Elvis Presley – King Creole Frame by Frame

Elvis Presley – King Creole Frame by Frame ist ein wunderbarer Bildband zu Elvis 4. und vielleicht besten Kinofilm King Creole unter der Regie des großen Michael Curtiz.

Schon auf den 1. Blick in diese über 400 Seiten starke Veröffentlichung aus dem Hause Flaming Star in Kooperation mit dem Sammlerlabel Follow That Dream wird klar, dass die langjährigen Elvis-Aficionados und Hauptautoren Erik Lorentzen und Pål Granlund aus Norwegen hier tief in ihre beeindruckend umfangreichen Bildarchive gegriffen haben.

Elvis Presley in King Creole (1958)

Über 1.000 wenig bekannte und bislang unveröffentlichte Fotos, meist schwarz/weiß, findet der Leser hier in guter Druckqualität (besser als in diesen Scans!) auf gestrichenem Papier vor. Den Hauptteil der Fotos, die von den Paramount-Fotografen Bud Fraker und Mal Bulloch im Paramount-Studio und vor Ort in New Orleans gemacht wurden, wollen die Autoren schon in den frühen 1970er Jahren während einer ihrer USA-Reisen zu Elvis-Konzerten für ihre Sammlung entdeckt haben.

Alle Fotos: © 2012 Flaming Star

Der Bildband ist mit einer informativen Einführung von Mike Eder versehen, die – von ersten Fotos begleitet – auf Thema/Handlung von King Creole einstimmt, auf den Hauptdarsteller und die Co-Darsteller eingeht und den zeitlichen Rahmen der Filmproduktion (Anfang 1958, d.h. unmittelbar vor Beginn von Elvis‘ zweijährigem Wehrdienst) absteckt.

Der Hauptteil  des Bildbandes ist in 2 Bereiche gegliedert. Im ersten wird der Film chronologisch anhand der Fotos nacherzählt, ergänzt mit passenden Abbildungen aus dem Drehbuch inkl. Regieanweisungen. Hier sieht man also bekannte Filmszenen, aber in vielen alternativen Einstellungen – ziemlich cool! Den Start macht natürlich die kultige Balkon-Szene in New Orleans, in der Elvis alias Danny Fisher den Song Crawfish singt.

Craaawfish – fresh and ready to cook – Craaaawfish

 

Well, I went to the bayou just last night, there was no moon…

Und weiter geht’s in der Handlung mit der Einführung der problematischen Familien- und Schulsituation Dannys, dem schwachen Vater (Dean Jagger), der Schwester Mimi (Jan Shepard), Dannys Begegnung mit der süßen, aber naiven Nelly (Dolores Hart), der sündigen Ronnie (gespielt von Carolyn Jones, die in den 1960ern sehr bekannt wurde als Morticia Addams in der TV-Serie The Addams Family), ihrem „Gönner“ Maxi Fields (Walter Matthau), dem sympathischen Nachtclubbesitzer des King Creole (Paul Stewart), falschen Freunden (Vic Morrow als Shark) und dem Traum von einer Gesangskarriere.

 

Schwere Zeiten – Danny mit Schwester Mimi

It’s all kind of mixed up – Danny und Nellie

Verführung im Hotelzimmer - im Film nicht verwendete Szene!

Dixieland Rock im King Creole

Danny und Ronnie kommen sich näher

 

Danny gegen Maxie Fields alias Walter Matthau

Falsche Freunde

Falsche Freunde

Auf Leben und Tod

Auf der Flucht

 

Ronnie rettet ihren Danny

 

Take a day out of your life and love me, Danny

Wenn man die Fotos sieht, dann weiß man, was Produzent Hal Wallis, der King Creole für Paramount produzierte, in Elvis Presley sah, als er ihn 1956 für die Kinoleinwand entdeckte. Von diesen Qualitäten war – nach anfänglichen Zweifeln – dann auch schnell Michael Curtiz, Regisseur u.a. des Kultfilms Casablanca mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann, überzeugt.

