Elvis Presley Aloha From Hawaii

Kurz vor Weihnachten und Silvester 2012 heißt es wieder „It’s Elvis Time“ beim deutsch-französischen Kultursender ARTE – und zwar mit Aloha From Hawaii. Rechtzeitig vor dem 40-jährigen Jubiläum dieses wohl bekanntesten Konzerts Elvis Presleys, das am 14. Januar 1973 im Honolulu International Center (HIC) aufgezeichnet und als das erste vollständige Konzert eines Soloentertainers per Satellit in rund 40 Länder der Erde übertragen worden sein soll, geht ARTE am 22. Dezember 2012 ab 21.50 Uhr mit dem King auf Sendung.

Kult: Elvis Presley – Aloha From Hawaii – 14. Januar 1973

Einmal mehr beweisen die Macher bei ARTE ein ausgesprochen gutes „Händchen“ und Timing für den King – beides hatten sie zuletzt im Juli mit einer wunderbar zusammengestellten Version des berühmten 68er Comeback-Specials in den Quotenring geworfen. Nun folgt Aloha From Hawaii – zweifellos ein Meilenstein in der Karriere Elvis Presleys, ein Meilenstein, der außerdem TV- und Entertainmentgeschichte schrieb.

Aloha From Hawaii – und wie es dazu kam

Die Idee zu Aloha From Hawaii (→ Aloha From Hawaii: die Botschaft, → Aloha: Welcome to my World – Welcome to the Promised Land) kam Elvis Presleys berühmt-berüchtigten Manager Colonel Tom Parker (alias Andreas van Kuijk, 1909 – 1997) beim Schauen einer live per Satellit übertragenen Fernsehsendung, die über den Besuch Präsident Nixons in China berichtete. Was der Präsident kann, kann mein Junge schon lange ;-), dachte sich der findige Colonel und verkündete erstmals im Sommer 1972 ein in Planung befindliches, von Hawaii aus per Satellit weltweit auszustrahlendes Konzert Elvis Presleys, um der internationalen Fangemeinde des King aus aller Herren Länder das Erlebnis eines Live-Konzerts – quasi vom heimischen Fernsehsessel aus – zu ermöglichen.

Ursprünglich war die Satelliten-Show schon für November 1972 geplant, da aber MGM (Metro Goldwyn Mayer) fürchtete, das Konzert könnte von dem dann gerade erst in die Kinos kommenden Dokumentarfilm Elvis On Tour ablenken, verschob man das Vorhaben kurzerhand auf den 14. Januar 1973, was erstmals auf einer Pressekonferenz in Las Vegas am 4. September 1972 verkündet wurde.

Eine weitere Pressekonferenz folgte am 20. November in Honolulu, wo Elvis Presley am 18. und 19. November 1972 schon mal einen Vorgeschmack auf sein noch folgendes Aloha-Konzert gegeben hatte. Ausschnitte aus den beiden Pressekonferenzen sind im folgenden YouTube-Video zu sehen, selten zu findende Sequenzen finden sich zwischen 4:27 und 7:22.

Aloha From Hawaii: die sagenumwobene Einschaltquote

Bei diesen Pressekonferenzen und in einer Pressemitteilung aus demselben Zeitraum war erstmals die Rede davon, dass man über 1 Milliarde Zuschauer weltweit erwartete, was im Grunde nichts weiter als einer Hochrechnung entsprach, indem man offensichtlich die Einwohner der Länder addierte, deren Fernsehstationen eine Sendelizenz des Aloha-Konzerts zu erwerben gedachten oder dies rein theoretisch hätten tun können. Kurioserweise sollte ausgerechnet Großbritannien – traditionell Heimat einer der größten Elvis-Fangemeinden – keine Sendelizenz erwerben, Hong Kong, damals noch britische Kronkolonie, allerdings schon.

Und Deutschland? Dem damalige NDR-Unterhaltungschef Henri Regnier, der in West-Deutschland verantwortlich zeichnete, war das Vorhaben eines Elvis Presley Konzerts live per Satellit schlicht zu riskant, er traute der Technik nicht und argumentierte zudem, die Lizenz sei zu teuer. An dieser Haltung konnte auch das folgende heftige Rauschen im deutschen Blätterwald, dass wir als technikaffine Nation uns gerade hier ja wohl nicht als Spaßbremsen erweisen sollten, nichts ändern.

