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A King Is Born

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Cause Dixieland, that’s where I was born… one frosty morning, singt Elvis in seiner legendären Version des Songs American Trilogy. Und ungemütlich kalt ist es in der Tat in dem winzigen Holzhaus in Tupelo/Mississippi – im Herzen Dixielands – in den frühen Morgenstunden des 8. Januar 1935, als der künftige King of Rock ’n‘ Roll hier das Licht der Welt erblickt.

  • Elvis Presleys Geburtshaus in Tupelo/Mississippi in den späten 1930ern/1940ern - Foto: ElvisExpressRadio

Doch noch ist es nicht so weit. Die hochschwangere Gladys dreht sich unruhig im Bett von einer Seite auf die andere. Keine Position verschafft ihr Erleichterung. Die Wehen haben eingesetzt und kommen nun in immer kürzeren Abständen. Gladys liegt in einem Doppelbett direkt neben der Eingangstür der kleinen Holzhütte, die Ehemann Vernon zusammen mit seinem Vater Jessie und Bruder Vester selbst gebaut hat. Nur 2 Räume hat das winzige Häuschen, ein karg eingerichtetes Schlafzimmer mit alten Zeitungen als Tapetenersatz und eine Wohnküche, in der das Feuer jetzt fast ganz ausgegangen ist.

Die werdenden Eltern: Gladys Love und Vernon Elvis Presley

Die 22-Jährige freut sich auf ihren ersten Nachwuchs ebenso wie Vernon. Wenn nur die Schwangerschaft nicht so beschwerlich wäre. Gladys ahnt, dass sie Zwillinge bekommen wird. Doch sicher sein kann sie sich nicht, denn ärztliche Voruntersuchungen für Schwangere sind alles andere als die Norm unter der ländlichen Bevölkerung Tupelos in den Jahren der Weltwirtschaftskrise.

Eine Krankenversicherung haben die Presleys nicht. Das junge Ehepaar ist arm, sehr arm. Vernon schlägt sich mit wechselnden Gelegenheitsjobs durch und Gladys hat ihren Arbeit als Näherin im Tupelo Garment Center wegen der schwierigen Schwangerschaft längst aufgeben müssen.

Skizze von Elvis Presleys Geburtshaus in Tupelo nach Vernon Presleys Angaben - Skizze: ElvisExpressRadio

Innenansicht der beiden Räume in Elvis Presleys Geburtshaus nach Angaben Vernon Presleys – Skizze: ElvisExpressRadio

 

Überhaupt kennen Gladys und Vernon sich erst knapp 2 Jahre. Schwer verliebt sind sie nur wenige Monate nach dem Kennenlernen einfach durchgebrannt und haben am 17. Juni 1933 in Pontotoc County, Gladys Heimat, geheiratet. In Tupelo hätte das leidenschaftliche Pärchen auch gar nicht ohne Weiteres heiraten können, da die lebenslustige Gladys (25.4.1912-14.8.1958) zu diesem Zeitpunkt mit 21 Jahren zwar schon volljährig ist, nicht aber der erst knapp 17-jährige Vernon (10.4.1916-26.6.1979).

In Gladys Heimat umgeht das Paar dieses klitzekleine Hindernis einfach, indem es bei der Eheschließung falsche Altersangaben macht. Vernon gibt vor, volljährig zu sein, Gladys hingegen macht sich ein paar Jahre jünger als sie ist. Das geht? Sicher, denn die Registrierung von Geburten ist noch keine Pflicht, als Gladys Love Smith im April 1912 in Pontotoc County als viertes von acht Kindern zur Welt kommt. Und Vernon kennt dort ja keiner… Geld für die Heiratslizenz haben die beiden übrigens auch nicht, sie borgen es sich auf die Schnelle von einem befreundeten Ehepaar.

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Elvis, der American Dream und Donald Trumps Amerika

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In Eugene Jareckis Dokumentation „The King – Mit Elvis durch Amerika“ (2017), die vor wenigen Wochen auch im deutschen Kino angelaufen ist, zieht der amerikanische Regisseur eine provokante Parallele zwischen Leben und Karriere Elvis Presleys und dem Niedergang der USA bis zur Wahl Donald Trumps als 45. Präsidenten der Vereinigen Staaten.

 

Pop Art: Elvis Presley als humorvolle Personifikation von U(ncle) S(am).

Elvis wird in der sozialkritischen Dokumentation, in der Jarecki während des Wahlkampfes Donald Trumps am Steuer von Elvis‘ 1963er Rolls Royce Phantom 5 einen Roadtrip quer durch die USA unternimmt, als Metapher für den gescheiterten amerikanischen Traum präsentiert.

