Priscilla Presley: Für immer 14

Im Januar wäre Elvis Presley 85 Jahre alt geworden. Und wie bei allen Jubiläen, die der King nicht mehr erlebt, ist er auch diesmal wieder ordentlich gefeiert worden – unter tatkräftiger Mithilfe von Exfrau Priscilla. Schließlich ist sie eine der Schlüsselpersonen in der posthumen Vermarktung ihres Göttergatten.

Was beim Jubiläums-Hype auch in diesem Jahr wieder völlig untergeht, ist die Tatsache, dass auch Priscilla Beaulieu Presley – von 1967 bis 1973 mit dem King verheiratet – einen feiernswerten Geburtstag begeht. Die Queen wird am 24. Mai 2020 stolze 75 Lenze alt. Da kann man doch wirklich gratulieren, oder?

Priscilla Presley am 2. März 1960 in Frankfurt

Für immer 14: Priscilla Presley heute vor 60 Jahren am 2. März 1960 in Frankfurt

Was, so alt ist die schon, denkt sich so mancher jetzt… und beginnt zu rechnen… zurück… weit zurück. War die nicht erst 14, als sie den G.I. Elvis in Deutschland kennenlernte? Genau!

Dieses Alter hat sich dergestalt ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, dass es für immer mit ihr verbunden wird. Irgendwie ist Priscilla für immer 14 – sehr unschuldig und sehr schön. Und die Ex des King tut so einiges, um ihr wahres Alter zu verschleiern. Dank zahlreicher kosmetischer Eingriffe wirkt die einstmals so schöne Mrs. Presley heute ähnlich zeitlos wie ihr früh verstorbener Ex-Ehemann.

Wenn man in das alterslose Gesicht Priscilla Presleys schaut, das nicht einmal den Ansatz einer Sorgenfalte erkennen lässt, dann könnte man fast vergessen, dass sie eine sehr mächtige Frau ist. Seit sie Ende der 1970er – und hier spielt der Zufall durchaus eine Rolle – nach dem Tod ihres geschiedenen Mannes († 1977) und dem ihres Ex-Schwiegervaters Vernon Presley († 1979) in die Rolle der Vermögensverwalterin für die damals noch minderjährige Alleinerbin Lisa Marie nachrückte, bestimmt die zierliche Frau wie kaum jemand sonst die öffentliche Wahrnehmung des King.

Alterslos: Priscilla Presley 2019 – Foto: Demotix

Obwohl Tochter Lisa Marie (*1968) – dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten – heute mittlerweile deutlich über 50 ihr Erbe schon vor Jahrzehnten angetreten hat, ist Priscilla immer noch die erste Adresse, wenn für Dokumentationen, Filme und Publikationen aller Art Aussagen über Elvis Presley benötigt werden. Dem kommt Priscilla, die eine zentrale Rolle im Ausbau Gracelands – Elvis Presleys Hauptwohnsitz von 1957 bis 1977 – zu einer der größten Touristenattraktionen in den USA spielte, gerne nach.

Das hat seit den 1980ern fast zwangsläufig dazu geführt, dass Priscillas Liebes- und Ehegeschichte mit dem King in der öffentlichen Wahrnehmung im Vordergrund steht. Mit der Zeit ist der Eindruck entstanden, die Beziehung zu ihr sei überhaupt die einzige längere, ernstzunehmende Elvis Presleys zu einer Frau gewesen, das Scheitern dieser Beziehung die Hauptursache für seinen frühen Tod und Priscilla habe insgesamt eine wichtige Rolle in der Karriere des King gespielt. Sicher: Elvis Presley hat nur ein einziges Mal geheiratet… Trotzdem sind diese Annahmen viel zu vereinfachend, treffen nicht den Kern.

Denn Priscillas Macht heute kontrastiert verblüffend mit ihrer Machtlosigkeit während der Dauer ihrer Beziehung zu Elvis Presley – einer Beziehung, in der er zu ihrem Leidwesen völlig dominierte und sie schlicht wenig zu melden hatte. Nachzulesen ist das in Priscilla Presleys 1985 erschienenen Buch Elvis and Me.

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Lesenswert: Dave Marsh in Elvis Walk A Mile In My Shoes

Die nächste Runde ist eröffnet für meine Serie über die überraschend kleine und zum Teil wenig bekannte Gruppe von lesenswerten Veröffentlichungen, die sich kenntnisreich ausschließlich mit dem Musiker und Sänger Elvis Presley beschäftigen.

Elvis Presley legt alles in einen Song (1972) – Foto: Boxset Walk A Mile in my Shoes

Vorgestellt habe ich in der Vergangenheit schon Will Friedwalds erstaunliches Elvis-Essay in A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers (2010), Shane Browns Elvis Presley A Listener’s Guide (2014 – hiervon gibt es eine bearbeitete und ergänzte 2. Auflage unter dem Titel Reconsider Baby, 2017), Robert Matthew-Walkers Elvis Presley A Study in Music (1979) und Helmut Radermachers Elvis A Life in Music (2017), die Neubearbeitung von Ernst Jorgensens Elvis Presley: A Life in Music.

