Mixing Elvis Presley: Interview with Michael Brauer

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In early 2012 Grammy-winning mix engineer Michael Brauer got a phone call from Sony Legacy’s Vice President Rob Santos that led to a very interesting assignment: remixing 2 of Elvis Presleys famous concerts at New York’s Madison Square Garden for the upcoming deluxe box set Prince From Another Planet. Of course both concerts had been published before: The evening show from June 10, 1972 only a week after the concert took place on the LP Elvis As Recorded At Madison Square Garden (1972), the afternoon show 25 years later  on the CD An Afternoon In The Garden (1997).

I have always loved those concerts very much. As soon as I heard about the upcoming release, I wanted to know more about who Michael H. Brauer is, what his famous Brauerize® compression and mixing technique is about, why the new box set really is worth buying, and how it felt to remix the King. And that was not exactly an easy task for me because I really have no clue about sound engineering. I then decided to take the bull by the horns and ask Michael Brauer himself who turned out to be an extremely nice guy with a fascinating background!

Grammy-winning mix engineer Michael Brauer - Foto: Sonya Jasinski

Grammy-winning mix engineer Michael Brauer – photo: Sonya Jasinski

In fall 2012 – just a couple of weeks before the box set Prince From Another Planet was finally released – I interviewed him about what to expect. A German version of my interview with Michael Brauer was first published in the well-known German fan magazine Graceland (issue 208) of the Elvis Presley Gesellschaft e.V. Here is the orginal English version of the interview.

The Memphis Flash: Michael, your list of credits is very impressive and wide-ranging. Being famous for your trademark Brauerize® compression and mixing technique, you have worked for stellar names such as Luther Vandross, Aretha Franklin, The Rolling Stones, James Brown, Aerosmith, Jeff Buckley, Bruce Springsteen, Phil Collins, Tony Bennett, Billy Joel, Rod Stewart, Paul McCartney, Pet Shop Boys, Bob Dylan and Willie Nelson, to name just a few. Your work with Coldplay and John Mayer resulted in several Grammy Awards. Apart from that, there is relatively little known about you. What is your background?

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Spotlight 8. Januar 1961: Happy Birthday King Karate

Heute vor 53 Jahren – am 8. Januar 1961 –  feierte Elvis Presley seinen 26. Geburtstag bei den Dreharbeiten zu seinem 7. Kinofilm: Wild in the Country (Lied des Rebellen, 1961). Wild in the Country unter der Regie von Philip Dunne war nach Love Me Tender (1956) und Flaming Star (1960) die 3. und letzte Produktion des Memphis Flash für die 20th Century Fox: Nach zwei Western für die Fox war er hier in einem Melodram als straffällig gewordener „angry young man“ mit schriftstellerischen Ambitionen zu sehen.

Elvis Presley als "angry young man" Glenn Tyler vor Gericht in 'Wild in the Country' 1961

Wild in the Country 1961: Elvis Presley muss sich  als „angry young man“ Glenn Tyler  gleich zweimal wegen versuchten Totschlags verantworten

Überhaupt nicht melodramatisch, sondern sehr ausgelassen fröhlich verlief die kleine Party, die die Filmcrew, darunter Schauspielkollegin Hope Lange und Regisseur Philip Dunne, am 8. Januar 1961 am Filmset für das Geburtstagskind ausrichtete. Happy Birthday King Karate war auf einem Plakat zu lesen, dass die Crew ihrem Hauptdarsteller in humorvoller Anspielung auf seine Karateleidenschaft zum Geschenk machte.

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Elvis At Stax – erster Eindruck: WOOOWWW!

Gerade erst ist es erschienen: Elvis at Stax – das neue Deluxe-Boxset aus Sonys Legacy-Serie zum 40. Jubiläum von Elvis Presleys Aufnahmen im Studio von Stax Records in Memphis.

Cover des Deluxe-Boxsets 'Elvis At Stax'

Cover des Deluxe-Boxsets ‚Elvis At Stax‘

Die Aufnahmen der beiden Sessions, die vom 21. bis 25. Juli und 10. bis 16. Dezember 1973 stattfanden, waren ursprünglich auf 3 verschiedenen Studioalben verstreut: Raised On Rock (1973), Good Times (1974) und Promised Land (1975). 6 Singles wurden in den 1970ern mit Material der Stax-Sessions veröffentlicht, 1 weitere posthum 1979.

