Es gibt ein paar Dinge auf dieser Welt, die wohl tatsächlich nur ein Elvis Presley fertigbringt. Erfolgreich auf Europa-Tournee zu gehen, und das 35 Jahre nach dem eigenen Tod, gehört zu diesen Dingen. 2012 ist Elvis in Concert „back in the building“, am 26. März in der Frankfurter Festhalle, am 27. März in Hamburg.

Elvis in Concert

Elvis in Concert ist eine Show, die Elvis Presleys Live-Auftritte der Jahre 1968 bis 1973 eindrucksvoll wieder aufleben lässt. Elvis‘ Original-Musiker dieser Zeit – darunter Lead-Gitarrist James Burton, Pianist Glen D. Hardin, Schlagzeuger Ronnie Tutt, erstmals auch Bassist Norbert Putnam, Orchesterleiter Joe Guercio, Background-Sängerin Estelle Brown von den Sweet Inspirations sowie die Gospelquartett-Mitglieder Joe Moscheo und Terry Blackwood von den Imperials – spielen live, während ihr Boss per Großleinwand zugespielt wird.

Fotos v.l.n.r.: Elvis mit den Imperials, die Sweet Inspirations, Elvis mit TCB-Band, Orchesterleiter Joe Guercio

Schräg? Vielleicht. Funktioniert es? Und ob! Der Show gelingt es tatsächlich, die Dynamik eines typischen Elvis-Konzerts authentisch zu transportieren.  Verwendet wird hierfür Videomaterial der Konzertdokumentationen Elvis That’s The Way It Is (1970), Elvis On Tour (1972) sowie der beiden TV-Specials ELVIS (1968, besser bekannt als 68er Comeback-Special) und Aloha From Hawaii (1973). Von diesen Aufnahmen wurde für die Show alles an Sound entfernt bis auf Elvis‘ Stimme, die live von TCB-Band, British Philharmonic Orchestra und Backgroundsängern begleitet wird.

Das Ergebnis ist eine Zeitreise der ganz besonderen Art, kann man die Profimusiker auf der Großleinwand zusammen mit Elvis in den 1970ern und dann hautnah auf der Bühne 40 Jahre später erleben. Und der King selbst? Stimmlich ohnehin eine Klasse für sich, als Live-Performer fast schon außerirdisch charismatisch. Das Ganze ist so mitreißend, dass man als Zuschauer nach kurzer Zeit einfach vergisst, dass die Hauptattraktion gar nicht physisch anwesend ist. Wahrscheinlich kann man ihn heute sowieso besser sehen als in den 1970ern, in denen die Elvis Presley Show ohne Großleinwände arbeitete. Besser hören kann man ihn wohl heute auch angesichts der Qualität moderner Soundsysteme. Weiterlesen

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Heartbreak Hotel – Elvis Presleys erster Monster-Hit aus dem Jahr 1956 – gilt als minimalistisches Meisterwerk. Am ehesten ein Blues, wird die düstere, selbstmordlastige Atmosphäre des Songs vor allem vom Gesang Elvis Presleys getragen. Es ist die Intensität seiner Stimme, die zugleich Entschlossenheit, Verletzlichkeit und eine Spur Selbstironie offenbart, die den Song zum Elvis-Klassiker macht.

Heartbreak Hotel: Single-Cover von Elvis Presleys Klassiker aus dem Jahr 1956.


Elvis Presley: Heartbreak Hotel, Studioversion RCA Victor 1956

Heute gilt Heartbreak Hotel als Klassiker. 1956 jedoch waren jedoch bei weitem nicht alle vom Potenzial des Songs und des damals noch sehr jungen, weitgehend unbekannten Interpreten Elvis Presley überzeugt.

Heartbreak Hotel: I walk a lonely street

Heartbreak Hotel wurde von Mae Boren Axton und ihrem Partner, dem Gitarristen Tommy Durden, 1955 speziell für Elvis Presley geschrieben. Mae Axton arbeitete Mitte der 1950er unter anderem als Promoterin und lernte Elvis über dessen damaligen Manager Bob Neal kennen, als sie den Nachwuchsstar 1955 für eine Hank-Snow-Show in Florida buchte.

