Elvis‘ Weihnachtsklassiker: Santa Claus Is Back In Town

Fast jeder, der einigermaßen erfolgreich im Musikgeschäft ist, spielt irgendwann auch  Weihnachtslieder ein. Schließlich ist dafür garantiert jedes Jahr einmal Saison und das lässt die Kasse immer wieder aufs Neue klingeln. Fast so sicher wie das Amen in der Kirche gibt es unter den Weihnachtsalben natürlich auch einen hörenswerten Megaseller von Elvis Presley: Elvis‘ Christmas Album ’57. Und genau auf diesem Album erschien der Elvis-Klassiker erstmals, um den es heute geht.

  • Weihnachtsstimmung mit Elvis

Das inzwischen legendäre Elvis‘ Christmas Album ’57 mit 12 Songs kam im Oktober 1957 rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit auf den Markt und hielt sich volle 4 Wochen auf Platz 1 der Billboard-Charts. 2011 zeichnete die Recording Industry Association of America (R.I.A.A.) die spätere Camden-Version des Albums (1970) mit einem Diamond-Award für mehr als 10 Mio. allein in den USA verkaufte Exemplare aus. Damit soll Elvis Christmas Album bis heute das erfolgreichste Weihnachtsalbum aller Zeiten in den USA sein.

Elvis‘ Christmas Album – 2014 mit einer Veröffentlichung des Sammlerlabels Follow That Dream bedacht – gilt heute längst auch musikalisch als Klassiker, die Redaktion des Musikmagazins Rolling Stone listet es als zweitbestes Weihnachtsalbum aller Zeiten. Das war nicht immer so. Als Elvis‘ Weihnachtsalbum 1957 erschien, stürmte es nämlich nicht nur die Charts, es sorgte auch für reichlich Aufregung. Jetzt verunglimpfte die Galionsfigur der vulgären, Amerikas Jugend verführenden Rock ’n‘ Roller – Elvis the Pelvis – auch noch das heilige Weihnachtsfest, so wurde das damals von vielen gesehen.

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Alfred Wertheimer in Memoriam

Sehr aufrecht, dabei langsam und vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzend, kommt er mir auf dem langen, spärlich beleuchten Hotelflur entgegen. Sportlich gekleidet in khakifarbene Fotografenweste und Freizeithose, an den Füßen weiße Turnschuhe, auf dem immer noch vollen grauen Haarschopf ein blaues Basecap mit kurzem Schirm, scheint Alfred Wertheimer mehr als bereit für das letzte, ganz große Abenteuer. An seiner linken Hand baumelt lässig ein kleiner Stoffrucksack, in der rechten hält er „schussbereit“ eine handliche Digitalkamera Marke Canon. Als er näher kommt, erkenne ich den Schriftzug auf dem runden Ansteckbutton seiner Weste: European Elvis Festival 2014.

  • Tipp vom Foto-Profi: "If your photos are boring, get closer!" Foto: www.memphisflash.de

Das Festival in Bad Nauheim ist auch der Grund für unsere Begegnung. Denn der 84-jährige Starfotograf und Dokumentarfilmer Alfred Wertheimer aus New York ist einer Einladung der Elvis Presley Gesellschaft gefolgt, um beim 13. European Elvis Festival Mitte August 2014 eine Ausstellung seiner berühmten Elvis-Fotos zu begleiten.

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Elvis Presley Song by Song: A Study in Music

Am 8. Januar 2015 würde Elvis Aaron Presley seinen 80. Geburtstag feiern, wäre er nicht schon 1977 im Alter von nur 42 Jahren verstorben. Kaum jemand bezweifelt heute noch, dass der Memphis Flash zu den bedeutendsten Vertretern der Rock- und Popkultur des 20. Jahrhunderts gehört.