Auf dem Roadtrip, der wichtige Stationen in Elvis Presleys Vita einschließt, steigen immer wieder bekannte Persönlichkeiten in den Fond des Rolls Royce, neben Musikern auch Schauspieler wie Alec Baldwin und Ethan Hawke, und erzählen aus ihrer Perspektive über den King, den American Dream und den gesellschaftlichen Ist-Zustand in den USA.

Ein spannendes Konzept für eine sozialkritische Dokumentation, die den King in den Fokus nimmt. Aber vielleicht doch ein bisschen zu weit hergeholt 40 Jahre nach dem Tod Elvis Presleys?

Was ist dran an Elvis als nach wie vor lebendigem Symbol für den (verlorenen) American Dream? Es lohnt ein Blick zurück in das Jahr 1973.

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Elvis darf nicht sterben

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Hier sitze ich also in Block N der Frankfurter Festhalle an einem frühsommerlichen Samstagabend Ende Mai 2017. Nach längerer Überlegung habe ich sie mir dann noch besorgt, die Eintrittskarte zu Elvis in ConcertDas Original aus Graceland, wie auf meiner Karte zu lesen ist.

Elvis in Concert 2017 – Festhalle Frankfurt

Letzteres ist reichlich schräg, denn eins werde ich heute Abend ganz sicher nicht zu sehen und zu hören bekommen: das „Original aus Graceland“. Elvis Presley ist nämlich verhindert… seit ziemlich genau 40 Jahren. Ein Todesfall ist ihm dazwischen gekommen… Es war sein eigener. Leider!

Wenn man diese Tatsache einen Moment „sacken“ lässt, (ich tue es, während ich meinen Platz suche), dann ist es erstaunlich, dass die Festhalle so gut besucht ist an diesem Samstagabend. Nicht ausverkauft, aber gut besucht. Das Publikum ist deutlich 40+, viele Paare, aber auch ganze Familien sind darunter.

Neben mir sitzen zwei unternehmungslustig dreinblickende Mitvierzigerinnen, offensichtlich Freundinnen, die sich schön gemacht haben für die „special occasion“. Schade, dass der King die Beauties heute Abend nicht gebührend wird würdigen können.

Denn was wir jetzt in den nächsten zwei Stunden zu sehen bekommen, ist ein Konzert des King in Abwesenheit des King. Genauer gesagt gibt es eine weitere Auflage von Elvis in Concert, bei dem Elvis per Videoprojektion zu sehen und mit Originalstimme zu hören ist.

Musikalisch begleitet wird er diesmal vom Czech National Symphony Orchestra, also nicht seinen Originalmusikern, wie das bis 2012 der Fall war. Wen wundert’s, die Herrschaften aus Elvis‘ ehemaliger Band sind inzwischen ja auch schon weit über 70.

Eine weitere Neuerung des Konzepts: Priscilla Presley, „Ex-Ehefrau-Witwe“ des King, moderiert das Ereignis und wird, so heißt es, Einblicke in die private Seite des King bieten. Oha. Ich dachte immer, da wäre schon alles gesagt seit der Veröffentlichung von Elvis & Me vor gut 30 Jahren und der Dokumentation Elvis by the Presleys… Denkste.

Das Ganze steht unter dem Motto The Wonder Of You – Titel eines Elvis-Songs aus den 1970ern und passenderweise auch der Titel einer erfolgreichen CD aus dem Jahr 2016, auf der Elvis-Klassiker mit dem Royal Philharmonic Orchestra vertont wurden. 2015 gab es die erste sehr erfolgreiche Version von Elvis mit dem Royal Philharmonic Orchestra: If I Can Dream. Mit ihr kam der King in vielen Ländern bis in die Spitze der Charts. Jetzt gibt es also die Europatournee dazu, allerdings mit einem anderen Orchester.

Der Clou: Priscilla Presley – zu Lebzeiten des King völlig außer vor, was die Karriere ihres Göttergatten anging – fungierte als Co-Executive-Producer beider Erfolgsscheiben und erfüllt, so heißt es, ihrem Ex mit der neuen Tournee den Wunsch, einmal gemeinsam mit großem Orchester aufzutreten. Wirklich eine nette Geste von ihr, oder? Endlich darf er mal mit Orchester, nicht nur mit so einer „mickrigen“ 3-Mann-Band. Jawoll!

