14. European Elvis Festival 2015 oder TCB in Graceland East

Taking Care of Business  heißt es für Elvis Presley vom 14. bis 16. August 2015. Denn an diesem verlängerten Wochenende hat er eine der wichtigsten Verabredungen im Jahr, und zwar die mit seiner immer noch stattlichen europäischen Fangemeinde in der schönen deutschen Wetterau. Also genau dort, wo er vom 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960 als G.I. der 3. US-Panzerdivision stationiert war. Dienst tat der King damals in den Friedberger Ray Barracks, als Wohnort wählte er Bad Nauheim (→ Wandeln auf Elvis‘ Pfaden in Bad Nauheim). So wurde die beschauliche Kurstadt schon in den 1950ern zu → Kings Town – zu Elvis Presleys Graceland East.

  • European Elvis Festival in Bad Nauheim: Selbst das Rathaus hisst die Elvis-Flagge

Das wiederholt sich seit 2002 jedes Jahr Mitte August, wenn Bad Nauheim das European Elvis Festival feiert. Dann werden in Bad Nauheim die Elvis-Fahnen gehisst und ein buntes Festivalprogramm bietet Fans und solchen, die vom King noch erobert werden wollen – ein paar Widerspenstige soll’s ja geben 😉 -, viel Unterhaltung und noch mehr Spaß mit Auftritten von Elvis‘ ehemaligen Bandmitgliedern, Elvis-Kino-Sessions, Cadillac-Corsos und Führungen zu Elvis‘ Lieblingsplätzen in Bad Nauheim.

Längst hat das Festival Kultstatus erreicht und zieht Fans aus ganz Europa und sogar Australien und den USA an. Veranstaltet wird das European Elvis Festival übrigens von der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH in Zusammenarbeit mit der Elvis Presley Gesellschaft e.V., die ihren Sitz in Bonn hat. Mehr zum Konzept des Festivals in meinem  → Interview mit den Machern aus 2014.

Das diesjährige Festivalprogramm (siehe unten) gleicht dem des Festivaljahres 2013. Das liegt vor allem an dem Highlight, nämlich Konzert, Talkrunde und Autogrammstunde mit Mitgliedern von Elvis Presleys berühmter → TCB-Band. Das ist die Band, mit der der King von 1969 bis 1977 praktisch all seine Live-Konzerte bestritt und mit der er in den Dokumentarfilmen Elvis That’s The Way It Is (1970), Elvis On Tour (1972) sowie dem berühmten Satelliten-Special Aloha From Hawaii (1973) zu sehen ist. Diese rüstigen und dabei sehr witzigen Herren sollte man sich nicht entgehen lassen. Mit dabei in diesem Jahr außerdem mit Terry Blackwood ein Originalmitglied der Gospel-Gesangsgruppe The Imperials, die Elvis nicht nur auf dem Weg zu seinem ersten → Grammy begleitet hat.

Nicht mit von der Partie ist diesmal allerdings TCB-Schlagzeuger Ron Tutt, denn der ist wegen einer Tournee mit Neil Diamond leider verhindert. Kein Witz: Die noch aktiven Mitglieder der TCB-Band haben Elvis‘ Motto Taking Care of Business in a Flash längst verinnerlicht und sind selbst im Alter von über 70 noch ganz vorne mit dabei.

Als Ersatz für Ron Tutt ist Sam Thompson am Start. Er arbeitete in den 1970ern als Bodyguard Elvis Presleys und ist außerdem Bruder von Linda Thompson, Lebensgefährtin des King zwischen 1972 und 1976. Hier darf man sich auf viele Anekdoten aus der königlichen Privatschatulle gefasst machen. Sam ist eloquent, sehr umgänglich und hat einen interessanten Werdegang.

Weiterlesen

Elvis in der Jugendliteratur: Robert Jüttners ‚Elvis verschwindet‘

Vor ein paar Wochen habe ich Shelley Pearsalls Roman All Shook Up (2008) als ein humorvolles Beispiel aus der amerikanischen Kinder- und Jugendbuchliteratur vorgestellt, in dem Elvis Presley als erzählerisches Motiv eingesetzt wird, um einen Vater-Sohn-Konflikt auf den Punkt zu bringen.

