European Elvis Festival 2014: Frauenpower für den King!

Maria Hesterbergs Schopf mit den feuerroten Haaren hat Signalwirkung. Begeisterung und Dynamik bis in die Haarspitzen strahlt die 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft e.V. aus, als sie gut 4 Wochen vor dem Start des 13. European Elvis Festivals 2014 in Bad Nauheim mit Katja Heiderich, der attraktiven Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, zusammensitzt, um  letzte Vorbereitungen für das wohl bedeutendste Elvis-Festival in Europa zu besprechen.

Ein starkes Team: Maria Hesterberg, 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft, und Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadmarketing und Tourismus GmbH

Ein starkes Team: Maria Hesterberg (links), 1. Vorsitzende der Elvis Presley Gesellschaft e.V., und Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, im Juli 2014; Foto: www.memphisflash.de

Viel zu besprechen gibt es zwischen den beiden Powerfrauen, die sich ganz offensichtlich ausgezeichnet verstehen, in der Tat. Denn das 3-tägige Programm des 2002 ursprünglich von einem lokalen Fanclub ins Leben gerufenen Festivals ist in 2014 wieder prall gefüllt. Der Startschuss fällt in diesem Jahr schon am 14. August mit der beliebten Führung Hans Ulrich Halwes auf den Spuren Elvis Presleys durch Bad Nauheim und endet mit einem stimmungsvollen Fackelzug zum Johannisberg am 17. August 2014.

Dazwischen liegen 3 Tage Spaß, Unterhaltung und viel Musik vom legendären Original, von bekannten Cover-Bands, Fotoausstellungen, Kinoveranstaltungen, Talkrunden mit Weggefährten Elvis Presleys, Oldtimerparaden, Modenschauen und vielem mehr → Nachlese European Elvis Festival 2012, → Talkrunde mit Elvis Presleys Originalmusikern 2013. Wer in das Lebensgefühl der 1950er bis 1970er eintauchen möchte, findet hier ausreichend Gelegenheit dazu.

Hauptanlaufpunkt ist das Festivalzentrum auf dem Gelände des Hotel Dolce, wo die meisten Veranstaltungen stattfinden und wo sich auch der beliebte Fan-Markt befindet – mit allem, was Elvis-Aficionados lieben →  hier geht’s zum detaillierten Programm des European Elvis Festivals 2014.

Frauenpower: im Gespräch mit Maria Hesterberg und Katja Heiderich

Was aber macht das Elvis-Festival in Bad Nauheim so einzigartig im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen, die jedes Jahr in aller Herren Länder stattfinden, will ich bei einem Gespräch im Vorfeld des Festivals von Katja Heiderich und Maria Hesterberg wissen. Schließlich repräsentieren die beiden Powerfrauen mit der Stadt Bad Nauheim und der Bonner Elvis Presley Gesellschaft (EPG) die ideellen und finanziellen Hauptträger des jährlichen Festivals.

Maria Hesterberg, mit Elvis' Weggefährte Joe Esposito und Katja Heiderich mit Musiker Dennis Jale beim European Elvis Festival 2012

Immer ganz nah dran: Maria Hesterberg mit Elvis‘ Weggefährte Joe Esposito und Katja Heiderich mit Musiker Dennis Jale beim ‚European Elvis Festival 2013‘ – Foto: www.memphisflash.de

Bei uns steht vor allem der Mensch Elvis Presley im Vordergrund, antwortet Maria Hesterberg spontan und verweist darauf, dass der King Bad Nauheim selbst als seinen privaten Wohnort, sein „European Home“, wählte, als er zwischen Oktober 1958 und Anfang März 1960 in den Friedberger Ray Barracks als G.I. stationiert war.

Und nicht nur das: Er holte auch seine Familie nach Bad Nauheim. Mit Vater Vernon, Großmutter Minnie Mae (liebevoll Dodger genannt) und später zwei Freunden wohnte er zunächst ein paar Tage im Bad Nauheimer Park-Hotel, dann einige Monate im Hotel Villa Grunewald

Hotel Grunewald direkt gegenüber von Festivalzentrum und Kurpark in Bad Nauheim.