Mit dem gebürtigen Ungarn Curtiz, der als schwierig galt und seine Stars schon mal gerne am Set in seinem gebrochenen Englisch anbrüllte, kam Elvis Presley nicht nur sehr gut aus, er gedieh regelrecht unter den Regieanweisungen des Altmeisters. Von Curtiz Technik, Emotion gekonnt subtil mit der Kamera einzufangen, profitierte Elvis Spielweise enorm. Von Curtiz erhielt Elvis das wohl größe Kompliment, das ihm als Schauspieler je zuteil wurde:

„The Elvis Presley I got to know and like, was an amazingly restless, ever-searching young man – pliable, absorbing, with a bounce like a rubber ball. I found he possessed much the same qualities which Gary Cooper and John Wayne showed when they first started in pictures – with one notable exception. They capitalized, and still capitalize, on an element of awkwardness, while Elvis is agile and resilient, with a smoothness you’d except only in a veteran.“

Den Vorgängen hinter den Kulissen, Fotos von den Proben, Curtiz‘ Gesprächen mit Elvis und den anderen Schauspielern, wie eine bestimmte Szene zu spielen sei, ist der 2. Teil des Bildbandes gewidmet. Und das ist dann auch der absolute Leckerbissen dieser Neuveröffentlichung – das, was diesen Band für mich zu einem wirklichen Must-Have macht.

 

Elvis im Gespräch mit Michael Curtiz

Michael Curtiz erklärt eine Szene

Michael Curtiz, Elvis und Dolores Hart im Gespräch

Elvis und Altmeister Curtiz

Curtiz erläutert eine zentrale Kampfszene in King Creole

Elvis in der Maske

Der ewige Entertainer – Elvis unterhält seine Kollegen am Set

Bei den Proben mit Dolores Hart

Auch die Strippenzieher haben ihren Spaß (sitzend v.l.n.r.): Parkers rechte Hand Tom Diskin, Elvis Manager Colonel Tom Parker, Filmproduzent Hal Wallis

Kameramann Russell Harlan, Regieassistent Michael D. Moore mit Carolyn Jones und Elvis

Letzter Blick auf das Studio bevor es für Elvis 2 Jahre lang heißt: im Gleichschritt Marsch!

Elvis has left the studio

Fazit: Klare Kaufempfehlung für Liebhaber von Elvis-Filmen. Augenfutter pur, aufgrund der Menge der seltenen und bis dato unbekannten Fotos seinen Preis wirklich wert. So, und jetzt mache ich mich auf die Suche nach meiner King Creole-DVD, um noch ein bisschen weiter im Film zu schwelgen ;-).

King Creole Frame by Frame. Aus der neuen Serie Elvis in Hollywood.
Über 1.000 Fotos aus den Sammlungen von Erik Lorentzen, Pål Granlund, Patrick Janssen, Mike Florysiak, Jurgen Keilwerth, Ernst M. Jorgensen, David English, Bob Willoughby,
Hardcover: ca. 25 x 30 cm, 432 Seiten.

© 2012 Flaming Star, ISBN: 978-82-92567-07-4, Vertrieb:  Sammlerlabel Follow That Dream

Mehr Elvis-Filmklassiker → Jailhouse Rock

 

22 Antworten
    • patricia
      patricia says:

      Thanks Johnny, glad you like it. It is a lot of work, but the photos of King Creole are sure worth it.

      I’m working on a new post with regard to Jailhouse Rock right now where I hope to be able to present audio files as well. Not that easy with all the plugin stuff that has to be handled.

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      • Alexander Michael Hill
        Alexander Michael Hill says:

        I stumbled upon this website as I have been trying to find images of my grandfather, who is Michael Curtis, the Director of King Creole. While I have seen some of these images before, there are a few classic shots of The King and my grandfather that I have never seen. Michael Curtiz was my mother’s father and also the derivation of my middle name. Of course Michael Curtiz was best know for his Oscar winning directorial of Casablanca. Elvis did say, however, that King Creole was one of his favourite films. On a side note, my departed sister Christina, possessed a 45 rpm test pressing from the film soundtrack that was autographed by Elvis and given to Curtiz as a gift, which he later passed on to my sister. Before her death, she spent many hours sifting through old boxes to try and find that incredibly valuable piece of memorabilia. I don’t believe she ever did recover it, but my sister was a notorious pack-rat, so I am confident it exists somewhere. Thanks for taking the time for this tribute. Awesome!

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        • patricia
          patricia says:

          Alexander, I’m thrilled that you found something new and worthwile about your grandfather on my blog.