Ganz ähnlich wie im Fall der 15-jährigen Antje aus Jana Scheerers deutschem Roman Mein innerer Elvis (2010) dient Josh Greenwoods „Begegnung mit Elvis“ in All Shook Up als Katalysator für den Prozess des Erwachsenwerdens. Beiden Jugendbüchern gemeinsam sind bei aller Ernsthaftigkeit in der Bearbeitung des Themas die erfrischende Leichtigkeit und der Humor, mit denen von den Problemen der jugendlichen Protagonisten erzählt wird.

Auch im wirklichen Leben ein Freund von Kindern: Elvis Presley mit Chris Karmedar, Deutschland 1959 - Foto: Chris Karmedar

Kinderlieb: Elvis Presley ganz privat mit dem männlichen Nachwuchs eines befreundeten Ehepaars in Deutschland 1959 – Foto: Chris Karmedar

Über die Begegnung mit Elvis – im Fall von Josh ist es eher eine Konfrontation – lernen sowohl die 15-jährige Antje als auch der 13-jährige Josh etwas Entscheidendes für ihre Entwicklung hinzu. Anders ausgedrückt: Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Elvis ist sowohl für Antje aus Hamburg, die aktiv auf der Suche nach ihrem „inneren Elvis“ ist, als auch Josh aus Boston, dem Elvis einfach passiert, letztendlich ein großer Gewinn.

Elvis verschwindet: Daniel und der Verlust der Kindheit

Der ehemalige Fußballspieler Robert Jüttner (*1959) geht dasselbe Thema in seinem Romanerstling Elvis verschwindet (2012) anders an als Pearsall und Scheerer. Zwar geht es in seiner Bearbeitung auch um den Prozess des Erwachsenwerdens, der wird allerdings  viel stärker als schmerzhafter und vor allem als sehr verlustreicher Prozess geschildert.

Weiterlesen

Elviras Sonntag mit Elvis

Am 23. September 1958 steht es in der Wetterauer Zeitung: Presley kommt nach Friedberg. Was hier so leidenschaftslos kurz und knapp in 7 Zeitungszeilen verkündet wird, versetzt die Wetterauer Fans des King of Rock ’n‘ Roll in einen emotionalen Ausnahmezustand. Elvis Presley wird nicht nur als GI der US-Armee in Westdeutschland stationiert – das allein ist schon wie ein Lotteriegewinn -, nein, er wird seinen Wehrdienst ganz in ihrer Nähe, in den Friedberger Ray Barracks, ableisten.

GI Elvis Presley in Deutchland - Foto: Schüssler

GI Elvis Presley in Deutchland – Foto: Schüssler

Der Elvis kommt!

Plötzlich ist der Megastar aus dem fernen Amerika ganz nah: Das beschauliche Friedberg und die Kurstadt Bad Nauheim werden für gut 17 Monate die deutsche Heimat des King. Einer seiner ganz großen Fans ist Elvira Schmitt, 1958 süße 10 Jahre alt. Bis kurz vor Elvis‘ Ankunft hat sie mit ihrer Familie in Bad Nauheim gewohnt, nicht weit von der Goethestraße 14 entfernt, wo der King mit Familie und Bodyguards seit Anfang 1959 in einem Privathaus zur Miete wohnt.

Doch ausgerechnet jetzt, wo Elvis zum Greifen nah ist, muss Elvira mit der Mutter zur Oma aufs Land ziehen. 13 Kilometer trennen sie jetzt von ihrem Idol. Das klingt nicht nach viel, aber für eine 10-Jährige im grauen Nachkriegsdeutschland der 1950er könnten es ebenso gut 3.000 Kilometer sein. Wie soll sie nach Bad Nauheim kommen? Die Mutter erlaubt es nicht. Zum Elvis, diesem „heulenden Derwisch“, dem die Jugend verderbenden Symbol für Rebellion, dem amerikanischen Besatzer – auf gar keinen Fall!

Weiterlesen

Priscilla Beaulieu Presley: Elvis and Me

2015 ist ein großes Elvis-Jubiläumsjahr. In der immer noch stattlichen Fan-Community dreht sich alles um den 80. Geburtstag des King. Ein weltweites Spektakel, das sich auch die deutsche Medienlandschaft nicht entgehen lässt. Bislang geht dabei allerdings unter, dass eine der langjährigen Schlüsselpersonen in der posthumen Vermarktung Elvis Presleys in diesem Jahr ebenfalls einen runden Geburtstag feiert: Priscilla Beaulieu Presley – von 1967 bis 1973 mit dem King verheiratet – wird am 24. Mai 70 Jahre alt.

