Interview mit Paul Simpson: Elvis in Hollywood

Praktisch nElvisFAQ-buchcoveroch druckfrisch ist die aktuelle Veröffentlichung des bekannten britischen Journalisten und Buchautors Paul Simpson mit dem inspirierenden Titel Elvis Films FAQ: All That’s Left To Know About the King of Rock ‘n’ Roll in Hollywood.

Simpson (*1961), der u. a. als Redakteur für das Fußballmagazin Champions Matchday – The official magazine of the UEFA Champions League arbeitet, hat schon eine ganze Reihe Bücher zu Themen der Popkultur veröffentlicht, darunter The Rough Guide to James Bond (2002), The Rough Guide to Cult Fiction (2005), 397 Ways To Pick A DVD (2009) … und er ist ein großer Elvis-Fan!

Elvis Films FAQ, was so viel heißt wie “häufig gestellte Fragen zu Elvis’ Filmen”, ist nach dem bekannten The Rough Guide to Elvis (2005) Simpsons zweite Veröffentlichung über den King of Rock ‘n’ Roll – The Memphis Flash hat Paul Simpson zum Thema seines neuen Buchs interviewt.

Original English version of the interview with Paul Simpson

Interview

The Memphis Flash: Paul, als professioneller Autor und langjähriger Elvis-Fan, warum hast Du so viel Arbeit in ein Buch – immerhin über 400 Seiten – gesteckt, das sich ausschließlich mit Elvis Presleys 31 Hollywoodfilmen beschäftigt? Die Filme waren zu ihrer Zeit zwar an der Kinokasse ziemlich erfolgreich, aber heute stehen sie bei vielen Fans, Kritikern und Biografen des King (Peter Guralnick) nicht gerade besonders hoch im Kurs. Nicht wenige halten Elvis Presleys Schauspielambitionen für einen Tiefpunkt seiner Karriere. Macht ein Buch wie Elvis FAQ überhaupt Sinn?

Paul Simpson: Es macht schon allein deshalb Sinn, weil die Filme Elvis selbst wichtig waren. Und für einen Fan wie mich, der versucht, sein Leben und seine Karriere als Ganzes zu verstehen, ist es daher auch sinnvoll, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Außerdem haben sie eine ganze Reihe großartiger Musik und unvergessliche Szenen hervorgebracht, die mit ein Grund sind, weshalb Elvis Presley heute eine solche globale Ikone ist. Einige der Filme sind ganz sicher genauere Einzelbetrachtungen wert, wie etwa die beiden Höhepunkte King Creole (1958) und Flaming Star (1960). Die Rahmenbedingungen, unter denen die Filme entstanden, werfen zudem ein Licht darauf, wie die gesamte Karriere Elvis Presleys gemanagt wurde.

Flaming Star 1960: Elvis Presley with Barbara Eden and Steve Forrest

Flaming Star 1960: Elvis Presley als Halbindianer Pacer mit Co-Stars Barbara Eden und Steve Forrest

Bis heute sind die Filme ein Aspekt in der Karriere Elvis Presleys, der unterrepräsentiert ist. Peter Guralnick scheint es in seiner beinahe definitiven Elvis-Biografie kaum abwarten zu können, über einige der Musicals aus den 1960ern möglichst schnell hinwegzugehen. Ich kann das durchaus verstehen. Aber wenn Elvis nicht der nächste James Dean oder Tony Curtis hätte sein wollen, hätten wir am Ende vielleicht nie etwas von ihm gehört.

The Memphis Flash: Von diesem Traum sprach Elvis ja auch selbst in seiner Dankesrede anlässlich der Vergabe des Jaycee Award 1971: “When I was a child, ladies and gentlemen, I was a dreamer. […] I saw movies, and I was the hero in the movie...”

Paul Simpson: Genau. Das Bild, das ich jetzt, nachdem mein Buch erschienen ist, immer noch im Kopf habe, ist das des jungen Elvis in Tupelo, der zusammen mit seinem Vater ins Kino eilt (etwas, was die Assembly-of-God-Kirchengemeinde der Presleys in den 1930ern und 1940ern sicher nicht guthieß), wo er sich für die Filme der damaligen Zeit begeistert, wo er Bing Crosby hört, wie er Blue Hawaii in dem Film Wakiki Wedding singt, und wo er selbst davon träumt, mit seiner Familie einmal ein anderes Leben zu führen. War es nicht gerade diese Form des Eskapismus, dieser Traum, der die Hoffnung in ihm wach hielt, der bitteren Armut seiner Jugend entkommen zu können?

