Pure Elvisness: I Just Can’t Help Believin‘

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»B. J. Thomas has got out a new record. I don’t especially like it, but I like to sing it for you anyway«, witzelt ein gut gelaunter Elvis Presley auf der Bühne des großen Showrooms im International Hotel in Las Vegas. Das Publikum lacht – und sofort legt der King los mit seiner Version des Thomas-Hits I Just Can’t Help Believin‘ vom Sommer 1970. Es ist eine Interpretation, die Komponistin Cynthia Weil treffend als „pure Elvisness“ beschreibt.

Elvisness: Der King live mit ‚I Just Can’t Help Believin‘, 11. August 1970

Elvis Presley: I Just Can’t Help Believin‘ live 11. August 1970, Las Vegas (Mitternachts-Show)

Worauf Elvis bei seiner Ankündigung des Songs humorvoll anspielt, ist die Tatsache, dass der texanische Pop- und Country-Sänger B. J. Thomas (1942-2021) nach seinem großen Erfolg mit dem Ohrschmeichler Teardrops Keep Fallin‘ On My Head (1969), der als bester Filmsong aus der Western-Komädie Butch Cassidy und Sundance Kid (dt. Zwei Banditen) mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, mit I Just Can’t Help Believin‘ 1970 einen weiteren Top-10-Hit in den amerikanischen Hot 100-Billboard-Charts verbuchen kann. In Billboards Adult Contemporary Charts erreicht I Just Can’t Help Believin‘ sogar Platz 1. Damit ist B. J. Thomas einer der angesagtesten Interpreten des beginnenden 70er-Jahrzehnts.

Erfolgreich: Sänger B.J. Thomas in den 1970ern

B. J. Thomas: I Just Can’t Help Believin‘ – Album ‚Everybody Is Out Of Town‘, 1970

Beides gute Gründe für Elvis, I Just Can’t Help Believin‘ im Sommer 1970 in sein Live-Repertoire aufzunehmen. Schließlich möchte er sich in dieser Phase – ein Jahr nach seinem Bühnen-Comeback in Las Vegas – vor allem als zeitgenössischer Musiker und nicht als Retro-Act aus den 1950ern präsentieren.

Und wie könnte das besser gehen als mit dem brandaktuellen Hit eines populären Sängers, mit dem er außerdem eine Vorliebe für junge aufstrebende Komponisten wie Mark James (Suspicious Minds, 1969; Hooked On A Feeling, 1968) und das erfolgreiche Songwriter-Duo Cynthia Weil/Barry Mann teilt? Thomas‘ Hit Hooked On A Feeling aus der Feder von Mark James findet sich jedenfalls in Elvis Presleys privater Plattensammlung. Und Thomas nimmt gleich eine ganze Reihe seiner Hits direkt vor Elvis‘ Haustür auf – im American Sound Studio in Memphis, wo 1969 auch die legendären Elvis-Alben From Elvis In Memphis und Back in Memphis entstehen.

Cynthia Weil und Barry Mann: Wie ein Song entsteht

So erfolgreich, wie B. J. Thomas‘ Version von I Just Can’t Help Believin‘ auch war, sie war längst nicht die erste Veröffentlichung des Songs. Das Lied stammt aus der Feder des Ehepaares Barry Mann (*1939) und Cynthia Weil (*1940), die ab den 1960ern über Jahrzehnte sehr erfolgreich als Songwriter-Duo arbeiteten.

Barry Mann (eigentlich Barry Imberman) komponierte die Melodien, Cynthia war für die Texte zuständig. Ihre bis heute bekannteste Komposition dürfte You’ve Lost That Lovin‘ Feelin‘ sein, mit dem die Righteous Brothers, produziert von Phil Spector, 1964 einen großen Hit hatten, den Elvis 1970 ebenfalls aufnahm.

Ein schönes Paar und ein erfolgreiches Komponisten-Duo: Barry Mann und Cynthia Weil in den 1960ern

Cynthia und Barry lernten sich im New Yorker Musikverlag Aldon Music – 1958 von Don Kirshner und Al Nevins gegründet – kennen, wo sie zusammen mit späteren Größen wie Carole King, Neil Sedaka, Neil Diamond, Paul Simon und Phil Spector als Vertrags-Songwriter tätig waren. Aldon Music war Teil des berühmten Brill-Building-Komplexes am Broadway, das Anfang der 1960er mehr als 160 Musikverlage beherbergte, darunter auch Elvis Presleys Musikverleger Hill & Range, und dessen Produktionen den Pop-Sound der 1960er wesentlich beeinflussten.