Heute ist einer der bekannteren Elvis-Autoren an der Reihe: der amerikanische Rockmusk-Aficionado und Autor Dave Marsh (*1950), berühmt-berüchtigt für seine exzellent geschriebenen, aber oftmals auch provokanten Aussagen über die Musiker seines bevorzugten Genres.

Marsh, der ab den 1970ern für verschiedene Musikmagazine wie Creem und Rolling Stone schrieb, hat eine ganze Reihe von Büchern über Musiker – allein vier über Bruce Springsteen – sowie Rockmusik im Allgemeinen veröffentlicht (The Heart of Rock and Soul – The 1001 Best Singles Ever Made, 1999) und engagierte sich zudem in der Rock ’n‘ Roll Hall of Fame. 

Dave Marsh in seinem Büro – Foto: www.davemarsh.us

Marsh zählt neben Greil Marcus und Peter Guralnick zu den Top-Elvis-Autoren aus der Fraktion der amerikanischen Musikjournalisten, die sich vor allem mit Rockmusik beschäftigen bzw. in der Vergangenheit beschäftigt haben.

Zu seinen bekannteren Elvis-Veröffentlichungen gehören der Nachruf Elvis Presley: Spiritual Leader of a Generation im Magazin Rolling Stone vom 22.9.1977, vor allem aber die vielbeachtete Buchveröffentlichung Elvis aus dem Jahr 1982.

Elvis: The Seventies

Weit weniger bekannt als seine Buchveröffentlichung Elvis von 1982 ist Marshs Essay „Elvis: The Seventies“ im Begleitheft zu dem 1995 erschienenen und von Ernst Jorgensen zusammengestellten Boxset Elvis Walk A Mile in my Shoes: The Essential 70’s Masters.

Boxset Elvis Walk A Mile In My Shoes – The Essential 70’s Masters

Das dritte Boxset der Essential-Reihe aus den 1990ern konzentriert sich mit seinen fünf CDs ausschließlich auf Elvis Presleys musikalisches Schaffen zwischen 1970-1977 – hier vor allem die Studioaufnahmen – und gilt bis heute als guter Einstieg in den Elvis der 70er für alle, die hier bislang Berührungsängste hatten.

Das Bemerkenswerte an Marshs Essay Elvis: The Seventies ist, dass es dem Autor nicht nur gelingt, Elvis‘ Musik der 1970er stimmig in den Kontext seiner Gesamtkarriere einzuordnen – und dabei mit ein paar grundlegenden Missverständnissen aufzuräumen -, sondern zentrale Erkenntnisse über den Künstler Elvis Presley zu präsentieren, wie sie andernorts kaum je zu finden sind.

Dabei schlägt der Musikjournalist eine Brücke vom Elvis der 1950er zu dem der 1970er Jahre und zeigt erstmals die Kontinuität im Schaffen des King auf – vom Anfang bis zum (bitteren) Ende. Damit schafft Marsh auf knapp 40 Seiten, was Peter Guralnicks zweibändiger Biographie aus den 1990ern auf mehr als tausend – zweifelsohne hervorragend geschriebenen – Seiten nicht abschließend gelingt: Er bringt den Künstler Elvis Presley auf den Punkt!

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Elvis Presley: My Side of the Story

Wenn Elvis Presley die Gelegenheit gehabt hätte, seine Autobiografie zu schreiben, wie wäre die wohl ausgefallen? Wäre er detailliert auf die vielen Fragen eingegangen, die seine Hardcore-Fans seit Jahrzehnten um den Schlaf bringen, etwa wie viele Takes von Hound Dog er 1956 tatsächlich brauchte für den legendären Master?

Und hätte er endlich – auch das ein Wunschtraum vieler Fans – mal ordentlich mit seinem dominanten Manger Colonel Tom Parker alias Andreas van Kuijk abgerechnet oder Ex-Gattin Priscilla vom Platz gestellt? Inwieweit hätte er tiefe Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt gegeben… in den guten und in den weniger guten Zeiten? Und was genau waren für ihn die guten und die weniger guten Jahre? Wäre er auf gesundheitliche Probleme und Medikamentenabhängigkeit eingegangen?

Hmmm… so schön es wäre, mehr darüber von Elvis selbst zu erfahren, es spricht doch einiges dafür, dass der Memphis Flash sich auch bei seiner Autobiografie selbst treu geblieben wäre und eben nicht das Innerste nach außen gekehrt, sondern seinem Publikum vor allem den Entertainer gezeigt hätte. So ähnlich sah es auch die bekannte Dokumentarfilmerin Annett Wolf, die den King 1977 bei den Dreharbeiten zum CBS-TV-Special Elvis in Concert kennenlernte, und eben keine Gelegenheit zu einem ihrer berühmten Tiefen-Interviews bekam.