The Memphis Flash: Das ist sehr wahrscheinlich. Was ich besonders faszinierend an Elvis Films FAQ finde, sind die vielen unterschiedlichen Perspektiven von Regisseuren, Drehbuchautoren und Co-Stars, die Du zusammengetragen hast. Es gibt da beispielsweise eine Passage, in der Du Drehbuchautor Allan Weiss, der gleich eine ganze Reihe Drehbücher für so erfolgreiche Hal Wallis-Produktionen wie Blue Hawaii (mit Hal Kanter, 1961), Girls, Girls, Girls (1962) und Fun in Acapulco (1963) geschrieben hat, mit den Worten zitierst:

“In viewing the [initial screen] test [1956] one thing was clear: it would be a mistake to try to force this strong personality into a preconceived role. His parts must be tailored for him, designed to exploit the thing he did best – sing”.
Allan Weiss zitiert nach: Paul Simpson’s Elvis FAQ, 2013

Das klingt fast wie eine Beleidigung. Aber war es tatsächlich auch so gemeint? Der deutsche Filmhistoriker Björn Eckerl – Autor des Buches Elvis im Kino: Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können – verfolgt einen ähnlichen Ansatz, wenn er sagt, dass es gar nicht möglich war, Elvis in seinen Filmen in einer anderen Rolle als Elvis zu präsentieren, da seine Persönlichkeit, sein Image, sein Kultstatus sowieso jedes Genre sprengten. Selbst ein Science Fiction mutiere unweigerlich zum Elvis-Film mit Elvis in der Hauptrolle.

King Creole 1958: Elvis fights Walter Matthau

King Creole 1958: Elvis prügelt sich mit Walter Matthau

Eckerl macht dafür nicht etwa fehlende schauspielerische Fähigkeiten des King verantwortlich – um die geht es gar nicht, sondern die Erwartung des Kinobesuchers, der einfach sofort erkennt, wen er auf der Kinoleinwand vor sich hat. In anderen Worten, da gab es im Grunde nicht viel, was Elvis selbst (und letztendlich auch die Filmstudios) hätten ändern können. Was meinst Du, ist an der Sichtweise von Weiss und Eckerl was dran?

Paul Simpson: Da ist schon was dran. Es stimmt, dass Elvis eine so kraftvolle, sofort erkennbare Persönlichkeit darstellte, an deren Image man nur schwer vorbeikam und bis heute -kommt. Gerade deswegen gibt es ja so viele Filme mit idealisierten oder verzerrten Versionen seiner Lebensgeschichte und Person. Und dennoch haben es einige Filmemacher geschafft, diesen Nachteil zu überwinden.

In Filmen wie King Creole (1958), Flaming Star (1960), Wild In The Country (1961, hier vor allem in den Szenen mit Hope Lange) und Follow That Dream  (1962) gelang es, über das Elvis-Image hinauszugehen und glaubhafte Charaktere jenseits des Images darzustellen. Die Rolle des Toby Kwimper, die “Unschuld vom Lande” aus Follow That Dream, spielt Elvis ganz ausgezeichnet. Er trifft nicht nur den feinen Humor in der Geschichte Richard Powells, sondern verkörpert mit seiner fülligeren Erscheinung und den helleren Haaren auch äußerlich gut diesen speziellen Charakter.

Elvis Presely as Toby Kwimper with co-star Howard Mc Near and director Gordon Douglas  on the set of 'Follow That Dream'

Elvis Presley als Toby Kwimper mit Co-Star Howard Mc Near und Regisseur Gordon Douglas bei den Dreharbeiten zu ‘Follow That Dream’

Was Weiss angeht, hat man allerdings schon den Eindruck, dass er in der Retrospektive versucht, die Studiopolitik zu rechtfertigen, die letztendlich dazu führte, dass Elvis durch einige seiner Rollen nur noch schlafwandelte. Dabei war Weiss selbst deprimiert ob der Desillusionierung seines Stars und rieb sich auf an den engen Vorgaben, die ihm die Erfolgsformel des immer seichter werdenden Elvis-Musicals in den 1960ern als Drehbuchautor auferlegte.

Andererseits war die Formel der singenden Elvis-Persona nicht per se falsch – letztendlich kann man auch King Creole (für diese Hal Wallis-Produktion war Weiss nicht drehbuchmäßig tätig) in diese Kategorie einordnen – und sie zahlte sich auch aus, wenn man einen talentierten Regisseur wie George Sidney [für Viva Las Vegas, 1964] engagierte. Ab 1965 war aber klar, dass sowohl künstlerisch als auch kommerziell eine Neuausrichtung nötig war, was in späten Filmen wie The Trouble With Girls und Change Of Habit (beide 1969) auch zu sehen ist.

Kinobesucher, die Elvis-Persona vergessen zu lassen, war sicher kein leichtes Unterfangen – genauso schwierig wie es im Falle John Waynes war, den Cowboy auf der Ranch aus den Köpfen zu kriegen. Aber es war die Sache auf jeden Fall wert bei den wenigen Malen, die ein Regisseur diese Herausforderung auch tatsächlich annahm.

The Memphis Flash: Elvis war ja selbst ein großer Filmenthusiast: Er mietete sich nach Vorstellungsschluss regelmäßig ein komplettes Kino, um Filme seiner Wahl mit Freunden anzuschauen. Welche Filme mochte er? Gibt es einen gemeinsamen Nenner? Und was kann man aus seinen Vorlieben schließen?

Paul Simpson: Elvis sagte einmal zu Marion Keisker, Sam Phillips Mitarbeiterin bei SUN: “Ich singe alles Mögliche”. Genauso offen war er, wenn es um Filme ging. Zu seinen besonderen Filmlieblingen gehörten offenbar Across 110th Street, Dr Strangelove, Rebel Without A Cause und Patton (inkl. der Textzeile, die er häufig selbst zitierte: “All glory is fleeting”).

