Helmut Radermacher im Interview – Fortsetzung

Helmut Radermacher, Deutschlands wohl bekanntester Elvis-Fan und -Kenner der ersten Stunde, erzählt noch mehr über den Soundtrack seines Lebens hier im zweiten Teil seines Interviews mit The Memphis Flash (→ Radermacher-Interview Teil 1).

Und Action! Helmut alias Scotty (Mitte) mit seiner Band ‚The Silver Strings‘ vor Elvis-Filmplakaten, frühe 1960er; Foto: Sammlung Radermacher

The Memphis Flash: Nach fast 60 Jahren unermüdlicher Beschäftigung mit der Musik und Karriere Elvis Presleys ist es sicher nicht übertrieben zu sagen, dass der King den Soundtrack Deines Lebens bildet. Was fasziniert Dich bis heute an dem Mann aus Memphis, was treibt Dich an, weiter viel Freizeit und Energie in dieses Hobby zu investieren?

Helmut Radermacher: Das ist nicht so einfach zu beantworten, weil es viele Faktoren gibt. Der Mann sah gut aus, hatte Stimme, gute Musiker und perfekte Lieder. Er wirkte auf Frauen, aber – wie ich an mir und meinen Freunden merkte – auch auf Männer. Die Stimme war einfach passend, zu allen Liedern, die ich hörte. Er wurde einfach nie langweilig. Während andere Sänger hauptsächlich Balladen oder eben nur Rock ’n‘ Roll sangen, brachte Elvis eine Abwechslung, die zu bewundern war. Meine  erste LP von Elvis war sein Weihnachtsalbum.

The Memphis Flash: Du meinst das legendäre Elvis Christmas Album von 1957 mit Santa Claus Is Back in Town und Blue Christmas drauf?

Helmut Radermacher: Genau. Da war kein einziges Lied dabei, das ich nicht mochte, im Gegenteil. Ob nun Weihnachtslied, Country, ob Blues oder Rhythm & Blues, ob Pop, Balladen, Gospels oder Rock ’n‘ Roll, auf jedem Gebiet war er besser als die anderen Sänger, die ich kannte und von denen ich auch Platten kaufte.

The Memphis Flash: Im → ersten Teil unseres Interviews hast Du erzählt, wie Elvis Dich dazu inspiriert hat, selbst Musiker zu werden. Du warst in den 1960er Jahren erfolgreich als Scotty mit Deiner Band The Silver Strings in deutschen Clubs unterwegs, bis Du in Coburg Deine Frau Karin kennengelernt hast, sozusagen„sesshaft“ wurdest ;-), lange als Schallplatten-Disponent für die Kaufhof AG gearbeitet hast, um dann – auch wieder über Elvis – als Radiomoderator entdeckt zu werden.

Beim 6. Elvis-Weekend letzten November in Bischofsgrün hast Du erzählt, wie es durch einen glücklichen Zufall dazu kam, dass Du plötzlich bei Europawelle Saar und Radio Luxemburg moderiertest und mit der Sendung HALLO ELVIS 1985 sogar im Ersten Deutschen Fernsehen gelandet bist. Als Elvis-Fan kann man richtig Karriere machen, das steht mal fest. Was viele gar nicht mehr wissen ist, dass Du 1985 mit Radio Schleswig Holstein (RSH) in Kiel auch den ersten deutschen Privatsender mitbegründet hast. Und Du hast neben Gründung  und langjähriger Tätigkeit für den größten Elvis-Fanclub in Deutschland – die Elvis Presley Gesellschaft – über Jahre als freier Berater für Elvis‘ Plattenfirma hier in Deutschland gearbeitet. Erzähle, wie kam es dazu?

Helmut mit Radiomoderator Wolfgang Hellmann im Studio bei einem ihrer vielen Elvis-Specials; Foto: Sammlung Radermacher

Helmut Radermacher: Ich hatte ja als Fan im Laufe der Jahre – also von 1956 an – alle Elvis-Platten gekauft: Singles, EPs und LPs, anfangs sogar noch die Schellacks auf 78. Dabei war mir aufgefallen, dass so manche Songversion nach Jahren schlicht vergessen wurde. RCA hatte also Lieder veröffentlicht, die später als verschollen angesehen werden mussten.