Priscilla Presley am 2. März 1960 in Frankfurt

Priscilla Presley am 2. März 1960 in Frankfurt

Was, so alt ist die schon, denkt sich so mancher jetzt… und beginnt zu rechnen… zurück… weit zurück. Das kommt tatsächlich hin, auch wenn aus ihrem Gesicht jede Spur des Alters längst getilgt ist. Dank zahlreicher kosmetischer Eingriffe wirkt die einstmals so schöne Mrs. Presley heute fast so zeitlos wie ihr früh verstorbener Ex-Ehemann.

Wer am 3. Januar 2015 zur besten deutschen Sendezeit das mehrstündige Elvis-Special auf VOX gesehen hat, der ahnt, dass die alterslose Priscilla Presley eine sehr mächtige Frau ist. Seit sie Ende der 1970er – und hier spielt der Zufall durchaus eine Rolle – nach dem Tod ihres geschiedenen Mannes († 1977) und dem ihres  Ex-Schwiegervaters Vernon Presley († 1979) in die Rolle der Vermögensverwalterin für die damals noch minderjährige Alleinerbin Lisa Marie nachrückte, bestimmt die zierliche Frau wie kaum jemand sonst die öffentliche Wahrnehmung des King.

Obwohl Töchterchen Lisa Marie (*1968) – dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten –  heute mit mittlerweile 47 Jahren ihr Erbe längst angetreten hat, ist Priscilla immer noch die erste Adresse, wenn für Dokumentationen, Filme und Publikationen aller Art Aussagen über Elvis Presley benötigt werden. Dem kommt Priscilla, die eine zentrale Rolle im Ausbau Gracelands – Elvis Presleys Hauptwohnsitz von 1957 bis 1977 – zu einer der größten Touristenattraktionen in den USA spielte, gerne nach.

Das hat seit den 1980ern fast zwangsläufig dazu geführt, dass Priscillas Liebes- und Ehegeschichte mit dem King in der öffentlichen Wahrnehmung im Vordergrund steht. Mit der Zeit ist der Eindruck entstanden, die Beziehung zu ihr sei überhaupt die einzige längere, ernstzunehmende Elvis Presleys zu einer Frau gewesen, das Scheitern dieser Beziehung die Hauptursache für seinen frühen Tod und Priscilla habe insgesamt eine wichtige Rolle in der Karriere des King gespielt. Sicher: Elvis Presley hat nur ein einziges Mal geheiratet… Trotzdem sind diese Annahmen viel zu vereinfachend, treffen nicht den Kern.

Denn Priscillas Macht heute kontrastiert verblüffend mit ihrer Machtlosigkeit während der Dauer ihrer Beziehung zu Elvis Presley – einer Beziehung, in der er zu ihrem Leidwesen völlig dominierte und sie schlicht wenig zu melden hatte. Nachzulesen ist das in Priscilla Presleys 1985 erschienenen Buch Elvis and Me.

Weiterlesen

Elvis’ Fotograf Alfred Wertheimer: Reise in die Vergangenheit

Es ist überraschend kühl an diesem Morgen Mitte August 2014, als wir den Jüdischen Friedhof in Coburg betreten. Am Eingang empfängt uns ein großer Gedenkstein, auf dem unter der Überschrift „Opfer des Faschismus 1941–1954“ etwa 50 Namen in Stein gemeißelt sind. Es sind Namen von Coburger Bürgern jüdischen Glaubens, die im Dritten Reich von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Ein Name fehlt auf diesem Gedenkstein: Alfred Wertheimer.

Genau dieser Name ist der Grund, weshalb sich unsere kleine Gruppe an diesem kühlen, wenn auch sonnigen Morgen auf dem Jüdischen Friedhof in Coburg einfindet. Wir, das sind der wegen seiner legendären Fotos vom jungen Elvis Presley bekannte Fotograf Alfred Wertheimer aus den USA, das Coburger Ehepaar Helmut und Karin Radermacher und ich selbst.

  • Am Eingang zum jüdischen Friedhof in Coburg; Foto: www.memphisflash.de

Der 84-jährige Fotograf hat erst ein paar Tage zuvor auf Einladung der Elvis Presley Gesellschaft (EPG) im Rahmen des European Elvis Festivals in Bad Nauheim eine Ausstellung seiner Fotos eröffnet und begleitet, um anschließend nach fast 60 Jahren erstmals wieder seine Heimatstadt Coburg zu besuchen.

