Will Friedwald: Elvis Presley oder warum John Lennon doch nicht Recht hat

Serienzeit! Längst überfällig ist die Fortsetzung meiner Serie zu den kleinen, aber feinen, dabei oft wenig bekannten Essays und Buchveröffentlichungen, die sich ausschließlich mit dem Musiker Elvis Presley, dem Sänger und Songinterpreten, beschäftigen. In der schier kaum zu überblickenden Menge an Publikationen über den King fällt diese Gruppe der Publikationen fast verstörend klein aus.

Elvis Presley 1970

Elvis Presley 1970

Kein Wunder, haben doch schon vor Jahrzehnten die Anekdoten über den Liebhaber schneller Autos (→ Elvis‘ gelebte Auto Emoción), den König des Spielerparadieses Las Vegas (→ Meet and Greet the King), den exzentrischen Frauenliebling mit Hang zu gesundheitsschädlichen Konsumgewohnheiten (→ Elvis in der Werbung: Geht’s noch?) der Musik den Rang abgelaufen.

Schon Elvis-Biograf Peter Guralnick spricht in seiner umfangreichen, in den 1990ern veröffentlichten zweibändigen Biografie Last Train To Memphis/Careless Love von der unendlichen „Kakophonie der Stimmen“, die das Ohr auf das Eigentliche verstellt: Elvis Presleys Musik.

Aber es gibt sie eben doch, die Handvoll Publikationen von Musikhistorikern, -kritikern, und -journalisten, die es immer wieder schaffen, sich auf das Wesentliche „einzuschießen“. Am interessantesten finde ich darunter die Veröffentlichungen, die nicht aus der zu erwartenden Ecke der etablierten und entsprechend vielzitierten Rockmusikverteranen – Greil Marcus, Dave Marsh, Robert Hillburn und Jon Landau lassen grüßen – kommen, sondern einen anderen Hintergrund haben.

Zwei davon, nämlich Robert Matthew-Walker (→ Elvis Presley Song by Song: A Study in Music) und Shane Brown ( → Elvis Presley’s A Listener’s Guide), habe ich schon mit ihren Publikationen vorgestellt. Heute geht es um Will Friedwald und sein sehr lesenswertes Essay Rock ’n‘ Roll: Elvis Presley, das er 2010 in seinem fast 1.000 Seiten umfassenden Standardwerk A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers veröffentlicht hat.

Elvis-Epiphanie: Ein Pre-Rock-Musikfan macht eine Entdeckung

Wie der Buchtitel des Werkes schon assoziiert, ist Will Friedwald (*1961) ein amerikanischer Musikjournalist, -autor und -kritiker, der sich vor allem mit Jazz und Pop beschäftigt. Zu seinen vielbeachteten Buchpublikationen zählen Stardust Melodies: A Biography of Twelve of America’s Great Voices from Bessie Smith to Bebop and Beyond, und Sinatra! The Song Is You: A Singer’s Art.

Will Friedwald - Foto: jazzwax

Später Elvis-Kenner: Will Friedwald – Foto: jazzwax

Zudem schreibt Friedwald über Musikthemen für das Wall Street Journal und The New York Sun, ferner Vanity Fair, The Village Voice sowie die New York Times. Für seine Begleittexte zu diversen CD-Boxsets hat Friedwald im Laufe der Jahre 8 Grammy-Nominierungen eingefahren – der Mann ist also alles andere als ein Leichtgewicht. Der Umfang seiner Musiksammlung soll legendär sein.

Dabei ist der Autor und Journalist vor allem bekannt für seine kenntisreichen Essays über die großen amerikanischen Sänger und Sängerinnen der Pre-Rock-Ära – Essays, die alles andere als staubtrocken, sondern humorvoll, sehr persönlich, begeisternd und manchmal auch provokant sind. Bleibt die Frage, was Friedwald jetzt genau mit Elvis „am Hut“ hat. Wie der Musikliebhaber in seinem Essay über Elvis auf sehr witzige und unterhaltsame Weise beschreibt, über Jahrzehnte hinweg: rein gar nichts!

