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Sicher erinnert sich der ein oder andere noch an die Best-of-Zusammenstellung I’m An Elvis Fan, die sich die Marketingstrategen bei Sony 2012 ausdachten, um Elvis-Fans bei Laune zu halten. Die Idee dahinter, nämlich die internationale Fangemeinde selbst ihre 21 Lieblingssongs von Elvis wählen zu lassen und genau diese dann auf CD zu bannen, war nicht gerade ausnehmend innovativ, aber wirkungsvoll.

Mit der Abstimmung verbunden war nämlich auch eine Social Media-Aktion, bei der die teilnehmenden Fans ein Foto von sich per Upload zur Verfügung stellen konnten, das dann als kleiner Mosaikstein Teil eines großen Elvis-Porträts auf dem Cover der CD I’m An Elvis Fan wurde. Die Best-of-Zusammenstellung hatte also ein Titelbild, das Elvis Presley als Summe seiner Fans visualisiert. Diese Cover-Idee wiederum war genial auf den Punkt – und zwar weit über die wenig bedeutende Zusammenstellung schon x-fach zuvor veröffentlichter Hits hinaus.

 I'm An Elvis Fan: Mosaikartiges Cover mit Fan-Konterfeis

I’m An Elvis Fan: Cover mit Elvis-Porträt, das wie ein Mosaik aus Fan-Konterfeis zusammengesetzt ist – Sony 2012

Auf den Punkt war sie vor allem deshalb, weil sie Elvis Presleys eigene Wahrnehmung, wie seine Fans zu ihm standen, exakt trifft.

They [fans] see themselves in me, that’s all / Meine Fans sehen sich selbst in mir, das ist alles.“

Elvis Presley 1970/71 – zitiert nach Kathy Westmoreland in: Elvis and Kathy, 1987

… erklärte er kurz und bündig der Sopranistin Kathy Westmoreland, die von 1970 bis 1977 als Backgroundsängerin für ihn arbeitete, als sie ihn fragte, wie er selbst die rückhaltlose, hochgradig emotionale Anbetung seiner Fangemeinde bewertet und aushält.

Die Erkenntnis, dass die Anbetung seiner Fans nicht ihm persönlich, sondern der Projektionsfläche E.L.V.I.S, gilt, verhalf Elvis Presley früh zu einer sehr bodenständigen und auch verständnisvollen Haltung dem ganzen Wahnsinn gegenüber, der ihn ab seinem internationalen Durchbruch Mitte der 1950er umgab. Sie war lebenslang kennzeichnend für das Verhältnis zu seinen Fans – und sie wurde von ihm früh instrumentalisiert.

Von dem Tag an, an dem er erstmals mit weißer Farbe selbst die Buchstaben E.L.V.I.S. auf seinen Pink Cadillac malte, entwickelte der Musiker eine Star-Persona, an der sich seine „Follower“ vor allem emotional abarbeiten können.

Lange bevor es Facebook & Co. gibt, signalisierte er, wie Filmhistoriker Björn Eckerl es so treffend formuliert: Follow me/Folge mir, denn ich kann alles für dich sein, was du dir wünschst. Will heißen: deine individuelle Projektionsfläche. In diesem Sinne ist Elvis ein Star alter Schule, wie Eckerl ausführt: Er lebte die Träume seines Publikums, wie vielfältig sie auch immer sein mögen, bestmöglich, indem er sich ganz zur Außenfläche machte, hinter die er als Person völlig zurücktrat. In Elvis‘ eigenen Worten:

„My fans expect me to do the things they wish they could do – if they had the breaks I have. A lot of my fans have a rough life. They see me as someone who was lifted from poverty and dropped in a world of glamour and excitement. My job is to share that glamour and excitement with them. When I’m onstage, I want to create excitement. I want each person to feel I’m performing for him or her, and even when I’m offstage, the show goes on. The clothes I wear, the cars I drive, my style of living – they’re all part of what my fans expect from me.“

Elvis Presley – zitiert nach Joe Esposito: Good Rockin‘ Tonight, 1994

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Die Macher der sehr erfolgreichen Scheibe von If I Can Dream: Elvis with the Royal Philharmonic Orchestra (2015), das im letzten Jahr mit einem Duett von Elvis und Michael Buble zum Song Fever für Furore sorgte, haben erneut zugeschlagen.

Die zweite Produktion von Sony, die erneut bekannte und weniger bekannte Elvis-Songs aus allen Schaffensphasen neu arrangiert mit dem Royal Philharmonic Orchestra präsentiert, heißt The Wonder of You.

Ende Oktober 2016 erschienen, katapultierte The Wonder of You den King – wie schon der Vorgänger – im Eiltempo auf Platz 1 der britischen Charts, in Deutschland unter die Top 20.

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In Deutschland sorgte die Veröffentlichung schon vor Erscheinen für einen Sturm der Entrüstung in der immer noch stattlichen Elvis-Fangemeinde, da The Wonder Of You ein Duett von Elvis mit der deutschen Schlagersängerin Helene Fischer enthält.

Ausgerechnet Helene Fischer, hieß es. Fischer durfte sich über einen regelrechten Shitstorm in Social Media „freuen“. Der Song, bei dem die beiden zusammen zu hören sind, ist Just Pretend. The Wonder of You ist der Auftakt zu einer Elvis-Tournee des Royal Philharmonic Orchestra, die im Frühjahr 2017 auch in Deutschland Halt macht.

Damit sich jeder selbst ein Bild von der neuen Scheibe inkl. Elvis-Helene-Duett machen kann, kommen hier die Tracks inkl. Duett.

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November-Tristesse. Es regnet und ich steh’ mal wieder im Stau. Einfach toll! Nix geht mehr vorm Tunnel. Tunnel? Das ist genau das richtige Stichwort für Ablenkung mit einem ultracoolen Elvis-im-Kino-Moment: Agent K(ay) alias Tommy Lee Jones zeigt Nachwuchsagent J(ay) in der Science-Fiction-Komödie Men in Black (1997) was ein ELVIS ist.

Klar, dass dabei ein fahrbarer Untersatz, wie der King ihn sicher geliebt hätte (→ Elvis und die gelebte Auto Emoción), und der passende Soundtrack mit Elvis’ dynamischer Version von Chuck Berrys Promised Land aus der Stax-Session von 1973 (→ Elvis At Stax) nicht fehlen dürfen:

 

Einfach zu köstlich der Dialog, den Drehbuchautor Ed Solomon hier den Hauptdarstellern in den Mund legt:

Tommy Lee Jones: Push the little red button! You’re much too tense, young man. You need to relax, learn to take some joy in your work. You like music?… Better?

Will Smith: You do know Elvis is dead, right?

Tommy Lee Jones: No, Elvis is not dead. He just went home!

Diese Szene ist so ELVIS, wie selbst ein Quentin Tarantino sie nicht besser hinbekommen könnte. Und mein Stau hat sich inzwischen auch aufgelöst… Es geht doch nix über einen Elvis-im-Kino-Moment, wenn einen die Tristesse so richtig überkommt ;-).

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