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Aloha American Trilogy

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Am 14. Januar 1973 betrat Elvis Presley die Bühne im Honolulu International Center, um eines seiner bis heute bekanntesten Konzerte zu geben: Aloha From Hawaii Via Satellite. Der Legende nach sollen über eine Milliarde Menschen aus 40 Ländern weltweit dieses Konzert live gesehen haben.

Elvis: Aloha American Trilogy 1973

Heute weiß man längst, dass es wohl doch nicht ganz so viele Zuschauer waren, die dem King am 14. Januar live auf der Mattscheibe folgten (→ mehr zur Einschaltquote von Aloha From Hawaii). Dies wäre wegen gleich mehrerer Rahmenbedingungen 1973 schlicht nicht machbar gewesen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Aloha From Hawaii Via Satellite dem King das größte, internationalste und wohl auch heterogenste Publikum seiner gesamten Karriere bescherte.

Reichweite sowie Internationalität des Satelliten-Specials der Superlative gaben Elvis Presley zudem die einmalige Möglichkeit für ein persönliches politisches Statement, die er auf bemerkenswerte Weise nutzte. Nun waren öffentliche kritische Äußerungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen etwas, das Elvis Presley bekannterweise stets vermied – jedenfalls in ihrer direkten Form.

Verpackt in die Symbolik einer Performance sah das dann schon anders aus, wie der King bei seinem Überraschungsbesuch bei Präsident Richard Nixon im Dezember 1970 andeutete, ohne allerdings bei dieser Gelegenheit das „Wie“ genauer zu erläutern:

„I do my things just by singing, Mr. President. I don’t make any speeches on stage. I just reach them in my own way.“

„Ich mache die Dinge einfach, indem ich singe, Herr Präsident. Ich halte keine Reden auf der Bühne. Ich erreiche [die Menschen] auf meine Art.“

Zitat aus: Egil „Bud“ Krogh: The Day Elvis Met Nixon (1994)

Sollte Präsident Nixon gut zwei Jahre nach dem denkwürdigen Treffen seinen Fernseher eingeschaltet haben, um sich Aloha From Hawaii anzuschauen, dann bekam er das Anschauungsmaterial für diese Aussage quasi nachgeliefert.

Was dem Zuschauer des Aloha-Konzertes sofort ins Auge springt, ist das auffällige, reich verzierte Bühnenkostüm Elvis Presleys, der „American Bald Headed Eagle-Jumpsuit“, dessen Design unübersehbar dem amerikanischen Weißkopfadler gewidmet ist.

Der ist seit 1782 das Wahrzeichen der Vereinigten Staaten von Amerika und findet bis heute als Symbol weite Verbreitung im täglichen Leben, u.a. auf den Münzen der amerikanischen Währung. In dem majestätischen Adler mit seinen eindrucksvollen Schwingen sahen die Urväter der amerikanischen Nation Freiheit, Stärke, Langlebigkeit und Autorität ihres Landes verkörpert.

Auf Elvis Presleys Bühnenkostüm findet sich der Adler groß auf Brust und Rücken, kleiner auf den Ärmeln, den Hosenbeinen und dem Gürtel des Einteilers, wo er sich jeweils mosaikartig aus einer Vielzahl vor allem roter, blauer, silberner und goldener Steine verschiedener Art, Größe und Form zusammensetzt. Manche der Steine sind aus Strass, andere wieder nicht, ergänzt werden sie von goldenen und silbernen Sternen um die Adler herum.

Die Sterne symbolisieren offenbar den Himmel, den Lebensraum des Königs der Lüfte, während die Steine, aus denen sich der Adler zusammensetzt, mit ihren unterschiedlichen Größen, Farben und Formen für die Vielseitigkeit der Nation selbst stehen.

Eindrucksvoll auch das zum Bühnenkostüm gehörende Cape, das ausgebreitet die majestätischen Schwingen des Adlers symbolisiert.

Elvis Presley hatte sich also für seinen internationalen Auftritt der Superlative im Januar 1973 die amerikanische Identität sozusagen auf den Leib schneidern lassen und präsentierte sich einem internationalen Publikum als personifiziertes Wahrzeichen Amerikas. Und das war alles andere als ein Zufall.

