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Die Faszination der Elvis-Filmsongs: Stefanie Tauber im Interview

Sehr klar und puristisch, begleitet allein vom Klang der Ukulele, scheint Stefanie Taubers Stimme durch den spärlich beleuchteten Saal des Programmkinos Harmonie geradezu zu schweben. Es ist der 16. August 2018, Elvis Presleys 41. Todestag. In der Harmonie in Frankfurt-Sachsenhausen steht an diesem Abend – wie in vielen Kinos deutschlandweit – Elvis auf dem Programm.

  • Stefanie Tauber mit Elvis und ihrer Ukulele - Foto: To Kühne

Das ’68 Comeback Special feiert in diesem Jahr 50. Geburtstag mit einer Special-Edition der legendären TV-Show, die nun auch auf der großen Kinoleinwand zu sehen ist. Doch bevor der King in der Harmonie seine überlebensgroße Magie entfaltet, kommt erst einmal Stefanie Tauber alias Preslisa im Vorprogramm des Kinoabends zum Zuge, und zwar mit ihrer ganz individuellen Interpretation von Songs aus Elvis’ umfangreichen Filmrepertoire.

Wie? Elvis’ Filmssongs ausgerechnet im Vorprogramm des legendären ’68 Comeback Specials? Was wie ein Widerspruch erscheint – schließlich läutete das ’68 Comeback Special das wohltuende Ende von Elvis’ Hollywoodkarriere mit Soundtrackalben in Endlosschleife ein -, ist ein gelungener Kunstgriff.

Denn Taubers Interpretation von Liedern wie I Want To Be Free aus dem Film Jailhouse Rock (1957), Wooden Heart aus G.I. Blues (1960), Forget Me Never (aufgenommen für Wild In The Country, 1961) sowie Song Of A Shrimp (Girls, Girls, Girls, 1962), die es an diesem Abend zu hören gibt, werfen ein ganz eigenes Licht darauf, worin bei aller Skurrilität die Faszination der vielfach belächelten und dennoch beliebten Filmsongs liegt.

Preslisas Forget Me Never – Audio vom Album Back in Bornheim

The Memphis Flash hat Stefanie Tauber alias Preslisa vor ihrem Auftritt im Programmkino Harmonie interviewt.

Interview

The Memphis Flash: Stefanie, warum ausgerechnet Elvis? Wie kam es zu Deiner Faszination für den King, die dazu geführt hat, dass Du ihm als Preslisa ein musikalisches Soloprogramm widmest und mit Back in Bornheim, Aloha From Neukölln, Preslisa Live gleich mehrere Alben mit seinen Songs veröffentlicht hast?

Stefanie Tauber: Das ist erst einmal so eine einfache Frage, wie es scheint, aber ich könnte Dir da stundenlang drauf antworten. Vielleicht fang’ ich am besten bei meinem Schlüsselerlebnis an. Ich hab’ Elvis beim Durchwühlen der Plattensammlung meiner Eltern entdeckt.

The Memphis Flash: Das war 1984?

Stefanie Tauber: Ja, ich war damals acht. Besonders hatten es mir die “kleinen Schallplatten” angetan, von denen ich noch nicht wusste, dass sie Singles heißen. Von denen gab es einen kleinen Stapel, teilweise mit Hülle, teilweise ohne. Und ich bin an diesem einen Gesicht hängengeblieben. Da stand überall Elvis drauf. Und es klingt vielleicht komisch, aber ich weiß noch genau, was ich damals gedacht habe: Wie kann ein Mann nur so schön sein!

The Memphis Flash: Die Optik hat Dein Interesse also sozusagen getriggert?

Stefanie Tauber: Genau. Dann wollte ich natürlich auch wissen, wer das ist. Mein Vater hat gleich abgewinkt, aber meine Mutter hat es mir bereitwillig erklärt. Zuerst war ich traurig, weil sie mir erzählte, dass Elvis schon gestorben war. Aber ich habe die “kleinen Schallplatten” trotzdem aufgelegt und damit begann meine eigentliche Faszination, die bis heute anhält: die Begeisterung für diese Stimme. Die Stimme ist das, was das Phänomen Elvis für mich heute in erster Linie ausmacht.

The Memphis Flash: Weißt Du noch, welche Songs Du als erstes gehört hast?

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Elvis Presley: Summer of ’61

Praktisch noch druckfrisch ist die neueste Buchveröffentlichung des Elvis-Sammlerlabels Follow That Dream (FTD): Elvis Presley – Summer of ’61.

Elvis Presley: Summer of '61, FTD Books 2013

Elvis Presley: Summer of ’61, FTD Books 2013

Der rund 390 Seiten starke Bildband im Format 24,5 x 24,5 cm, zusammengestellt von David English und dem bekannten norwegischen Foto-Sammler Pål Granlund (→ Elvis Presley – King Creole Frame by Frame), dokumentiert die Ereignisse rund um die Außenaufnahmen zu Elvis Presleys 9. Kinofilm Follow That Dream (dt. Ein Sommer in Florida). Der wurde im schwülwarmen Juli/August 1961 in Florida gedreht – und zwar vor allem in der Region um Inverness, Ocala, Inglis und Yankeetown – und kam 1962 in die Kinos.

Elvis Presley – Summer of ’61 folgt vom Konzept her in mancherlei Hinsicht dem bahnbrechenden → A Boy From Tupelo-Boxset, das FTD-Sammlerchef Ernst Jørgensen erst 2012 herausgebracht hat. So ist der Hauptteil des neuen FTD-Bildbands ebenfalls chronologisch nach Kalenderdaten angeordnet, denen die zahlreichen, meist schwarz-weißen Fotos (sehr gute Qualität auf hochwertigem Papier) zusammen mit Zeitungsartikeln aus der Region, Interviews mit der Film-Crew, Stories von Anwohnern, Securitymitgliedern und Fans, die bei den Dreharbeiten hautnah mit dabei waren, zugeordnet sind. 200 der Fotos in Summer of ’61 sollen bislang unveröffentlicht sein.

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