Im Sommer 1936 hatte Wertheimer Deutschland mit seinen Eltern, dem Metzgerehepaar Käthe und Julius Wertheimer, sowie dem älteren Bruder Heinz in Richtung USA verlassen – noch rechtzeitig bevor die Deportationen der Coburger Juden in die todbringenden Konzentrationslager der Nationalsozialisten im großen Stil begannen.

Initiiert haben diesen Besuch Wertheimers in Oberfranken die leidenschaftlichen Elvis-Fans Karin und Helmut Radermacher, die nicht nur zu dem Fotografen seit längerem Kontakt pflegen, sondern auch zu dessen Nichte Pam Wertheimer. Die erfolgreiche Künstleragentin, die u.a. Sängerin Sheryl Crow managt, hat selbst einige Zeit in Deutschland gelebt und ist sehr interessiert an ihrer deutsch-jüdischen Familiengeschichte. Sie hat Coburg im Jahr zuvor einen Besuch abgestattet und ihren Onkel motiviert, im Herbst des Lebens noch einmal seinen deutschen Wurzeln nachzuspüren.

Weiterlesen

Triple Elvis: Andy Warhols Westernheld

73 zum 1., zum 2. zum 3.! Mit Wucht knallt Auktionator Jussi Pylkkänen seinen Hammer auf das Mahagonipult vor sich und besiegelt damit das Schicksal von Lot 9. Es ist der 12. November 2014 in New York, der Auktionssaal bei Christie’s im Rockefeller Center ist mit 600 betuchten Kunstliebhabern gut gefüllt, weitere Sammler aus 43 Ländern sind per Telefon zugeschaltet. Die mit Spannung erwartete, besondere Attraktion des Abends: 2 Siebdrucke von Pop Art-Künstler Andy Warhol aus deutschem Besitz – genauer aus dem Fundus der zur NRW.Bank gehörenden Spielcasinogruppe Westspiel – stehen zur Versteigerung an.

Schon Wochen vorher hatte die Versteigerung, mit der sich die finanziell angeschlagene Westspiel-Gruppe sanieren möchte, vor allem in der bundesdeutschen Politik und Kulturszene für Schlagzeilen gesorgt. Von Raubbau und Sündenfall war vielerorts die Rede, genützt hat es nichts. 100 Millionen USD erhoffte sich Westspiel im Vorfeld von den beiden Warhols, die Ende der 1970er zur Dekoration des zur Gruppe gehörenden Spielcasinos in Aachen für weniger als 200.000 angeschafft worden und seit 2009 wegen ihrer immensen Wertsteigerung eingelagert waren.

  • Christie-Auktionator Pylkkänen bei der Versteigerung der Westspiel-Warhols in New York, 12. November 2014

Weiterlesen

Alfred Wertheimer in Memoriam

Sehr aufrecht, dabei langsam und vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzend, kommt er mir auf dem langen, spärlich beleuchten Hotelflur entgegen. Sportlich gekleidet in khakifarbene Fotografenweste und Freizeithose, an den Füßen weiße Turnschuhe, auf dem immer noch vollen grauen Haarschopf ein blaues Basecap mit kurzem Schirm, scheint Alfred Wertheimer mehr als bereit für das letzte, ganz große Abenteuer. An seiner linken Hand baumelt lässig ein kleiner Stoffrucksack, in der rechten hält er „schussbereit“ eine handliche Digitalkamera Marke Canon. Als er näher kommt, erkenne ich den Schriftzug auf dem runden Ansteckbutton seiner Weste: European Elvis Festival 2014.

  • Tipp vom Foto-Profi: "If your photos are boring, get closer!" Foto: www.memphisflash.de

Das Festival in Bad Nauheim ist auch der Grund für unsere Begegnung. Denn der 84-jährige Starfotograf und Dokumentarfilmer Alfred Wertheimer aus New York ist einer Einladung der Elvis Presley Gesellschaft gefolgt, um beim 13. European Elvis Festival Mitte August 2014 eine Ausstellung seiner berühmten Elvis-Fotos zu begleiten.

Weiterlesen

Millionenschwer: Andys Elvis im Casino Aachen

Man kann sich nur sattsam wundern, was so manch einer für Schätze in seinem Keller hortet. Im Falle des Unternehmens WestSpiel, das in Deutschland 7 Spielbanken mit nach eigenen Angaben jährlich über einer Million Besuchern betreibt, ist es ein echter Andy Warhol aus der berühmten Elvis-Siebdruckserie: Triple Elvis von 1963.