Der personifizierte American Dream

Fast auf den Tag zwei Jahre vor dem Aloha-Konzert – und kurz nach seinem Besuch im Weißen Haus – wurde Elvis Presley eine der höchsten Auszeichnungen zuteil, die ein amerikanischer Bürger zu dieser Zeit erhalten konnte: Am 16. Januar 1971 wurde er vom United States Junior Chamber of Commerce als einer der 10 Outstanding Young Men of the Nation des Jahres 1970 mit dem Jaycee-Award ausgezeichnet.

Jaycee-Preisträger Elvis Presley mit Thomas I. Atkins, Jurist, Bürgerrechtsaktivist und Mitstreiter von Martin Luther King, und ihren symbolträchtigen Awards: zwei Hände, die sich berühren.

In seiner selbstverfassten kurzen Dankesrede vor der Jury und den anderen Preisträgern, darunter der afroamerikanische Bürgerrechtsaktivist Thomas I. Atkins, stellte Elvis Presley einen direkten Bezug zwischen seiner Kindheit als armer Landarbeiterjunge aus dem Süden, den großen Träumen kleiner Jungen von Heldentum und Ruhm und der Erfüllung des American Dream her (→ mehr zu den Jaycees und der Dankesrede).

Audio von Elvis Presleys Dankesrede bei der Verleihung des Jaycee-Awards 1971

Elvis Presley glaube also fest an die schon in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung verankerte Vision vom amerikanischen Traum, die im Kern besagt, dass alle Bürger der Vereinigten Staaten die Chance haben, durch eigene Anstrengung und Wahrnehmung ihrer Möglichkeiten Erfolg zu haben und ihr Glück zu finden.

Sich selbst sah er als lebenden Beweis dafür, was er nicht nur bei der Befragung durch die Jury der Jaycees 1971, sondern auch bei seinen Besuchen im Weißen Haus und dem Headquarter des FBI im Dezember 1970 zu Protokoll gab.

Mehr noch: Diese Vision musste bewahrt und verteidigt werden – besonders in Zeiten wie den späten 1960er, frühen 1970er Jahren, in denen sich das Nation in einem fast bürgerkriegsartigen Zustand befand (Buchtipp Mark H. Lytle: Americas Uncivil Wars, The Sixties Era from Elvis to the Fall of Richard Nixon, 2005).

In einer Zeit, in denen Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, der viele Opfer forderte, in brutale Straßenschlachten ausarteten, die einst friedliche Bürgerrechtsbewegung sich nach der Ermordung Dr. Martin Luther Kings in Elvis‘ Heimatstadt Memphis gefährlich radikalisierte und eine selig berauschte Hippie-Generation den Cannabis-Konsum ihrer Kinder ganz in Ordnung fand.

„Promised Land“ war in Gefahr. Seine Landsleute und die Welt „da draußen“ daran zu erinnern, was großartig an der Vision der Gründerväter der Vereingten Staaten von Amerika war, sich auf ihre ursprünglichen Werte, ihre Stärken zu besinnen und „antiamerikanische Tendenzen“ zurückzudrängen, war das Gebot der Stunde. Hier sah Jaycee-Preisträger Elvis Presley sich offenbar persönlich in der Pflicht.

Schließlich vertreten die Jaycees die Auffassung, dass positive gesellschaftliche Entwicklungen nur in begrenztem Umfang durch Maßnahmen von Regierungen erreicht werden können. Sie werden laut Jaycees eher durch die Initiativen verantwortungsbewußter Bürger in Gang gesetzt, die durch ihr lokales, nationales und internationales Engagement und soziales Veranwortungsbewusstsein Positives zugunsten aller bewirken.

American Trilogy: Elvis‘ Plädoyer für Integration

Als Performer nutzte Elvis Presley sein besonderes Talent beim Aloha-Konzert für die Kommunikation dieser Überzeugung, indem er sich im Wahrzeichen Amerikas den eigenen Landsleuten ebenso wie dem internationalen Publikum präsentierte und eben nicht – wie erwartet – einen seiner weltbekannten Hits, sondern seine Interpretation von Mickey Newburys American Trilogy zum Höhepunkt des Konzerts machte.

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Ah… die Annie!

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Ah… die Annie. Wenn ich meine Lieblings-Elvis-Songs der 1970er benennen soll, dann steht Polk Salad Annie ganz hoch im Kurs. Rockt ordentlich – krieg‘ ich nie leid – geht einfach immer!

