God Is The Bigger Elvis

God Is The Bigger Elvis (Gott ist der größere Elvis) ist der Titel einer berührenden Dokumentation über Elvis Presleys Schauspielkollegin Dolores Hart, die vor fast 50 Jahren ihre erfolgreiche Karriere an den Nagel hing, um fortan als Nonne in einem Benediktinerinnenorden zu leben. God Is The Bigger Elvis war 2012 für den Oscar in der Kategorie Kurzdokumentation nominiert.

Dolores Hart als Nellie in King Creole

Dolores Hart (*20.10.1938), eigentlich Dolores Hicks, stammt aus einer Schauspielerfamilie und wuchs teils bei ihren Eltern in Los Angeles, teils bei den Großeltern in Chicago auf. Verwandt ist sie auch mit dem früh verstorbenen Sänger Mario Lanza, einem Gesangsidol Elvis Presleys.

Schon im zarten Alter von 9 Jahren stand Dolores zum ersten Mal für den Film Forever Amber (1947) in einer kleinen Rolle vor der Kamera. Filmproduzent Hal Wallis nahm die hübsche Jungschauspielerin, die zeitweise als die nächste Grace Kelly galt, 1956 unter Vertrag und gab ihr eine weibliche Hauptrolle neben Elvis Presley in dessen 2.  Kinofilm Loving You (Gold aus heißer Kehle, 1957).

Dolores Hart gehörte zu den wohl ganz wenigen Teenagern dieser Zeit, die bis zum Drehbeginn von Loving You praktisch noch nie etwas von Elvis Presley gehört hatten. Sie war sehr religiös und interessierte sich – wie sie selbst sagte – nicht für aktuelle Musiktends. Ihren ungeheuer höflichen Schauspielkollegen, der sie in einem fort „Miss Dolores“ nannte, fand sie dann aber sofort sehr charmant und ausgesprochen liebenswert.

Bei ihrem ersten Filmkuss in Loving You – für beide war es der erste vor laufenden Kameras – bekamen beide mächtig rote Öhrchen und mussten deswegen kosmetisch nachbearbeitet werden, wie die heutige Priorin der Abtei Regina Laudis schmunzelnd während eines Interviews wissen ließ.

Nach zwei weiteren Rollen an der Seite von Filmgrößen wie Anna Magnani, Anthony Quinn (Wild Is The Wind, 1957) und Montgomery Clift (Lonelyhearts, 1958) spielte Dolores Hart ein zweites Mal in einer weiblichen Hauptrolle neben Elvis – und zwar in dem Klassiker King Creole (1958) unter der Regie von Michael Curtiz.

Dolores Hart und Elvis Presley – Pressefoto für King Creole (1958)

Dass sich Dolores und Elvis auch nach den Dreharbeiten gut verstanden und jede Menge Spaß hatten, belegen Fotos und private Filmaufnahmen (siehe Videos weiter unten).

Jetzt bloß nix falsch machen, Elvis! Auf einer Party für die Filmcrew von King Creole (1958)

Ende der 1950er Jahr gab Dolores dann ihr Debüt am Broadway, wo sie für das Theaterstück The Pleasure of His Company auf der Bühne stand. In dieser Zeit entdeckte sie für sich erstmals das Kloster Regina Laudis der Benediktinerinnen in Bethlehem/Connecticut als besonderen Ort des Rückzugs und der Besinnung.

Priorin Dolores Hart heute

Priorin Dolores Hart heute

Nach weiteren Hollywoodfilmen – u.a. Where The Boys Are (1960), Francis of Assisi (1961), Come Fly With Me (1963) – kehrte Dolores Hart 1963  ihrer Schauspielkarriere engültig den Rücken, löste kurz vor der Hochzeit ihre Verlobung mit dem Geschäftsmann Don Robinson und trat in den Orden ein, dem sie bis heute angehört.

Ganz verloren gegangen ist Mutter Dolores der Traumfabrik aber auch als Nonne nicht. Immerhin ist sie die einzige Ordensfrau, die bei der Academy of Motion Picture Art and Science stimmberechtigt für die Oscar-Vergabe ist.

Von diesem ungewöhnlichen Weg Dolores Harts, ihrer inneren Berufung zu folgen, erzählt Rebecca Cammisas berührende Kurzdokumentation God Is The Bigger Elvis, die 2012 für einen Oscar nominiert war. Die beiden folgenden Videos geben einen kleinen Vorgeschmack auf die alte und die neue Lebenswelt der einstigen Filmpartnerin Elvis Presleys:

Den Oscar hat God Is The Bigger Elvis leider nicht gewonnen, der ging in 2012 an Saving Face. Das macht aber nichts, denn die gut halbstündige Dokumentation ist trotzdem absolut sehenswert.

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