Buchtipp – Elvis im Kino von Björn Eckerl

Elvis in Speedway (1967)

Elvis Presley hat zwischen 1956 und 1969 in 31 Kinofilmen gespielt und zählte zeitweise zu den bestbezahlten Schauspielern Hollywoods. Doch wenn von Elvis Presleys Filmkarriere, von Elvis dem Schauspieler die Rede ist, dann sind sich Biografen, Fans und Kritiker überraschend einig: die Filme markieren den künstlerischen Tiefpunkt einer ansonsten fast makellosen Karriere.

Seit kurzem gibt es eine interessante Neuerscheinung zum Thema aus dem Stroemfeld Verlag mit dem Titel Elvis im Kino: Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können. Verfasst hat sie der Mittdreißiger Björn Eckerl, Filmwissenschaftler und Gesellschafter einer Frankfurter Werbeagentur » Interview mit Björn Eckerl.

Was dieses Buch bemerkenswert macht, ist, dass der Autor darin überzeugt, die Filmkarriere als ein Kontinuum des Phänomens Elvis Presley zu sehen, und eben nicht, wie im Elvis-Kanon üblich, als einen nicht nachvollziehbaren Bruch. Eckerl schlägt eine Brücke zwischen Elvis im Film, der Musik und Elvis auf der Bühne. Dabei berücksichtigt er auch die wichtige Rolle des Kino-/Konzertpublikums, dem der Star als Projektionsfläche eigener Bedürfnisse dient.

Elvis im Kino ist ausdrücklich ein Buch über den authentisch fiktiven Elvis, der in unterschiedlichen Verkleidungen und Versionen in seinen Filmen in Erscheinung tritt und dennoch immer erkennbar Elvis für sein Publikum bleibt. Eckerls Interesse gilt somit nicht der Schauspielkunst Presleys, die unter diesen Voraussetzungen gar keine Rolle spielen kann und darf, sondern der Vervielfältigung Presleys als Star im Kino. Ein Film mit Elvis Presley ist somit immer zuerst ein ELVIS-Film, in dem der Star zu sehen und zu hören ist, egal wie Film und Hauptdarsteller gerade heißen.

Eckerls Elvis im Kino ist über weite Strecken ein sehr akademisches Buch – ganzseitige Fotos von Elvis in diversen Filmposen und Anekdoten seiner Schauspielkollegen sucht man hier vergebens. Doch der Autor ist sich auch der Grenzen des akademischen Ansatzes bewusst, wenn es um Elvis geht, schon in der Einleitung heißt es:

„Wie seine Fans entzieht sich Elvis dem Diktat der Rollenzuschreibung. Als Sexsymbol und Sinnbild des amerikanischen Mannes changiert er zwischen männlichen und weiblichen Attributen. Elvis pflegt das Aufbegehren wie die Unterordnung (Rebellion und Unterwerfung) und gibt Raum für homo- und heterosexuelle Anziehungen. In seiner Musik, seinem Tanz verbinden sich schwarze und weiße Einflüsse, vermischen sich die Genres, Ethnien und Kulturen. Wenn Elvis als ‚Role Model‘ funktioniert, dann nur, indem er auch die Brechung jeder eindeutig zuschreibbaren Rolle mitliefert. Wo wir es mit solchen Mehrdeutigkeiten, mit teilweise ganz subjektiven Anziehungen zu tun haben, berühren wir eine Grenze von Sprachlichkeit, die dem akademischen Diskurs seine Begrenzungen aufzeigt. […] Mit dieser Schwierigkeit, dem Versagen der Sprache, setzt sich dieses Buch auseinander – formal wie inhaltlich. […] Elvis und der Rock ’n‘ Roll suchen den Ausdruck für ein Unaussprechliches und finden eine neue Körpersprache. Kein Zufall, dass es sie dabei ins Kino führt: Eine Musik, die sich so der Oberfläche und der Bewegung der Körper verschreibt, die mit dem Anschauen und Angeschautwerden in derart enger Beziehung steht, findet hier den ihr adäquaten Ort.“