Der bekannte Musikjournalist → Ernst Hofacker (Von Edison bis Elvis, Reclam 2012)  spricht stellvertretend für viele von Elvis als einem „Urknall der Popkultur“, dessen Megaerfolg – neben kulturhistorischen und technischen Entwicklungen – auf eine ganze Reihe persönlicher Voraussetzungen zurückzuführen ist. Elvis, so Hofacker, sah nicht nur „blendend“ aus, er trug auch die „richtige Mischung an halbstarkem Selbstbewusstsein und romantischer Verletzlichkeit“ zur Schau, war eine „Naturbegabung als Entertainer“ mit „überwältigendem Charisma“ und „obendrein ein hochbegabter Sänger mit intuitivem Verständnis für die verschiedensten Stile“.

Elvis hört Elvis bei der Aufnahmesession von 'Hound Dog/Don't Be Cruel' 1956 - Foto 'Scream' von Fotograf Alfred Wertheimer

Der „hochbegabte Sänger“ hört sich selbst bei der Aufnahmesession von ‚Hound Dog/Don’t Be Cruel‘ in New York 1956 – Foto ‚Scream‘ (Schrei) von Alfred Wertheimer

Das klingt fast schon hymnisch. Und viel Hymnisches darf auch zum 80. des King wieder erwartet werden, wenn weltweit Popkulturliebhaber, Musikjournalisten und so ziemlich jeder, der eine Tastatur in Griffnähe hat, dieses Ereignis feiern wird, indem er oder sie die ohnehin schon endlos lange Liste an Veröffentlichungen über Elvis Presley entschlossen erweitert.

Doch ein Aspekt, den Hofacker in seiner hymischen Aussage verpackt hat, wird bei alldem wahrscheinlich erneut eine eher untergeordnete Rolle spielen: „der hochbegabte Sänger“. Denn Elvis kennt zwar (fast) jeder, das aber vor allem als Mythos, als eine Überfigur, der  – wie → Filmhistoriker Björn Eckerl es ausdrückt – kaum noch jemand wirklich zuHÖRT.

Schon vor langer Zeit haben die Anekdoten über den Liebhaber schneller Autos (→ Elvis‘ gelebte Auto Emoción), den König des Spielerparadieses Las Vegas (→ Meet and Greet the King), den exzentrischen Frauenliebling mit Hang zu gesundheitsschädlichen Konsumgewohnheiten (→ Elvis in der Werbung: Geht’s noch?), der Musik den Rang abgelaufen. Elvis-Biograf Peter Guralnick spricht in seiner umfangreichen Biografie von der „Kakophonie der Stimmen“, die niemals zu verstummen scheint und das Ohr auf das Eigentliche verstellt: Elvis Presleys Musik.

Tatsächlich gibt es unter den vielen Veröffentlichungen über den Memphis Flash (→ Interview mit Elvis-Buch- und Filmliebhaber Nigel Patterson) nur eine kleine, aber feine Auswahl von Publikationen, deren Autoren sich gerade damit kenntnisreich beschäftigen. Und genau diesen meist wenig bekannten Veröffentlichungen möchte ich eine Reihe widmen.

Ich starte mit einem Buch, dessen Erstausgabe mich vor allem durch seinen Minimalismus beeindruckt. Es ist so leise, dass es in der erwähnten Kakophonie seit Jahrzehnten kaum Gehör findet, ebenso wenig wie der Gegenstand seines Themas: Elvis Presley: A Study in Music von Robert Matthew-Walker.

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Kings Town!

Am Rathaus sind die Elvis-Fahnen gehisst, ein → pinkfarbener Cadillac biegt langsam in die Terrassenstraße ein und eine hübsche Frau überquert mit wippendem Petticoat den Zebrastreifen Richtung Kurpark. Klarer Fall: Der Startschuss für das → 13. European Elvis Festival ist gefallen. Der King hat den Bürgermeister kurzerhand in Urlaub geschickt und vom 15. bis 17. August 2014 die Amtsgeschäfte in Bad Nauheim übernommen… Das Ganze mit ordentlich Wumms, wie sich das gehört für den King of Rock ’n‘ Roll. Für 3 volle Tage wird Bad Nauheim zu Kings Town.