Regnier setzte auf die Aufzeichnung, von deren Qualität sich der NDR am 21. Januar 1973 erst einmal selbst überzeugte – ich sag’s ja immer, es geht ja nix über deutsches Qualitätsstreben ;-). Das Urteil fiel positiv aus, man  erwarb daraufhin zusammen mit Österreich und der Schweiz im Rahmen der Eurovision eine Lizenz und der King konnte endlich am 12. März 1973 zur besten Sendezeit um 21.00 Uhr – also fast zwei Monate nach dem eigentlichen Ereignis – mit Aloha From Hawaii in der ARD auf Sendung gehen.

War die Lancierung der hochgerechneten Zuschauerzahlen von mehr als 1 Milliarde Monate im Vorfeld des Events also gute PR? Sicher! Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Weltbevölkerung 1973 nicht mal 4 Milliarden betrug, und es keine Garantie gab, dass populationsreiche, kommunistisch geprägte Nationen wie China und die Sowjetunion sich den Klassenfeind via Satellit auf die Mattscheibe holen würden – mal abgesehen vom Misstrauen Deutschlands!

Komischerweise scheint das der Presse damals nicht aufgefallen zu sein, man gab die Hochrechnung in der Folgezeit brav wieder…  bis sie irgendwann – wie so vieles – einfach zu einer Tatsache wurde. Andererseits konnte bis zur erfolgten Ausstrahlung des Satellitenkonzerts ja auch kaum jemand genau wissen, wie viele Leute tatsächlich einschalten würden – zudem gab es längst nicht in allen Ländern eine verlässliche Einschaltquotenerfassung.

Aktuelle Recherchen von Helmut Radermacher (etwa direkt bei den Sendeanstalten der in Frage kommenden Länder), die er in seinem Magazin Golden Boy Elvis 3/3013 veröffentlicht hat (→ die Ausgabe kann über seine Website bezogen werden), belegen erstmals, dass die Hochrechnung der PR-Einschaltquote tatsächlich wenig Substanz hat. Sicher, dass die Show nicht zeitgleich weltweit gelaufen ist, weiß man schon länger, aber hier wird erstmals überzeugend dargelegt warum das so war: Es war nämlich rein technisch mit nur einem Satelliten – Intelsat IV F-4˚ – gar nicht möglich. Dieser erreichte zeitgleich „nur“ Australien, Teile Asiens und der pazifischen Inselwelt, was ja auch ganz ordentlich ist für die Zeit.

Die eigentliche Sensation der neuen Recherchen liegt aber in den Ausführungen, dass Deutschland nicht der einzige Ausreißer bei der um einen Tag zeitversetzten Übertragung in bis zu 30 Ländern Europas war, wie in praktisch allen Publikationen zu Aloha behauptet wird. Vielmehr haben nachweislich nur 10 europäische Länder (33 gab es 1973 inkl. Kleinstaaten) überhaupt eine Lizenz erworben – und die haben dann mit zum Teil erheblicher Verzögerung ausgestrahlt: neben West-Deutschland, Österreich, Schweiz, Dänemark, Niederlande, Schweden, Norwegen, Finnland, Frankreich und Belgien. Und beim Rest der Welt sah es nicht viel besser aus. Insgesamt lässt sich heute im Rahmen der Radermachschen Recherchen eine Übertragung von Aloha From Hawaii in 21 (von 160) Ländern verifizieren, davon wirklich live per Satellit in 6 Ländern: Australien, Japan, Südvietnam, Südkorea, Philippinen und Hongkong.

Irgendwie erklärt das natürlich auch Elvis’ eigene Überraschung über die Vielzahl der präsentierten Länder in Form von Hüten bei der Pressekonferenz ;-). Und es macht klar, dass die kolportierte, hochgerechnete Einschaltquote von bis zu einer Milliarde beim besten Willen nicht hinkommen kann.

Radermacher geht aufgrund der Bevölkerungszahlen der nachweislich teilnehmenden Länder und den 1973 vorliegenden wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen von einer Zuschauerquote aus, die irgendwo zwischen 150 und 280 Millionen liegt. Ganz sicher wird man das wohl nie wissen, weil sich manches einfach nicht rekonstruieren lässt. Das ist natürlich viel weniger als eine Milliarde, aber für 1973 noch immer eine gigantische Quote für einen einzelnen Entertainer.

Nach dem heutigen Stand kann man also sagen, dass Elvis Aloha From Hawaii das erste in rund 21 Ländern (nicht weltweit!) per Satellit ausgestrahlte vollständige Konzert eines Entertainers ist, das wahrscheinlich von bis zu 280 Millionen Zuschauern gesehen wurde.