Ein schneller Blick auf YouTube verrät, dass ich damit ganz und gar nicht alleine bin. Tony Joe Whites (1943-2018) Swamp-Rock-Klassiker von 1969 hatte ab 1970 einen festen Platz in Elvis‘ Konzertrepertoire und ist vor allem durch diese legendäre Performance vom August 1970 – festgehalten im Dokumentarfilm Elvis That’s The Way It Is – weltbekannt.

Eine Studioversion des King gibt es von Polk Salad Annie nicht. Wer sich das Video anschaut, ahnt wieso – die Annie ist ganz großes Elvis-Kino. Ohne die Optik ist sie immer noch beachtlich, aber trotzdem nur die halbe Miete. Subtil ist die Annie – grandios begleitet von der TCB-Band – kein Stück. Der Gegensatz zu einem anderen großen Elvis-Klassiker wie In The Ghetto (1969) könnte kaum größer sein.

Trotzdem ist Polk Salad Annie Elvis in Reinkultur, wie schon die Kommentare zum YouTube-Video verraten. Aber warum das so ist – von der leidenschaftlichen Performance mit vollem Körpereinsatz mal abgesehen – verraten sie nicht. Es lohnt sich, Komponist und Liedtext näher unter die Lupe zu nehmen.

Elvis, Tony und die Amerikanische Kermesbeere

Der kürzlich verstorbene Singer/Songwriter Tony Joe White stammte wie Elvis Presley aus den amerikanischen Südstaaten. Er wuchs auf einer Baumwollfarm in Louisiana auf, war in seiner Jugend stark vom Blues und der Musik Elvis Presleys beeinflusst, den er sehr verehrte, wie er u.a. dem Autor Ken Sharp („Writing for the King“, 2006) erzählte.

In den 1960ern zog es White nach Texas, wo er in verschiedenen Nachtclubs spielte und selbst zu komponieren begann. 1969 brachte er mit Black and White sein erstes Album heraus. Darauf befand sich auch Polk Salad Annie, neben Rainy Night in Georgia, bekannt geworden durch die Version Brook Bentons, sein bis heute vielleicht bekanntester Song.

Zum Liedtext inspiriert hatte White dabei ein „Arme-Leute-Essen“ aus seiner Kindheit in Louisiana – nämlich Polk Salad alias Poke Sallet, wie es richtig heißt. Und hier ist das, was White selbst dazu sagt:

I was brought up down in Goodwill, Louisiana on a cotton farm by the river. I ate a lot polk salad growing up. Polk salad is a big leafy plant that grows wild down by the river and in the woods. My mother was half-Cherokee and in the spring she’d always boil up polk salad. She made sure us kids ate a lot of it. It kind of tastes like spinach and has a lot of vitamins in it. You boil it in water like turnip greens, add a little bacon rind to give it some flavor and it has a good taste. You eat it with corn bread, green spring onions, and a little pepper sauce. I’ve got it growing in my backyard right now.

Tony Joe White, zitiert nach Ken Sharp: Writing for the King, 2006

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Gospel-Klassiker von Elvis

Ostern ist die perfekte Zeit, um nach längerem wieder einmal intensiver in Elvis‘ Gospels reinzuhören. Was dabei nie fehlen darf, ist das wunderbare How Great Thou Art, das Elvis Presley gleich zwei seiner insgesamt drei Grammys einbrachte. Den ersten für sein zweites Gospel-Album How Great Thou Art, das der King im Mai 1966 in RCAs Studio B in Nashville aufnahm, und einen weiteren für eine Liveversion des Titelsongs, die er am 20. März 1974 bei einem Konzert in Memphis sang. Sie ist verewigt auf dem Album Elvis Recorded Live On Stage in Memphis (1974).

How Great Thou Art ist damit also ein doppelter Gewinner – besonders die Studioversion vom 25. Mai 1966 wird heute zu den besten Gesangsdarbietungen des Memphis Flash gezählt.

Elvis Presleys Gospel-Interpretationen gehen unter die Haut

Elvis Presleys Gospel-Interpretationen gehen unter die Haut

Elvis Presley verband von Kindes Beinen an eine große Liebe zur Gospelmusik der amerikanischen Südstaaten. Sang er Gospels, dann legte sich der King jedes Mal mächtig ins Zeug mit einer Intensität und einer inneren Überzeugung, die sich in seinem Repertoire in dieser gleichbleibend hohen Qualität sonst kaum findet, findet etwa Musikhistoriker Will Friedwald.