13. European Elvis Festival: Bad Nauheim hisst die Elvis-Fahne

13. European Elvis Festival: Das Bad Nauheimer Rathaus hisst die Elvis-Fahne – Foto: The Memphis Flash

Im Schlepptau hat der King nicht nur alte Weggefährten wie den Fotografen und Dokumentarfilmer Alfred Wertheimer, sondern auch ein Gefolge von etwa 6.000 Fans aus ganz Europa und sogar den USA, das wie ein gut gelaunter Heuschreckenschwarm in die ansonsten beschauliche Kurstadt einfällt und ihr den Stempel aufdrückt. Kings Town eben.

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Spotlight 5. Juli 1954: „I just loved music… all type of music!“

Der 5. Juli 1954 ist ein Montag. Es ist unsagbar heiß und schwül in Memphis. Das Thermometer zeigt fast 40 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt bei über 80 Prozent, die Hitze nimmt den Bürgern der Stadt am Mississippi die Luft zum Atmen. An diesem heißen Montag  nimmt der 19-jährige Elvis Presley mit That’s All Right (Mama) in Sam Phillips SUN-Studio, 706 Union Avenue in Memphis, die A-Seite seiner ersten kommerziellen Single auf… und schreibt Musikgeschichte.

Audio That’s All Right (Mama) – Complete Masters Collection

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Elvis‘ Aufnahme von Arthur Crudups R&B-Song That’s All Right an diesem 5. Juli 1954 wird gerne plakativ als die Geburtsstunde des Rock ’n‘ Roll bezeichnet – besonders, wenn ein Jubiläum gefeiert werden will, wie etwa aktuell der 60. Jahrestag. Dabei ist das nicht mehr als eine sehr vereinfachte Zuspitzung, die andere einflussreiche Aufnahmen, wie etwa Jackie Brenstons und Ike Turners Rocket 88 – 1951 ebenfalls in Sam Phillips SUN-Studio alias Memphis Recording Service entstanden -, außer Acht lässt.

Die Geburtsstunde einer Musikrichtung lässt sich nicht so einfach auf den Punkt bestimmen wie so manch einer – auf der Suche nach einer griffigen Schlagzeile – es gerne hätte. Zu viele Geburtshelfer, die alle ihre musikalischen Einflüsse einbringen, sind daran beteiligt. Zu komplex ist die musikalische Wirkungsgeschichte.

Dennoch markiert die Aufnahme von That’s All Right am 5. Juli  1954 eine Geburtsstunde, ist der schwül-heiße Montag musik- und kulturhistorisch bedeutsam, denn er markiert den Startschuss der Karriere Elvis Presleys, durch dessen gigantischen Erfolg die Rock ’n‘ Roll-Revolution erst ihre volle Wucht entfalten und sich die Welt der Unterhaltungsmusik für immer verändern wird. Gewissermaßen ein Urknall der Popkultur, wie Ernst Hofacker es in seinem Buch „Von Edison bis Elvis: Wie die Popmusik erfunden wurde“ (2012) formuliert. Und nicht gerade wenige Leute sind davon überzeugt, dass dieser Urknall nirgendwo anders als in Memphis hätte stattfinden können. Sie könnten Recht haben.

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European Elvis Festival 2014: Frauenpower für den King!

Maria Hesterbergs Schopf mit den feuerroten Haaren hat Signalwirkung. Begeisterung und Dynamik bis in die Haarspitzen strahlt die 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft e.V. aus, als sie gut 4 Wochen vor dem Start des 13. European Elvis Festivals 2014 in Bad Nauheim mit Katja Heiderich, der attraktiven Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, zusammensitzt, um  letzte Vorbereitungen für das wohl bedeutendste Elvis-Festival in Europa zu besprechen.

Ein starkes Team: Maria Hesterberg, 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft, und Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadmarketing und Tourismus GmbH

Ein starkes Team: Maria Hesterberg (links), 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft e.V., und Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, im Juli 2014; Foto: www.memphisflash.de

Viel zu besprechen gibt es zwischen den beiden Powerfrauen, die sich ganz offensichtlich ausgezeichnet verstehen, in der Tat. Denn das 3-tägige Programm des 2002 ursprünglich von einem lokalen Fanclub ins Leben gerufenen Festivals ist in 2014 wieder prall gefüllt. Der Startschuss fällt in diesem Jahr schon am 14. August mit der beliebten Führung Hans Ulrich Halwes auf den Spuren Elvis Presleys durch Bad Nauheim und endet mit einem stimmungsvollen Fackelzug zum Johannisberg am 17. August 2014.