Elvis‘ Darstellung, wie das „Landei aus Tupelo/Mississippi“ auszog, um die Welt zu erobern, wäre wahrscheinlich gespickt mit reichlich Humor und ordentlich viel Selbstironie. Bloß das Publikum nicht langweilen mit zu viel Nabelschau, so die Devise. Soll nicht heißen, dass er dabei im Verlauf seiner Erzählung nicht so ganz nebenbei den ein oder anderen Mythos gekilled hätte.

Einen guten Eindruck, wie Elvis Presley seine Sicht der Dinge in eine Autobiografie packen würde, geben neben dem Konzept des ’68 Comeback-Special, an dem er maßgeblich beteiligt war, die Ansprachen an sein Live-Publikum, die er praktisch bei jedem Konzert seines ersten Engagements in Las Vegas im Sommer 1969 hielt – zu der Zeit also, als er nach Jahren in Hollywood auf die Bühne zurückkehrte. Bei späteren Engagements gab es diese sogenannten „Monologues“ nicht mehr.

Ein kreativer YouTube-Nutzer hat eine dieser kurzen, dabei sehr witzigen und an so mancher Stelle auch hintergründigen Monologe von Elvis Presley in ein cooles Video gepackt, dass ich Euch nicht vorenthalten möchte. Hier kommt Elvis mit „My Side of the Story“ – also seiner Version seiner Biografie bis zum Sommer 1969. Genau hinhören lohnt sich!

ELVIS LIVE 1969

Der Hochsommer 1969 war ohne Zweifel ereignisreich. Am 21. Juli betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond, vom 15. bis 17. August fand mit dem Musikfestival Woodstock in Bethel/New York die Hippie-Party schlechthin statt, und am 31. Juli 1969 kehrte Elvis Presley nach mehr als acht Jahren Live-Abstinenz endlich auf die Bühne zurück – in Las Vegas. Kaum zu glauben: Ein halbes Jahrhundert ist das jetzt schon her.

Da wäre man natürlich gerne dabei gewesen. Schade. Aber es gibt ein Trostpflaster für alle Zuspätgeborenen – nämlich das neue schön gemachte Boxset zum 50. Jubiläum von Elvis‘ Rückkehr auf die Konzertbühne: Elvis Live 1969 von RCA Legacy unter dem Dach von Sony.

Neues Boxset Elvis Live 1969 von RCA Legacy Recordings/Sony 2019

Enthalten sind im Boxset auf 11 CDs genau 11 komplette Konzerte des King, die er im Zeitraum vom 21. bis 26. August 1969 im International Hotel in Las Vegas gab – hörbar voll motiviert und enthusiastisch. Darunter die Midnight Show vom 22. August, die bislang als offiziell unveröffentlicht gilt – zumindest als vollständiges Konzert.

Und jetzt heißt es anschnallen für die Zeitreise, denn hier folgt die erwähnte offiziell unveröffentlichte Show vom 22. August 1969 mit einem endzeitmäßig gut gelaunten Elvis, der zwischen den Songs viele Witzchen reißt und in einem längeren Monolog humorvoll Einblick in seine Lebensgeschichte bis zu jenem 22. August 1969 gibt.

Wer sich das nicht anhört, ist selber schuld ;-).

International Hotel Las Vegas – 22. August 1969 – Mitternachtsshow

Blue Suede Shoes

I Got A Woman

All Shook Up

Love Me Tender

Jailhouse Rock/Don’t Be Cruel

Heartbreak Hotel

Hound Dog

Memories

My Babe

Mystery Train/Tiger Man

Monolog – Elvis spricht zum Publikum

Baby What You Want Me To Do

Funny How Time Slips Away

Runaway

Are You Lonesome Tonight

Yesterday/Hey Jude

Vorstellung der Band

In The Ghetto

Suspicious Minds

What’d I Say

Can’t Help Falling In Love

Alle Audios vom Boxset Elvis Live 1969.

If I Can Dream: Elvis, Martin Luther King und Bobby Kennedy

Ausgeruht, fit und voll motiviert meldet sich Elvis Presley am 3. Juni 1968 aus dem Hawai-Urlaub zurück im Büro von Regisseur Steve Binder und Musikproduzent Bones Howe auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles.

Der King ist startbereit für die Proben zum geplanten Fernseh-Special JUST ELVIS, heute besser bekannt als ’68 Comeback Special. Und die finden zunächst in den Räumen von Binder und Howe statt.