Und das erklärt er so: 1961 geboren, hat Friedwald Elvis‘ 1. Karrierehöhepunkt in den 1950ern schlicht nicht mitbekommen, dafür ist er einfach zu jung. Friedwald senior hingegen, an dessen Plattenschrank sich der junge Will schon bald bediente, war ein bisschen zu alt, um sich für Elvis Presley zu begeistern. Die musikalischen Vorlieben von Vater Friedwald waren längst durch die Heroen der Jazz- und Swing-Ära geprägt, als der Teenager Elvis all seinen Mut zusammen nahm und in Sam Phillips Aufnahmestudio in Memphis seine erste private Plattenaufnahme machte. Sohnemann Will übernahm diese Vorlieben des Vaters. Für Elvis und Will stimmte das Timing also nicht.

Hinzu kam, dass Will, wie er beschreibt, sich für den in seiner Jugend populären Rock (Rolling Stones, Jimi Hendrix etc.), ebenso wenig begeistern konnte wie für Disco und Punk. Seine Neigung, sich auf die Entdeckungsreise durch die Aufnahmen eines Künstlers mit dem Titel „King of Rock ’n‘ Roll“ zu begeben, war damit gleich Null. Als Elvis Presley 1977 starb, bekam Will Friedwald das natürlich mit, aber Elvis blieb von da an vor allem dieser komische Typ im Glitzeranzug, über den die kuriosesten Stories im Fernsehen kolportiert wurden – mit Musik hatte das alles nichts zu tun für den späteren Musikjournalisten. Damit dürfte er sich in seiner Altersgruppe durchaus in guter Gesellschaft befinden.

Diese Einstellung änderte sich Mitte der 2000er Jahre schlagartig, als Friedwald mit den Vorbereitungen zu A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers begann. Angeregt durch andere Musikkenner aus seinem Umfeld, beschloss Friedwald, sich nun doch endlich dem Mann aus Memphis zu stellen. Er besorgte sich die unter der Ägide von Ernst Jorgensen – Elvis‘ musikalischem Nachlassverwalter – in den 1990ern erstmals erschienen Essential Masters CD-Boxsets, zusätzlich die dort nicht enthaltenen Gospelaufnahmen plus Zusammenstellungen der Filmmusik. Hier im O-Ton die geradezu hymnische Reaktion Friedwalds auf das Hörerlebnis, die seinen Schreibstil gut charakterisiert:

„By the time I finished listening to them, I was completely hooked. Seventeen CDs were hardly enough. I was amazed by what I heard. After a lifetime of not getting it, I finally experienced my own Elvis epiphany, and the mystery why he is considered one of the great pop performers of all time was revealed to me. It was a vision straight from Graceland of a trascendental being, not in a white robe but in a white jumpsuit, with guitar rather than harp.“

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 795

Man ahnt es schon, mit dieser CD-Sammlung eroberte sich der King of Rock ’n‘ Roll das fast 10-seitige Extra-Kapitel in Friedwalds Standardwerk A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, in dem er eigentlich gar nicht hätte vorkommen sollen. Aber wie passt das jetzt zum Rest eines Buches, das sich schwerpunktmäßig mit Künstlern aus der Pre-Rock-Ära beschäftigt, also der Generation vor Elvis?

Ganz ausgezeichnet passt das. Will Friedwald schafft es nämlich nach diesem humorvollen Einstieg in sein Essay, in dem er deutlich macht, dass er aufgrund eines schlechten Timings Elvis Presley erst Jahrzehnte nach dessen Tod erstmals zuHÖRTE, mit ein paar alten Zöpfen in der musikalischen Rezeptionsgeschichte des King aufzuräumen. Das macht er ebenso kenntnisreich wie gründlich. Die zeitliche Distanz zum „Urknall der Popkultur“, von der Ernst Hofacker in seinem Buch „Von Edison bis Elvis“ (2012) spricht, und Friedwalds breites musikalisches Wissen machen dies erst möglich.