Dazwischen liegen 3 Tage Spaß, Unterhaltung und viel Musik vom legendären Original, von bekannten Cover-Bands, Fotoausstellungen, Kinoveranstaltungen, Talkrunden mit Weggefährten Elvis Presleys, Oldtimerparaden, Modenschauen und vielem mehr → Nachlese European Elvis Festival 2012, → Talkrunde mit Elvis Presleys Originalmusikern 2013. Wer in das Lebensgefühl der 1950er bis 1970er eintauchen möchte, findet hier ausreichend Gelegenheit dazu.

Hauptanlaufpunkt ist das Festivalzentrum auf dem Gelände des Hotel Dolce, wo die meisten Veranstaltungen stattfinden und wo sich auch der beliebte Fan-Markt befindet – mit allem, was Elvis-Aficionados lieben →  hier geht’s zum detaillierten Programm des European Elvis Festivals 2014.

Frauenpower: im Gespräch mit Maria Hesterberg und Katja Heiderich

Was aber macht das Elvis-Festival in Bad Nauheim so einzigartig im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen, die jedes Jahr in aller Herren Länder stattfinden, will ich bei einem Gespräch im Vorfeld des Festivals von Katja Heiderich und Maria Hesterberg wissen. Schließlich repräsentieren die beiden Powerfrauen mit der Stadt Bad Nauheim und der Bonner Elvis Presley Gesellschaft (EPG) die ideellen und finanziellen Hauptträger des jährlichen Festivals.

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Radiotipp für Kurzentschlossene: 60 Jahre ‚That’s All Right‘

Die Amerikaner feiern am 4. Juli ihren Unabhängigkeitstag und wir heute Abend vielleicht den Einzug ins Halbfinale der Fußball-WM 2014. Wer nach diesem Spiel noch nicht zu fertig ist, der sollte in die Radiosendung IT’S ELVIS TIME von Kenner Thomas Weiß  reinhören, die heute ab 22.00 Uhr beim bermuda.funk – Freies Radio Rhein-Neckar e.V. auf Sendung ist (Wiederholungszeiten weiter unten).

Denn Thomas greift ein weiteres historisches Ereignis auf: Morgen sind es nämlich genau 60 Jahre her, dass Elvis Presley mit dem Gitarristen Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black in Sam Phillips‘ Aufnahmestudio in Memphis mit That’s All Right (Mama) die A-Seite der legendären SUN-Single 209 aufnahm… und damit Musikgeschichte schrieb.

Elvis Presley mit Scotty Moore (links) und Bill Black (rechts) im Sommer 1954 in Memphis

Elvis Presley mit Scotty Moore (links) und Bill Black (rechts) im Sommer 1954 in Memphis

Audio That’s All Right (Mama) – Complete Masters Collection

 

Das Drumherum um die legendäre Aufnahmesession vom 5. Juli 1954 (und folgende) ist demnächst natürlich auch noch Thema hier im Blog → Spotlight 5. Juli 1954, aber mit Thomas‘ Radiosendung kann man sich jetzt schon mal richtig einstimmen. Hier kurz in Thomas‘ eigenen Worten, was er in seiner Radiosendung bringen wird:

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Understanding Elvis: Interview with Nigel Patterson

One of the most amazing things about Elvis Presley are his fans. The amount of creative, well-educated and dedicated people among them who manage to do continuous in-depth research and writing about the man besides having successful professional careers and active family lives is simply astounding. One of their key figures who for decades has helped to better understand Elvis Presley’s life, career and cultural impact on many different levels is Nigel Patterson from Australia. The Memphis Flash has talked to the Elvis expert about his passion for the King and what interests him most: Elvis‘ films and books.