Elvis Presley 1968 – Foto: ’68 Comeback Special 50th Anniversary Edition, 2018

Wie Binder und Howe Elvis im Mai versprochen haben, soll das Special – wie der Arbeitstitel JUST ELVIS schon nahelegt – ganz auf ihn zugeschnitten sein. Entsprechend haben die Drehbuchautoren Chris Bearde und Alan Blye den Urlaub des Memphis Flash vor allem dazu genutzt,  an Vision und Konzept der Fernsehshow zu arbeiten, die als eine Art Semidokumentation der bisherigen Karriere Elvis Presleys geplant ist.

Was das Team Elvis Anfang Juni als Story vorstellt, ist ein erster Entwurf, den es jetzt noch mit Leben zu füllen gilt. Genau deswegen ist Elvis Presley von jetzt an täglich vor Ort – also auch am Mittwoch, den 5. Juni 1968.

An diesem Tag kommt es in Los Angeles zu einem tragischen Ereignis, das nicht nur amerikanische Geschichte schreibt, sondern auch das Drehbuch des ’68 Comeback Special maßgeblich beeinflusst.

Senator Robert F. Kennedy (1925-1968), der für die demokratische Partei als Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 1969 im Gespräch ist und der durchaus gute Chancen auf das Amt hat, fällt nach einer Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung im Ambassador Hotel einem Attentat zum Opfer. Der Attentäter Sirhan Sirhan (*1944) – ein junger Palästinenser, der mit seinen Eltern in den 1950ern in die USA einwanderte – kann noch am Tatort verhaftet werden.

Bobby Kennedy, der jüngere Bruder des 1963 in Dallas/Texas ebenfalls von einem Attentäter getöteten Präsidenten John F. Kennedy, stirbt in den frühen Morgenstunden des 6. Juni an den Folgen seiner Schussverletzung.

Wofür Robert „Bobby“ Kennedy politisch steht, das geht unter anderem aus seiner letzten Rede wenige Minuten vor dem Attentat am 5. Juni 1968 hervor, die im nachfolgenden Video zu hören ist.

Kennedy verspricht in seiner letzten Rede erneut, dass er sich als Präsidentschaftskandidat dafür einsetzen werde, etwas gegen die soziale Ungerechtigkeit in der amerikanischen Gesellschaft, die gravierenden Unterschiede in den Lebensbedingungen von Armen und Reichen, Weißen und Afroamerikanern zu tun und sich für ein Ende des Vietnamkrieges einzusetzen. Alles Brennpunktthemen der damaligen Zeit (und leider teilweise auch der heutigen).

Dabei schwört er seine Zuhörer auf die Qualitäten Amerikas als ein Land ein, dessen Volk mitfühlend und stark in der Gemeinschaft und daher auch in der Lage sei, bestehende Konflikte friedlich zu lösen.

Die Nachricht vom Attentat auf Robert Kennedy erreicht das Team um Regisseur Steve Binder, als alle inklusive Elvis in den Räumen der Produktionsfirma von Binder und Howe anwesend sind, um zu proben und weiter an dem Drehbuch für JUST ELVIS zu arbeiten.

Als die Nachricht vom Attentat die Runde macht, versammeln sich alle vor dem Fernseher und verfolgen schockiert die Berichterstattung. Steve Binder beschreibt die Situation so:

„Then, while we were in rehearsals and we were still at my offices on Sunset Boulevard, Bobby Kennedy was assasinated live on television. One of the TVs was on in one of the other rooms, and we heard this commotion. All of us ran into the other room to see what was happening, and Bobby Kennedy had just been shot by Sirhan Sirhan. […] We just forgot about the show and spent the rest of the night talking about what was happening to our country.“

Steve Binder, zitiert nach ’68 Comeback Special 50th Anniversary Edition, 2018

Drehbuchautor Chris Bearde bestätigt die Reaktion der Anwesenden:

„On that little black and white TV were live pictures of the Robert F. Kennedy assasination at the Ambassador Hotel. In that room was Elvis, all of us. And we were just flabbergasted. We were…“

Chris Bearde, zitiert nach ’68 Comeback Special 50th Anniversary Edition, 2018

Womit zu diesem Zeitpunkt keiner rechnet, ist Elvis Presleys zutiefst persönliche Reaktion auf die Ereignisse. Er ist offenbar so aufgewühlt durch das Geschehen, dass er die für ihn typische vorsichtige Zurückhaltung aufgibt, aus sich herausgeht und erstmals von sich erzählt – seine Lebensgeschichte aus seiner Sicht erzählt. Und er tut es, indem er sich dazu auf der Gitarre begleitet und immer wieder die unterschiedlichsten Songs singt – über Stunden, wie Chris Bearde beschreibt:

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Wise Men Say…

Die romantische Ballade Can’t Help Falling In Love aus dem Film Blue Hawaii (dt. Blaues Hawai, 1961) ist der weltweit beliebteste Elvis-Song. Von den mehr als 700 Songs, die der King im Laufe seiner Karriere aufgenommen hat, ist es dieses gefühlvolle Liebeslied, das heute (2019) die meisten Hörer begeistert. Ablesbar ist das u.a. an der beachtlichen Anzahl der Streams und Downloads.