Er fand ebenso Gefallen an To Kill A Mockingbird (eine interessante Wahl wegen der Rassenthematik des Films, was Autor Albert Goldman einst dazu veranlasste, Elvis als Rassisten darzustellen), Max Ophüls’ kunstvoller Romanze Letter From An Unknown Woman, Dirty Harry, Monty Python And The Holy Grail sowie an den meisten Filmen mit Peter Sellers. James Dean war wohl sein Lieblingsschauspieler, er hatte aber auch eine Vorliebe für Humphrey Bogart, Marlon Brando, Kim Novak, den schon erwähnten Peter Sellers und Richard Widmark, um nur mal einige Namen zu nennen.

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2 Klassiker und ein 3.: James Deans ‘Denn sie wissen nicht, was sie tun’ (1955), ‘Straße zum Jenseits’ mit Anthony Quinn und Yaphet Kotto (1972), Peter Sellers in ‘Dr. Seltsam’ (1964)
 

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3 weitere Favoriten des King: ‘Wer die Nachtigall stört’ (1962), Max Ophüls ‘Brief einer Unbekannten’ (1948) und Monty Pythons ‘Der Ritter der Kokosnuss’ (1975)

 

Dass er so viele völlig unterschiedliche Filme schaute – angefangen von Dokumentationen über die Ureinwohner Papua-Neuguineas bis zu den Dirty Harry-Filmen mit Clint Eastwood – lässt für mich nur den Schluss zu: Er war so ziemlich offen für alles, sofern er die Zeit dazu fand.

The Memphis Flash: Nun war Elvis zwar ein bekennender Filmliebhaber, von seiner eigenen Filmkarriere war er aber bald höchst desillisioniert, wie Du mehrfach in Elvis Films FAQ erwähnst. In seinem Interview mit Robert Abel und Peter Adidge für den Dokumentarfilm  Elvis On Tour (1972) sprach er ziemlich offen darüber und sagte unter anderem:

They couldn’t have paid me no amount of money in the world to make me feel any self-satisfaction inside. […] Hollywood’s image of me was wrong and I knew it. But I couldn’t do anything about it.”
– Elvis Presley 1972

Im ersten Teil seiner Aussage ist angedeutet, dass er für seine Filme ziemlich gut bezahlt wurde. Das wirft die Frage auf, was das denn nun genau heißt im Vergleich zu anderen Schauspielern und den üblichen Standards seiner Zeit?

Audio: Elvis spricht über seine Filmkarriere mit Robert Abel and Peter Adidge (1972)

 

Pauls Simpson: Mitte der 1960er, als Elvis’ Manager Parker endlich sein selbst gestecktes Ziel erreichte, von MGM 1 Million US-Dollar pro Film für “seinen Jungen” garantiert zu bekommen, erschien das als einer seiner größten Verhandlungscoups – zumal der Deal noch einen zusätzlichen Gewinnanteil beinhaltete.

Aber es ist letztendlich schwer zu sagen, ob das Elvis zum bestbezahlten Schauspieler Hollywoods machte, wie gerne behauptet wird. Schon 1957 bekam William Holden 1 Million US-Dollar plus Gewinnbeteiligung für The Bridge Over The River Kwai. 5 Jahre später bekam Liz Taylor dieselbe Pauschale für Cleopatra. Der Film ist ziemlich kompliziert, was die Gestaltung der Gewinnbeteiligungen angeht, deren Details zudem nicht alle bekannt sind. Ohne die Möglichkeit, die Studiobücher einzusehen, kann man also nur sagen, dass Elvis sicher zu den höchstbezahlten Schauspielern Hollywoods in den 1960ern gehörte.

Ironischerweise wurde die Million erst kurz vor seinem letzten wirklich nennenswerten Kinokassenschlager Girl Happy (1965) ausgehandelt. Als seine Filme in den Folgejahren immer weniger Einnahmen erzielten, machte ihn das zu einem teuren Unternehmen für die Filmstudios, ein Risiko, das 1969 praktisch kein Studio mehr eingehen wollte. Sein letzter Kinofilm Change Of Habit (1969) war daher auch Teil des Deals für das NBC TV-Special ELVIS (68 Comeback-Special).

Alone at last: Don Siegel talking to Elvis Presley on the set of 'Flaming Star' (1960)

Endlich allein: Don Siegel mit Elvis Presley am Set von ‘Flaming Star’ (1960)

The Memphis Flash: Elvis bemerkt in dem Interview mit Abel und Adidge auch, dass Hollywoods Image von ihm einfach falsch gewesen sei und er nichts dagegen hätte tun können. Auf der anderen Seite beschreibst Du in Elvis Films FAQ, Elvis habe private Unterhaltungen mit Produzent Hal Wallis gleich mehrfach abgebogen und ging auch seinen Regisseuren gerne aus dem Weg. Don Siegel, Regisseur von Flaming Star (1960), hat das so entnervt, dass er den Entschluss fasste, keinen weiteren Film mehr mit Presley zu machen, obwohl er ihn für talentiert hielt. Das hört sich so an, als hätte Elvis selbst ganz gut zum Missverstandensein beigetragen. Hätte er eine für ihn befriedigendere Filmkarriere haben können, wenn er den Kontakt zu einflussreichen Leuten in Hollywood nicht gescheut hätte? Worin bestand überhaupt sein Problem?