Ein Beispiel dafür: Doncha Think It’s Time. Die Version auf der Single war eine andere als die auf der späteren LP. Der Titel war 1958 zunächst als B-Seite der Single Wear My Ring Around Your Neck erschienen, 1959 dann auf der LP Elvis‘ Gold Records Vol. 2 – 50,000,000 Elvis Fans Can’t Be Wrong. Mir fiel auf, dass Elvis dort an manchen Stellen einen anderen Text sang als auf der Single, die Elvis‘ Plattenlabel nicht mehr veröffentlicht hatte.

Da es mehrere solcher raren Songs gab, sammelte ich sie und schlug RCA vor, doch mal eine LP mit diesen seltenen Titeln zu veröffentlichen – damit war die Serie Rare Elvis geboren. Zuerst wollte man dort nicht, „das sei doch nur was für ein paar Sammler“, hieß es. Dennoch konnte ich Überzeugungsarbeit leisten. Man gab also nach, wollte aber nur 5.000 Stück davon pressen. Ich suchte also dazu ein passendes, wenig bekanntes Foto, bekam eine Anpressung zum Vergleichen und fertig war die erste LP für Sammler.

The Memphis Flash: Du hast also damals schon – ähnlich wie Ernst Jørgensen heute mit Follow That Dream – in Deutschland so etwas wie ein Sammlerlabel betrieben. Selbst in Sachen liner notes bzw. Begleittexten warst Du tatkräftig unterwegs.

Helmut Radermacher: Ja, ich hatte zu jedem Lied einen Text für die Plattenhülle geschrieben, damals erschien es nur in Englisch. RCA wollte nämlich auf Nummer Sicher gehen und die LP auch als Import-Platte in aller Welt anbieten.

Nach ein paar Monaten waren von Rare Elvis über 50.000 Exemplare verkauft, einige Jahre später hing sie als Goldene Schallplatte im Trophäenraum in Graceland.

The Memphis Flash: Schön, dass wir Deutschen dank Dir in der königlichen Trophäensammlung auch mal deutliche Spuren hinterlassen haben ;-).

Helmut Radermacher: Kurz nach Erscheinen, als sich abzeichnete, dass die LP eingeschlagen hatte, kam RCA auf mich zu, fragte nach weiteren Ideen. So folgten dann Elvis In Germany und ganz schnell mit Vol. 2 und Vol. 3 die Fortsetzungen der Rare Elvis. So sind im Laufe der Zeit rund 30 von mir entwickelte RCA-Platten zusammengekommen. Ich war selbst überrascht von dem Erfolg.

Blick in Helmuts beeindruckende Plattensammlung – auf dem Fußboden eine Auswahl der erfolgreichen Elvis-LPs, die er wesentlich mitgestaltet hat; Sammlung Radermacher

The Memphis Flash: Das glaube ich, muss ein tolles Gefühl sein. Was war denn die erfolgreichste Deiner LPs hier in Deutschland?

Helmut Radermacher: Die in Deutschland in den Charts erfolgreichste Platte war die 32 Film Hits (Vol. 1). Sie kam 1984 auf Anhieb von 0 auf Platz 11 der Media Control-Charts. Ich hatte die Idee zu einer ZDF-Serie mit vielen Elvis-Kinofilmen, eine Platte zusammenzustellen – das Ganze versehen mit Texten zu den Filmen, dazu die deutschen Kinoaushangfotos und Filmplakate.

Radermachers Elvis in den deutschen Charts 1984

Erfolgreich: Radermachers 32 Film Hits steigen 1984 hoch in die deutschen Charts ein – Media Control

RCA war überzeugt von der Idee, ich bekam sozusagen freie Hand. Und da die Idee sehr erfolgreich war, musste dann auch 32 Film Hits Vol. 2 folgen… Noch heute fragt mich RCA (SONY) um Rat, wenn es um neue Produkte geht.

