A Star Is Born – der Film, der Elvis Presleys Leben retten sollte

Es ist ganz schön lange her, dass mich ein Film so gelangweilt hat, dass ich mich nur mit Mühe wach halten konnte. Jetzt ist es passiert… und es war KEIN Elvis-Film. Aber es hätte einer sein können. Der Film, um den es geht, ist A Star Is Born – und zwar das Remake von 1976 mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson in den Hauptrollen.

Kris Kristofferson und Barbra Streisand in 'A Star Is Born' (1976)

Kris Kristofferson und Barbra Streisand im Duett in ‚A Star Is Born‘ (1976)

Das Kuriose daran ist, A Star Is Born ist genau der Film, dem nachgesagt wird, er hätte Elvis Presleys Leben retten können, wenn er statt Singer-/Songwriter Kris Kristofferson die Hauptrolle übernommen hätte. Eine Hauptrolle, die dem King 1975 auch tatsächlich von Barbra Streisand und Jon Peters – Co-Produzenten des Films – angeboten wurde. Der Film wäre genau die künstlerische Herausforderung gewesen, die Elvis Presleys selbstzerstörerischen Lebensstil Einhalt geboten und damit vielleicht sein frühes Ableben mit 42 Jahren hätte abwenden können, so wird vielfach argumentiert, u.a. von dem bekannten britischen Journalisten, Filmkenner und bekennenden Elvisfan Paul Simpson: → Elvis in Hollywood.

Darüber hinaus gilt A Star Is Born als die Art von ernsthaftem, künstlerisch wertvollen Film, den Elvis Presley selbst immer gerne machen wollte im Gegensatz zu den → Elvis-Musicals, auf die er fast seine gesamte Karriere hindurch beschränkt blieb, so erzählen es auch ehemalige Angestellte und Freunde wie beispielsweise Jerry Schilling in seinem Buch Me and A Guy Named Elvis (2006). Das klingt eindrucksvoll und macht ordentlich neugierig auf diesen Film. Worum geht es dabei?

Vom Aufstieg und Fall eines Superstars

Die Geschichte, die in A Star Is Born erzählt wird, ist ein Klassiker, der in seiner Ursprungsfassung den Aufstieg und tragischen Fall von Filmstars in Hollywood zum Thema hat. Erstmals verfilmt wurde der dramatische Stoff 1937 mit Janet Gaynor und Fredric March in den Hauptrollen als Esther Victoria Blodgett und Norman Maine. Produziert wurde das Ganze von David O. Selznick, der zwei Jahre später auch für die Verfilmung von Gone With The Wind (Vom Winde Verweht, 1939) verantwortlich zeichnete.

In dieser ersten Filmfassung von 1937 träumt Esther Blodgett, ein einfaches Mädchen vom Lande davon, ein großer Star in Hollywood zu werden. Sie macht sich auf den Weg ins „Gelobte Filmland“, kann dort ihren Traum aber zunächst nicht verwirklichen. Als sie auf einer Party kellnert, lernt sie den berühmten Schauspieler Norman Maine kennen, der ihr zu einem Screen-Test und kurz darauf zu ihrer ersten Hauptrolle verhilft. Maines eigene Karriere hat zu diesem Zeitpunkt ihren Höhepunkt schon überschritten, u.a. weil der Star ein massives Alkoholproblem hat.

Im weiteren Verlauf der Handlung entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen Esther und Norman, die beiden heiraten. In der Folge blüht und gedeiht Esthers Schauspielkarriere, während Norman nicht mehr so recht Fuß fassen kann. Mit Hilfe von Esther gelingt es Norman, zumindest zeitweise vom Alkohol loszukommen. Doch die Frustration des einstigen Stars über das eigene Karrieretief ist letztlich so groß, dass Norman Selbstmord begeht. Er ertränkt sich im Pazifik. Ganz großes Drama.

A Star Is Born (1937) fuhr 7 Academy Award-Nominierungen ein und gewann einen in der Kategorie Best Writing – die nominierten Hauptdarsteller gingen leer aus. Hier der Film in voller Länge – YouTube sei Dank:

Die nächste Filmbearbeitung von A Star Is Born ist aus dem Jahr 1954 und zeigt Judy Garland mit James Mason in den Hauptrollen. Regie führte George Cukor. Die Handlung weicht nicht wesentlich von der früheren Filmversion von 1937 ab, auch hier ertränkt sich Norman am Schluss des Films.