Dabei dürften die zeitgenössischen Hörer meist gar nicht wissen, dass Can’t Help Falling in Love ausgerechnet einer der bis heute eher kritisch gesehenen Filmsongs des King ist. Also eines der Lieder, die auf die Handlung der zwar durchaus unterhaltsamen, aber nicht gerade tiefschürfenden Elvis-Musicals der 1960er Jahre zugeschnitten waren.

Wer sich mit der Diskussion um die Elvis-Filmsongs ein bisschen auskennt und zudem weiß, wie Elvis Presley selbst dazu stand, dürfte überrascht sein, dass gerade sie diesen Klassiker hervorgebracht haben.

Wer hingegen unvoreingenommen mit der Distanz von mehr als einem halben Jahrhundert einfach nur zuhört, kommt zu einem anderen Ergebnis. Kein Wunder, denn hinter den Filmsongs steckten oft erfahrene und erfolgreiche Komponisten, während an den Aufnahmen die besten Studiomusiker ihrer Zeit beteiligt waren. So auch bei Can’t Help Falling In Love – aufgenommen am 23. März 1961 bei Radio Recorders in Hollywood.

Wie Can’t Help Falling in Love entsteht

Text und Melodie von Can’t Help Falling In Love ist eine Gemeinschaftsproduktion, und zwar von Luigi Federico Creatore (1921-2015), Hugo E. Peretti (1916-1986) und George David Weiss (1921-2010). Die Italo-Amerikaner Creatore und Peretti waren Cousins, die in den 1950ern zunächst als Songwriter-Duo Hugo & Luigi in New York bekannt wurden, später aber auch als Plattenproduzenten in Erscheinung traten.

Das Songwriter-Duo Luigi Creatore und Hugo Peretti.

Als Songwriter arbeiteten die beiden u.a. für Mercury Records, bevor sie für Elvis‘ New Yorker Plattenlabel RCA Hits für bekannte Sänger/innen wie Perry Como, Sam Cooke und Peggy March komponierten. Wie oft bei Komponisten, die im Duo arbeiten (→ Writing for the King: Sid Tepper und Roy Bennett, → Jerry Leiber und Mike Stoller), gab es eine Arbeitsaufteilung: Luigi war eher für die Texte und Hugo eher für die Melodien zuständig.

Komponist und Arrangeur George David Weiss.

In ihrer Zeit bei RCA arbeiteten sie hin und wieder, so auch bei The Lion Sleeps Tonight – 1961 ein Nummer-Eins-Hit für die Doo-Wop-Formation The Tokens -, mit George David Weiss zusammen, der im Team sowohl Texte als auch Melodien beisteuerte. Weiss, Creatore und Peretti hatten ein Händchen dafür, internationale Melodien als Basis für ihre eigenen Kompositionen zu adaptieren.

Bei The Lion Sleeps Tonight war es das afrikanische Lied Mbube Wimoweh (Der Löwe schläft) und bei Can’t Help Falling in Love lehnten sie sich an das französische Liebeslied Plaisir d’Amour an, dessen Melodie Jean-Paul-Égide Martini (auch Johann Paul Aegidius Schwarzendorf) im späten 18. Jahrhundert komponierte.

Einen Song für den Film Blue Hawaii zu schreiben, war nicht der erst Auftrag, den das Trio 1961 von Elvis‘ Musikverlegern – den Brüdern Aberbach von Hill & Range in New York – erhielt. Sie waren zuvor schon für den Titelsong des Films Wild In The Country (Lied des Rebellen, 1961), der im Jahr zuvor gedreht worden war, erfolgreich im Rennen gewesen.

Somit kannten Creatore, Peretti und Weiss auch das Prozedere schon, an das die Komponisten von Elvis-Filmsongs sich halten mussten. Das bestand im Wesentlichen darin, dass es keinen festen Auftrag mit garantierter Abnahme der Kompositionen gab, sondern mehrere Songwriter (-Teams) im Wettbewerb um die Soundtrack-Kompositionen standen (→ Elvis‘ Fun In Acapulco: Drehbuch und Soundtrack).

Die Teams wurden meist von Freddy Bienstock beim Musikverlag Hill & Range beauftragt. Anschließend wurden die in Form von Demobändern angelieferten Kompositionen von Elvis selbst angehört und für die Aufnahme seines Soundtracks ausgewählt – oder eben nicht. Persönlichen Kontakt zu den Komponisten hatte Elvis Presley in der Regel nicht. Luigi Creatore beschreibt das Verfahren so:

„They didn’t give you an assignment. They said: ‚We want a song for the title of the movie.‘ They gave it to us [Drehbuch], gave it to other songwriting teams, maybe six or eight writers. Then they would pick what they liked. All the writers were writing on spec because it was Presley. The writers that they were approaching were never writing on spec but with Presley you did because he was big enough to take the shot. Nobody was paying you and nobody was assuring you that once you wrote the song it would be in the movie.“

Luigi Creatore, zitiert nach Ken Sharp: Elvis Presley Writing for the King, FTD Books, 2006

Trotz des Risikos, vielleicht für umsonst zu arbeiten, nahmen Creatore, Peretti und Weiss 1961 den Auftrag der Musikverleger an, eine Ballade mit „europäischem Flair“ für eine ganz besondere Filmszene in Blue Hawaii (Blaues Hawai) zu komponieren und ein Demo aufzunehmen.