Stilvoller Wohnort Elvis Presleys in Bad Nauheim: Hotel Grunewald direkt gegenüber von Festivalzentrum und Kurpark – Foto: www.memphisflash.de

… bevor er ein Haus in der Goethestraße 14 mietete, das heute in Privatbesitz ist. In Bad Nauheim hat der Memphis Flash viele Spuren hinterlassen und so manchem deutschen Frollein ordentlich den Kopf verdreht. In der Kurstadt lernte er 1959 auch seine spätere Ehefrau Priscilla kennen. Vieles kann man heute noch besichtigen, etwa während des European Elvis Festivals, kenntnisreiche Führungen mit vielen Anekdoten von gern gegessenen Schokoladentorten und den Lieblings-Tiparillos des King inklusive.

Stadtführer Hans Ulrich Halwe präsentiert ein Foto von Elvis Presley beim privaten Football-Spiel am Bad Nauheimer Gradierbau IV - Foto: The Memphis Flash

Elvis ganz privat: Stadtführer Hans Ulrich Halwe präsentiert ein Foto von Elvis Presley beim privaten Football-Spiel am Bad Nauheimer Gradierbau IV – Foto: The Memphis Flash

Das ist längst nicht nur für deutsche Fans und Touristen interessant. Mittlerweile reisen Interessierte aus ganz Europa und sogar aus Australien und den USA an, um auf den Spuren Elvis Presleys in Bad Nauheim zu wandeln.

So mancher Gast entdeckt dabei auch noch andere Vorzüge der 30.000 Seelen zählenden Kurstadt, die u.a. für ihre Jugendstilbauten und das Rosendorf Steinfurth bekannt ist, und bleibt über das Festival hinaus gerne ein paar Tage länger, weiß Katja Heiderich. Der King ist mittlerweile eine wichtige Säule des Bad Nauheimer Tourismus, der sich auf die Themenfelder Gesundheit, Jugendstil, Rosen und eben Elvis konzentriert, erläutert die Geschäftsführerin des Bad Nauheimer Stadtmarketings weiter.

Elvis bringt ein Publikum in die Kurstadt, das Bad Nauheim sonst vielleicht gar nicht auf dem Plan hätte. Dabei spielt der Erlebnisfaktor des Festivals, das auch künftig im jährlichen Turnus im August stattfinden soll, eine zentrale Rolle. Der Erlebnischarakter wird in diesem Jahr durch eine Reihe von zusätzlichen begleitenden Veranstaltungen aufgegriffen und „in die Stadt hineingetragen“, etwa durch das Bühnenprogramm „Erlebnis Bad Nauheim“, ein Zusammenschluss von Bad Nauheimer Händlern, Gastronomen und Dienstleistern, der mit der Veranstaltung „Bad Nauheim holt die Stühle raus“ in der Fußgängerzone sowie einem verkaufsoffenen Sonntag ein vielfältiges Rahmenprogramm bietet, so Katja Heiderich.

Neben dem Standortvorteil des European Elvis Festivals als einzigem privaten Wohnsitz des King außerhalb der USA möchten die Festivalverantwortlichen vor allem mit der Qualität ihres Programms überzeugen, betonen Hesterberg und Heiderich unisono. Hier konnten die Organisatoren schon in den letzten Jahren ordentlich punkten, vor allem mit der Qualität ihrer Talkrunden, die regelmäßig hochkarätige Weggefährten des King aus den USA zum Festival in die idyllische Kurstadt locken. Und das obwohl das Festival fast zeitgleich mit der berühmten Elvis Week in Memphis stattfindet…