Allerdings liegt der Fokus der Handlung in dieser Bearbeitung deutlich auf der Rolle der Hauptdarstellerin, hier erstmals eine Sängerin, die auf einen einst für seinen Charme und sein gutes Aussehen berühmten Filmstar mit Alkoholproblem trifft. Angepasst an die neue Hauptdarstellerin ist A Star Is Born von 1954 ein Musical à la Broadway, das ganz von den Gesangsdarbietungen der großen Judy Garland lebt. Schon der Filmtrailer lässt daran keinen Zweifel:

Wie der Vorgänger erhielt auch A Star Is Born von 1954 zahlreiche Academy Award-Nominierungen. Der Film fuhr letztlich zwei Golden Globes ein: Judy Garland erhielt den Golden Globe Award for Best Actress in der Kategorie Motion Picture Musical or Comedy, James Mason das Pendant als Best Actor. Wie Elvis Presleys Film Jailhouse Rock wurde A Star Is Born von 1954 Jahrzehnte später in das Nationale Filmregister der USA für kulturell, historisch und ästhetisch besonders relevante Filme aufgenommen.

Zum Film erschien bei Columbia Records 1954 zudem ein Soundtrack, der bis heute gefragt ist. Von der zeitgenössischen Kritik wurde der Film vor allem wegen der musikalischen Darbietungen Garlands gelobt. Spätestens jetzt dürfte klar sein, was „Funny Girl“ Barbra Streisand Mitte der 1970er auf die Idee eines von ihr co-produzierten Remakes brachte, in dem sie selbst die Hauptrolle spielt.

Streisand, Jon Peters, Elvis und das Remake des Remakes

Im März 1975 besuchten Barbra Streisand und ihr Partner und Friseur Jon Peters ein Elvis-Konzert in Las Vegas. Wenn die Karriere der beiden Superstars ansonsten eher wenig Berührungspunkte hatte, so war das Bespaßungsmekka in der Wüste Nevadas ein Ort, an dem sich Barbra und Elvis zwangsläufig immer wieder über den Weg liefen.

Barbra Streisand war es, die hier  im Sommer 1969 den großen Showroom des neuen International Hotel eröffnete und anschließend an Elvis Presley übergab, der ihn in den nächsten sieben Jahren zu seinem Showroom machte. Elvis Presley wurde in den Siebzigern zum Platzhirsch in Las Vegas, der den größten Showroom der Stadt während seiner Engagements Abend für Abend ausverkaufte und das luxuriöse Penthouse des Hotels sozusagen zu seinem zweiten Wohnsitz machte.

Die gemeinsame Spielwiese Vegas führte jedoch nicht dazu, dass Elvis und Barbra auch sonst in denselben Kreisen verkehrten. Sie schätzten sich als Entertainer, besuchten gegenseitig ihre Shows und es ist überliefert, dass Elvis Presley Barbra zumindest bei einer Gelegenheit Tipps gab, wie sie ihre Gestik beim Gesang noch besser einsetzen könnte, aber besonders sympathisch waren die beiden Stars sich nicht unbedingt.

Schon die Art wie Elvis Presley die im Publikum sitzende Barbra Streisand 1975 in Las Vegas vorstellte, lässt auf Anerkennung ihres Talents und Erfolgs, aber nicht auf große persönliche Begeisterung für die mehrfache Grammy-, Academy- und Golden Globe Award-Gewinnerin schließen. Dass zwischen den beiden als Liebespaar in einem Film die Funken nur so sprühen, war eher unwahrscheinlich:

Audio Elvis Presley, März 1975

Trotzdem machen Barbra Streisand und Jon Peters Elvis Presley im Anschluss an das Konzert in dessen Garderobe das Angebot, die männliche Hauptrolle in einem Remake von A Star Is Born zu spielen. Jon Peters, von Beruf eigentlich Friseur und bis zu diesem Zeitpunkt ohne Erfahrung als Filmproduzent, sollte die Produktion leiten. In einem Interview mit Bill Bram (Elvis Frame by Frame, 2008) erzählt Peters Jahrzehnte später, wie sie Elvis ihr Vorhaben vorstellten:

„Barbra and I were sitting in this little room, Elvis’s dressing room in Vegas, waiting for Elvis and he came in. We were sitting in some chairs, but he was so heavy he really didn’t sit down, he kind of sat on the floor. We were in his dressing room for quite a while. I was a big fan of his and it was my idea to have him play the male role of ‚A Star Is Born‘. […] I told him I was the producer, I told him about his part and why he should do it. How the character lived on the edge, etc., etc. I did most of the talking. Barbra did some talking, but basically it was my movie. Barbra wanted me to lay the story line out to Elvis and she wanted to watch his reaction.“

Jon Peters zitiert im Interview mit Bill Bram in Elvis Frame by Frame, 2008, S. 311f.

Die Handlung des Remakes, die Peters dem King darlegte, orientiert sich an der Version mit Judy Garland aus dem Jahr 1954 mit einer wesentlichen Änderung: Nun ist auch der männliche Hauptdarsteller ein Sänger, und zwar ein Rockstar mit selbstzerstörerischen Zügen und einem ausgeprägten Alkohol- und Drogenproblem, der am Ende des Films Selbstmord mit seinem Sportwagen begeht.

„I described the part as a rock star who is not exactly happening, who is beginning to ease the pain with alcohol and drugs. He’s very talented, amazingly gifted, who meets this woman and falls in love. In the process of falling in love with this woman, they decide that he’s going to help look after her and manage her. They decide that they are going on tour together.“

Jon Peters zitiert im Interview mit Bill Bram in Elvis Frame by Frame, 2008, S. 312.

Peters zufolge soll sich Elvis Presley bei dem Treffen in seiner Garderobe von der Aussicht auf die Rolle, die zuvor schon von Neil Diamond abgelehnt worden war, angetan gezeigt haben. Ein Eindruck, den Jerry Schilling in seinem Buch Me And A Guy Named Elvis teilt. Dass das Remake von A Star Is Born dennoch nicht mit Elvis Presley als Rockstar John Norman Howard (alias Norman Maine) zustande kam, führt Peters wie auch Schilling allein auf die Intervention von Elvis‘ Manager Tom Parker zurück:

„What blew the movie deal was Colonel Tom Parker. Colonel Parker called […] and said things like ‚we don’t want Jon Peters on the set“. They were afraid of me. It was my first producing project. I was a hairdresser, and they didn’t know if I could do it. I said, ‚you know, I could almost live with that.‘ I knew putting Streisand and Presley together in the same movie would be an historical event in history, for all time. They both were these unbelievably gifted geniuses. Colonel Parker said, ‚I’m going to be there every day‘. I said to Barbra, ’no way… if I’m not there, he’s not there, I must manage the movie‘. If was my baby, I produced it, it put the concerts together. It was my idea. […] It wasn’t the money. We could’ve worked that out. It was his [Parker’s] not wanting me to be there and him wanting to be there as if it was his show. Barbra and I were partners in the movie, we worked on every detail together. I looked at every sequence, at every performance, every nuance that she did. I would’ve done that for Elvis as well. […] This movie could’ve saved his life. This story was about the death of a legend, and it ended up happening to him!“

Jon Peters zitiert im Interview mit Bill Bram in Elvis Frame by Frame, 2008, S. 313f.

Diese Sichtweise von Peters hat sich durchgesetzt, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass Elvis Presley selbst seinen Manager angewiesen haben könnte, ihn möglichst elegant aus dieser „Nummer“ rauszuhauen, ohne dabei als Spielverderber dazustehen.

Der King soll zwar geschmeichelt von dem Filmangebot gewesen sein, aber wenig erbaut von der Persönlichkeit des künftigen Produzenten Peters und erst recht nicht von einer Filmrolle, in der er als 40-Jähriger immer noch erfolgreicher durch die USA tourender Entertainer einen alkohol- und drogenabhängigen Rockstar von gestern spielt, der Selbstmord begeht.

Zudem ist A Star Is Born schon wieder ein Muscial, noch dazu ganz eindeutig ein schon mehrfach verfilmtes, ziemlich konventionelles Hollywoodstar-Vehikel, gar nicht so unähnlich Elvis‘ eigenen aus den 1960ern. Der Unterschied: A Star Is Born ist das Star-Vehikel eines anderen erfolgreichen Entertainers, nämlich Barbra Streisands. Für Elvis Presley bleibt die 2. Geige, die (Gesangs-)Rolle der gescheiterten tragischen Figur.