The Memphis Flash: Nigel, most English-speaking Elvis aficionados are familiar with you as Honorary President of the Elvis Information Network (EIN), an Australian fan club that runs one of the, if not the most prolific and informative websites on Elvis Presley: www.elvisinfonet.com. Apart from that, not too much is known about you (at least not in Germany). Please do tell us more about yourself, your background and what made you such an expert on everything Elvis.

Nigel Patterson: I am originally from Northern Ireland and my family moved to Canberra, capital city of the “lucky country”, Australia, in the early 1960s.  While I knew of Elvis and seen some of his movies I did not become a fan until early 1969 when on a school excursion to Griffith, a small town in the winery region of country New South Wales. As I would learn later Griffith was also a hot spot for dope production in Australia (but I digress)!  While on the bus we were listening to 2CA, the only commercial radio station in Canberra at the time, and Edge of Reality came on.  I was hooked the moment I heard it and my interest in things Elvis quickly grew from there.

The Memphis Flash: Sounds like a fun way of being introduced to Elvis ;-). The psychedelic Edge Of Reality from the movie Live A Little, Love A Little (German: Liebling, laß‘ das Lügen, 1968) was a hit in Australia, right? It’s relatively unknown in Germany though. Let’s give it a listen.

Audio Edge of Reality – Complete Masters

 

The Memphis Flash: How was being an Elvis fan like in Australia in the late 1960s?

elvis-monthly-1960Nigel Patterson: Living “downunder” in a snail mail and pre-Internet time we relied on primarily newspapers and magazines for our news of overseas stars.  I started buying the newsstand magazine Elvis Monthly (which, due to its small size, fitted nicely into the inside pocket of my school jacket and served me well when I became bored with scholarly instruction), subscribed to Rocky Barra’s Strictly Elvis and submerged myself in various popular Aussie magazines including Movie News, Everybody’s and the Australasian Post, as they regularly featured Elvis on their cover and had feature articles inside.

In the early 70s I joined my first Elvis fan club, run by Bob Stephens in Sydney and I started contributing to Rex Martin’s fantastic Worldwide Weekly Elvis News Service and later Elvis Monthly.

The Memphis Flash: Some great magazines that have iconic status among fans today. I’ve seen that there is an → interesting interview with Rocky Barra, the guy behind Strictly Elvis, on EIN. Besides magazines films soon became another great interest of yours?

Nigel Patterson: From my childhood years growing up during the silver age of television I always had a fascination with TV shows and films.  In the late 1970s-early 1980s I became a reviewer for the Brisbane Film Group (BFG) enjoying working “flexi-time” (before it was introduced to the bureaucracy) as I was given free tickets to watch and review films screening usually at 11 am in the morning. I remember the first time I asked my boss if I could take an early, long lunch and he looked at me as if I was from another planet! In those days we had a regimented 12:30-1:30 lunch period.  A few years later flexitime was the norm.  Most of my reviews for the BFG were of horror movies as classic titles like Halloween, Friday the 13th, Prom Night and the underrated Happy Birthday To Me were enjoying peak popularity.  My involvement with the Brisbane Film Group was the genesis of my interest in a more analytical approach to the Elvis film canon.

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Buchtipp: The Elvis Movies von James L. Neibaur

Elvis was always a good actor, but the material was not always on his side.“ Dieses Statement klingt kühn. Kann das wirklich ernst gemeint sein? Das kann doch nur von einem beinharten Elvis-Fan mit rosaroter Brille auf der Nase kommen, der sich weigert, eine längst anerkannte Tatsache zu akzeptieren, die da lautet: Der Schauspieler Elvis Presley ist einfach nicht der Rede wert (→ Elvis in Hollywood).

Filmhistoriker James L. Neibaur

Filmhistoriker James L. Neibaur

Weit gefehlt! Wer sich hier so kühn aus dem Fenster lehnt, ist der bekannte Filmhistoriker James L. Neibaur in seinem gerade erst erschienenen Buch The Elvis Movies (2014).

Neibaur ist kein ausgewiesener Elvis-Aficionado, sondern hat sich vor allem einen Namen als Autor von Büchern über die Filme Charlie Chaplins, Buster Keatons, Bob Hopes, Harry Langdons und James Cagneys gemacht. Aktuell arbeitet er an einem weiteren Buch über die Filme Clint Eastwoods.