          I think, the photos here of Michael Curtiz with Elvis on the set of King Creole show that they got along very well – Elvis clearly benefited from the guidance of a great director like Curtiz.

          It is said that Elvis told your grandfather directly that he learned – while working on King Creole, his fourth movie – what the work of a director really means for an actor. It’s very unfortunate that King Creole is the only movie those two greats did together.

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  1. Raj
    Raj says:

    Hello! Just want you to know that I really LOVE your wtiebse. Yours isnt boring like most Elvis wtiebses. Theres so much to read and see here, it really covers alot of info about him. I will come back to this blog more often to read more. Thank You! TCB!!!

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  2. Alfars
    Alfars says:

    Great find Walter Matthau, an excellent caheactrr actor in movies and on TV who everyone knows, saying that Elvis, as a movie actor, was instinctive, very intelligent, and very elegant, sedate … refined and sophisticated. That’s gotta be in the Elvis project book.

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  1. […] in denen etwa die Dreharbeiten und Kinoerfolge dokumentiert werden (→ Summer of ’61, → King Creole Frame by Frame, → Helmut Radermachers Das Große Elvis Presley Filmbuch) – verhältnismäßig wenig […]

  2. […] Simpson: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. King Creole (1958) und Flaming Star (1960) halte ich für seine besten Filme, Viva Las Vegas (1964) ist am […]

  3. […] a global icon. Many of the movies are worth exploring on their own merits – the twin peaks being King Creole and Flaming Star – and the process which created them sheds a lot of light on how Presley’s […]

  4. […] the army”. Das wäre dann also 1958 mit Abschluss der Dreharbeiten zu Elvis 4. Kinofilm → King Creole der Fall gewesen. Diesen Klassiker hat übrigens auch der umtriebige Hal Wallis produziert, für […]

  5. […] Raum für die Entwicklung von Handlung und Charakteren – Jailhouse Rock (1957) und vor allem King Creole (1958) sind gute Beispiele […]

  6. […] tauschte Dolores Hart – Elvis Presleys bezaubernde Filmpartnerin aus Loving You (1957) und King Creole (1958) – ihre vielversprechende Schaupielkarriere gegen ein Leben als Nonne in einem […]

  7. […] zwischen 1956 und 1966 insgesamt 9 Elvis-Filme, darunter das atmosphärisch dichte Drama → King Creole (1958), in dem Elvis Presley unter der Regie des großen Michael Curtiz’ sein schauspielerisches […]

  8. […] Kinoaushangfotos, Filmplakate, alle Werbungen und eines Tages sogar den Trailer zu King Creole (→ King Creole Frame by Frame) geschenkt. Den Film habe ich sogar exklusiv mit ein paar Freunden im Privatkino der Paramount […]

  9. […] waren, als im März 1958 – direkt nach Abschluss der Dreharbeiten des Films King Creole (→ King Creole Frame by Frame) – Elvis’ letztes Stündlein als Zivilist schlug […]

  10. […] über Elvis Filme → King Creole Frame by Frame → Jailhouse Rock – der Film → Interview mit Filmhistoriker Björn Eckerl TweetPin It […]

  11. […] Elvis-Aficionados Erik Lorentzen und Pål Granlund, die schon den phantastischen Bildband King Creole – Frame by Frame zusammen herausgegeben haben, nun auch dem Film Jailhouse Rock […]

  12. […] Flaming Star entstand 1960 unter der Regie von Don Siegel für die Twentieth Century Fox und wird gemeinhin zu den wenigen Elvis-Filmen gezählt, in denen der King, der in den 1960ern Filmmusicals in Serie produzierte, in der dramatischen Rolle des Halbbluts Pacer Burton auch als Schauspieler gefordert war (→ zu Elvis’ Filmen siehe auch Buchtipp Elvis im Kino, Interview mit Filmwissenschaftler Björn Eckerl und King Creole Frame by Frame). […]

  13. […] den Lieblingssong muss ich nicht lange nachdenken: Da nehme ich Crawfish aus der Eingangsszene von King Creole. Beim Film wird es schwieriger: Aber wenn ich an diese Szene denke, an Elvis im weißen T-Shirt und […]

  14. […] The Memphis Flash ELVIS PRESLEY BLOG Skip to content HomeNewsletterÜber mich ← Elvis Presley – King Creole Frame by Frame […]

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