Ob das Mitte der 1970er der richtige Karriereschritt für Elvis Presley gewesen wäre – mal ganz abgesehen von dem kuriosen Aspekt der lebensrettenden Maßnahme – darf durchaus bezweifelt werden, auch wenn der  Soundtrack mit mehreren Duetten der Superstars sicher hörenswert wäre.

Könnte eine Szene aus 'A Star Is Born' sein, ist es aber nicht: Elvis Presley während eines Konzerts im Juli 1975

Könnte eine Szene aus ‚A Star Is Born‘ sein, ist es aber nicht: Elvis Presley während eines Konzerts im Juli 1975

Nach wie vor sehr beliebt beim Publikum, aber zunehmend skeptisch gesehen von der Musikkritik, das ist die Situation, in der sich Elvis Presley Mitte der 1970er befindet. Mehr oder weniger deutlich steht der Vorwurf im Raum, er ruhe sich zu sehr auf seinen zweifellos hervorragenden Qualitäten als Entertainer aus, böte künsterlisch zu wenig Überraschendes. Eine zeitgenössische Konzertkritik vom Juli 1975 gibt Einblick:

„Elvis Presley danced the dance of the three dozen scarves Tuesday night in a brimful Myriad, evoking enough screams and yells to cause one to believe the roof was falling. Fit and feisty, Presley pranced and positioned, sang and snarled and filled nearly every heart with joy. In an hour’s worth of Elvis on stage, he sang 20 songs, receiving the biggest hand for his treatment of ‚Let Me Be There‘. Oddly, the song wasn’t up to his liking so he did part of it again as a mini-encore. The crowd didn’t notice because the majority of it was reaching upper octaves of glee. Only once Elvis try to create a quiet moment. In the middle of ‚Dixie‘, the audience quieted for a few seconds as he sang, but a voice broke the trance and the screams began again.
During the course of the Elvis portion of the program – two trios and a comedian appeared in the first half – Presley took sweaty scarf after sweaty scarf from his neck and passed them out to the fans causing at least one fight in an aisle. He must have given away three dozen scarves and as many as 10 kisses, keeping some female fans on the front rows in a frenzy. Elvis may have proved to the skeptics in the audience that there’s no business like show business, an American institution that thrives not necessarily on talent but on showmanship.
That’s not to say that Elvis doesn’t possess talent. His voice is still in the same shape it was in when he first became a name. His muscular and musical abilities have not depreciated. Mainly, Elvis Presley knows how to keep on selling whatever it is about him that is magical. Every grunt or grin generated hundreds of high-pitched howls. Every movement of those hips or hands had the squealers sounding their appreciation. As a singer, Elvis won’t be remembered in the same way as some of his contemporaries because he’s different – decidedly different.
He sings his songs or others‘ songs in his own style, one which is immediately identifiable. In that way, Presley proves that an entertainer today – perhaps always – must be unique to be a superstar. Elvis shows he’s a showman, manipulating the audience to the point that he can curl his lip and get a reaction. His show contains no elements of surprise, but it needs no drama, for the audience provides the tension.
Presley has reached the point in his career – maybe the plateau – where he doesn’t ever need to sing another new song. The fans are there, evidenced by the sellout of 15,000 – plus tickets in a single day for the Myriad concert. He can probably come here anytime he wants to – five days in a row – and fill the place. If nothing else, Elvis Presley is a phenomenon, finding fans from every walk of life and in generation after generation.
And he also proved another thing Tuesday night. He sang his last song, bowed in all directions and scooted off the stage. The band kept playing loud and long. Then the announcer closed the show. ‚Elvis is out of the building‘, he said, showing that Elvis Presley doesn’t need encores, which he could easily have had. Elvis doesn’t need to milk an audience for its applause. All he has to do is show up.“

Rezension von Gary Jack Willis, Oklahoma Journal, Juli 1975

Ob vor diesem Hintergrund eine Musicalrolle als desillusionierter Rockstar  im Remake Nr. 2 von A Star Is Born eine gute Idee gewesen wäre? Elvis Presley hielt es jedenfalls nicht dafür, wie Larry Geller, Entourage-Mitglied des King, schildert. Und er nennt auch einen Hauptgrund für die Ablehung der Filmrolle:

„Elvis did not want to do the film. Although he was flattered that Barbra Streisand came to Las Vegas to ask him to co-star with her, he did not want to re-enter films after seven years and play a character who drank, took drugs and committed suicide in the end. He felt strongly about this. He said that he didnt‘ want his fans to get confused. He was acutely aware that there was plenty of talk about his own drug use, and he didn’t want to confuse his fans.“

Larry Geller zitiert nach Bill Bram in Elvis Frame by Frame, 2008, S. 314f.

Geller dürfte richtig liegen. Dafür spricht die „Brandrede“ Elvis Presleys vom September 1974, in der er sich – ziemlich ungewöhnlich für ihn – in drastischen Worten gegen die Gerüchte über seinen Drogenkonsum zur Wehr setzt. Das Ganze vor Publikum während eines Konzertes in Las Vegas.

Audio Elvis Presley, September 1974

Weitere Gründe für seine ganz persönliche Ablehnung der Rolle des John Norman Howard erwähnte Elvis Presley kurz vor seinem Tod gegenüber Freundin Ginger Alden: Er fand die Story nicht besonders (wen wundert’s) und konnte nicht nachvollziehen, weshalb Rockstar Howard Selbstmord begeht. Oha, da war jemand wohl auf einem völlig anderen Gleis als die Produzenten…

Zudem fand der King, dass Jon Peters eine glatte Fehlbesetzung war, schon allein, weil Peters – während er in Elvis Presleys Garderobe über den geplanten Film erzählte – selbst gähnen musste. So viel zur Begeisterung Elvis Presleys über ein Filmprojekt, das ihm angeblich das Leben gerettet hätte und das ihm sein Manager erst ausreden musste.

Realisiert wurde der Film schließlich mit dem sehr talentierten Songwriter und nicht ganz so begabten Sänger Kris Kristofferson in der Hauptrolle neben Barbra Streisand. Kristofferson erinnert ein wenig an Jim Morrison in seiner Rolle, die er sehr sympathisch spielt. Der Zuschauer kann mitfühlen mit Kristofferson als gescheitertem Star. Barbra Streisand hingegen ist melodramatisch bis zum Anschlag in ihrer Rolle als dem wahren, unverbrauchten musikalischen Talent Esther Hoffman.

Leider haben der attraktive Kristofferson und Streisand auch keinerlei „Chemie“ auf der Leinwand – ihre Liebesszenen wirken steril, dem Drama ihrer Beziehung fehlt die Tiefe. So kreist die Handlung letztlich vor allem um die Gesangsdarbietungen Streisands, die auch die Duette mit Kristofferson, der ihr als Sänger wenig Paroli bieten kann, dominiert.

Hier der Song Evergreen, komponiert von Streisand und Paul Williams:

Evergreen wurde ein #1 Hit in den Billboard 100 und fuhr sowohl einen Academy Award als Best Original Song als auch einen Grammy Award als Song of the Year und einen Golden Globe als Best Original Song ein. Der Film erhielt weitere Golden Globe Awards als Best Motion Picture in der Kategorie Musical or Comedy, für Streisand als Best Actress, für Kristofferson entsprechend als Best Actor sowie Best Original Score für die Kompositionen von Paul Williams and Kenny Ascher.

Es sind wohl vor allem die vielen Auszeichnungen, die dazu geführt haben, dass mancher Elvis Presleys Rückzug von der männlichen Hauptrolle bedauert. Man hätte ihm den Golden Globe gegönnt. Die vielen Auszeichnungen ändern jedoch nichts daran, dass der Film erhebliche Längen hat, in denen sich die Handlung nicht vom Fleck bewegt. Künstlerisch anspruchsvoll geht anders – unterhaltsam ebenfalls. Das Musical ist nicht gut gealtert und wird heute auch weitaus weniger positiv beurteilt als es von der zeitgenössischen Kritik aufgenommen wurde.

Die Rolle nicht anzunehmen, war eine gute Entscheidung Elvis Presleys, vor allem in diesem Stadium seiner Karriere.

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