The Memphis Flash: Aber dabei ist es natürlich nicht geblieben? Überhaupt: Welche Deiner Ideen findest Du als Veröffentlichung am gelungensten?

Helmut Radermacher: Nein, dabei ist es nicht geblieben. Als der TIS (Teldec Import Service, eine Firma, die die Berechtigung hatte, alle weltweiten RCA-Platten hier in Deutschland zu vermarkten, solange sie nicht von RCA selber als deutsche Pressung übernommen wurden) ihren 10-jährigen Geburtstag feierte, bat man mich dort, auch eine spezielle Elvis-LP zusammenzustellen. Ich suchte drei alte farbige Starpostkarten aus meiner Sammlung heraus und ließ daraus ein Cover basteln.

Diese Doppel-LP – One Night With Elvis – 40 Original Hits By The King Of Rock’n’Roll – gefällt mir von allen von der Aufmachung her bis heute am besten. Sie hatte dazu noch ein paar interessante Besonderheiten, denn sie war auf 20.000 LPs limitiert (plus 1.000 MCs), die Platten waren dazu nicht in schwarzem Vinyl, sondern eine war blau, die andere durchsichtig.

Sehr erfolgreich waren auch alle Folgen von Elvis Forever, hier war ich für die Folgen ab Vol. 3 zuständig. Es erschienen insgesamt fünf Doppel-LPs dieser Serie.

The Memphis Flash: Und dann gibt es da noch die schöne Doppel-LP Love Me Tender.

Helmut Radermacher: Richtig. Mitte der 80er Jahre hatte die deutsche Firma Ariola tatsächlich die amerikanische RCA gekauft, kurz danach änderte sie auch ihren Namen zu BMG – Bertelsmann Music Group. Elvis gehört plötzlich einem deutschen Unternehmen. Warum also nicht einmal sofort eine neue Platte mit Elvis-Love-Songs zusammenstellen. Ich durfte wieder dabei sein. Elvis auf Ariola, ein verrücktes Gefühl. Man wollte aber, wenn schon, dann auch klotzen. Ich sprach die Rundfunkwerbung dafür, flog auch nach München, um dort einen TV-Werbe-Spot zu drehen. Kurios, sich als Werbeträger im Radio zu hören und im Fernsehen zu sehen. Die Doppel-LP hieß übrigens vollständig Love Me Tender – Romantic Elvis – 32 Welthits. Dazu gab es als Beilage ein Riesenposter.

The Memphis Flash: Ich glaube, so ziemlich jeder deutsche Elvis-Fan hat irgendeine Veröffentlichung von Dir irgendwo in seinem Plattenschrank, ohne es zu wissen.

Helmut Radermacher (lachend): Kann gut sein. Wichtig war auch die LP Elvis The King – Die Hits der deutschen Charts. Die ARD zeigte 1991 im Vorabendprogramm eine 13-teilige Serie über den jungen Elvis, begleitend dazu wollte RCA ein Produkt auf dem Markt haben. Man dachte an eine LP mit Musik aus der Serie. Das aber konnte ich RCA ausreden, denn es gab schon eine Doppel-LP mit allen Sun-Hits. Ich schlug vor, stattdessen alle Hits auf einer LP zu vereinen, die es in die deutschen Charts geschafft hatten. RCA stimmte zu, wollte aber nur eine LP statt einer Doppel-LP.

Das Besondere an der Platte sind drei Sachen, zum einen fertigte man ein Fantasie-Bild für das Cover an, das Motiv stammte aus dem ersten Elvis-Film Love Me Tender, allerdings wurde das Hemd einfach erfunden. Na ja. Was aber noch wichtiger ist, diese Platte gibt es als CD noch heute (!) im Katalog von Elvis‘ Plattenlabel RCA/SONY. In jeder Folge der Serie wurde die Platte im Abspann gezeigt mit dem Text: „Als Ergänzung zur Serie ELVIS ist dieses Album erschienen und im Schallplattenhandel erhältlich“.