Mit über 40 Essays in der angesehenen Encyclopedia Britannica ist Neibaur wahrlich kein intellektuelles Leichtgewicht. Wie kommt er also zu der eingangs zitierten kühnen Aussage über den  Schauspieler Elvis Presley, bekannt vor allem als Darsteller seichter Unterhaltungsfilme? Ganz einfach: Der Filmkenner hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, ganz offensichtlich auch alle (!) 31 Spielfilme plus die Konzertdokumentationen genau angeschaut und selbst detailliert analysiert.

Seine Erkenntnisse präsentiert Neibaur in The Elvis Movies  auf 281 Seiten in 36 klar strukturierten Kapiteln, wobei jeder Spielfilm sein eigenes Kapitel hat. Die Konzertdokumentationen sind in einem weiteren Abschnitt zusammengefasst. Einleitende und abschließende Kapitel sowie Fußnoten und ein Literaturverzeichnis runden die Publikation ab. Die Filme werden chronologisch vorgestellt, was der Übersichtlichkeit dient und die Fülle der Information auch für diejenigen Leser verdaulich macht, die keine ausgewiesenen Elvis-Kenner sind.

Hilfreich ist auch, dass Neibaur seine Ausführungen zu den Filmen neben einer  Inhaltsangabe immer wieder kurz und knapp mit Informationen zur Karriere des Musikers Elvis Presley (Studioalben, ’68 Comeback-Special) ergänzt, was eine zeitliche und inhaltliche Einordnung erleichtert und so manches erstmals richtig nachvollziehbar macht. Dennoch liegt Neibaurs Fokus klar auf den Filmen selbst, auf die Soundtracks geht er nur am Rande ein, listet allerdings alle Filmsongs jeweils in den Kapitelanfängen zusammen mit den Übersichtsangaben zu Filmcrew, Drehzeitraum und Budget.

Elvis als Lucky Jackson in Viva Las Vegas, dem wahrscheinlich besten Elvis-Musical

Elvis gibt alles als Lucky Jackson in Viva Las Vegas, dem Pop Art-Klassiker unter den  Elvis-Musicals

The Elvis Movies ist kein Fotobuch, nein hier geht es in erster Linie um Inhalte, wie auch in Paul Simpsons ebenfalls sehr empfehlenswerter Publikation Elvis Films FAQ (2013)! Neibaurs Buch ist gut geschrieben, liegt aktuell jedoch nur in englischer Sprache vor. Der Erzählstil ist unaufgeregt sachlich, dabei nicht langweilig. Man merkt: Hier nimmt einer sein Thema wirklich ernst.

Der Autor beschönigt nicht, aber er macht den Verlauf von Elvis Presleys Filmkarriere nachvollziehbar: von den vielversprechenden Anfängen in den 1950ern über die formelhaften, lange sehr erfolgreichen Musicals der 1960er, die in eine künstlerische Sackgasse führten, bis hin zu dem zaghaften, aber vielversprechenden Neuanfang, der in den letzten Spielfilmen Ende der 1960er (→ The Trouble With Girls) zu erkennen ist.

Dass Neibaur in seinen Ausführungen auf den erhobenen Zeigefinger, das Besserwissertum in Form von „Hättest du mal besser, Elvis“, verzichtet, also keinerlei Überheblichkeit oder gar Herablassung erkennen lässt, macht das Buch auch für einen passionierten Fan zu einer gut verdaulichen Lektüre.

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Vernon Elvis Presley

Für Eltern kann es kaum etwas Schlimmeres geben, als den Tod des eigenen Kindes zu erleben. Mit dem eigenen Kind stirbt unwiderruflich ein Teil von einem selbst. Als Vernon Presley 1977 ein letztes Mal für die CBSKonzertdokumentation Elvis in Concert vor die Kamera tritt, um der Welt für ihre überwältigende Anteilnahme am Tod seines Sohnes zu danken, ist er sichtlich ein schwer kranker und gebrochener Mann.