Paul Simpson: Nun ja, Sam Phillips hat schon früh darauf hingewiesen: Elvis litt unter einer geradezu lähmenden Unsicherheit. Bei der Arbeit im Aufnahmestudio und auf der Bühne überwand er das schließlich. Aber in Hollywood fühlte er sich nie wirklich wohl – ganz besonders nicht, als seine Filme in der Qualität immer mehr abnahmen. Am Anfang seiner Filmkarriere schaute er auf zu Schauspielern wie Nick Adams, Shelley Winters und Natalie Wood, die mit seinem Idol James Dean gespielt hatte, aber er schloss nur wenige bleibende Freundschaften in Hollywood. Er war kritisch und anspruchsvoll genug, um sich der Unzulänglichkeiten seiner Filme bewusst zu sein – und zog sich in der Folge immer mehr zurück. Das war verständlich, zumal einige seiner Co-Stars keinen Zweifel daran ließen, dass es eigentlich unter ihrer Würde war, in einem Elvis-Film zu spielen. Das hat gesessen.

Schade ist hier, dass gerade Leute wie Hal Wallis, Don Siegel and Gordon Douglas – der für ordentlich Aufregung sorgte, als er bei den Dreharbeiten zu Follow That Dream allein mit seinem Star dinnieren wollte –  Presley eine Menge guter Ratschläge hätten geben können. Wallis mochte Elvis aufrichtig und hätte ihm sicher nützliche und auch uneigennützige Tipps gegeben. In jedem Fall hätte ein gutes Verhältnis zwischen Produzent und Star Manager Parker in Schach gehalten.

Es gab noch andere Beziehungen – etwa zu Co-Stars wie Hope Lange oder Patti Page und ihrem Mann Charles O’Curran, der als Choreograph für einige Elvis-Filme tätig war – die hilfreich für ihn hätten sein können, um mehr Anerkennung in Hollywood zu finden. Aber es hat eben nicht sollen sein. Schade ist auch, dass Elvis Cary Grant, der ihn sehr mochte, erst später in Las Vegas begegnete. Grant hatte seine Hollywoodkarriere in Eigenregie erfolgreicher gesteuert als die meisten anderen Schauspieler seiner Ära – ein wunderbares Vorbild.

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Waren sich sehr sympathisch: Elvis mit Cary Grant in Las Vegas 1970

 

The Memphis Flash: Musik spielt ganz klar eine große Rolle in den Filmen Elvis Presleys. Kannst Du etwas dazu sagen, welche Mechanismen dazu führten, dass schließlich jeder Film zu einem Musical mit einem begleitenden Soundtrack wurde? Was lief bei Elvis Presley, der als Sänger startete und anschließend die Kinoleinwand eroberte, anders als bei vergleichbaren Karrieren wie denen von Frank Sinatra, Bing Crosby und Dean Martin?

Paul Simpson: Der größte Unterschied besteht darin, dass die anderen Drei ihr Schicksal selbst fester im Griff hatten. Sinatra etwa startete auch mit Musikkomödien, aber als die nicht mehr so viel einbrachten und er fast ganz raus aus dem Geschäft war, setzte er alles auf eine Karte und bewarb sich für eine kleinere Rolle in From Here To Eternity (1953). Alles auf eine Karte zu setzen, zahlte sich für ihn sowohl künstlerisch (mit einem Oscar) als auch kommerziell aus, es lieferte den Präzedenzfall, dass er nicht notwendigerweise in jedem Film singen musste. Crosby und Dino hatten ähnliche Durchbruchsrollen – ersterer gewann 2 Oscars, letzterer ließ die Kinokasse eventuell sogar satter klingeln als Sinatra.

Elvis’ Pech war, dass seine Versuche in diese Richtung  – King Creole and Flaming Star – sich nicht in derselben Weise auszahlten. Er bekam für beide Filme zwar gute Kritiken, aber eben keinen Oscar – und kommerziell waren sie eben nicht so erfolgreich wie die Musicals Blue Hawaii (1961) and Viva Las Vegas (1964).

The beatuy and the beast: Elvis Presley with Colonel Tom Parker 1966

Geld gegen Schauspielambitionen – Elvis Presley mit seinem berüchtigten Manager Colonel Tom Parker 1966

Vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, muteten Elvis’ Schauspielambitionen riskant an. Schließlich garantierte das klassische Elvis-Musical ordentliche Erlöse an der Kinokasse (davon profitierten Elvis/Parker über die Gewinnbeteiligung, die zusätzlich zur Pauschale gezahlt wurde), dazu gab es meist noch ein begleitendes Soundtrackalbum, von dem sich etwa zwischen 300.000 und 2 Mio. Exemplare verkaufen ließen – auch hieran verdienten Presley/Parker. Und die Songs der Soundtracks bestanden in der Regel ausschließlich aus dem Repertoire, das direkt im Auftrag der Musikverlage komponiert wurde, die Parker schon früh für Presley eingerichtet hatte. Auch hier klingelte noch einmal die Kasse.