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Elvis, was bleibt?

Elvis Presley wäre heute 84 Jahre alt. Also genau doppelt so alt, wie er tatsächlich geworden ist. Als er 1977 im Alter von nur 42 Jahren starb, war er bereits die Hälfte seines Lebens ein internationaler Superstar – und in den Augen (und Ohren) vieler Zeitgenossen der weltweit bekannteste, mit zahllosen Hits wahrscheinlich auch beliebteste und erfolgreichste amerikanische Sänger seiner Ära.

Elvis Presley: 166 Millionen YouTuber can’t help falling in love.

Doch was ist von der Musik Elvis Presleys bis heute geblieben – 65 Jahre nachdem er in Memphis seine erste kommerzielle Platte aufnahm? Was fördert das Gedächtnis einer breiten Öffentlichkeit in 2019 zutage, wenn gefragt wird: Nenne den bekanntesten Elvis-Song? Oder nenne zumindest irgendeinen Elvis-Song?

Können Musikhörer in 2019 diese Frage überhaupt beantworten? Schließlich stand die Musikwelt in den letzten 40 Jahren alles andere als still, sondern hat immer wieder neue Megastars hervorgebracht. Jede Generation hat ihre eigenen musikalischen Lieblinge unterschiedlicher Stilrichtungen. Es lebe die Vielfalt.

Außerdem wird Musik heute anders konsumiert als in der Ära Elvis Presleys. Seine Songs kamen übers Radio (später auch Kino) und als Schallplatte via Single, Extended Play und Album an den Hörer. Es folgten Musikkassette und CD. Das Auslaufmodell CD hat der King schon gar nicht mehr erlebt. Heute wird Musik vor allem gestreamed – Streaming-Dienste wie Spotify haben nicht nur bei der jüngeren Generation zunehmend die Nase vorn.

Angebote wie YouTube bringen längst ihre eigenen Stars hervor – so mancher verzichtet gleich ganz auf ein Plattenlabel und vermarktet sich selbst. Wo sollte in dieser Welt Platz sein für die Musik Elvis Presleys, der aufhörte, Musik zu machen, als all das noch nicht einmal ein ferner Gedanke war?

166 Millionen YouTuber can’t help falling in love

Tatsächlich haben die Hörer von heute den King nicht nur längst fest auf Spotify und YouTube etabliert, sondern sorgen in der schönen neuen Musikwelt durch die Anzahl ihrer „Views“ und ihre vielsprachigen Kommentare für Transparenz im Hinblick darauf, was denn nun der weltweit beliebteste Elvis-Song ist, warum sie ihn mögen und warum „Elvis bleibt“.

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Elvis Presley: In The Ghetto (1969)

Viele Songs werden zu Hits, aber nur wenige auch zu Klassikern. Ein Hit lebt im Moment – ein Klassiker beinahe unendlich. Er ist zeitlos. Elvis Presleys In The Ghetto von 1969 ist ein solcher Klassiker.

Ein nachdenklicher Elvis Presley Anfang 1969, als er In The Ghetto aufnahm.

Bleibt die Frage, was In The Ghetto – Elvis Presleys einzige Nr. 1 in den deutschen Charts – so zeitlos macht? Ist es vor allem der Liedtext von Countrysänger und Komponist Mac Davies (Pseudonym Scott Davis)…

IN THE GHETTO
As the snow flies
On a cold and gray Chicago mornin‘
A poor little baby child is born
In the ghetto (in the ghetto)
And his mama cries
‚Cause if there’s one thing that she don’t need
It’s another hungry mouth to feed
In the ghetto (in the ghetto)
People, don’t you understand
The child needs a helping hand
Or he’ll grow to be an angry young man some day?
Take a look at you and me
Are we too blind to see
Do we simply turn our heads, and look the other way?
Well, the world turns
And a hungry little boy with a runny nose
Plays in the street as the cold wind blows
In the ghetto (in the ghetto)
And his hunger burns
So he starts to roam the streets at night
And he learns how to steal, and he learns how to fight
In the ghetto (in the ghetto)
Then one night in desperation
A young man breaks away
He buys a gun, steals a car
Tries to run, but he don’t get far
And his mama cries
As a crowd gathers ‚round an angry young man
Face down on the street with a gun in his hand
In the ghetto (in the ghetto)
And as her young man dies
On a cold and gray Chicago mornin‘
Another little baby child is born
In the ghetto (in the ghetto)
And his mama cries (in the ghetto)
(In the ghetto)
(Aah-aah)

… oder doch eher die Interpretation des King – aufgenommen am 20. Januar 1969 – in Chip Momans American Sound Studio in Memphis?

