Lansky in Memphis und so hüftbeschwerende Leckereien wie Southern Maid Donuts gemacht. Ziemlich vielseitig und alltagstauglich, der Mann (→ Scott Williams über die globale Marke Elvis Presley)!

Die Sache mit den Radiospots hat ein paar findige Jungs und Mädels auf die witzige Idee gebracht, mal durchzuspielen, wie es wohl wäre, wenn Elvis den Auftrag bekäme, zusammen mit den Beatles und Bob Dylan einen Radiospot für Kinderschuhe einzuspielen. Klar, dass die Beteiligten da völlig andere Ansätze haben ;-):