Demgegenüber stand als Alternative Elvis als ernsthafter Schauspieler in anspruchsvollen dramatischen Rollen – ein Konzept, das an der Kinokasse vielleicht funktionierte (evtl. aber auch nicht), woraus sich dann künftig größere Rollen für den Star ergeben könnten… ziemlich viel Konjunktive. Letztendlich hat Autor W. A Harbinson die Sachlage in The Illustrated Elvis (1975) ganz gut auf den Punkt gebracht mit: “If Elvis stops singing, the cash registers stop ringing and there ain’t another thing to discuss”.

With his foot on the gas an no no brakes on the fun: Elvis Presley in Spinout (1966)

Den Fuß immer fest auf dem Gaspedal und bloß kein Spaßbremsen. Eine weitere Musikkomödie war lange vor allem eins: eine sichere Sache – Elvis Presley in Spinout (1966)

The Memphis Flash: Treffend formuliert, keine Frage! In Elvis Films FAQ diskutierst Du in dem Kapitel “Pieces of my life”  Douglas Brodes Vorstellung aus Elvis Cinema and Popular Culture von Elvis als eine Art auteur in dem Sinne, dass seine Filme “autobiografische Statements des rätselhaften Stars” beinhalten. Wie kann das sein – Elvis war nicht in die Entwicklung der Drehbücher involviert und hatte (zu seinem eigenen Missfallen) auch kein Recht auf Drehbuchabnahme?

Paul Simpson: Das ist wirklich schwierig zu sagen. [Elaine] Dundy (Autorin von Elvis and Gladys) deutet an, dass dies auf Manager Parker zurückging,  erklärt aber nicht genau wie. Recherchiert man, so zeigt sich tatsächlich, dass Parker sich bei der Entwicklung der Drehbücher weit weniger raushielt, als er das selbst gerne darstellte. Und Presley selbst hatte den Eindruck, dass beispielsweise die Yoga-Szene in Easy Come Easy Go (1967) aus keinem anderen Grund in den Film reingeschrieben wurde, als sich über eine seiner neuen Interessen lustig zu machen. Das mag durchaus sein, denn die Szene hat keinerlei Bedeutung für die Entwicklung der Story.

Elvis trying Yoga in the movie 'Easy Come, Easy Go'

Spaß auf Elvis’ Kosten: ‘Easy Come, Easy Go’ (1967)

Auch die biografischen Parallelen – die tote Mutter, der schwache Vater, das Zwillingsmotiv, der gute einfache Junge aus den Südstaaten – sind so konsistent in den Filmen vorhanden, dass das kein Zufall sein kann. Drehbuchautor Edward Anhalt liefert dafür eine harmlose Erklärung: Die Autoren versuchten einfach über die Dinge zu schreiben, von denen sie sicher wussten, dass der Star sie mochte: Autos, Hawaii, schöne Frauen. George Kirgo, Drehbuchautor von Spinout (1966), bestätigt das mit seiner Äußerung, dass der erste Entwurf seines Drehbuchs einfach alles enthielt, was er über den Star zu wissen glaubte. Das wiederum brachte ihm postwendend eine Retourkutsche von Manager Parker ein, der meinte, für die Lebensgeschichte seines Klienten würde er sicher mehr als eine Million US-Dollar bekommen, wenn er sie denn je verkaufte.

Ich muss zugeben, dass mir – bis ich Dundy’s Elvis And Gladys gelesen habe – gar nicht so richtig aufgefallen ist, wie häufig Gerichts- und Gefängnisszenen tatsächlich in Elvis’ Filmen vorkommen. Und obwohl ich nicht davon überzeugt bin, dass dies wirklich als gezielte Anspielung auf den Gefängnisaufenthalt von Elvis’ Vater Vernon, also ein schmutziges Familiengeheimnis, gedacht ist, finde ich es schwierig, die Häufigkeit dieser Szenen zu erklären. Gabe Tucker erzählte, dass Parker bei den Dreharbeiten zu Tickle Me (1965) vorschlug, die alte Gefängniskulisse von Jailhouse Rock (1957) auf das Filmset zu holen. Das scheint mir doch ein ziemlich eigenartiger Scherz zu sein –  selbst für den Standard des Colonel, aber wer weiß?  Aber wie Du schon sagst, Elvis’ eigene Beteiligung an den Drehbüchern ging selten über das Lesen derselben hinaus.

The Memphis Flash: Obwohl die Filme Elvis Presleys nicht besonders hoch angesehen sind, widmen TV-Sender wie Turner Classic Movies and ARTE ihnen regelmäßig ganze Thementage, an denen man nonstop gleich eine ganze Reihe der 31 Kinofilme sehen kann. Vielleicht gibt es letztendlich gar nicht so viel an den Filmen auszusetzen?