Auf drei Filme der umfangreichen Elvis-Filmographie geht Eckerl in Elvis im Kino näher ein: Love Me Tender (Pulverdampf und heiße Lieder, 1956), G.I. Blues (Cafe Europa, 1960) und Blue Hawaii (Blaues Hawai, 1961). Dabei will der Autor die Auswahl ausdrücklich als „nicht repräsentative Platzhalter für ein Gesamtwerk“ verstanden wissen, als „subjektive Punkte der Anziehung“, die diese Filme damals wie heute auf ihr Publikum und ihn selbst ausüben.

Fazit: Elvis im Kino von Björn Eckerl ist ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die an Elvis Presleys Filmkarriere und dem Phänomen Elvis Presley jenseits der längst ausgetretenen Pfade des Elvis-Kanons interessiert sind. Es ist eine Lektüre, die fordert, dafür liefert sie aber auch viele neue Interpretationsansätze. Elvis im Kino ist sicher ein Buch, das man mehr als einmal liest.

Björn Eckerl: Elvis im Kino (2011)

Björn Eckerl: Elvis im Kino: Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können.
Broschiert, 22,7 x 14,9 x 1,8 cm, 185 Seiten
Verlag Stroemfeld, 2011

18 Antworten
  1. Rene
    Rene says:

    Toll, das ist endlich mal ein guter Beitrag, vielen Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich die Seite gut zu lesen und leicht zu verstehen.

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  2. Linda JnB
    Linda JnB says:

    Hallo Patricia,

    richtig, Brode zieht immer Parallelen von Elvis‘ Rollen zu seinem Privatleben , was ja wirklich absolut falsch ist. Wie Elvis selbst sagte: The image is one thing and the human being is another….(Pressekonferenz Juni 72)
    Auch daß er Goldmanns Elvis-Biographie als „Quelle“ heranzieht, hat mich sehr befremdet. Das empfand ich auch als sehr negativ – gerade weil Goldmann m. M. nach das schlechteste Buch über Elvis ist – und da gibt es so einige. Sogar Eckerl führt Goldmann als Quelle auf (wenn ich mich nicht irre).
    Daß er keinerlei Einfluß bzw. Mitspracherecht bei seinen Filmen hatte ist inzwischen bekannt geworden. Warum Brode davon ausgeht, er hatte ein Mitspracherecht, ist mir auch schleierhaft. Aber anscheinend hörten und hören die Leute ihm nicht richtig zu, wenn er in seinen seltenen Interviews bestimmte Sachen erwähnte. Denn hätten sie ihm besser zugehört bzw. würden seine Worte intensiver lesen, dann wären viele der falschen „Fakten“, welche seit Jahren kursieren, bereits entkräftet.
    Deine Aussage, daß Elvis der Star war, den seine Fans sehen wollten, diesen auch spielte und sich dessen durchaus bewußt war, zeigt auch deutlich seine o.g. Äußerung bezüglich des Image auf.
    Aber bei aller Gründlichkeit und sachl./wissenschaftlichem Herangehen der Autoren zum Thema Elvis fließt trotzdem immer wieder ihre subjektive Meinung und Schluß-
    folgerung mit ein, was ich aber nicht als negativ empfinde. Beide Autoren zeigen – jeder auf seine eigene Art – den Einfluß von Elvis und die daraus resultierende Sichtweise des Mainstreams bzw. der Fans auf Elvis den Superstar, auf. Ich hoffe, wir können auch bei anderen Themen so konstruktiv diskutieren . Kann man als Fan, selbst als einer, der sich sehr ernsthaft und gründlich mit dem Phänomen Elvis beschäftigt, total objektiv sein? Ich glaube nicht. Abschließen will ich mit Elvis eigenen Worten: They see themselves in me – that’s all.