Komisch nur, dass Elvis‘ bei seinen Auftritten in den 1970ern zusätzlich zur legendären TCB-Band auch dauernd ein Orchester am Start hatte, etwas, was den Rock ’n‘ Roll-Puristen bis heute so derart gegen den Strich geht, das sie für „Vegas-Elvis“ nur vielfach dokumentierte Verachtung übrig haben. Aber wer könnte sich Elvis‘ berühmte American Trilogy ohne das wunderbare Zusammenspiel des Joe Guercio Orchestra mit der TCB-Band vorstellen?

Man merkt schon, an der Elvis-Legende wird auch weiterhin eifrig gestrickt – posthume Wunscherfüllung inklusive: Elvis darf einfach nicht sterben. Aber zurück in die Frankfurter Festhalle.

Elvis In Concert 2017: Programm

Auftritt für Elvis und das vielseitige Czech National Symphony Orchestra aus Prag, das sich 1993 formierte und das neben Klassik auch Jazz sowie Musical im Portfolio hat. Dirigiert wird es von Maestro Libor Pešek. Es geht los mit dem Klassiker If I Can Dream aus dem TV-Special ELVIS, heute besser bekannt als ’68 Comeback Special.

In Frankfurt läuft dazu auf Leinwand der Liedtext – klatschen und mitsingen ausdrücklich erlaubt. Die Videoprojektionen laufen auf einer großen Leinwand hinter dem Orchester, einer weiteren direkt über dem Orchester und zwei kleineren an den Seiten der Halle ab. Da Leinwände bei Konzerten heute schlicht Status Quo sind, damit alle gut sehen können, was auf der Bühne vor sich geht, könnte man fast vergessen, dass der Star von Elvis In Concert gar nicht auf der Bühne steht. Es starren sowieso alle auf die Leinwände. Allerdings könnte die Akustik – wie immer in der Festhalle – durchaus besser sein.

Nach dem Konzertauftakt mit If I Can Dream folgt Priscilla Presleys erster Auftritt mit Begrüßung des Publikums in deutscher Sprache. Kunststück: Die Dame hat einige Jahre ihrer Schulzeit in Deutschland verbracht, wo sie 1959 ja auch ihren berühmten Ehemann kennenlernte, der als G.I. der US-Armee im hessischen Friedberg stationiert war. Aber für mehr als ein paar Sätze reicht ihr Deutsch nach fast 60 Jahren dann doch nicht mehr.

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Elvis-Fans werden immer jünger ;-)

Wer gedacht hat, dass Elvis-Fans so langsam aber sicher eine aussterbende Gattung sind, ist ganz schön schief gewickelt. Den Beweis liefert dieses witzige Video von der 20 Monate alten Ella Mae, die richtig abgeht (ab 1:00), wenn ihr Daddy im Auto Elvis auflegt – besonders der Klassiker American Trilogy hat es ihr angetan:

[youtube]http://youtu.be/NwfRp8PPCgg[/youtube]

Absolut süß die Kleine, gar keine Frage! Und Geschmack hat sie auch ;-).

Elvis Prince From Another Planet – WOOOWWW!

Wooowww! Prince From Another Planet – das ist aber mal ein Deluxe-Boxset, bei dem sich die Sony-Mannen in Sachen Elvis Presley ordentlich ins Zeug gelegt haben. Wer hier gedacht hat, am Set mit der Neuveröffentlichung von Elvis‘ legendären Madison Square Garden-Konzerten in New York vom 10. Juni 1972 (→ Prince From Another Planet – Audio- und Video-Samples) ist vielleicht was faul, weil der Erscheinungstermin gefühlte eine Million Mal verschoben wurde, lag gründlich falsch. Das Warten auf die verspätete Jubiläumsausgabe zum 40. Jahrestag der Konzerte hat sich schlicht gelohnt.

Deluxe-Set ‚Prince From Another Planet: Cover des Schubers, Sony‘ 2012

Prince From Another Planet: die Aufmachung

Schon optisch ist das Boxset ein Hingucker (bis auf den FSK-Aufkleber vielleicht ;-)), das seinen Titel übrigens einer euphorischen Konzertbesprechung von 1972 in der ansonsten in Bezug auf Elvis nicht gerade als lobhudelnd bekannten New York Times entlehnt.

Elvis in Aktion – Madison Square Garden, 10. Juni 1972; Foto: Booklet des Boxsets ‚Prince From Another Planet‘, 2012

In einem Schuber im Format 20,5 x 20,5 cm befindet sich ein 50 Seiten starkes, auf hochwertigem Papier vierfarbig gedrucktes Booklet mit vielen Informationen (englischsprachig) und Fotos rund um Elvis Presleys Madison Square Garden-Konzerte plus das Herzstück des Sets: die aufklappbare Halterung für die enthaltenen 2 CDs und 1 DVD. Weiterlesen