The Memphis Flash: Aber Du bist in dieser Zeit Elvis auch als Radiomoderator treu geblieben?

Helmut Radermacher: Klar. Ich war ja ab 1985 in Kiel, hatte dort (mit anderen) den ersten deutschen Radioprivatsender RSH (→ Fotos von Helmut im Studio von RSH) gegründet. Wir spielten viel Elvis, ich besonders. Natürlich auch immer zum Todestag sechs bis acht Stunden nur Elvis. Außerdem moderierte ich jeden Sonntagmorgen die Oldie-Wunschsendung Ohrwurm. Polydor war so angetan vom diesem Konzept, dass sie daraus eine Platte machen wollte. Die erste Doppel-LP kam gleich bundesweit in die deutschen Charts. Und natürlich wollte ich bei diesem Oldie-Sampler auch einen Elvis-Titel dabei haben. Das sei nicht möglich, Elvis bekäme man nicht für Kopplungen dieser Art, so diePolydor. Aber schließlich klappte es doch: Elvis war mit Stuck On You (1960) vertreten.

Werbung für die LP ‚Elvis The King – Die Hits der deutschen Charts‘

 

Auch weitere RCA-Platten wie Elvis Sings The Blues oder The Complete Bonus-Songs kamen gut an. Ich habe aber auch an LPs von anderen RCA-Künstlern wie Paul Anka, Harry Belafonte, Neil Sedaka, Duane Eddy mitgearbeitet. Neben RCA war ich auch für andere Plattenfirmen tätig: K-Tel, Arcade, Ariola, Polyphon, MCA.

The Memphis Flash: Spätestens jetzt ist klar, dass Du selbst ein leidenschaftlicher Elvis-Sammler bist, was ja maßgeblich zu Deiner Beratertätigkeit in Sachen Elvis geführt hat. Wie umfangreich ist Deine private Sammlung eigentlich und wo liegt Dein Sammelschwerpunkt?

Helmut Radermacher:  Ich habe ja schon früh, Mitte der 1950er, mit dem Sammeln angefangen. Heute besitze ich auf diversen Tonträgern rund eine halbe Million Titel.

The Memphis Flash: Wow! Aber das ist nicht nur Elvis, oder?

Helmut Radermacher: Ich wollte immer alle Hits aus den Ländern USA, England und Deutschland besitzen. Ich denke mal, es ist mir gelungen. Mein Schwerpunkt liegt neben Elvis bei Rock ’n‘ Roll und Country generell, aber auch gute Pop-Musik im Allgemeinen. Ich stelle fest, dass es in früheren Jahren weitaus mehr Hits gab als heutzutage. Insofern verfolge ich die Musik der letzten Jahre nicht mehr so genau.

Helmut mit den Anfängen seiner Sammlung; Foto: Sammlung Radermacher

The Memphis Flash: Du hast auch eine ganze Reihe wirklich seltener Stücke in Deiner Sammlung. Wie bist Du da überhaupt drangekommen?

Helmut Radermacher: Wenn man bei Plattenfirmen, und dazu noch beim Rundfunk arbeitet, bekommt man oft Platten, die sich später als rare Pressungen herausstellen. So besitze ich eine ganze Reihe seltener Vorabpressungen, auch Weißpressungen genannt.

Weißpressung Elvis Live At Madison Square Garden

Weißpressung Elvis As Recorded At Madison Square Garden

Ich besitze aber auch ein paar Platten, die ich von einem Amerikaner im Tausch bekam. Hier in Deutschland gab es CDs ja bevor sie in den USA erhältlich waren. So schickte ich einem bekannten Elvis-Sammler in den USA eine Reihe von CDs und bekam dafür im Tausch 10-Inch-Azetate direkt aus dem ehemaligen Besitz von Elvis‘ Familie, genauer von Elvis‘ Vater Vernon und Onkel Vester.

Inzwischen ist meine Sammlung so groß, dass ich alle meine LPs im Untergeschoss meines Hauses stehen habe. Aber auch das Obergeschoss ist prall gefüllt mit CDs und Büchern. Gerne stelle ich meine Sammlung für Ausstellungen zur Verfügung. Ich mag es einfach, alles mit Gleichgesinnten zu teilen.