Von den rund 30 Songs der Stax-Sessions erreichten 3 die Top 20 der Billboard Hot 100 (Pop-) Charts, 4 die Top 20 bzw. 3  die Top 10 der Billboard Country-Charts und 2 die Top 10 der Adult Contemporay-Charts, darunter der Nr. 1-Hit My Boy (Quelle: Joel Whitburns Billboard Chartstatistiken). Promised Land mauserte sich 1975 zum Nummer-1-Album in Billboards Country-Charts. Im Deluxe-Boxset Elvis at Stax ist das alles nun auf 3 CDs mit spannenden Outtakes und Studiogeplauder vereint.

Abgerundet wird das Boxset durch ein Booklet, für dessen Inhalt der mehrfach ausgezeichnete Journalist und Autor Robert Gordon verantwortlich zeichnet. Gordon hat schon für Sonys Legacy-Veröffentlichung From Elvis In Memphis (2009) in die Tastatur gegriffen und neben Biografien über Muddy Waters sowie Jerry Lee Lewis auch 2 Elvis-Bücher – The King on the Road: Elvis Live on Tour 1954 to 1977 (1996) und The Elvis Treasures (2002) – unters Volk gebracht hat.

Elvis At Stax: Der erste Eindruck zählt!

Bestandteile des neuen Boxsets 'Elvis At Stax'

Bestandteile des neuen Boxsets ‚Elvis At Stax‘

Mein spontaner Eindruck beim ersten Reinhören – mit dem Booklet  beschäftige ich mich später ;-): uneingeschränktes WOOOWWW! Und das liegt vor allem an der neuen Abmischung, die Legacy-Boss Rob Santos zusammen mit Steve Rosenthal vor allem den Outtakes hat angedeihen lassen. Nie klang das für mich so spritzig wie hier!

Verantwortlich für die Zusammenstellung des Boxsets sind neben Santos erneut Ernst Jørgensen und Roger Semon, die mit großen Erfolg das Elvis-Sammlerlabel Follow That Dream (FTD) betreuen. Ein verdammt gutes Team hat der King hier am Start, wie 2012 schon das vergleichbar aufgemachte → Deluxe-Boxset Elvis – Prince From Another Planet mit den neu abgemischten legendären Madison Square Garden-Konzerten von 1972 bewies.

Da wollen wir auch gar nicht mehr groß über die weitaus weniger gelungene Legacy-Veröffentlichung zum 40. von Aloha From Hawaii meckern, die im Frühjahr 2013 veröffentlicht wurde. Aber interessant ist es schon, dass Elvis‘ Dream Team den Fokus in 2013 ganz offensichtlich nicht auf das → Mega-TV-Event Aloha From Hawaii, sondern auf Elvis‘ letzte wirklich umfangreiche Studiosession legt. Zufall ist das ganz sicher nicht!

Elvis At Stax: Was ist denn nun drauf?

Auf den 3 CDs sind insgesamt 54 Aufnahmen. Zu den Buchstaben in Klammern siehe weiter unten – es sind Hinweise darauf, auf welcher LP/CD die Aufnahmen ursprünglich erschienen sind.

 

CD 1: R&B and Country Outtakes zum Reinhören

1. I Got A Feelin‘ In My Body – Take 1 (I)
I Got A Feelin‘ In My Body (Take 1)

2. Find Out What’s Happening – Takes 8-7 (B)
Find Out What’s Happening (Takes 8-7)

3. Promised Land – Take 4 (I)
Promised Land (Take 4)

4. For Ol‘ Times Sake – Take 4 (I)
For Ol‘ Times Sake (Take 4)

5. I’ve Got A Thing About You, Babe – Take 14 (I)
I’ve Got A Thing About You, Babe (Take 14)

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Elvis-Fans werden immer jünger ;-)

Wer gedacht hat, dass Elvis-Fans so langsam aber sicher eine aussterbende Gattung sind, ist ganz schön schief gewickelt. Den Beweis liefert dieses witzige Video von der 20 Monate alten Ella Mae, die richtig abgeht (ab 1:00), wenn ihr Daddy im Auto Elvis auflegt – besonders der Klassiker American Trilogy hat es ihr angetan:

[youtube]http://youtu.be/NwfRp8PPCgg[/youtube]

Absolut süß die Kleine, gar keine Frage! Und Geschmack hat sie auch ;-).

Elvis Presley: Guitar Man

Einer meiner Elvis-Lieblingssongs ist einer, den man auf den Hit-Zusammenstellungen des Memphis Flash eher vergeblich sucht: Guitar Man (1967). Kunststück, schließlich war Guitar Man zumindest chartmäßig zunächst kein Hit für den King – und ist es auf den zweiten Blick doch.