Zu Elvis‘ frühen Heroen zählten die Sänger der bekannten Gospelquartette Blackwood Brothers und Statesmen Quartet. Besonders der charismatische Leadsänger der Statesmen, Jake Hess (1927–2004), hatte es dem jungen Elvis angetan. Hess gründete Anfang der 1960er mit den Imperials eine eigene Gospelformation, die später sowohl im Studio als auch live mit Elvis erfolgreich war und die es bis heute gibt.

Bevor Elvis sein Glück als Solist in Sam Phillips Sun Studio suchte, hoffte er Anfang der 1950er vergeblich auf einen Einstieg als Gospelsänger bei den Nachwuchstruppe der Blackwood Brothers, den Songfellows. Das klappte nicht, da er sich gesanglich nicht in die Gruppe einfügen konnte. Die Songfellows erkannten vor Elvis, dass ihm eine Karriere als Solosänger besser passte, und „stupsten“ in mit ihrer Ablehnung in die entscheidende Richtung:

„As long as [Elvis] was singing lead, he was fine. But when the baritone or the tenor took over, someone had to sing harmony, and he could not harmonize. He’d sing baritone a line or two, then switch off to tenor a couple of lines, and wind up singing the lead part. That was the reason we didn’t take him into the quartet with us.“

Songfellow-Mitglied Jim Hamill zitiert nach The Sound of Light: A History of Gospel Music

Elvis Presley soll zunächst ganz schön gefrustet gewesen sein, dass die Songfellows ihn nicht haben wollten, löste das „Problemchen“ dann aber auf seine Weise: Er machte Weltkarriere als Solosänger und engagierte seine geliebten Gospelquartette einfach als Backgroundsänger – angefangen von den Jordanaires über die schon erwähnten Imperials bis zu den Stamps. Eine bis heute sehr hörenswerte Lösung eines Problems.

Wenn der King es ganz perfekt haben wollte, dann kamen gleich mehrere Gospelformationen zum Einsatz, wie etwa bei der Aufnahmesession für das Album How Great Thou Art im Mai 1966. Am Grammy-Gewinner waren nämlich sowohl die Jordanaires – seit 1956 fester Bestandteil seiner Studioalben, Live-Auftritte und auch frühen Filme – mit Gordon Stoker, Neal Matthews, Hoyt Hawkins und Ray Walker als auch die noch jungen Imperials mit Elvis‘ Jugendidol Ex-Statesmen Jake Hess beteiligt.

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She Wears My Ring oder Good Times mit Elvis im Stax Studio 1973

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Weit verbreitet ist die Ansicht, dass Elvis Presley in den 1970ern schlicht nicht mehr viel zu lachen hatte. Meistens depressiv und einsam soll er nach der Scheidung von seiner Ehefrau Priscilla im Oktober 1973  bis zu seinem frühen Tod 1977 gewesen sein. Dass es ganz so schlimm wohl nicht gewesen ist, davon kann sich mittlerweile jeder selbst ein Bild machen, etwa beim Reinhören in Aufnahmen, die im Stax-Studio im Dezember 1973 gemacht wurden.

Wer Spaß an Elvis‘ Lachversion von Are You Lonesome Tonight hat, der kommt hier auf seine Kosten. Das Elvis-Sammlerlabel Follow That Dream (FTD) macht’s möglich.

Ein gut gelaunter Elvis im Dezember 1973

Ein gut gelaunter Elvis im Dezember 1973

Elvis at Stax

Der 16. Dezember 1973 war ein Sonntag. Ein Sonntag, an dem Elvis Presley arbeitete, und zwar im berühmten Stax Studio in Memphis, nur wenige Autominuten von Graceland entfernt. Dieser 16./17. Dezember markiert den Schlusspunkt einer produktiven Serie an Sessiontagen, die am Montag zuvor mit der Aufnahme von I Got A Feeling In My Body (→ Boxset Elvis At Stax) begann und mit She Wears My Ring endete.

Volle 18 Songs sang Nachteule Elvis in den späten Abendstunden und Nächten dieser einen Woche ein. She Wears My Ring ist darunter sicher nicht die bekannteste Aufnahme – der Titel dürfte an den Hit → Promised Land gehen -, aber wie kaum eine andere bringt sie die gute Atmosphäre der Sessions im Dezember 1973 auf den Punkt. Die ausgelassene Stimmung während der Dezember-Session haben gleich eine ganze Reihe der Musiker, die damals mit von der Partie waren, beschrieben:

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