Wild in the Country: Elvis Presley with Hope Lange 1960

Elvis Presley mit Hope Lange in ‘Wild In The Country’ 1961

Paul Simpson: Ihre Popularität bei TCM und ARTE mag genauso viel mit der Loyalität der Elvis-Fans wie mit ihrer Qualität zu tun haben. Der Fairness halber würde ich 12 der Filme einen erwiesenermaßen dauerhaften Unterhaltungswert zuerkennen: Loving You (1957), Jailhouse Rock (1957), King Creole (1958), Flaming Star (1960), Wild In The Country (1961), Follow That Dream (1962), Blue Hawaii (1961), Roustabout (1964), Viva Las Vegas (1964), Girl Happy (1965, trotz des lausigen Soundracks), Speedway (1968), The Trouble With Girls (1969).

Ein paar andere warten mit außergewöhnlichen Szenen auf: Ich denke da an Bossa Nova Baby in Fun In Acapulco oder wie Elvis den Kopf eines Gefangenen gegen Gitterstäbe schlägt in Charro (1969)! Und dennoch enttäuschen die Elvis-Musicals oft mit sonderbaren Rückprojektionen, lahmen Dialogen und einigen wirklich grauenhaften Songs wie Old McDonald, Smorgasbord und There’s No Room To Rhumba In A Sportscar.

Davon einmal abgesehen ist die Filmkritik in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel toleranter geworden. Danny Peary hat mit seinen Veröffentlichungen die Idee des Kultfilms mehr oder weniger erfunden, was die alten Kritikstandards aufbrach –  Standards, die früher – oftmals in unfairer Art und Weise – Presley-Filme geradezu verdammten.

The Memphis Flash: Eine der Personen, die Elvis-Filme auch später noch sehr gerne im TV angeschaut haben soll, war witzigerweise Elvis’ langjähriger Manager Colonel Tom Parker, wie seine Frau Loanne bei einem Fan-Event in Deutschland (Elvis-Weekend in Bischofsgruen) vor ein paar Jahren wissen ließ. Laut Loanne sagte der Colonel gerne: “Und diese Filme sind doch gut, egal, was die alle sagen”. War der Typ tatsächlich so verrückt, eigennützig und unverantwortlich, wie gerne behauptet wird?

Paul Simpson: Er war wahrscheinlich all das und noch sehr viel mehr  – inklusive, zwischen 1954 and 1960, unbestreitbar ein Genie im Managen und Promoten “seines Jungen”.  Loannes Bemerkung finde ich ziemlich interessant, weil Patti Page einmal sagte, dass sie immer den Eindruck hatte, Elvis’ Filme hätten mehr dem Unterhaltungsgeschmack von Parker entsprochen als dem Presleys. Das waren meist Eskapismusfilme, an denen keiner wirklich Anstoß nahm – außer vielleicht Kritiker, anspruchsvollere Fans und, letztendlich, der Star selbst.

Looming large: Elvis' manager Colonel Tom Parker

Dominante Kraft im Hintergrund: Elvis’ Manager Colonel Tom Parker

Parker übte einen sehr dominanten Einfluss auf Presleys Filmkarriere aus. In mancherlei Hinsicht ist sein Einfluss sehr offensichtlich – etwa bei seiner Vorliebe für Musikkomödien mit Soundtrack, die zum Standard zwischen 1962 und 1968 wurden, und Elvis’ Hoffnungen, sich als ernsthafter Schauspieler zu etablieren, im Grunde vernichteten.

Es ist schwierig, hier die genauen Motive Parkers auszumachen. Vielleicht fürchtete er einfach, dass Elvis als schlechter Schauspieler entlarvt werden könnte, wie Filmproduzent Joe Pasternak (Spinout) annahm, was unter Umständen seine komplette Karriere beendet hätte.

Vielleicht fehlte ihm aber auch einfach nur die Vorstellungskraft, dass etwas mehr Risikobereitschaft sich auf längere Sicht auszahlen würde, dass es lohnend sein könnte, wenn sein Star eine zweigleisige Karriere als Sänger und als Schauspieler verfolgte. Dafür gab es ja schließlich eine Reihe erfolgreicher Vorbilder, etwa Crosby und Sinatra. Obwohl flamboyant erscheinend, war Parker eigentlich konservativ.  Ohne Zweifel bedeuteten für ihn Filme wie Clambake (1967) und Fun In Acapulco (1963), die nach dem Alles-wie-gehabt-Prinzip gemacht wurden, eine geringere Bedrohung für den profitablen Status Quo von Manager und Star.

Wer sein Auge so schonungslos auf den Saldo richtete wie Parker, für den waren Elvis’ Schauspielambitionen weitgehend irrelevant. Der Colonel schien stets schnell damit bei der Hand zu sein, die Unsicherheiten seines Klienten auszunutzen und die relativen Misserfolge (relativ im Vergleich zu den großen Erfolgen) von ambitionierteren Filmen wie Flaming Star (1960) und Wild In The Country (1961) zu unterstreichen. Schnell fand er finanzielle Deal Breaker, sobald sein Star interessante Rollen in Filmen wie Thunder Road (mit Robert Mitchum, 1958) oder A Star Is Born (mit Barbra Streisand, 1976) angeboten bekam.