Im Vergleich zu Elvis‘ Aloha From Hawaii wurde übrigens das Programm der ersten Satelliten-Show Our World von 1967 noch von einer Vielzahl verschiedener bekannter Persönlichkeiten aus 14 Nationen, darunter Maria Callas, Pablo Picasso und die Beatles bestritten. Allerdings darf man auch hier – die technischen Rahmenbedingungen, die bei Aloha galten, dürften 6 Jahre zuvor für Our World kaum besser gewesen sein – ebenfalls annehmen, dass die kolportierte Übertragung in 31 Länder fragwürdig ist. Wie dem auch sei, man setzte bei Our World bewusst auf Persönlichkeiten unterschiedlicher Couleur, um ein möglichst breites Publikum vor den Bildschirm zu locken. Elvis hingegen traute man zu, das im Alleingang hinzubekommen.

Aloha From Hawaii: für die Wohltätigkeit

Aloha From Hawaii wurde als Wohltätigkeitskonzert konzipiert, dessen Eintrittsgelder dem Kui Lee-Krebsfond zugute kamen. Bei Kui Lee handelte es sich um einen hawaianischen Komponisten und Sänger, der 1966 an Krebs verstorben war und dessen Song I’ll Remember You Elvis Presley im selben Jahr aufgenommen hatte. Klar, das I’ll Remember You auch Teil des Aloha-Konzertprogramms wurde (Pfeil im Video anklicken).

Den Eintrittspreis konnte jeder Konzertbesucher selbst seinem Budget gemäß festlegen, wobei die 200 Besucher, die am meisten gezahlt hatten, besonders gute Plätze bekamen. Die Ticketpreise bewegten sich durch dieses Verfahren zwischen 3, 75 und 1.000,- USD – es wurden letztendlich 75.000 statt der ursprünglich erwarteten 25.000 USD für den Krebsfond eingenommen. Ein schöner Erfolg für einen guten Zweck.

6.000 Tickets gingen in den Verkauf, waren aber so schnell weg, dass man flugs nachlegte, indem man auch Tickets für die Probenshow (auch bekannt als The Alternate Aloha) vom 12. Januar 1973 in den Verkauf gab – auch die waren praktisch sofort ausverkauft. Die Rehearsal-Show wurde ebenfalls mitgeschnitten, um ein Back-Up zu haben, falls bei der eigentlichen Show am 14. Januar etwas schiefgehen sollte. Sie wurde zusammen mit dem Konzert vom 14. Januar im Rahmen des Deluxe-DVD-Boxsets Elvis Aloha From Hawai 2004 veröffentlicht.

Im März 2013 erscheinen beide Shows außerdem zum 40-jährigen Jubiläum des Satelliten-Specials neu auf CD – laut Vorankündigung remastered und remixed von Steve Rosenthal und Rob Santos (zu Rob Santos siehe auch → Boxsets ‚Prince From Another Planet‘ Elvis At Stax) – in Sonys Legacy-Reihe unter dem Titel Aloha From Hawaii via Satellite (Legacy Edition), bestellbar über Amazon.

Aloha From Hawaii –  das Konzert vom 14. Januar 1973

Ein ranker und schlanker Elvis Presley traf am 9. Januar 1973 – einen Tag nach seinem 38sten Geburtstag – auf Hawaii ein, um mit den Proben für das Konzert seines Lebens zu beginnen. Musikalisch begleitet wurde er von seiner bewährten TCB-Band um Lead-Gitarrist James Burton, den Background-Sängerinnen Sweet Inspirations plus Sopranistin Kathy Westmoreland, der Gospel-Gruppe J.D. Sumner & The Stamps Quartet sowie dem Joe Guercio-Orchester.

Marty Pasetta, Produzent und Regisseur von Aloha From Hawaii, hatte sich speziell für das besondere TV-Event eine für damalige Verhältnisse auffällige Bühnenkonstruktion mit einem langen, in das Publikum reinragenden Laufsteg ausgedacht. Die voluminöse Bühnenkonstruktion sorgte nicht nur dafür, dass die Menge der Zuschauer im Honolulu International Center auf 6.000 (sonst über 8.000) Personen beschränkt werden musste, sie führte wegen der aufwendigen Lichteffekte (für damalige Verhältnisse!) auch zu einem Stromengpass, der erst kurz vor Konzertbeginn endgültig behoben werden konnte.

Letzteres geschah mit tatkräftiger Hilfe der US-Marine, die mit eigenem Equiqment aushalf und sich damit für Elvis Presleys Wohltätigkeitskonzert von 1961 zum Gedenken an die in Pearl Harbour im 2. Weltkrieg gefallenen amerikanischen Soldaten revanchierte. Aloha From Hawaii war mit Kosten von 2,5 Millionen USD die teuerste Entertainment-Produktion ihrer Zeit.