Guitar Man –  Elvis Sings Guitar Man, FTD 2011:

 

Die meisten werden den Song am ehesten mit dem legendären Comeback-Special ELVIS (1968) verbinden, wo er in einer abgewandelten Form das musikalische Grundthema, den erzählerischen roten Faden bildet: hier erzählt Guitar Man vom Aufstieg des Musikers zum Superstar, den Jahren in Hollywood und der musikalischen Wiederauferstehung nach langer Zeit der ausschließlichen Kinoleinwandpräsenz.

Elvis Presley im Comeback-TV-Special ELVIS 1968 - hier mit der Gibson seines langjährigen Lead-Gitarristen Scotty Moore

Guitar Man Elvis Presley im Comeback-TV-Special ELVIS 1968 mit der Gibson seines langjährigen Weggefährten und Lead-Gitarristen Scotty Moore

Guitar Man ist also vor allem auf der symbolischen Ebene ein Hit. Umso mehr, wenn man sich anschaut, wann und wie es tatsächlich zu Elvis‘ Aufnahme dieses Songs und seiner engen Zusammenarbeit mit Gitarrist und Songschreiber Jerry Reed kam.

Elvis, Guitar Man und das Comeback

Wenn von Elvis‘ Comeback Ende der 1960er die Rede ist, dann bezieht sich das meist auf das schon erwähnte TV-Special ELVIS, das Anfang Dezember 1968 in den USA beim Sender NBC auf Sendung ging und die satte Einschaltquote von 42 Prozent erreichte. Eigentlich startete das musikalische Comeback des Memphis Flash aber schon ein paar Jahre früher.

Elvis selbst sagte in einem Interview einmal, dass er sich schon 1965 entschloss, seiner Karriere, die Mitte der 1960er auf langfristige Hollywoodfilmverträge und die dazugehörigen Soundtrack-Alben beschränkt war, eine neue Wendung zu geben. Und das kommt zeitlich auch hin, blieb aber zunächst weitgehend unbemerkt, genauso wie der Song Guitar Man, der dabei eine Rolle spielte.

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Elvis Presley: Summer of ’61

Praktisch noch druckfrisch ist die neueste Buchveröffentlichung des Elvis-Sammlerlabels Follow That Dream (FTD): Elvis Presley – Summer of ’61.

Elvis Presley: Summer of '61, FTD Books 2013

Elvis Presley: Summer of ’61, FTD Books 2013

Der rund 390 Seiten starke Bildband im Format 24,5 x 24,5 cm, zusammengestellt von David English und dem bekannten norwegischen Foto-Sammler Pål Granlund (→ Elvis Presley – King Creole Frame by Frame), dokumentiert die Ereignisse rund um die Außenaufnahmen zu Elvis Presleys 9. Kinofilm Follow That Dream (dt. Ein Sommer in Florida). Der wurde im schwülwarmen Juli/August 1961 in Florida gedreht – und zwar vor allem in der Region um Inverness, Ocala, Inglis und Yankeetown – und kam 1962 in die Kinos.

Elvis Presley – Summer of ’61 folgt vom Konzept her in mancherlei Hinsicht dem bahnbrechenden → A Boy From Tupelo-Boxset, das FTD-Sammlerchef Ernst Jørgensen erst 2012 herausgebracht hat. So ist der Hauptteil des neuen FTD-Bildbands ebenfalls chronologisch nach Kalenderdaten angeordnet, denen die zahlreichen, meist schwarz-weißen Fotos (sehr gute Qualität auf hochwertigem Papier) zusammen mit Zeitungsartikeln aus der Region, Interviews mit der Film-Crew, Stories von Anwohnern, Securitymitgliedern und Fans, die bei den Dreharbeiten hautnah mit dabei waren, zugeordnet sind. 200 der Fotos in Summer of ’61 sollen bislang unveröffentlicht sein.

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Aloha: Welcome to my World – Welcome to the Promised Land

„Reine Unterhaltung, keine Botschaften“, betonte Elvis Presley bei der Ankündigung seiner Show der Superlative Aloha From Hawaii (1973), die hochgerechnet mehr als eine Milliarde Menschen auf diesem Planeten gesehen haben sollen (zur Diskussion um Übertragung und Einschaltquote → Elvis Aloha From Hawaii).

Volles Rohr Jungs: Elvis Presley dirigiert seine Band beim Aloha-Konzert, 14. Januar 1973

Klingt irgendwie eine Spur zu harmlos, das mit der reinen Unterhaltung. Steckte am Ende nicht doch mehr dahinter? Ja und nein. Tatsächlich verstand sich Elvis Presley in erster Linie als Unterhaltungskünstler, als jemand, dessen vorrangiges Ziel es war, Menschen durch seine Musik glücklich zu machen, wie er u.a. bei seinem Besuch im Weißen Haus Ende 1970 und seiner Dankesrede zur Verleihung des Jaycee-Awards im Januar 1971 (→ Aloha From Hawaii: die Botschaft) betonte.

