60 Jahre Elvis in King Creole

2018 feiern gleich mehrere Elvis-Klassiker Jubiläum: Einer davon ist Elvis 4. Kinofilm King Creole. In dem atmosphärisch dichten Schwarz-Weiß-Streifen aus dem Jahr 1958 erspielte sich der King vor 60 Jahren neben Walter Matthau den Respekt von Regiealtmeister Michael Curtiz (Casablanca). Das Ganze vor der Kulisse von New Orleans.

Der Hollywoodstreifen ist erstaunlich gut gealtert und im Vergleich zum legendären Jailhouse Rock (1957) vielleicht der wahre Elvis-Filmklassiker aus den 1950ern. Zum Jubiläum von King Creole gibt es hier jedenfalls endlich die längst überfällige Serie zu Soundtrack und Film.

Als Auftakt zur Serie folgt eine Buchbesprechung zum Bildband King Creole Frame by Frame, der 2012 erschienen ist und mit seinen Bilderwelten wunderbar auf den Film einstimmt.

Buchtipp King Creole Frame by Frame

Schon auf den 1. Blick in diese über 400 Seiten starke Veröffentlichung aus dem Hause Flaming Star in Kooperation mit dem Sammlerlabel Follow That Dream wird klar, dass die langjährigen Elvis-Aficionados und Hauptautoren Erik Lorentzen und Pål Granlund aus Norwegen hier tief in ihre umfangreichen Bildarchive gegriffen haben.

Elvis Presley in King Creole (1958)

Über 1.000 wenig bekannte und bislang unveröffentlichte Fotos, meist schwarz/weiß, findet der Leser hier in guter Druckqualität (besser als in diesen Scans!) auf gestrichenem Papier vor. Den Hauptteil der Fotos, die von den Paramount-Fotografen Bud Fraker und Mal Bulloch im Paramount-Studio und vor Ort in New Orleans gemacht wurden, wollen die Autoren schon in den frühen 1970er Jahren während einer ihrer USA-Reisen zu Elvis-Konzerten für ihre Sammlung entdeckt haben.

Alle Fotos: © 2012 Flaming Star

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Revisited: Elvis’ wahrscheinlich bester Film!

Atmosphärisch dicht und mit einer guten Story ausgestattet ist King Creole, Anfang 1958 unter der Regie von Michael Curtiz (Casablanca) gedreht, wahrscheinlich Elvis Presleys bester Film.

Elvis Presley im Gespräch mit Regisseur Michael Curtiz bei den Dreharbeiten zu King Creole (1958)

Elvis Presley im intensiven Gespräch mit Regisseur Michael Curtiz bei den Dreharbeiten zu King Creole (1958)

Der King selbst hielt ihn jedenfalls dafür – und Michael Curtiz für einen ausgezeichneten Regisseur, der ihn forderte.

Revisited: King Creole Frame by Frame

Elvis im Kino – Interview mit Björn Eckerl

Björn Eckerl, Jahrgang 1976, studierte in Frankfurt und Bologna Filmwissenschaft, Germanistik und Politologie. Er ist Gesellschafter der Frankfurter Design- und Werbeagentur VIER FÜR TEXAS und hat Ende 2011 im Stroemfeld Verlag sein erstes Buch Elvis im Kino: Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können veröffentlicht. The Memphis Flash hat Björn Eckerl interviewt.

The Memphis Flash: Herr Eckerl, warum Elvis? Was hat Sie dazu bewogen, ausgerechnet ein Buch über Elvis Presley zu schreiben?

Björn Eckerl: Ich habe ja Filmwissenschaften studiert, dann aber während meines Studiums mit Freunden die Design- und Werbeagentur VIER FÜR TEXAS gegründet. Da war es erstmal nichts mit der Magisterarbeit. Mit fünf Jahren Verzögerung hab ich dann parallel zum Job einen neuen Anlauf genommen. Dazu passte Elvis sehr gut – ich wollte kein zu abstraktes Thema, sondern eins mit Fleisch sozusagen, etwas, das mich auch sinnlich beschäftigt.

Gerade weil ich mittlerweile etwas Abstand zur akademischen Arbeit gefunden hatte, fand ich es interessant, die Perspektive des Fans fruchtbar zu machen. Das wird ja normal eher wie im Labor betrieben: Ah, schau mal diese Fans, wie lässt sich dieser kopflose Haufen denn psychologisch analysieren? Ich fand es interessant, das eigene Fan-Sein ganz persönlich zum Gegenstand zu nehmen, gerne auch wissenschaftlich, aber eben anders als Adorno und Horkheimer, die uns alle zu Marionetten der Kulturindustrie machen.

The Memphis Flash: Waren Sie denn zu diesem Zeitpunkt schon ein Elvis-Fan?

Björn Eckerl: Zuerst einmal nicht. Obwohl ich ziemlich musikbegeistert bin, gehörte Elvis bislang zu diesen Stars, bei denen es mir schwerfiel, wirklich zuzuhören, weil sie eben diese immense Strahlkraft haben, die alles andere zudeckt. Elvis ist der Inbegriff des Stars überhaupt und das war es auch in erster Linie, was mich zunächst ganz distanziert wissenschaftlich interessiert hat.

Dass sich dieser Blick verändert hat, begann mit einer Szene aus G.I. Blues, die dann auch zum Auslöser für mein Buch wurde: Hier sehen wir Elvis im Kasperletheater, wie er nicht die Puppen spielt, sondern mit ihnen; wie er sich selbst zur Puppe macht und das dem Publikum ganz offensiv zeigt. Er bietet sich als Projektionsfläche an und scheint zu sagen: „Ich kann für Dich alles sein und alles bedeuten“. Dieses Angebot konnte ich nicht ablehnen; irgendwann stellte ich dann rückblickend fest, dass ich längst zum Fan geworden war.

 

The Memphis Flash: So gut wie immer, wenn von Elvis Presleys Filmkarriere, von Elvis dem Schauspieler die Rede ist, dann sind sich Biografen, Fans und Kritiker überraschend einig: die Filme markieren den künstlerischen Tiefpunkt einer ansonsten fast makellosen Karriere. Wie erklären Sie sich diese Haltung und inwieweit ist sie berechtigt? Weiterlesen

Elvis Presley – King Creole Frame by Frame

Elvis Presley – King Creole Frame by Frame ist ein wunderbarer Bildband zu Elvis 4. und vielleicht besten Kinofilm King Creole unter der Regie des großen Michael Curtiz.

Schon auf den 1. Blick in diese über 400 Seiten starke Veröffentlichung aus dem Hause Flaming Star in Kooperation mit dem Sammlerlabel Follow That Dream wird klar, dass die langjährigen Elvis-Aficionados und Hauptautoren Erik Lorentzen und Pål Granlund aus Norwegen hier tief in ihre beeindruckend umfangreichen Bildarchive gegriffen haben.

Über 1.000 wenig bekannte und bislang unveröffentlichte Fotos, meist schwarz/weiß, findet der Leser hier in guter Druckqualität (besser als in diesen Scans!) auf gestrichenem Papier vor. Den Hauptteil der Fotos, die von den Paramount-Fotografen Bud Fraker und Mal Bulloch im Paramount-Studio und vor Ort in New Orleans gemacht wurden, wollen die Autoren schon in den frühen 1970er Jahren während einer ihrer USA-Reisen zu Elvis-Konzerten für ihre Sammlung entdeckt haben.

Fortsetzung: 60 Jahre Elvis in King Creole