In The Ghetto – Quelle: Elvis Presley Complete Masters

Es ist beides. In The Ghetto ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein guter Song genau dann zu einem großartigen wird, wenn er auf einen erstklassigen Interpreten trifft. Ein perfektes Paar.

Elvis‘ ruhige, geradezu minimalistische, Darbietung, die für jeden seiner mehr als 20 im Januar 1969 eingespielten Takes kennzeichnend ist, transportiert eindringlich emotional die ausweglose Situation, von der im Liedtext die Rede ist. Und zwar ohne dass der Song ins Kitschige abrutscht.

Seine Stimme trägt den Song nicht nur – sie ist der Song. Das kann man besonders gut an den Originalaufnahmen mit minimalistischer Begleitung der Hausband des American Sound Studio hören, bevor diese Aufnahmen von Chips Moman mit den sogenannten Overdubs, also Backgroundsängerinnen und anderem Tralala, angereichert wurden.

In The Ghetto undubbed – Quelle: From Elvis in Memphis (Sammlerlabel FTD)

In dem Liedtext, der ursprünglich The Vicious Circle (Der Teufelskreis) hieß, geht es um das Schicksal eines jungen Mannes, der aufgrund seines sozialen Umfelds, also dem Leben im Getto, das ihm keinerlei Perspektive bietet, zwangsläufig in der Kriminalität landet und viel zu früh den Tod findet – wie viele vor und nach ihm.

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Gekippt: Der Mythos von Elvis Presleys Tonträgerverkäufen

Elvis Presley hat mehr als 1 Milliarde Tonträger weltweit verkauft, so heißt es. Diese monströse Zahl ist seit Jahrzehnten in Umlauf, sie gilt als gesetzt. Erst kürzlich spielte sie bei der posthumen Verleihung der Freiheitsmedaille des amerikanischen Präsisdenten Donald Trump an Elvis Presley eine Rolle in der Laudatio. Aber lässt sich die Milliarde auch faktisch belegen… oder widerlegen?

Elvis Presley hat gut lachen, denn er gilt als Megaseller der Musikgeschichte. Ob er tatsächlich 1 Milliarde Tonträger verkauft hat, darf allerdings bezweifelt werden.

Elvis‘ Plattenlabel RCA – heute unter dem Dach von Riese Sony zuhause – dürfte kaum ein Interesse an der Veröffentlichung ungeschminkter Verkaufszahlen haben, so viel ist sicher. Wer lässt sich schon gerne in die Karten schauen? Schließlich wurden und werden dort wie in der Branche üblich hohe Verkaufszahlen seit Jahrzehnten gerne für Marketingzwecke eingesetzt. Frei nach dem Grundsatz, dass ein bisschen Hype auch den Großen der Branche nicht schaden kann – zu viel Transparenz hingegen schon.

Fairerweise muss man sagen, dass Sony den Milliarden-Hype im Falle von Elvis wohl in erster Linie geerbt hat: Die Milliarde soll auf einen ehemaligen Produktmanager zurückgehen, der – bevor Elvis‘ langjähriges Plattenlabel RCA zu Sony gehörte – die Zahl offensichtlich in Umlauf gebracht hat, ohne sie je näher zu erläutern. Seitdem – und das ist schon ein gutes Weilchen her – steht die Milliarde sozusagen im Raum. Wie Elvis selbst ist sie einfach nicht tot zu kriegen.

Dabei spricht längst einiges dafür, dass die Angaben zu Elvis‘ Tonträgerverkäufen ähnlich wie die sagenumwobene Einschaltquote von angeblich mehr als 1 Milliarde Fernsehzuschauern für das 1973 via Satellit übertragene TV-Konzert Elvis Aloha From Hawaii vor allem auf Hochrechnungen und der Annahme beruht, dass der King schon aufgrund seines globalen Bekanntheitsgrades einfach ein Megaseller sein muss.

Der Unbedarfte sagt sich jetzt: Das zu recherchieren, kann nicht so schwierig sein: Ein Blick auf die Alben, die er veröffentlicht hat, dazu die Zertifizierungen der Recording Industry Association of America (R.I.A.A.) und die von Nielsen Soundscan erfassten Verkäufe, das müsste doch zumindest einen ersten Anhaltspunkt bringen. Guter Plan, aber leider ist es nicht ganz so einfach.