Musik, die Menschen berührt und ihnen etwas bedeutet, Musik, die das Herz trifft (und manchmal auch Körperregionen eine Etage tiefer),  hatte für den King of Rock ’n‘ Roll einen Wert an sich und musste sich nicht erst durch bedeutungsschwere, intellektuell verbrämte, „trockene Botschaften“ legitimieren. Bloß keine Reden auf der Bühne schwingen, keine Predigten von der Kanzel, so sein Motto.

Mit seinem direkten Bekenntnis zu Musik als Zerstreuung im Alltag (→ Elvis‘ Zitat des Lieds „Without A Song/Ohne ein Lied“) wollte er sich offensichtlich deutlich von einer Musikergeneration absetzen, die damals – in Zeiten des Vietnamkriegs, der Bürgerrechtsbewegung, der Studentenproteste und der Frauenbewegung – offen politisch motiviert war. Und dies obwohl Elvis Presley privat Politik und Zeitgeschehen genau verfolgte und dort auch gerne Stellung bezog. Doch eine vordergründige Politisierung von Musik lehnte er für sich ab, was er einmal mehr in der Pressekonferenz zu seinen Konzerten im Madison Square Garden im Juni 1972 (→ Box-Set Prince From Another Planet) deutlich machte. Weiterlesen

Spotlight: Elvis Presley beim Louisiana Hayride: 8. Januar 1955

Am 8. Januar 1955 feierte Elvis Presley seinen 20. Geburtstag, allerdings nicht – wie man annehmen könnte – mit Familie und Freunden auf einer großen Sause zuhause in Memphis, sondern auf Tournee. Nein, an diesem Tag traf der Memphis Flash mit seinen Bandmitgliedern Scotty Moore und Bill Black, auch die Blue Moon Boys genannt, in Shreveport/Louisiana ein, um dort am Abend einen Auftritt beim legendären Louisiana Hayride zu absolvieren.

Auf dem Weg nach oben: Elvis mit seinen ‚Blue Moon Boys‘: Gitarrist Scotty Moore (links) und Bassist Bill Black (rechts); Foto: A Boy From Tupelo-Boxset

Der Louisiana Hayride war eine damals sehr bekannte Radio-Show (später auch TV) für Country-Musik des Senders KWKH, die ab 1948 wöchentlich live vom Municipal Memorial Auditorium in Shreveport/Louisiana aus auf Sendung ging. Der Hayride galt als „Wiege der Stars“, da er vielen namhaften Musikern der amerikanischen Country & Western-Szene zum Durchbruch verhalf.

Als praktisch völlig unbekannter Newcomer stand auch Elvis Presley erstmals Mitte Oktober 1954 auf der Bühne des Hayrides, als international bekannter King of Rock ’n‘ Roll ein letztes Mal Mitte Dezember 1956 ( → unbekannte Elvis-Aufnahme vom Louisiana Hayride entdeckt). Anfang Januar 1955 war er also schon eine Weile dabei, stand aber noch am Anfang seiner Karriere.

An den 3 Tagen vor dem 8. Januar 1955 waren Elvis, Scotty und Bill zusammen mit den Country-Sängern Jimmy Walker, Jimmy & Johnny und einem Komödianten mit dem kuriosen Künstlernamen „Peach Seed Jones“ – eigentlich Tillman Franks, sog. Talent-Koordinator beim Louisiana Hayride, außerdem Manager von Jimmy & Johnny, Slim Whitman und Webb Pierce – im Westen von Texas auf Tournee gewesen, wo sie kleine Auftritte in Stadthallen und High School-Hörsälen in San Angelo, Lubbock und Midland hatten.

Der künftige King hat also auch ganz schön klein mit Mini-Gigs angefangen, die Zeiten, in denen er als internationaler Quotengarant vor einem Millionenpublikum auftreten sollte (→ Elvis Aloha From Hawaii 1973), waren für den Zwanzigjährigen Anfang 1955 noch unvorstellbare Zukunftsmusik. Beim Louisiana Hayride jedoch waren Elvis und die Blue Moon Boys Anfang Januar 1955  fast schon so etwas wie alte Bekannte, denn hier hatten sie sofort einen Jahresvertrag bekommen, nachdem schon ein erster Auftritt am 16. Oktober 1954 ein Erfolg gewesen war.

Be Happy Go Lucky: Elvis, die ‚Blue Moon Boys‘ und ein Pianist des ‚Louisiana Hayride‘ rocken die Bühne in Shreveport (etwa 22. Januar 1955)

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