Warum John Lennon sich gleich zweimal irrt

Als Aufhänger für seine Thesen greift Friedwald zwei sehr bekannte Zitate von Beatle John Lennon auf, von denen wohl fast jeder schon einmal gehört hat und die Friedwald auf den Folgeseiten seines Essays eindrucksvoll widerlegt. Das erste Lennon-Zitat lautet: Before Elvis there was nothing/Vor Elvis gab es einfach nichts (will sagen: keine gescheite Musik), das zweite: Elvis died when he went into the Army/Elvis starb, als er als Soldat eingezogen wurde (also schon 1958).

Damit rüttelt Friedwald weitaus stärker an den Grundfesten der etablierten Elvis-Rezeption als Shane Brown in → Elvis Presley’s A Listener’s Guide und vor allem belegt er es auch, indem er auf die vielen zweifellos großartigen weißen und afroamerikanischen Sänger der Pre-Rock-Ära verweist. Deren Musik hatte hörbar nichts gemein mit in der Tat reichlich dämlichen Songs wie How Much Is That Doggie In The Window – ein Song von Pattie Page, der immer wieder gerne zitiert wird, wenn es darum geht, die große kulturelle Bedeutung des Rock ’n‘ Roll ab Mitte der 1950er, das „Vor-Elvis-Gab’s-Nix“, zu betonen.

Doch Friedwald geht noch weiter. Auch Sam Phillips als Innovator, der einen weißen Sänger fand, der wie ein Afroamerikaner sang und damit eine Kulturrevolution auslöste, kommt auf den Prüfstand. Nach Friedwald liegt der Schlüssel zu Elvis Presley als großartigem, innovativen Künstler nicht in der Fähigkeit, wie ein Afroamerikaner zu klingen und damit einen Musikmarkt zu erobern, der farbigen Musikern völlig verschlossen blieb (was in dieser Absolutheit auch nicht stimmt), sondern schlicht in der Qualität seiner Musik:

„Presley’s innovation was neither in sounding black nor in sounding like a hillbilly, but in the brilliant way he embraced all three strains of pop music as they existed in the early fifties: rhythm and blues or black pop (and with it gospel); country music or mit-American pop; and the music of the mainstream, which, at its finest, was represented by singers who had jazz and big band experience and who sang songs from Broadway shows.“

Weiter heißt es bei Friedwald:

„The country and blues influences were probably what attracted the teenagers of 1956, bit in retrospect Presley is really a crooner, who comes out of a very clear-cut tradition of the finest male singers of the Great American Songbook, especially Bing Crosby, Al Jolson, Billy Eckstine, Dean Martin, and, to an extent, Frank Sinatra – and also the great crooners of the blues, like Louis Jordan, and country, like Jimie Rodgers and Milton Brown“.

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 796

Von hier aus geht Will Friedwald ins Detail und zeigt die Parallelen zwischen Elvis, Bing Crosby und vor allem Dean Martin auf, den Elvis seinen eigenen Worten nach zu seinen vielen Vorbildern zählte. Dazu werden verschiedene Aufnahmen der einzelnen Interpreten herangezogen. Friedwald ist nicht der Erste, dem diese Parallelen auffallen – schon der bekannte Musikkritiker Henry Pleasants hat 1974 in The Great American Popular Singers darauf hingewiesen. Laut Friedwald hört sich beispielsweise Dean Martin deutlich nach Elvis an in seinem Hit Memories Are Made Of This (1956)…

… und Elvis „very Dino“ in Angel aus dem Film Follow That Dream (1961)

Friedwald argumentiert weiter, dass Elvis Presley sicher der erste große Rock ’n‘ Roll Star gewesen sei, aber seine große Stärke als Sänger lag dennoch vor allem in den Balladen, den Liebesliedern:

„Presley was, in fact, a great crooner, one of the greatest. In spite of his way with blues and country material, it may be that his most notable strength was ballads and love songs, of both the country and the city variety. It would be foolish to deny that he was the first great rock ’n‘ roll star, or that he remains to this day the King of Rock ’n‘ Roll, yet from the perspective of history he has almost nothing in common vocally with subsequent rock stars.“