Abgesehen von der „klitzkleinen“ Stromproblematik wünschte Elvis kurzfristig, dass Pasettas aufwendige Bühnenkonstruktion noch einmal geändert wurde. Diese sah nämlich neben dem langen Laufsteg zunächst auch vor, dass Musiker und Backgroundsänger auf unterschiedlichen Ebenen und Entfernungen zu ihm positioniert waren, was das Zusammenspiel zwischen Elvis und seinen Musikern bei der Live-Show der Superlative evtl. erschwert hätte. Die Bühne wurde also noch einmal umgebaut.

Auch machte es der King kurz vor knapp noch einmal richtig spannend, indem er den zu seinem eindrucksvollen Bühnenkostüm (genannt: Aloha Bald Headed Eagle) gehörenden, aufwendig verzierten Gürtel vor dem Konzert an den Schaupieler Jack Lord verschenkte, was zu einem Beinahe-Nervenzusammenbruch seines Designers führte, der große Probleme hatte, in so kurzer Zeit einen Ersatz herzustellen.

Aber letztendlich ging doch alles gut: Am 14. Januar 1973, 12.30 Uhr Ortszeit Honolulu, betrat ein zwar nervöser, aber äußerlich gefasster Elvis Presley die Bühne, um in der nächsten Stunde ein breitgefächertes Repertoire eigener Hits sowie Songs anderer Interpreten für das wohl größte und heterogenste Publikum seiner gesamten Karriere per Satellit um den Erdball zu schicken:

Also Sprach Zarathustra
See See Rider
Burning Love
Something
You Gave Me A Mountain
Steamroller Blues
My Way
Love Me
Johnny B. Goode
It’s Over
Blue Suede Shoes
I’m So Lonesome I Could Cry
I Can’t Stop Loving You
Hound Dog
What Now My Love
Fever
Welcome To My World
Suspicious Minds
Bandvorstellung
I’ll Remember You
Medley: Long Tall Sally/Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On
An American Trilogy
A Big Hunk Of Love
Can’t Help Falling In Love

Man mag sich gar nicht ausmalen, was der Mann wohl für ein Lampenfieber gehabt haben muss. Live ausgestrahlt wurde das Konzert in 6 Nationen vor allem in Fernost, zeitversetzt in 10 Ländern Europas, am 12. März 1973 in West-Deutschland und am 4. April 1973 in den USA, dort mit den zusätzlichen, direkt im Anschluss an das Konzert vom 14. Januar eingespielten Songs Blue Hawaii, Hawaiian Wedding Song, No More, Ku-Ui-Po und Early Morning Rain.  Bei der späteren Ausstrahlung in den USA sollen mehr Leute für den King eingeschaltet haben als bei der Übertragung der Mondlandung. Nicht schlecht.

Elvis in seinem Element – 14. Januar 1973

Aloha From Hawaii bekam überwiegend gute Kritiken, war als Meilenstein der TV- und Entertainmentgeschichte ein riesiger Erfolg und manifestierte Elvis Presleys Status als Superstar erster Güte. Die deutsche Presse war teilweise völlig aus dem Häuschen, als Aloha From Hawaii am 12. März 1973 dann endlich auch hierzulande zu sehen war. Vom US-Musikbranchenblatt Billboard wurden Elvis und Manager Tom Parker Anfang 1974 für Aloha From Hawaii mit einem Trendsetter-Award belohnt.

Das im Nachgang zu Aloha weltweit zeitgleich erschienene Live-Album Elvis Aloha From Hawaii Via Satellite war das erste im Quadrophonie-Sound veröffentlichte Album, das im Frühjahr 1973 in den USA Platz 1 der Billboard Album-Charts erreichte – es wurde parallel eine Nummer 1 in den Pop und den Country-Charts.

Auch international war und ist die Doppel-LP sehr erfolgreich, bis Ende 1973 allein hatte sie sich – laut Mark Hendrickx – 7,5 Millionen Mal verkauft, Tendenz steigend. Davon gingen 1,2 Millionen über deutsche Ladentische, was die Fans aus dem Land der aufgehenden Sonne jedoch locker toppten,  indem sie schon in den ersten 3 Monaten nach Erscheinen 1 Million Mal bei Aloha zuschlugen. Nicht schlecht Herr Specht.

Heute ist Elvis Konzert-Meilenstein in Fankreisen durchaus umstritten. Negativ bewertet wird in der Retrospektive häufig, dass der King sich bei dieser Show – im Vergleich z.B. zu den Konzertmitschnitten der Dokumentation Elvis On Tour (1972) – nur sehr verhalten bewegte, zu wenige vor allem seiner 50er-Jahre Hits in guter Qualität brachte und Witzeleien mit dem Publikum auf ein Minimum reduzierte. Diese Kritik ist sicher nicht unberechtigt – es gibt eine ganze Reihe eigener Hits (Suspicious Minds, Hound Dog), von denen man mühelos wesentlich bessere Live-Versionen von Elvis Presley findet.