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  3. patricia
    patricia says:

    Hallo Linda,

    es freut mich, dass wir hier eine so gute Diskussion zum Thema laufen haben. Ich habe zwischenzeitlich auch Kontakt zu Björn Eckerl aufgenommen und hoffe, ihn zu einem Interview zu seinem Buch überreden zu können ;-). Mal schau’n, ob das klappt.

    Gut, dass Du Douglas Brodes „Elvis Cinema And Popular Culture“ von 2006 erwähnst. Ist insofern ein sehr interessantes Buch als es tatsächlich ganz gut Zusammenhänge zwischen Zeitgeschehen in den 1950ern und 1960ern und den Drehbüchern bzw. Rollen in Elvis Filmen aufzeigt. Damit belegt der Autor recht gut, dass Elvis-Filme weit weniger eskapistisch waren als sie auf den ersten Blick scheinen. So weit so gut.

    Was mich an dem Buch allerdings stört, ist, dass der Autor sehr häufig Bezüge zwischen den Filmrollen Elvis Presleys und seinem Privatleben herstellt und dabei leider eine Menge geradezu ins Auge springender faktischer Fehler macht. Was das angeht, hat er nicht besonders gut recherchiert. Wie jemand noch in 2006 Albert Goldmans Biographie Elvis ernsthaft als verlässliche Quelle angeben kann, ist schon eigenartig, erklärt aber so manche Interpretation.

    Der entscheidende Punkt, an dem Brodes Parallelen zwischen Filmrolle und Privatleben wirklich kippt, ist dann aber, dass er davon auszugehen scheint, dass Elvis Einfluss auf die Ausgestaltung seiner Filmrollen hatte, er ergo sein Privatleben in die Filmrollen einbringen konnte. Dies ist nicht richtig und auch längst bekannt. Elvis selbst hat in seinem Interview mit den Dokumentarfilmern Abel and Adige schon 1972 gesagt, dass er leider keinerlei „script approval“ bzw Einfluss auf die Ausgestaltung seiner Rollen hatte. Das war ja gerade das Problem, mal abgesehen von den Songs, die im Film untergebracht werden mussten. Elvis spielt immer Elvis den Star, so wie ihn eine Mehrheit der Kinobesucher damals sehen wollte. Und so waren auch die Rollen konzipiert. Er war sich darüber in vollem Umfang bewusst (ich poste seine Aussage dazu noch in einem neuen Beitrag), war auch bereit, dem bis zu einem gewissen Grad gerecht zu werden, hatte aber vor allem ab Mitte der 1960er Jahre zunehmend Probleme mit der großen künstlerischen Einschränkung, die das auf Dauer für ihn bedeutete. Elvis Presley war ein gut bezahlter Vertragsschauspieler am Ende der Studiosystem-Ära Hollywoods. Wie gesagt, diesen Punkt verfehlt Brode völlig – dennoch bietet auch sein Buch interessante Ansätze (siehe oben).

    Kann man Brodes Buch mit dem von Eckerl vergleichen? Nicht wirklich. Beide gehen das Thema völlig anders an, wie Du ja auch schon sagst.

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  4. Linda JnB
    Linda JnB says:

    Hallo Patricia,

    unbestreitbar gibt das Buch einige gute Denkanstösse, indem es das Phänomen Elvis Presley und dessen Wirkung auf das kollektive Bewußtsein seiner Fans aufzeigt. Trotzdem vermisse ich den „roten Faden“ ein wenig und damit meine ich den Zusammenhang nicht nur zwischen Elvis dem Schauspieler und Elvis dem Sänger/Entertainer, sondern auch die Rolle, die er unbestreitbar im Zeitalter des „neuen“ Amerikas spielte.
    Eckerl versucht in seinem Buch die Imaginationen/Projektionen einer großen Fangemeinde zu erklären bzw. aufzuzeigen. Es gelingt ihm auch die Verbindung Elvis als Filmstar zu Elvis, dem Bühnenstar. Aber das „Warum“ wird nicht richtig klar. Dazu müßte man auch die Rolle seines Publikums im sich wandelnden Umfeld des Nachkriegs-Amerika und dessen Auseinandersetzung mit dem „alten“ u. neuen“ Werten der Gesellschaft aufzeigen, u. a. auch das Wahrwerden des „American Dream“.
    Ich bin der Meinung, daß dies im Buch „Elvis Cinema and popular Culture“ von Douglas Brode besser und verständlicher erklärt wird.
    Aber es muß ja nicht jedes Buch, das Elvis zum Thema hat, begeistern und die Sicht darauf konform gehen. 😉