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 796

Geradezu hymnisch wird Friedwald, wenn er über den Klassiker Are You Lonesome Tonight? aus dem Jahr 1960 schreibt:

„Presley’s most famous traditional pop standard was ‚Are You Lonesome Tonight?‘ […] This traditional waltz is, overall, Presley’s greatest ballad and the single most significant piece of evidence that Presley had a voice fully as beautiful as the other three guys who are generally ranked as the most successful male singers in American popular music: Bing Crosby, Frank Sinatra, and Nat King Cole. […] It’s hard to think of anybody in the popular music sphere of the last fifty years – Broadway, country, rock, soul, or whatever – who has pipes and chops to compete.“

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 800-801

 

Und hier ist sie – die Studioaufnahme von → Are You Lonesome Tonight? (1960)

 

Eine weitere herausragende Ballade vom King ist laut Friedwald der Hawaian Wedding Song aus dem Erfolgsfilm Blue Hawaii (1961):

„The latter [Hawaian Wedding Song] is an extraordinary record: Presley sings it completely straight, with no vocal tricks or special effects, with incredible sincerity – his voice is smooth and velvety, it’s one of the sexiest and most compelling vocals of his entire career. This brilliant and beautiful vocal makes it perfectly clear that Presley was the next logical step after Crosby, Eckstine, and Martin.“

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 798

Ein Rock ’n‘ Roll-Superstar, so erläutert Friedwald weiter, sei Elvis Presley wohl vor allem in dem Sinne gewesen, dass seine Musik ab einem bestimmten Zeitpunkt – und zwar nach dem Wechsel von Sam Phillips SUN Studio zu RCA Ende 1955 – gezielt auf Teenager zugeschnitten wurde, da man Elvis‘ Potenzial erkannte, gerade hier einen großen Markt zu erschließen und Millionen zu verdienen. Musikalisch griff und greift die Bezeichnung als Rock ’n‘ Roller viel zu kurz.

Der Nachteil des Rock ’n‘ Roll-Stempels: Presleys Musik wurde in der Folge trivialisiert und infantilisiert, argumentiert Friedwald, was deutlich an Aufnahmen wie Teddy Bear, Wear My Ring Around Your Neck und anderen auszumachen sei. Keine gute Entwicklung für einen so talentierten Sänger, der viel mehr drauf hatte, als „12-bar, three-cord“ Lieder zu vertonen. Starker Tobak für die etablierte Elvis-Rezeption, sieht sie doch gerade in den 1950ern den Höhepunkt im musikalischen Schaffen Elvis Presleys.

Zum Reinhören der „infantile“ dynamische Elvis-Hit Teddy Bear von 1957:

Hier trifft Friedwald einen wunden Punkt, in dem wohl auch die Ursache zu suchen ist, weshalb Elvis Presley in den späteren Jahren gerade Songs wie Teddy Bear – er soll sie selbst „Bubble-Gum-Songs“ genannt haben – in seinen Konzerten geradezu schlachtete. Ein Schicksal, das anderen frühen Songs wie Mystery Train oder That’s All Right aus der SUN-Ära in der Regel erspart blieb.

Das heißt ganz und gar nicht, dass Friedwald mit Elvis Rock ’n‘ Roll-Titeln nichts anfangen kann, wie die folgende Passage belegt.