In dem mit Kondolenzbriefen gefüllten Büro in Graceland, das über fast 2 Jahrzehnte sein Reich war, kann der einst so stattliche, nun beängstigend fragile Vernon sich kaum aufrecht halten für seine kleine Dankesrede. Das Sprechen fällt ihm sicht- und hörbar schwer. Nach mehreren Herzinfarkten und dem frühen Tod seines einzigen Sohnes fehlt ihm schlicht die Kraft.

Dennoch strahlt er eine gewisse Entschlossenheit aus: Dies ist etwas, das er einfach tun muss, ein letzter Dienst, ganz genau so wie seine Entscheidung – trotz aller Sicherheitsbedenken der Security – am Tag vor der Beerdigung die Tore Gracelands zu öffnen, damit möglichst viele Leute, die zum Teil von weither angereist sind, persönlich Abschied von seinem aufgebahrten Sohn nehmen können. Elvis hätte es so gewollt, nur das zählt jetzt noch.

Wenig überraschend wird Vernon Elvis Presley seinen berühmten Sohn keine zwei Jahre überleben. Er stirbt am 26. Juni 1979  im Alter von 63 Jahren und wird neben Sohn und seiner 1958 verstorbenen 1. Ehefrau → Gladys Love Presley im Meditationsgarten Gracelands in Memphis zu letzten Ruhe gebettet. Die Presleys sind wieder vereint.

Vernon und Elvis Presley: Wenn der Vater mit dem Sohne…

Aber wer war Vernon Presley eigentlich? Wenn es um die Eltern Elvis Presleys geht, dann steht im Grunde immer Mutter Gladys im Zentrum des Interesses. Dabei hatten Vater und Sohn Presley ebenfalls ein sehr enges Verhältnis –  letztendlich auch die längere gemeinsame Geschichte. Bis zum Tod Elvis Presleys lebten sie mehr oder weniger ständig unter einem Dach, zumindest aber Tür an Tür. 42 Jahre lang.

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Fotos: Auch in Deutschland immer an der Seite seines Sohnes: Vernon Presley

 

Der Vater war bei seinem Sohn seit den frühen Tagen des Erfolgs angestellt, führte dessen Büro, kümmerte sich um die Angestellten und die privaten Finanzen. Diese Aufgaben nahm er auch in Deutschland war, wo Elvis Presley von 1958 bis 1960 als regulärer GI der U.S. Army diente.

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Spotlight Mai 1955: Elvis auf Tournee im Pink Cadillac

Im Frühjahr 1955 hatte Elvis Presley allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft schauen. Noch kein ganzes Jahr war es her, seit er bei Sam Phillips SUN Records in Memphis seine  erste, vom Start weg erfolgreiche Single That’s All Right Mama/Blue Moon Of Kentucky (1954) aufgenommen und einen festen Vertrag mit regelmäßigen Auftritten beim berühmten → Louisiana Hayride ergattert hatte.

Weitere SUN-Singles waren gefolgt. Im Musikmagazin Billboard hieß es über den Jungstar Anfang 1955: „Presley continues to impress with each release as one of the slickest talents to come up in the country field in a long, long timezitiert nach Ernst Jorgensen: A Boy From Tupelo (Boxset 2012).

Und hinter den Kulissen? Mit Colonel Tom Parker (alias Andreas Cornelis van Kuijk) hatten sich ein neuer Manager, der zuvor schon die Country-Legenden Gene Austin und Eddy Arnold gemanagt hatte und aktuell mit Hank Snow zusammen eine Konzertagentur für Country-Musiker betrieb, sowie ein großes Plattenlabel in Position gebracht, um den Nachwuchsstar unter ihre Fittiche zu nehmen.

Elvis Presley mit Bassist Bill Black und Gitarrist Scotty Moore auf der Fahrerseite seines berühmten pinkfarbenen Cadillacs - Mai 1955; Foto: A Boy From Tupelo

Elvis Presley mit Bassist Bill Black und Gitarrist Scotty Moore (mit Sonnenbrille) auf der Fahrerseite seines berühmten pinkfarbenen Cadillacs – Mai 1955; Foto: A Boy From Tupelo

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