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  5. Linda JnB
    Linda JnB says:

    Nachdem ich das Buch zwischenzeitlich gelesen habe, sehe ich das Werk sehr ambivalent. Bevor ich aber das „warum“ erkäre, sei vorab gesagt: dies ist kein Buch für den „normalen“ Elvis-Fan, sondern für die Art von Fan, der sich auch abseits der ausgetretenen Pfade der Elvis-Bücher bewegt bzw. der 08/15 Bücher, die eigentlich mehr den Voyeurismus der Fans erfüllen u. in keinster Weise dem Künstler gerecht werden.
    Der Autor beschränkt sich in seinem Buch auf drei Filme und zwar „Love me Tender“, Elvis‘ 1. Film, dann „G.I. Blues“, den er nach seiner Entlassung aus der Army drehte, und „Blue Hawaii“ , den erfolgreichsten aller Elvis-Filme.
    Eckerl interpretiert die Filme auf eine sehr eigene Art, geht zwar kurz auf die Handlung ein und schweift doch immer wieder vom eigentlichen Film ab. Im Vordergrund seiner Ausführungen steht die Analyse der Rollen, vor allem der weiblichen Darsteller, und das Wechselspiel zwischen Mann und Frau. Unterstützend zu seinen Thesen führt der Autor alle möglichen, wissenschaftlichen Quellen verschiedener Genre auf, welche seine Analyse/Interpretation unterstreichen soll, aber auf mich irgendwie „abgehoben“ wirkt, was noch durch die, wissenschaftlich geprägte, akademische Wortwahl unterstrichen wird. Erschwert wird das Ganze noch durch sein Abschweifen zu anderen Filmen /Schauspieler/Musiker, die dem ganzen einen sprunghaften Touch geben. Trotz guter Ansätze und streckenweise plausibler Rückschlüsse fehlt mir irgendwie der „rote Faden“ im Buch. Dadurch wirkt das Buch auf mich wirr u. etwas konzeptlos geschrieben, da der Autor u.a. auch verschiedene Male in die Musikgeschichte abschweift. Seine Ausführungen, Elvis sei das Produkt der Phantasie seiner weibl. Fans und deren Reaktionen auf „ihren“ Elvis und Teil eines kollektiven Erlebnisses, ist nachvollziehbar und entbehrt auch nicht der Logik.
    Mein Fazit: Für mich ist das Buch ein Versuch, akademische Wissenschaft und persönliche Meinung/Interpretation in Einklang zu bringen, um so das „Mainstream- Vehikel“ Elvis Presley als Schauspieler und Sänger, zu erklären. Den Elvis, der sich bereitwillig seinen Fans und der Öffentlichkeit „darbietet“, um mit Haut und Haaren vereinnahmt zu werden. Der Versuch, die phänomenale Ausstrahlung und Wirkung von Elvis auf seine Fans bzw. den Massengeschmack einer ganzen Nachkriegs-generation und deren kulturelle u. musikalische Entwicklung aufzuzeigen,
    ist Eckerl meiner Meinung nicht ganz gelungen; gescheitert an seinem eigenen Anspruch.
    Irgendwie kann ich mich aber auch nicht des fatalen Eindruckes erwehren, daß – wenn auch auf gehobenem Niveau – Elvis als „Cash-Cow“ wieder zum Einsatz kommt.