Die Weggefährten des King schätzen dabei besonders die respektvollen und zugleich kenntnisreichen Fragen des deutschen Publikums, so Maria Hesterberg, die hier die Fäden in der Hand hält, und stellen sich – gar nicht so selbstverständlich – in Bad Nauheim gerne ohne Netz und doppeltem Boden der Fragerunde. 2013 standen 3 von Elvis‘ Originalmusikern der Jahre 1969 bis 1977 – James Burton, Glen D. Hardin und Ron Tutt von der legendären TCB-Band – Rede und Antwort in der Talkrunde:

Künstlerisches Highlight: Ausstellung & Talkrunde mit Alfred Wertheimer

2014 dürfen die Festivalbesucher wieder ein besonderes Schmankerl erwarten, denn der bekannte Fotograf Alfred Wertheimer gibt sich die Ehre. Wertheimer, 1929 in Coburg geboren und während des Nationalsozialismus mit seiner Familie in die USA emigriert, hat 1956 wohl die berührendsten und auch intimsten Fotos vom jungen Elvis Presley geschossen.

The Kiss: Elvis mit "Groupie" Barbara Gray hinter der Bühne im Mosque Theater, Richmond/Virginia, Juni 1956

The Kiss: Elvis bei einem intensiven Flirt mit Vereherin Barbara Gray hinter der Bühne im Mosque Theater, Richmond/Virginia, Juni 1956 – Foto: Alfred Wertheimer/Taschen Verlag

Wertheimer hatte sich nach einem Studium an der Kunstakademie in New York als Fotograf selbständig gemacht und war von Anne Fulchino, Promoterin beim Plattenlabel RCA, eigentlich nur für ein paar Aufnahmen von Elvis Presleys Auftritt bei Jimmy und Tommy Dorseys Stage Show am 17. März 1956 in New York engagiert worden. Doch Wertheimer, der zuvor noch nie von dem 21-jährigen Sänger gehört hatte, war sofort fasziniert von seinem charismatischen Fotomotiv, das so ganz bei sich und mit sich beschäftigt zu sein schien, dabei keine besondere Notiz von dem Fotografen nahm, der ihm bald – ohne weiteren Auftrag – überallhin folgte.

Alfred Wertheimer heute - Foto: Taschen Verlag

Alfred Wertheimer heute – Foto: Tsonam Tsering of Rebkong/Taschen Verlag

Etwa 2.500 Fotos hat Alfred Wertheimer während 2er Wochen im März und Juni 1956 und dann noch einmal bei Elvis Presleys Abreise nach Deutschland 1958 gemacht.

Dabei hat er wesentliche Karriereschritte des Jungstars ebenso aus seiner ganz eigenen Perspektive dokumentiert, darunter den legendären Auftritt Presleys bei der Steve Allen Show oder die berühmte Aufnahmesession der Hitsingle Hound Dog/Don’t Be Cruel, wie die ganz privaten Momente Elvis Presleys zu Hause mit seinen Eltern, schlafend auf seiner Fanpost im Hotel, bei einem intensiven Flirt backstage oder einer Spritztour mit seiner Harley.

Handverlesene 35 der legendären Wertheimer-Fotos werden, laut Maria Hesterberg, in einer Ausstellung im Festivalzentrum zu sehen sein. Das sollte man sich ebenso wenig entgehen lassen wie die Talkrunde mit dem sympathischen Fotografen aus New York, die am 16. und 17.8.2014 im Kursaal stattfindet.

Musikalisches Highlight: Elvis-Interpret Jim Brown

Besonderen Wert auf Qualität legen die Festivalverantwortlichen auch bei den musikalischen Darbietungen im Rahmen des European Elvis Festivals. Aus Überzeugung wird auf die bei anderen Festivals üblichen Elvis-Imitatorenwettbewerbe verzichtet, betont Maria Hesterberg, „Interpretationen nicht Imitationen“ stehen im Mittelpunkt des musikalischen Programms in Bad Nauheim.