Elvis Presley mit Mae Boren Axton (rechts im Foto) im Mai 1955 – Foto: Ken Sharp, Writing for the King, 2006

Vom Talent des Memphis Flash überzeugt, den sie außerdem sehr sympathisch fand, versprach sie ihm einen Top-Hit, der ihm zum Durchbruch verhelfen sollte. Elvis sei so jung und aufrichtig gewesen, das habe sie damals sehr berührt, wird Axton noch Jahrzehnte später erzählen.

Die zündende Idee zu Heartbreak Hotel hatten Mae Axton und Tommy Durden von einem Zeitungsartikel über einen Mann, der Selbstmord verübt und einen Abschiedsbrief mit nur einer einzigen verzweifelten Zeile, nämlich I walk a lonely street, hinterlassen hatte. Das traurige Schicksal des Unbekannten inspirierte die beiden so, dass sie Heartbreak Hotel in kaum mehr als 20 Minuten komponierten.

Heartbreak Hotel

Well, since my baby left me
Well, I found a new place to dwell
Well, it’s down at the end of Lonely Street
At Heartbreak Hotel
Where I’ll be–where I get so lonely, baby
Well, I’m so lonely
I get so lonely, I could die
Although it’s always crowded
You still can find some room
For broken-hearted lovers
To cry there in the gloom
And be so, where they’ll be so lonely, baby
Well, they’re so lonely
They’ll be so lonely, they could die
Well, the bellhop’s tears keep flowin‘
And the desk clerk’s dressed in black
Well, they’ve been so long on Lonely Street
Well, they’ll never, they’ll never get back
And they’ll be so, where they’ll be so lonely, baby
Well, they’re so lonely
They’ll be so lonely, they could die
Well now, if your baby leaves you
And you have a sad tale to tell
Just take a walk down Lonely Street
To Heartbreak Hotel
And you will be, you will be, you will be lonely, baby
You’ll be so lonely
You’ll be so lonely, you could die
Well, though it’s always crowded
You still can find some room
For broken-hearted lovers
To cry there in the gloom
And they’ll be so, they’ll be so lonely, baby
They’ll be so lonely
They’ll be so lonely, they could die

Flugs mit der Komposition fertig, baten Axton und Durden den Discjockey Glenn Reeves, eine Demoversion für Elvis anzufertigen. Dabei versuchte Reeves, möglichst genau wie Elvis zu klingen, wie man auf dem erhaltenen Demo hören kann.

Reeves‘ Demoversion von Heartbreak Hotel – Ken Sharp: Writing for the King, 2006

Elvis Presley war von Heartbreak Hotel offenbar sofort begeistert, denn er nahm den Song schon 1955 – noch bevor es eine Plattenaufnahme gab – in sein Live-Repertoire auf und äußerte, er sei sich sicher, dass dies sein erster großer Hit werden würde. Andere waren davon längst nicht so überzeugt, wie sich schnell herausstellen sollte.

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Als Elvis Presley am 18. März 1974 unter Blitzlichtgewitter und donnerndem Applaus zu den Klängen von Also Sprach Zarathustra die Bühne des Coliseum in Richmond/Virginia betrat waren es noch genau 48 Stunden bis zu dem legendären Konzert in seiner Wahlheimatstadt, erstmals 1974 verewigt auf der LP Elvis Recorded Live On Stage In Memphis.

Lange ahnte kaum jemand, dass auch von dem kompletten Konzert in Richmond eine professionelle Multitrack-Aufnahme realisiert wurde, von der wiederum eine Kopie – versehen mit nicht mehr als dem unspektakulären Aufdruck „All Star Shows, Madison Tennessee“ – 1990 über Umwege in die Hände des Fans und Sammlers Robert Frieser kam.

Follow That Dream Records: 48 Hours To Memphis

Erst jetzt, über 20 Jahre später, hat Frieser diese Kopie des Mitschnitts  (das Original gilt weiterhin als verschollen) für die Veröffentlichung durch das Elvis Presley-Sammlerlabel Follow That Dream Records zur Verfügung gestellt, für das Ernst Jorgensen und Roger Semon seit 1999 mit vielen erstklassigen Elvis-Publikationen verantwortlich zeichnen. Zuvor kursierte das Konzert nur als Import unter dem Titel „Guaranteed To Blow Your Mind“.

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