Fast 60 Jahre Sammelleidenschaft brauchen viel Platz – doch wie man sieht ist Helmuts Enthusiasmus ungebrochen; Sammlung Radermacher

The Memphis Flash: Gott sei Dank hast Du zuhause Platz für diese beeindruckende Sammlung. Wie beurteilst Du eigentlich die Sammlerszene in Deutschland im Vergleich zur internationalen Szene? Elvis hat ja seit einigen Jahren ein eigenes offizielles Sammlerlabel, trotzdem gibt es nach wie vor eine sehr aktive Bootlegger-Szene. Wie stehst Du dazu?

Helmut Radermacher: Seit es für den Elvis-Sammler Follow That Dream (FTD) gibt, also seit 1999, muss ich als leidenschaftlicher Sammler natürlich alle diese CDs auch besitzen. Inzwischen sind es bereits weit über 100 Veröffentlichungen. Was Ernst Jørgensen als Kopf des Sammlerlabels FTD macht, ist schon essentiell. In Europa ist das Sammelgebiet Elvis generell stärker ausgeprägt als in den USA.

Der eine sammelt gerne die Original-LPs aus Deutschland oder USA oder auch gerne die alten Singles oder EPs (Extended Plays), andere begnügen sich mit den CD-Veröffentlichungen, was auch zu großen Mengen führt, wobei aber die FTDs für mich die Wichtigsten sind. Bootlegs werden zunehmend uninteressanter, was ja auch der Sinn des offiziellen Sammlerlabels Follow That Dream ist, das von Ernst Jørgensen heute unter dem Dach von SONY betrieben wird.

The Memphis Flash: Wer leidenschaftlich sammelt, beginnt oft irgendwann damit, selbst zu publizieren, um so seine Schätze mit anderen zu teilen. Du gibst u.a. ein vereinsunabhängiges Fanmagazin, Golden Boy Elvis, heraus. Was ist das Besondere daran?

Helmut mit seinen Publikationen ‚Golden Boy Elvis‘ + ‚Das große Elvis Presley Filmbuch‘;  Sammlung Radermacher

Helmut Radermacher: Golden Boy Elvis legt den Schwerpunkt ganz auf das Fachliche – die Musik, die Filme, die Konzerte –, also das Wichtigste, das Elvis uns hinterlassen hat. Diese Aspekte stehen klar im Vordergrund. Wenn man in Elvis‘ Aufnahmesessions rein hören kann, wenn man Elvis und seine Musiker bei den Proben eines Liedes hört, kann man erst verstehen, was Elvis wirklich geleistet hat, was er aus einer Komposition heraus kitzeln konnte, wie eng er mit seinen Musikern zusammenarbeitete.

The Memphis Flash: D.h. Du beschreibst in Golden Boy auch detailliert die Aufnahmesessions und gibst viele Hintergrundinformationen dazu? Wie umfangreich ist Dein Fanmagazin und wie oft erscheint es?

Helmut Radermacher: GBE, wie ich es in Kurzform nenne, hat 60 Seiten im DIN A4-Format und erscheint viermal pro Jahr – und das jetzt schon im siebten Jahr. Es ist in erster Linie ein Projekt von Fans für Fans, ohne damit Geld verdienen zu wollen. Daher biete ich auch einen günstigen Abo-Jahrespreis von 34,- Euro.

The Memphis Flash: Neben dem Fanmagazin hast Du u.a. Das Große Elvis Presley Filmbuch herausgebracht und stellst Deine Sammlung für die Publikationen anderer zur Verfügung. Was hat Dich inspiriert, ein Buch über die oft doch eher geringschätzig beurteilten Spielfilme Elvis Presleys zu veröffentlichen?