Jim Brown: Interpret statt Imitator

Jim Brown: Interpret statt Imitator – Foto: Jim Brown

Entsprechend verpflichten sich alle musikalischen Acts schon im Vorfeld dazu, ohne Elvis-typische Bühnenoutfits, wie etwa den legendären Jumpsuit, aufzutreten. Eike Hahn, Chefredakteurin des EPG-Magazins Graceland und ganz wesentlich verantwortlich für die Auswahl der musikalischen Beiträge, legt großen Wert darauf, dass die Künstler möglichst die gesamte Bandbreite von Elvis Presley, d.h. von den 1950ern bis zu den 1970er abdecken können.

Beim European Elvis Festival müssen die Interpreten vor allem mit ihrer Stimme und eigenständiger Interpretation überzeugen, das können nur die Wenigsten, weiß Hahn aus Erfahrung. Als diesjähriges musikalisches Highlight empfiehlt sie besonders den →  Belfaster Jim Brown, der sowohl mit den großen Hits des King als auch den Gospels überzeugt.

Und wer dann doch einfach nur das Original hören und sehen möchte, kommt ganz bestimmt mit der Dokumentation Elvis That’s The Way It Is (1970, ab August 2014 auch im Deluxe-Boxset erhältlich) auf seine Kosten, die als Festivalfilm gezeigt wird, meint Eike Hahn.

http://www.youtube.com/watch?v=LpXSdrN-_Qc&list=PL4CjYzUss-dPx0TZSnCIuUdNmeyc4c4H8&index=9

Bleibt abschließend eigentlich nur noch die Frage an die Organisatoren, was ich denn eigentlich investieren muss für einen Besuch des European Elvis Festivals 2014. Da ist wirklich für jeden etwas dabei, sind meine Gesprächspartner überzeugt. Denn das Festival sieht von kostenfreien Programmpunkten, wie etwa der Cadillac-Parade in der Innenstadt, einer Tageskarte für das Festivalzentrum für 6 Euro bis zu den gestaffelten Rundumsorglos-Komplettpaketen, die über die Festivalpässe Silber, Gold, Platin (95 bis 125 Euro) gebucht werden können, für jedes Budget etwas vor.

Und natürlich kann man auch alle Veranstaltungen einzeln buchen. Ein Besuch der Ausstellung Alfred Wertheimers etwa ist schon ab 8 Euro Eintritt zu haben, eine Führung auf den Spuren von Elvis durch Bad Nauheim schon für 5 Euro. Einzelne Tickets und auch die Festivalpässe kann man einfach und schnell online bestellen über das → Ticketportal. Weitere Informationen zu den einzelnen Programmpunkten des Festivals vom 15. – 17. August 2014 gibt es auf der Website der Stadt Bad Nauheim.

Frauenpower für den King (v.r.n.l.): Maria Hesterberg (EPG), Katja Heiderich (Stadtmarketing), Eike Hahn (Pressesprecherin EPG), Ina Kühlmeyer (Stadtmarketing) und - spontan dazu gekommen - Beatrice van Ooyen (Initiative Elvis in Bad Nauheim)

Frauenpower für den King (v.r.n.l.): Maria Hesterberg (EPG), Katja Heiderich (Stadtmarketing), Eike Hahn (Pressesprecherin EPG), Ina Kühlmeyer (Stadtmarketing) und – spontan dazu gekommen – Beatrix van Ooyen (Initiative Elvis in Bad Nauheim)

Nach meinem Gespräch mit den Organisatoren des European Elvis Festivals bin ich mir sicher: Der King würde sich wohlfühlen im Kreis der ebenso tatkräftigen wie charmanten Frauenpower-Truppe, die das Festival in seinem „European Home“ organisiert. Werde ich das Festival selbst besuchen? Aber sicher doch ;-).

Kontakt für weitere Fragen: Tourist Information Bad Nauheim, In den Kolonnaden 1, 61231 Bad Nauheim, Tel.: +49 (0) 60 32 – 92 99 20, Fax: +49 (0) 60 32 – 92 99 27, E-Mail: info@bad-nauheim.de

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.