Der Clou an der Sache: Der millionenschwere Vintage-Warhol – ein Pendant mit Motiv Double Elvis kam im Mai 2012 beim Auktionshaus Sothebys für 37 Millionen USD unter den Hammer – ist seit 2009 eingelagert, paradoxerweise gerade weil er als Paradestück der hauseigenen Kunstsammlung gilt.

Ein 'Double Elvis' aus Warhols berühmter Elvis-Siebdruckserie basierend auf einem Pressefoto für den Western 'Flaming Star" (1969)

Kam 2012 für 37 Mio. USD unter den Hammer: ‚Double Elvis‘ aus Warhols berühmter Elvis-Siebdruckserie zeigt Elvis Presley auf einem Pressefoto für den Western ‚Flaming Star“ (1960)

Angekauft hatte man Triple Elvis, der den King statt doppelt wie auf der Abb. oben einfach dreimal nebeneinander in derselben Westernpose im Film Flaming Star (Flammender Stern, 1960) zeigt, zusammen mit einem Marlon Brando-Warhol schon Ende der 1970er für das Spielcasino Aachen, um dort die Innenausstattung mit Pop Art-Kunst aufzuwerten. Doch inzwischen ist vor allem der Elvis-Warhol, der stattliche 2 Meter hoch und 1,70 Meter breit ist, viel zu viel wert, um ihn zu Dekorationszwecken mal eben so an die Wand zu pinnen.

Weiterlesen

Kings Town!

Am Rathaus sind die Elvis-Fahnen gehisst, ein → pinkfarbener Cadillac biegt langsam in die Terrassenstraße ein und eine hübsche Frau überquert mit wippendem Petticoat den Zebrastreifen Richtung Kurpark. Klarer Fall: Der Startschuss für das → 13. European Elvis Festival ist gefallen. Der King hat den Bürgermeister kurzerhand in Urlaub geschickt und vom 15. bis 17. August 2014 die Amtsgeschäfte in Bad Nauheim übernommen… Das Ganze mit ordentlich Wumms, wie sich das gehört für den King of Rock ’n‘ Roll. Für 3 volle Tage wird Bad Nauheim zu Kings Town.

13. European Elvis Festival: Bad Nauheim hisst die Elvis-Fahne

13. European Elvis Festival: Das Bad Nauheimer Rathaus hisst die Elvis-Fahne – Foto: The Memphis Flash

Im Schlepptau hat der King nicht nur alte Weggefährten wie den Fotografen und Dokumentarfilmer Alfred Wertheimer, sondern auch ein Gefolge von etwa 6.000 Fans aus ganz Europa und sogar den USA, das wie ein gut gelaunter Heuschreckenschwarm in die ansonsten beschauliche Kurstadt einfällt und ihr den Stempel aufdrückt. Kings Town eben.

Weiterlesen

European Elvis Festival 2014: Frauenpower für den King!

Maria Hesterbergs Schopf mit den feuerroten Haaren hat Signalwirkung. Begeisterung und Dynamik bis in die Haarspitzen strahlt die 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft e.V. aus, als sie gut 4 Wochen vor dem Start des 13. European Elvis Festivals 2014 in Bad Nauheim mit Katja Heiderich, der attraktiven Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, zusammensitzt, um  letzte Vorbereitungen für das wohl bedeutendste Elvis-Festival in Europa zu besprechen.

Ein starkes Team: Maria Hesterberg, 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft, und Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadmarketing und Tourismus GmbH

Ein starkes Team: Maria Hesterberg (links), 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft e.V., und Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, im Juli 2014; Foto: www.memphisflash.de

Viel zu besprechen gibt es zwischen den beiden Powerfrauen, die sich ganz offensichtlich ausgezeichnet verstehen, in der Tat. Denn das 3-tägige Programm des 2002 ursprünglich von einem lokalen Fanclub ins Leben gerufenen Festivals ist in 2014 wieder prall gefüllt. Der Startschuss fällt in diesem Jahr schon am 14. August mit der beliebten Führung Hans Ulrich Halwes auf den Spuren Elvis Presleys durch Bad Nauheim und endet mit einem stimmungsvollen Fackelzug zum Johannisberg am 17. August 2014.