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    • patricia
      patricia says:

      Hallo Linda,

      vielen Dank für Dein Feedback. Ich bin ehrlich beeindruckt, dass Du Dir Eckerls Buch so schnell besorgt und auch schon gelesen hast. Es ist nämlich kein Buch, das man gut in einem Rutsch lesen kann, und das scheint vom Autor durchaus beabsichtigt. Und ja, was Du zu den Inhalten sagst, stimmt. Der ein oder andere wird den Stil und die Herangehensweise als „abgehoben“ empfinden, das meinte ich mit meinem Hinweis, das Buch sei stellenweise „sehr akademisch“ ;-): Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno und Susan Sontag finden sich in der Literaturliste ebenso wie Peter Guralnick und Greil Marcus.

      Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist Dein Argument, dass der rote Faden fehlt. Ich denke, Du meinst damit vor allem das Hauptkapitel „Der Star im Zeitalter seiner physischen Reproduzierbarkeit“. Ich fand gerade dieses Kapitel sehr interessant, weil Eckerl als Filmwissenschaftler hier einen historischen Bogen zu Elvis im Hollywood-Starsystem schlägt, Elvis-Filme also eben nicht losgelöst von allem anderen sieht. Interessanterweise gelingt es ihm auch, den Bogen von Elvis dem Star im Film zu Elvis dem Star auf der Bühne zu schlagen. Gerade hier spricht er ein paar ganz zentrale Punkte zum Verständnis des Phänomens Elvis Presley und auch zum Selbstverständnis Elvis als Star an. Wenn er sagt, dass Elvis seine Rolle offensichtlich annahm, die Träume seines Publikums zu leben – in seinen Filmrollen und auch auf der Bühne – sich quasi in Serie „hinzugeben“ und „zu verschwenden“, so mag das für manchen abgehoben klingen, aber es ist nachvollziehbar und vom Kern her überraschend nah an der hervorragenden Interpretation der Las Vegas-Shows in den 1970ern, die Prof. Heinrich Detering in seinem lesenswerten Essay „Der Schamane in Las Vegas. Serialität und Ritual in Elvis Presleys Konzerten 1969 – 1977“ liefert.

      Schweift Eckerl ab, fehlt der rote Faden? Wenn man sich den Untertitel des Buches vergegenwärtigt: „Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können“ dann nicht. Es geht hier eben nicht einfach nur um einzelne Filme – die Filme sind der Ausgangspunkt für eine Analyse des Phänomens. Ähnlich – und doch wieder anders – als der Ausgangspunkt bei Detering. Ist es Eckerl jetzt gelungen, das Phänomen Elvis völlig zu erklären? Ich denke, das wäre zu viel verlangt für ein einziges Buch ;-). Aber es liefert eine ganze Reihe Argumente, über die es sich nachzudenken lohnt. Und das kann man nun wahrlich nicht von jedem Buch über Elvis Presley sagen. Dass Eckerl sein Buch geschrieben hat, um Elvis die Cashcow zu melken, kann ich mir nicht vorstellen. Dazu dürfte er zuviel Zeit und Arbeit in dieses Buch gesteckt haben, dass zweifellos originär ist. Hier hat nicht einer einfach irgendwo abgeschrieben, Thesen anderer übernommen. Es wäre sicher einfacher gewesen, den Elvis-Kanon runterzubeten. Wahrscheinlich würde das Buch sich dann besser verkaufen. Und dass Eckerls „Elvis im Kino“ ein Bestseller wird, ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn man die Inhalte und Ausrichtung des Buches bedenkt.

      Aber vielleicht wird Björn Eckerl ja noch auf unsere kleine Diskussion aufmerksam und meldet sich selbst zu Wort. Würde mich freuen. Persönlich kenne ich den Autor nicht.