Und dennoch – bei dieser Argumentation wird zu wenig in Betracht gezogen, dass das Aloha-Konzert schon allein aufgrund der Art seiner Präsentation – als Mega-TV-Event, ein Novum, das per Satellit an ein ausgeprochen heterogenes, internationales Publikum gesendet wurde – eine verhaltenere Performance damals mehr als ratsam erschienen ließ. Es war nicht als Rock ’n‘ Roll-Konzert oder als ein Best-Of des King gedacht, sondern sollte den vielseitigen Ausnahmesänger Elvis Presley einem breiten Publikum näherbringen. Das ist hier vor allem mit den Balladen und dem unbestrittenen Höhepunkt des Konzerts: American Trilogy (→ zur Bedeutung von American Trilogy in Aloha) – Elvis Presleys vielleicht bester Live-Performances dieses Songs – gelungen.

Doch wer glaubt, dass der King bei Aloha das Rocken schon ganz verlernt hatte, kann sich bei A Big Hunk Of Love (Pfeil im Video anklicken, dann laufen Bild und Ton) aus den 1950ern eines Besseren belehren lassen…

… und bei Fever vom Kult-Album Elvis Is Back (1960) davon überzeugen, wie perfekt „Elvis the Pelvis“ 1973 mit seinem Publikum flirten konnte, ohne dabei ständig die Hüften kreisen zu lassen. Hier die Version aus der Show vom 12. Januar 1973:

Aber was erzähle ich da? Überzeugt euch doch einfach selbst, ARTE macht’s möglich ;-).

Sendetermin:
ARTE: Elvis – Aloha From Hawaii
Samstag, 22. Dezember 2012, ab 21.50 Uhr
anschließend Dokumentation ‚Elvis in Las Vegas‘

Wiederholungen:
Montag, 31. Dezember 2012, ab 13.00 Uhr
Montag, 1. Januar 2013, ab 23.20 Uhr

→ Mehr zu Aloha: Elvis‘ Botschaft in Aloha From Hawaii und Aloha: Welcome to my World – Welcome to the Promised Land

9 Antworten
  1. Frank Zielke
    Frank Zielke says:

    Toll, wie detailliert Du über die Hawaii Show berichtest.
    Ich kam auf Deine Seite, weil ich im Internet nach dem Grund suchte, warum „Lonesome I could cry“ zwar auf der Platte, nicht aber auf den Videos des Auftritts ist.
    Weißt Du das?
    Viele Grüße und rock on!

    Antworten
    • memphisflash
      memphisflash says:

      Hallo Frank,
      freut mich, dass Dir meine Beiträge über ‚Aloha From Hawaii‘ gefallen. Darf ich fragen, auf welches Konzertvideo Du Dich beziehst? Ich frage, weil „I’m So Lonesome I Could Cry“ in allen, die ich kenne, enthalten ist, so z.B. auch in der DVD Deluxe Edition von 2004 (gibt’s bei Amazon), mit beiden Konzerten vom 12. und 14.1.1973. Sowohl am 12. als auch am 14.1.73 hat Elvis den Song gebracht.
      Seit Mitte August 2013 gibt es außerdem eine „Re-edited Version“ des Konzerts vom 14.1.auf DVD, auch hier ist „I’m So Lonesome I Could Cry“ enthalten. Für diese neue DVD, die es scheinbar noch nicht über Amazon gibt, wurden alternative Kameraeinstellungen genutzt. Hier die Songs, die auf dieser DVD enthalten sein sollen (ich habe sie selbst nicht):

      Elvis, Aloha from Hawaii Concert (63:18), 2013 :
      Opening Vamp
      See See Rider
      Burning Love
      Something
      You Gave Me a Mountain
      Steamroller Blues
      My Way
      Love Me
      Johnny B. Goode
      It’s Over
      Blue Suede Shoes
      I’m So Lonesome I Could Cry
      I Can’t Stop Loving You
      Hound Dog
      What Now My Love
      Fever
      Welcome To My World
      Suspicious Minds
      Introductions by Elvis
      I’ll Remember You
      Medley: Long Tall Sally/Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On
      An American Trilogy
      A Big Hunk O‘ Love
      Can’t Help Falling in Love
      Closing Vamp

      Hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter.
      Beste Grüße
      memphisflash

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