„Early on, there’s more rhythmic variety in Presley’s work than in a lot of other early rock acts; the shuffle rhythm of Leiber and Stoller’s ‚Treat Me Nice‘ is a lot more pleasing than most anything recorded by Presley’s contemporaries. […] In June 1958, Presley, on leave from the army, did a session for RCA, that might be considered the end of his first rock ’n‘ roll era. It produced a hit in ‚Big Hunk o‘ Love‘. Both the song and the arrangement are rudimentary – just another 12-bar, three-cord blues […] But ‚Hunk o‘ Love‘ is elemental Elvis at his best; the arrangement has undeniable energy, drive, and his own brand of swing.“

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 799

Treat Me Nice aus dem Filmklassiker Jailhouse Rock (1957)

 

A Big Hunk o‘ Love – veröffentlicht 1959 – Complete Masters

 

Friedwald argumentiert überzeugend, dass Elvis Presley nach Ableistung seines Wehrdienstes, der Rückkehr aus Deutschland und dem Abflauen des Rock ’n‘ Roll-Hypes ab 1960 die Chance nutzte, als Künstler zu wachsen und vielseitiger zu werden, dabei geht er detailliert sowohl auf Studioaufnahmen als auch auf Filmsongs und Gospels ein. Von wegen Elvis starb 1958, als er eingezogen wurde. Lennon,  you got it all wrong!

„Somewhere along the line, someone got the idea that Presley lost his musical potency after returning from military in Germany […] There is plenty to indicate that Presley, who was twenty-five when he was mustered out of the service, was ready to grow as an artist, and fully aware that there was more to music that 12-bar, three-chord rockers. […] It’s wrongheaded to view this as a corruption of his more hardrocking beginnings. Like Crosby before him, Presley obviously realized that sticking to one style, one way of doing things, would have limited him on the long runs. […] Presley also went Italian in those years [1960s], reinventing him as a Neapolitan balladeer […].

– Zitat Will Friedwald: A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, Seite 797-799

 

Elvis Presleys goes Italian mit einer Adaption von Torna a Surriento alias Surrender (1961)

„Presley further explores a variety of polyrhythms in the sixties work […] In general, Presley’s sixties music is much more rhythmically interesting than the earlier work. ‚Kiss Me Quick‘, with its subtle bolero turns out to be a mere dry run for the more ambitious ‚Viva Las Vegas‘, which brilliantly incorporates a South American samba beat int the Presley shuffle. Leiber and Stoller’s ‚Bossa Nova Baby‘ […] is admittedly a crass attempt to cash in on a contemporary trend, but Elvis‘ performance makes it a superior piece of work. It’s not in the least Brazilian, but it gets an irresistable Latin-shuffle groove going on, and as dance music is every bit as successful as ‚Jailhouse Rock‘.“

 

Bei den Filmsongs registriert Friedwald deren reichlich wechselhafte Qualität, gleichzeitig aber auch eine Reihe heimlicher Klassiker und betont, Elvis Presley sei der letzte der großen Musical-Stars auf der Hollywood-Leinwand im Nachgang zu Crosby und Astaire gewesen. Schon allein deshalb sollten seine Filme ernsthaft näher betrachtet werden.

 

Cover Friedwald A Biographical GuideIm Gegensatz zu der sehr wechselhaften Qualität der Filmsongs stellen die Gospelaufnahmen Elvis Presleys „most consistently excellent music“ dar. Eine Meinung, der heute kaum noch jemand ernsthaft widersprechen dürfte.

Mit den 1970er Songs beschäftigt sich Friedwald in seinem Essay weniger ausführlich, seine Rezension des 2012 erschienenen → Boxsets Prince From Another Planet mit dem schönen Titel A King at the Height of his Reign zeigt aber, dass er hier ebenfalls wenig Berührungsängste hat.

Fazit: Will Friedwalds Analyse von Elvis Presleys musikalischem Schaffen gehört zweifellos zu den Highlights unter den wenigen Veröffentlichungen dieser Art zum Werk des King. Sie ist uneingeschränkt lesenswert – wie überhaupt der ganze umfangreiche Band A Biographical Guide to the Great Jazz and Pop Singers, in dem sie 2010 erschienen ist.

Ich ertappe mich dabei, das Standardwerk immer wieder zu zücken, um mich über eine Sängerin oder einen Sänger schlau zu machen. Richtig Spaß macht es dann, unbekannte Songs – etwa auf YouTube – anzuhören. Es gibt hier viel zu entdecken, über Elvis Presley hinaus.

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