Die R.I.A.A. erfasst nämlich nur die Verkäufe in den USA (der Rest der Welt fehlt) – und das auch noch nach einem System, das Spielraum für Interpretationen lässt. Nielsen Soundscan startete 1991 mit seinen Erhebungen, da war Elvis Presley, der seine erste Single 1954 veröffentlichte, schon 14 Jahre tot. Und dazu kommt noch die Mutter aller Probleme, nämlich die unübersichtliche Diskografie Elvis Presleys mit einer Vielzahl von Kompilationen über Jahrzehnte hinweg.

In den letzten Jahren sind auch noch Downloads und Streamings dazu gekommen. Die meisten Leute verlieren schon nach einem kurzen Blick auf das Chaos spontan die Lust auf weitere Recherchen und legen stattdessen lieber gleich einen bekannten Elvis-Klassiker auf. Nicht die schlechteste Idee.

Die Chartmasters kommen

Wer sich davon nicht hat abschrecken lassen, ist eine kleine Gruppe von Musikstatistik-Enthusiasten um den französischen Informatiker Guillaume Vieira, die auf der englischsprachigen Website Chartmasters.org neben vielen anderen Informationen die Verkaufszahlen von Musikgrößen der Vergangenheit und Gegenwart über die vorhandenen physischen und digitalen Musikformate hinweg unter die Lupe nehmen.

Dafür nutzen sie ein eigens dafür entwickelten System, das sie Commensurate Sales to Popularity Concept (CSPC) nennen. CSPC dient dazu, die Verkäufe von verschiedenen analogen und digitalen Musikformaten vergleichbar zu machen, indem sie in „equivalent album sales“ (EAS), also äquivalente Albumverkäufe, umgerechnet werden. Zum „Umrechnungskurs“ siehe Legende zur Tabelle weiter unten.

In 2018 war die Evaluation von Elvis Presleys musikalischem Output zu Lebzeiten und posthum dran – ein monatelanges Unterfangen, dass das Chartmasters-Team laut Vieira an den Rand seiner Kapazitäten brachte. Herausgekommen ist dabei eine hochinteressante, wenn auch teilweise sehr komplexe und überraschende Analyse der Verkaufszahlen des King, die nicht fangetrieben ist und auch nicht in erster Linie darum kreist, ob der King nun die 1 Milliarde geknackt hat oder nicht.

Allerdings hat sich das Team unter Führung von Vieira schon mit den Hochrechnungen diverser Autoren der Elvis-Szene befasst und die Mechanismen, mit denen die Milliarde zu beweisen versucht wird, kritisch hinterfragt.

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Revisited: If Every Day Was Like Christmas (1966)

Die stimmungsvollsten Weihnachtssongs entstehen in der Vorweihnachtszeit, wenn es draußen knusprig kalt, drinnen dafür mollig warm und gemütlich ist. So könnte man annehmen. Falsch gedacht. Tatsächlich werden sie häufig im heißen Sommer komponiert und auch eingespielt, damit sie rechtzeitig vor dem Fest der Freude ihre Käufer und Hörer finden.

Bei sommerlicher Hitze in Stimmung kommen für Weihnachten? Gar nicht so einfach. Gelungen ist das einem Freund Elvis Presleys aus Schultagen an der Humes High School in Memphis:  Robert Gene „Red“ West (1936-2017). West ist vor allem bekannt als früher Elvis-Wegbegleiter, etwa auf ersten Tourneen durch die amerikanischen Südstaaten, später als handfester „Bodyguard“, der G.I. Elvis auch in Deutschland zur Seite stand, in den 1960ern als Statist in vielen Elvis-Filmen und noch viel später und weitaus weniger rühmlich als maßgeblicher Informant für das 1977 veröffentlichte Enthüllungsbuch Elvis: What Happened. Letzteres besiegelte das Ende der Freundschaft.

Ehemals gute Kumpels: Elvis mit Red West 1961

Ehemals gute und vor allem musikalische Kumpels: Elvis mit Red West 1961

Davon mal abgesehen war und ist West nicht nur selbst musikalisch und im Alter erfolgreich als Schauspieler, sondern hat sich schon früh seine Sporen auch als Liedtexter verdient. Gleich 11 Aufnahmen des King stammen aus der Feder seines Ex-Kumpels Red West, die dieser teilweise zusammen mit anderen Komponisten verfasst hat.

Zu den bekannten Titeln gehören etwa der „Scheidungssong“ Separate Ways (1972) und That’s Someone You’ll Never Forget (1961), ein Lied, das Elvis‘ Mutter Gladys Presley gewidmet sein soll.

Aber auch zwei sehr schöne Weihnachtssongs zauberte Red West einst aus seiner Feder, nämlich Holly Leaves And Christmas Trees (1971) und If Every Day Was Like Christmas (1966), um das es hier geht. Wie er die Idee zu letzterem bekam und zunächst nicht erfolgreich damit war, erzählt er u.a. in Ken Sharps überaus lesenwertem Buch Elvis Presley Writing For The King (2006).

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