Dazwischen liegen 3 Tage Spaß, Unterhaltung und viel Musik vom legendären Original, von bekannten Cover-Bands, Fotoausstellungen, Kinoveranstaltungen, Talkrunden mit Weggefährten Elvis Presleys, Oldtimerparaden, Modenschauen und vielem mehr → Nachlese European Elvis Festival 2012, → Talkrunde mit Elvis Presleys Originalmusikern 2013. Wer in das Lebensgefühl der 1950er bis 1970er eintauchen möchte, findet hier ausreichend Gelegenheit dazu.

Hauptanlaufpunkt ist das Festivalzentrum auf dem Gelände des Hotel Dolce, wo die meisten Veranstaltungen stattfinden und wo sich auch der beliebte Fan-Markt befindet – mit allem, was Elvis-Aficionados lieben →  hier geht’s zum detaillierten Programm des European Elvis Festivals 2014.

Frauenpower: im Gespräch mit Maria Hesterberg und Katja Heiderich

Was aber macht das Elvis-Festival in Bad Nauheim so einzigartig im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen, die jedes Jahr in aller Herren Länder stattfinden, will ich bei einem Gespräch im Vorfeld des Festivals von Katja Heiderich und Maria Hesterberg wissen. Schließlich repräsentieren die beiden Powerfrauen mit der Stadt Bad Nauheim und der Bonner Elvis Presley Gesellschaft (EPG) die ideellen und finanziellen Hauptträger des jährlichen Festivals.

Weiterlesen

Elvis Presley On Stage 2014

Dieser Tage hat Elvis Presley wieder mächtig viel zu tun. Gerade erst hat er eine Europa-Tournee absolviert, die ihn mit 5 Konzerten auch nach Berlin, Hamburg, Halle, München und Mainz führte. Ähhh, wie bitte? Ist das ein schlechter Scherz? Oder hatte hier jemand eine außerirdische Erscheinung infolge eines Sonnenstichs, was bei den aktuellen Temperaturen bei uns ja durchaus denkbar wäre…

Elvis On Stage 2014

Elvis On Stage 2014

Aber nein, der King, 1977 viel zu früh verstorben, tourt posthum. Das macht er regelmäßig seit Ende der 1990er, in Deutschland zuletzt 2012 mit Originalmusikern seiner Band ab 1969 (→ Elvis in Concert rockt Deutschland, → Elvis‘ TCB-Band).

Das Prinzip dabei ist einfach wie genial: Band, Backgroundsänger und Orchester spielen live und Elvis wird per großer Videoleinwand optisch und per separierter Tonspur akustisch mit Original-Liveaufnahmen aus dem Zeitraum 1968 bis 1973 zugespielt. Klingt gut. Wer Elvis kennt, weiß, der King war eine stimmgewaltige, humorvolle Rampensau erster Güte, die ständig mit Band und Publikum interagierte. Kurz: hörens- und sehenswert.

Elvis, das Original, in seinen Element – 1970

Nun ist aber in den letzten Jahren ein kleines, aber nicht unerhebliches Problemchen aufgetaucht, welches das lange sehr erfolgreiche Konzept von → Elvis In Concert unter der Ägide von Stig Edgren von SEG Events und Elvis Presley Enterprises erschwert. Die Originalmusiker Elvis Presleys sind nämlich unübersehbar in die Jahre gekommen, teilweise gesundheitlich angeschlagen oder schon verstorben, während der per Videoleinwand transportierte King ein ewig knackiger Mitt- bis Enddreißiger bleibt…

Ein neues Konzept muss also her. Und genau das kann man Anfang Juni 2014 in Deutschland sehen, etwa in der Rheingoldhalle in Mainz, deren Sitzplatzkapazität etwa zu 75 Prozent mit Fans und Neugierigen gefüllt ist. Das Publikum ist deutlich 40+ mit einigen Endzwanzigern und Dreißigern darunter.

Elvis On Stage 2014 oder bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe

Das neue Konzept zeigt Elvis als Videoprojektion auf einer transparenten Leinwand, hinter der ich schemenhaft eine junge Band mit Backgroundsängern und Orchester erkennen kann. Neu ist bei Elvis on Stage 2014 gegenüber Elvis in Concert 2012, dass Elvis überlebensgroß  – und reichlich pixelig, d.h. zu niedrig aufgelöst – auf einer die volle Breite der Bühne abdeckenden, großen Leinwand klar im Vordergrund steht, während die Band dahinter praktisch nicht zu sehen ist. Nur in wenigen Sequenzen dürfen einzelne Bandmitglieder vor den großen transparenten Vorhang – und genau dann wirkt das neue Konzept am stimmigsten.

Weiterlesen