Parker war auch verantwortlich für den Deal mit Wallis und brachte später Regisseur Sam Katzman ins Spiel, um die Produktionskosten der Filme zu senken. Zu seinen Gunsten muss man sagen, dass er das bereute, nachdem er Harum Scarum (1965)  gesehen hatte. Ein Minimalstandard musste schon noch eingehalten werden, damit die Karriere seines Stars nicht irreparabel Schaden nahm, das sah selbst er ein.

The Colonel was not easy to deal with: Hal Wallis and Elvis learned the hard way

Ein schwierig zu managender Manager: Hal Wallis, Elvis und Colonel Tom Parker

In anderer Hinsicht war Parkers Einfluss auf Elvis’ Karriere weniger offensichtlich. Zunächst einmal war es nicht leicht, mit Parker überhaupt auszukommen. Wallis und sein Partner Joseph Hazen merkten gleich zu Anfang, dass der Colonel sorgfältig gemanagt werden musste. Wenn die Resultat dabei so profitabel war wie bei Blue Hawaii oder einfach ein guter Film dabei rumkam wie bei King Creole, dann war es den Ärger wert – nicht so bei Filmen wie Easy Come Easy Go (1967). Eine Frage bleibt damit für immer unbeantwortet: Was hätte Elvis Presley in Hollywood erreichen können, wenn die Studios nicht mit Parker verhandelt hätten.

Parkers Fokus allein auf den Gewinn erwies sich als völlig kontraproduktiv in seinen späteren Verhandlungen mit Hal Wallis Mitte der 1960er. Zu diesem Zeitpunkt gab es so viele andere Teenidole auf dem Markt, die Hollywood ausschlachten konnte (die beiden ersten Filme der Beatles generierten mehr Kinoerlöse als Elvis), dass eine versöhnlichere Haltung gegenüber Wallis diesen wahrscheinlich bei der Stange gehalten hätte.

Stattdessen trennte man sich wenig freundschaftlich und Wallis, der Parker noch einen letzten Scheck über 25,000 US-Dollar schickte, schwor sich, nie wieder mit dem Colonel oder Elvis zusammenzuarbeiten. Gleichfalls hatte Parker kaum ein Ohr für die Warnung Pasternaks, dass man einfach keine guten Filme machen kann, wenn das Budget praktisch komplett von dem Honorar des Stars aufgefressen wird.  Auf längere Sicht ist weniger oft mehr –  das scheint Parker nie wirklich verstanden zu haben.

Ich glaube nicht, dass Parker sich je um jemand anderen kümmerte als sich selbst. Das ist keineswegs ungewöhnlich für Manager im Showbusiness. Von großem Nachteil für Elvis war, dass er nie einen wirklich guten eigenen Anwalt hatte. Hätte er den gehabt, dann hätte Parker – wie Filmproduzent und Rechtsanwalt Joseph Hazen es sieht – seinen  modus operandi ändern müssen. Auf längere Sicht wäre das besser für ihn und seinen Star gewesen.

The Memphis Flash: Paul, als jemand der sehr viel Zeit und Arbeit in die Erforschung von Elvis Presleys Filmkarriere gesteckt hat, wie würdest Du vorgehen, wenn Du die einmalige Chance hättest, den King, der seinen letzten Kinofilm Anfang 1969 drehte, bei einem zweiten Anlauf in Sachen Filmkarriere zu beraten. Wie würdest Du die Sache angehen?

Roads not taken: Kris Kristoffersen got the Elvis part in Barbra Streisands 'A Star Is Born'

Unbeschrittene Wege: Kris Kristofferson bekam Elvis’ Rolle in Barbra Streisands ‘A Star Is Born’

Paul Simpson: Ich glaube, man müsste ihn gar nicht groß überreden. Die eigentliche Herausforderung wäre sicher Parker. Das Angebot von Streisand, bei  A Star Is Born (1976) mitzuspielen, war eine goldene Gelegenheit. Sich neben Streisand in diesem Blockbuster behaupten zu können, hätte die Spielregeln für ihn sicher geändet.

Hollywood ist so flatterhaft, dass ein einziger Erfolg wie dieser gut und gerne zu einer kompletten Umkehr in der Wahrnehmung seines Talents hätte führen können. Er hätte dann vielleicht nur einen Film und eine Tournee pro Jahr machen müssen, wäre entsprechend weniger erschöpft und künstlerisch zufriedener gewesen – wer weiß, wie die Geschichte dann ausgegangen wäre?

The Memphis Flash: Ja, schwer zu sagen. Last but not least, was ist Dein Lieblings-Elvisfilm und warum? Ist das gleichzeitig auch der, den Du am besten gemacht findest?

Paul Simpson: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. King Creole (1958) und Flaming Star (1960) halte ich für seine besten Filme, Viva Las Vegas (1964) ist am unterhaltsamsten, aber am meisten fühle ich mich zu dem unglaublich unterbewerteten The Trouble With Girls (Immer Ärger mit den Mädchen, 1969) hingezogen. Ein geradezu altmanesques Kleinstadtdrama mit einer Handlung, die einen Mord beinhaltet, dazu viel Kolorit aus Amerikas 1920ern und einen sehr entspannten, gutaussehenden und charmanten Elvis. Ein ordentlicher Soundrack – mit nur einer Handvoll Songs, die aber gut zu Handlung und Musik der Zeit passen – ist ein schöner Bonus obendrauf.