Helmut Radermacher: Elvis drehte 31 Spielfilme. Generell sind die Filme besser als ihr Ruf. Hollywood will von jeher die Leute in erster Linie unterhalten. So gesehen liegt Elvis ganz in der Tradition der Filme von Bing Crosby und anderen, die ab den 1930er Jahren von einem Erfolg zum nächsten gelangten. Mit Elvis-Filmen wollte man nie einen Oscar gewinnen, zwei Stunden Entspannung für die ganze Familie war der Sinn der Sache.

The Memphis Flash: Kurioserweise wird dieser Aspekt der Elvis-Filme heute nur selten verstanden, obwohl er doch irgendwie auf der Hand liegt.

Helmut Radermacher: Und klar, weil Elvis-Fans auch seine Kinofilme in Massen ansahen, blieb man bei der einmal gefundenen bewährten „Formel“.

The Memphis Flash: Du meinst die 60er-Jahre-Filme mit Elvis als meist sorglosen singenden Sonnyboy mit Nebenbeschäftigung als Rennfahrer oder als Erbe einer Ananasplantage, umgeben von vielen hübschen Mädchen, das alles möglichst vor einer traumhaften Urlaubskulisse?

Helmut Radermacher: Genau. Das Ergebnis war jedenfalls, dass Elvis Mitte der 1960er Jahre einer der höchstbezahlten Schauspieler in Hollywood war. Mehrere gute Gründe also, den Kinofilmen ein Buch zu widmen. Dazu kam, dass es vor meinem Großen Elvis Presley Filmbuch, das 2010 erschienen ist, seit Jahrzehnten nichts Vergleichbares mehr gegeben hatte. Auf 650 Seiten im Großformat finden sich rund 1.700 Fotos, alle deutschen Filmplakate, Unmengen an Kinoaushangfotos, Details zur Musik u.v.m.

Helmuts Reisegruppe im sog. ‚Honeymoon House‘, Ladera Circle, Palm Springs/Kalifornien, wo Elvis mit Frau Priscilla 1967 seine Flitterwochen verbrachte; Sammlung Radermacher

The Memphis Flash: Was liegt in Zukunft an? Welche neuen (Buch-)Projekte planst Du?

Helmut Radermacher: Ich habe noch zwei Themen zu neuen Büchern im Hinterkopf, die so noch nie publiziert wurden. Mehr kann ich dazu aber aktuell noch nicht bekannt geben ;-). Und dann mache ich ja seit 2004 regelmäßig Gruppenreisen speziell für Elvis-Fans, die in den USA auf seinen Spuren wandeln wollen. Dieses Jahr steht auf dem Programm: von New York nach Graceland, 2014 geht es nach Hawaii und zu Elvis‘ 80. Geburtstag 2015 stehen Tupelo und Memphis im Reiseprogramm.

Helmut mit einer Reisegruppe am Elvis-Denkmal in Elvis‘ Geburtsort Tupelo/Mississippi; Sammlung Radermacher

The Memphis Flash: Helmut, das klingt mehr als vielversprechend. Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch! Ich wünsche Dir noch viele erfolgreiche Projekte und vor allem weiterhin viel Spaß mit dem Soundtrack Deines Lebens.

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  1. […] nicht von selbst drauf kommt, wie die vollständige Parodie mit ihrer Bedeutung lautet, dem sei → Helmut Radermachers Magazin Golden Boy Elvis 2/2013 empfohlen, dort wird es auf Seite 51 erklärt. Oder ihr hört einfach genauer hin bei der […]

  2. […] die die Filmkarriere Elvis Presleys vor allem mit Fotos und Filmplakaten dokumentieren (→ Helmut Radermachers ‘Das große Elvis Presley Filmbuch’), schon gibt,  aber immer noch wenig inhaltlich gute Bücher, die sich in der Tiefe mit einzelnen […]

  3. […] The Memphis Flash ELVIS PRESLEY BLOG Skip to content HomeÜber mich ← Helmut Radermacher im Interview – Fortsetzung […]

  4. […] mehr von Helmut Radermacher und dem Soundtrack seines Lebens im Teil 2 des Interviews! TweetPin It This entry was posted in 1950er, 1960er, 1970er, Deutschland and tagged 1. […]

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