      Gruß
      patricia

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  6. Linda JnB
    Linda JnB says:

    Hallo Patricia,
    danke für diesen Tip. Leider wird es immer schwieriger, gute Bücher über Elvis zu finden, die sich jenseits der ausgetretenen Wege bewegen – abseits zum mehr als ausgelutschtem Thema über Sex, Drugs and Rock ’n‘ Roll, Fat and Forty.
    Liegt wohl am ausgeprägtem Voyeurismus der Fans, die sich geradezu mit Wonne auf die Bücher der MM und Co., stürzen, alles ungeprüft glauben, was gesagt bzw. behauptet wird. So nach dem Motto: die waren ja dabei, also müssen sie es wissen.
    Sehr schade, daß gerade diese Art von Büchern in den Köpfen hängen bleibt, aber dem Künstler Elvis Presley in keinster Weise gerecht werden.

    Antworten
    • patricia
      patricia says:

      Es ist wirklich sehr schwierig in der Masse der Bücher, die sich meist mit den altbekannten, seit Jahrzehnten im Umlauf befindlichen Mythen beschäftigen, die Handvoll Publikationen auszumachen, die tatsächlich einmal einen neuen Ansatz bieten, über den es sich nachzudenken lohnt. Björn Eckerls Buch gehört in diese Kategorie.

      Eckerl weiß übrigens sehr gut, dass man über die Person Elvis Presleys nichts erfährt, wenn man sich mit den Mythen beschäftigt – man erfährt allerdings eine Menge über die Imaginationen, Impersonationen, Projektionen der großen, sehr heterogenen Fangemeinde, was wiederum Rückschlüsse auf den Star (nicht den Menschen) zulässt. Schon in der Einleitung von Eckerls Buch heißt es:

      „Von Elvis, scheint es, muss nichts mehr erzählt werden. Er ist der Star, von dem alles schon gesagt, gesehen und im kollektiven Bewusstsein bewahrt wurde. Dieses Bewusstsein bleibt lebendig im Reigen des Weitersagens, als Gewirr sich widersprechender Stimmen, Geschichten, Mythen. Nach Elvis zu fragen, wie er wirklich war, ist im Wirrwarr der Überlieferung nicht nur unmöglich, sondern nebensächlich. Die Anhäufung von Fakten, neuen und alten, scheint überflüssig bei einem Phänomen, das von Träumen und nicht von Tatsachen zusammengehalten wird. Entsprechend will und kann ich hier keine Annäherung an eine authentische Figur leisten. Im Gegenteil: Anlass für dieses Buch ist gerade die Vielheit der Versionen…“

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  1. […] löbliche Ausnahmen habe ich hier im Blog schon besprochen: Elvis Films FAQ von Paul Simpson und Björn Eckerls Elvis im Kino. Beide Publikationen sind jüngeren […]

  2. […] es tatsächlich auch so gemeint? Der deutsche Filmhistoriker Björn Eckerl – Autor des Buches Elvis im Kino: Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können – verfolgt einen ähnlichen Ansatz, wenn er sagt, dass es gar nicht möglich war, Elvis in […]

  3. […] But was it really meant that way? The German film historian Björn Eckerl – he wrote the book Elvis im Kino: Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können (Elvis in Cinema. What we learn about Elvis in his movies and about movies as such) – has a […]

  4. […] Halbbluts Pacer Burton auch als Schauspieler gefordert war (→ zu Elvis’ Filmen siehe auch Buchtipp Elvis im Kino, Interview mit Filmwissenschaftler Björn Eckerl und King Creole Frame by […]

  5. Homepage sagt:

    … [Trackback]…

    […] Informations on that Topic: memphisflash.de/2012/01/buchtipp-elvis-im-kino-von-bjorn-eckerl/ […]…

  6. […] Design- und Werbeagentur VIER FÜR TEXAS und hat Ende 2011 im Stroemfeld Verlag sein erstes Buch Elvis im Kino: Was Wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können veröffentlicht. The Memphis Flash hat Björn Eckerl […]

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