Underrated and Altmanesque: Elvis Presley and Marlyn Mason in 'The Trouble With Girls' (1969)

Unterbewertet und altmanesque: Elvis Presley mit Marlyn Mason in ‘The Trouble With Girls’ (1969)

Die Schauspielerriege ist ordentlich, das Drehbuch hat ein paar richtig gute komische Passagen und Marlyn Mason ist wahrscheinlich Elvis’ lebhaftester Co-Star seit Ann-Margret. Schade nur, dass Sheree North so lange braucht, um wieder nüchtern zu werden, das gibt dem Film ein paar Längen. Aber ansonsten ist das ein einnehmender Film.

Außerdem habe ich eine Schwäche für Roustabout (1964) der, Regisseur John Rich und  Barbra Stanwyck sei Dank, eine Klasse über den anderen Musikkomödien liegt. Die Eingangsszenen – bis Elvis aus dem Gefängnis kommt – sind wirklich scharf, so scharf wie die Dialoge in Jailhouse Rock and King Creole. Danach wird Roustabout konventioneller, aber ich schaue ihn trotzdem noch gern.

The Memphis Flash: Eine richtig gute Wahl, wie ich finde: The Trouble With Girls ist auch einer meiner Lieblingsfilme. Marlyn Mason – Elvis’ Co-Darstellering in diesem Film – ist im April 2014 übrigens zu Besuch in Deutschland beim nächsten Elvis-Weekend in Bischofsgruen. Was ist denn sein schlimmster Film Deiner Meinung nach?

ElvisFAQ-buchcoverPaul Simpson: Wenn Du technische Qualität, schlüssige Handlung und Soundtrackqualität als Bewertungsmaßstab nimmst, dann ist der schlechteste aller Filme sicher Harum Scarum (1965). Andererseits ist er schon wieder so bizarr, da er fast so etwas wie Kultstatus genießt. Und Elvis macht teilweise durchaus einen amüsierten und  engagierten Eindruck, so dass ich Harum Scarum noch eher anschauen kann als Paradise Hawaiian Style (1966), ein Musical ohne gute Songs und wenig Persönlichkeit. Das ist ein Produkt der Elvis-Filmmaschinerie, bei der einfach alle – Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Star – auf Autopilot geschaltet hatten.

The Memphis Flash: Paul, vielen Dank für das interessante, ausführliche Interview. Ich drücke die Daumen, dass wir künftig noch mehr von Dir über Elvis zu lesen und zu hören bekommen.

Paul Simpson: Elvis Films FAQ: All That’s Left to Know about the King of Rock ‘n’ Roll in Hollywood (Faq Series). Paperback, 407 Seiten – Applause Theatre Books 2013 – ISBN-10: 1557838585 bzw. ISBN-13: 978-1557838582

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  1. […] und geradezu Altmanesque nennt der britische → Journalist Paul Simpson – Autor des 2013 erschienenen Buchs Elvis Films FAQ – den 30. und damit vorletzten Kinofilm […]

  2. […] Protagonisten, dessen Musical-Persona der 1960er über Jahre beim Kinopublikum so gut ankam – Elvis Presley gehörte in den 1960ern zeitweise zu den bestbezahlten Kassenmagneten Hollywoods -, dass sie in Serie reproduziert […]

  3. […] Hollywoodstreifen (→ Elvis in Hollywood) hat Elvis Presley zwischen 1956 und 1969 gedreht. Das ist eine ganz schöne Menge für jemanden, […]

  4. […] direkt auf die Drehbücher zugeschnitten wurden und die er zunehmend hasste (→ Elvis in Hollywood: Interview mit Paul Simpson) führten zu Elvis‘ Entschluss, Hollywood den Rücken zu kehren und musikalisch neu […]

  5. […] Hinzu kam, dass Elvis Presleys Management zwar lukrative Filmverträge mit Erfolgsbeteiligung für den Star aushandelte, diese wurden aber unabhängig vom Drehbuch vereinbart. D.h. Elvis Presley war in den 1960ern ein gut bezahlter Vertragsschauspieler gleich mehrerer Hollywoodstudios (MGM, Paramount, Allied Artists, 20th Century Fox) mit praktisch keinen Einfluss auf die Art der Rollen, die er spielte → Elvis in Hollywood: Interview mit Paul Simpson. […]

  6. […] Wie dieser Traum mit den 31 Kino- und 2 Dokumentarfilmen, die der King zwischen 1956 und 1972 drehte, zusammenhängt, dieser Frage geht der britische Journalist und Buchautor Paul Simpson in seinem gerade erst erschienenen Buch Elvis Films FAQ: All That’s Left to Know about the King of Rock ‘n’ Roll in Hollywood auf über 400 Seiten ernsthaft, sehr informativ und dabei höchst unterhaltsam nach → Interview mit Paul Simpson  → englische Version → deutsche Version. […]

  7. […] ← Merry Christmas vom Memphis Flash Interview mit Paul Simpson: Elvis in Hollywood → […]

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